Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Juni 2013 ein neues Zuhause gefunden haben

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Laika – spanische Schönheit ist in Schleswig-Holstein angekommen

Laika

Laika wurde als junge Hündin von ihren Besitzern in Spanien in einer Perrera abgegeben. Es kamen einmal in der Woche nette Menschen zu Besuch.
Nach einigen Monaten in dem Tierheim gab es eine kleine Katastrophe. Es regnete so viel, dass die Anlage überflutet wurde. Ein paar kleinere Hunde ertranken sogar und es war nun völlig ungewiss was aus Laika werden würde.

Irgendwann war es soweit, dass in Deutschland eine Familie die nette Hündin adoptieren wollte. Im vermeintlich neuen Zuhause gab es einen Hund und durch ihre Vorgeschichte harmonierte es zwischen Laika und dem vorhandenen Hund nicht. Nach einer kleinen Rangelei entschied das neue Frauchen sehr kurzfristig, dass Laika ganz schnell wieder weg müsse, denn ihr war die Hündin auch ein wenig zu groß.

So kam Laika über die NfP in eine Pflegestelle, in der auch ein kastrierter Rüde lebte. Nach anfänglichen „Problemen“ passte Laika sich mehr und mehr dem Tagesablauf an und da sich leider niemand für die hübsche Hündin interessierte, wohnte sie eine ganze Weile dort, bis sich endlich Menschen meldeten, die ihr ein Zuhause geben wollten.

Nach Erledigung der üblichen Formalitäten konnte Laika in ihr neues Zuhause umziehen – obwohl die Pflegestelle wusste, dass es irgendwann so kommen würde, war sie traurig. Wir sind aber sicher, dass sie nach dem Lesen des Tagesbuches aus dem neuen Zuhause weiß, dass Laika nun endlich ein Zuhause für immer haben wird.

Das Team der NfP e.V., Freudenstadt

"Hallo ihr Lieben, hier ist Laika, mit etwas Verspätung, weil die Tochter meines Frauchens mit Hirnhautentzündung im Krankenhaus liegt. Meinem Tagebuchauszug könnt ihr entnehmen wie gut es mir geht:

1.Tag - also mir geht es ja fantastisch, was war der Tag spannend. Zuerst die laaaange Autofahrt, dann der ausgiebige Spaziergang. Habe erst mal stolz gezeigt, was ich alles schon kann und alle Seiten des Hauses innen und außen besichtigt. Nun ja, nicht schlecht! Ich habe meiner neuen Mutti gleich versucht zu zeigen, wo es lang geht, hmm... ok, hat jetzt nicht so wirklich geklappt. Aber die ist ja cooool. Da hat die doch tatsächlich den ganzen Tag mit mir gespielt und ist mit mir 3 mal über eine Stunde gejoggt, dann gekuschelt, ja und 2 Stunden später sind wir dann, weil es so schön war, noch mal Fahrrad gefahren und wieder gejoggt. Jetzt liege ich bei ihr im Zimmer auf der Couch und chill mal ne Runde.

2.Tag - Heute war mein Grenzgänger-Tag. Da habe ich mich doch heute soooo an mein neues zu Hause gewöhnt, dass ich doch glatt mal die Grenzen getestet habe. Beim Joggen habe ich die Fußgänger und meine Artgenossen versucht zu erschrecken, und dachte, dass ich ihnen klar mache, dass ich denen ihr neuer Boss bin. Nun ja, schade, hat nicht so wirklich geklappt. Zuerst sah es so aus als hätte ich gewonnen. Aber dann hat mein neues Frauchen mir ihre Spielregeln erklärt und ich habe dann auch verstanden, dass ihre Spielregeln für mich das Beste bedeutet. Als sie dann so müde über ihrer Schreibarbeit eingeschlafen war, zog ich ihr vorsichtig die Mappe unter dem Kopf weg zum Fußende ihres Bettes! Ihr Netbook habe ich dann langsam zugeklappt und unter ihr Kissen mit meiner Schnauze geschoben. Als ich damit fertig war, habe ich mich neben sie gelegt und ihr beim Schlafen zugesehen.Laika

3.Tag - Also, wenn ich Gassi gehen möchte und mein Frauchen noch in den tiefsten Träumen liegt, dann schlecke ich vorsichtig an ihren Füßen bis sie wach ist und laufe vor der Tür hin und her. Mein Frauchen findet das lustig, denn sie macht dann immer so witzige Geräusche. Aber heute morgen habe ich ihr doch mal meinen Ball ins Gesicht geworfen, denn ab und an möchte ich auch mal vor 8:00 Uhr spielen! Und ich habe heute viele Entdeckungsreisen unternommen. Mein Frauchen hat mir schöne Wiesen und einen Wald gezeigt. Sie ist so froh, mich zu haben, dass ich allen ihren Freundinnen und Bekannten und dem Rest der Familie vorgestellt wurde. Ich habe mich natürlich schnell bei allen beliebt gemacht, durch mein hübsches Aussehen und weil ich ganz brav war. Aber mein lieber Mann, was bin ich heute zum Laufen gekommen.

Tag.4 - Seit heute Morgen duftet die Hosentasche von meinem Frauchen so lecker. Und sie ruft jetzt nicht nur Laika, sondern auch lecka, mal ehrlich, würdet ihr da nicht auch im Tüddel kommen? Eins muss man ihr aber lassen, sie lässt sich wenigstens was einfallen, damit ich nicht so ziehe und mir macht es Spaß, an ihrer Hosentasche zu schnüffeln, auch wenn das bedeutet, dass sie nun der Boss ist. Aber natürlich teste ich das noch ab und an, man kann ja nie wissen. Mein Frauchen hat mir heute beigebracht, die Frisbee Scheiben heile zu lassen und, dass man damit schöner spielen kann als mit dem Ball. In der Zeit, wo ich nach dem Fitnessprogramm entspanne, sägt und schraubt mein Frauchen fleißig an einem Hindernisparkour für mich. Doch meinen vierbeinigen Hausgenossen „Society“, finde ich immer noch zu klein und deswegen schnauze ich ihn manchmal an. Aber komisch, der will trotzdem noch mit mir spielen.

Laika

5.Tag - Inzwischen habe ich gelernt, dass, egal was auf den Tisch liegt, meine Nase nicht dorthin darf. Ich verstehe das Wort Pfui jetzt ganz Klasse und meistens höre ich darauf. Ich genieße die Spaziergänge mit meinem Frauchen und wenn sie von der Arbeit kommt und gegessen hat, dann weiß ich genau das ist meine Spielzeit mit ihr. Und während sie arbeiten ist, geht mein Ersatzfrauchen mit mir toben und auch auf sie höre ich schon ganz gut. Sie übt mit mir das Spielen mit meinem Mitbewohner Society und ja, heute hatte ich noch einmal meinen Tag, an dem ich die Grenzen neu abstecken wollte. Gut, hat wieder einmal nicht geklappt, Aber als wir dann alle am Abend über die Wiese getollt sind, war das längst Musik von gestern.

6. Tag - Stöckchen spielen ist meine Leidenschaft. Mein neues Frauchen hat immer das Talent, bei Spielen die coolsten Stöckchen zu finden und wenn sie frei hat, wie heute, dann genieße ich den Tag mit ihr besonders. Und ich habe heute mal dem Society beigebracht, dass Träumen nicht alles im Leben ist. Ich habe ihn ein paar Mal mit meiner Pfote angestoßen und Laut gegeben. Und als er dann geflitzt ist, bin ich mit meinem Spielknochen hinter ihm hergelaufen. Muss es zugeben, ganz so übel ist er ja nicht. Mal sehen, was ich morgen mit ihm anstelle.

7.Tag - Auf einer schönen großen Wiese, kann man doch herrlich viel blödeln. Mein Frauchen und mein Ersatz Frauchen waren heute mit mir und Society gemeinsam auf der Wiese toben. Ich habe einen Erdklumpen ausgebuddelt und mit dem habe ich dann herum getobt. Als mein Frauchen meine Leine dann wieder aufnahm und anschließend den Erdklumpen davon schmiss mit einem beherzten igitt, bin ich mit Frauchen im Schlepptau hinter dem Klumpen hergepest. Als dann mein Schweif so munter hin und her wehte, lief Society fröhlich kläffend hinter meinem Schwanz her. Und im Eifer des Gefechtes bemerkten wir gar nicht, dass wir miteinander spielten. Und während wir so ausgelassen spielten, meinte Frauchen, dass ein solcher Film über uns in You-tube Gold wert sei. Ehrlich gesagt, ich hab eigentlich nichts mehr gegen Society.

8.Tag - Heute haben wir einen Hundeplatz angesehen und mein Frauchen hat mit mir getestet, wie ich mit den gebauten Hürden klar komme. Ich glaube, wenn ich dürfte, könnte ich das bestimmt auch schon alles, na ja die Hürden sind zwar nicht hoch, aber da kann ich ja trotzdem auch bequem unten durch. Jetzt sind wir alle wieder zu Hause und ich bin ganz doll müde. Aber gleich wird noch gegrillt, da fällt bestimmt für uns Hunde ein Würstchen ab. Also dann mach ich jetzt mal Schluss, bis bald ihr Lieben und vielen, vielen Dank für mein neues zu Hause!"

Laika

Eure Laika“

 


 

Lucky´s Name ist nun endlich Programm

Lucky

Es ist schon einige Zeit her, dass uns der anfangs ängstliche und zurückhaltende Husky-Rüde zur Vermittlung übergeben wurde. Schnell fand er eine Pflegestelle, in der er optimal aufgehoben war. Täglich konfrontierte man Lucky mit seinem neuen Leben und versuchte somit, das teilweise extreme Angstverhalten in den Griff zu bekommen, was auch zur Zufriedenheit der Pflegestelle gut gelang. Für uns war klar, dass Lucky kein Hund für „jedermann“ ist und wir sorgsam nach einem für ihn optimalen Zuhause schauen müssen.
Lucky hatte enormes Glück – aber das sagt ja schon sein Name aus. Nach 5 Wochen Aufbauarbeit in seiner Pflegestelle durfte er Anfang Mai umziehen.Lucky

„Hallo Leute,

endlich bin ich ganz in meinem neuen Zuhause in Leipzig angekommen. Bevor es in die neue Heimat ging, durfte ich mit meinen neuen Herrchen noch einige Zeit Stuttgart anschauen, denn von dort stammt er ursprünglich, bevor er nach Leipzig „ausgewandert“ ist. Das war vielleicht toll, ich habe da viele Parks durchschnüffeln können und wurde auch in ein Restaurant mitgenommen. Da waren leckere Gerüche gewesen und eine Kleinigkeit für Hunde gab es da natürlich auch.
Jetzt bin ich mit meinen Besitzer in unseren Zuhause und ich muss sagen mir gefällt es hier sehr gut. Es gibt sehr viele grüne Flächen und viele Hundeparks. Eine liebe Tierärztin aus Leipzig, die den Vorbesuch gemacht hat und für mich das absolute OK gab, hat wirklich nicht zu viel versprochen. Bei meinen neuen Menschen ist immer Aktion. Auch mein Frauchen hat nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Draht zu mir gefunden. Aber mal ehrlich, mir macht eine Sache besonders viel Spaß, Frauchen auf die Palme bringen. Kaum ist das Bett im Schlafzimmer hergerichtet, ist es mein Reich und wird zerwühlt. So viele schöne weiche Kissen, das finde ich herrlich zum Wühlen. Frauchen sieht das allerdings anders. Bin ich fertig und hab ausgeschlafen, wird das Bett gleich wieder gemacht. Eine tolle Sache, so kann das den ganzen Tag für mich weitergehen……!!
Aber so übel nimmt sie es mir glaube ich nicht, denn sie kocht jeden Tag tolle Gerichte, für mich und für unsere Familie.

Wenn es raus geht, mache ich mir mittlerweile einen Spaß daraus, durch die ganze Wohnung zu rennen, damit mein Herrchen mich fangen muss. Dauert zwar länger raus zu kommen, aber ich finde es irgendwie spannend.
Meine Ängste haben sich hier auch schon weiter abbauen können. Ich möchte immer noch schnell weg von lauten Geräuschen und fremden Gegenständen, auch Mülleimer sind mir noch suspekt. Unser Treppenhaus finde ich auch etwas unheimlich. Aber wir haben ganz tolle Nachbarn, alle nehmen Rücksicht auf mich und meine Ängste, da hat mein Herrchen vorgesorgt. Die Kinder sind nicht mehr so laut im Treppenhaus und wenn sie auf dem Hof mit dem Ball spielen und ich komme, dann warten sie einen Moment, bis ich um das Eck bin, nur damit ich lerne, keine Angst haben zu müssen. Ich finde das ganz toll von den Nachbarn und Nachbarskindern.
Wenn wir dann einmal das Haus verlassen haben, bin ich sehr entspannt an der Leine. Unbekannte Wege, da bin ich eben noch etwas nervös und ziehe schon heftig an der Leine, aber ansonsten habe ich einen eher angenehmen Zug drauf, sagt mein Herrchen. Er ist auch immer ganz stolz auf mich, wenn ich mal wieder eine Situation gemeistert habe, ohne in Panik zu verfallen. Es kommt halt immer seltener vor und ich lerne langsam sicherer zu werden. (Bald gibt es auch einen Versuch am Fahrrad, wenn die Temperaturen nicht zu hoch sind.)
Hündische Freunde habe ich auch schon gefunden. Das ist schön, die treffen wir jeden Tag und dann darf ich an meiner langen Leine mit ihnen rumtoben. Der eine ist noch ganz jung, gerade mal 8 Monate alt. Aber wir kommen sehr gut zurecht.Lucky

Und jetzt das Beste. Wir haben einen großen Garten. Ich bin zwar mit einer Leine gesichert, weil der Zaun zu niedrig ist, aber meine Leine hat ca 20m, nur damit ich mich im Garten frei bewegen kann. Manchmal ist auch so ein kleines Menschenkind dabei. Hier wird aber gut aufgepasst, dass es mir nicht zu nahe kommt, denn schließlich bin ich schon noch Futter-neidisch. Noch kenne ich den Unterschied nicht, ob der Keks in dem Händchen für mich ist oder doch nur für den Knirps. Aber bisher läuft auch das mit dem Kleinmenschen sehr gut. Wie gesagt wie werden nicht alleine gelassen, denn man weiß ja nie, auf welche Dummheiten so kleine Kinder kommen - oder gar ich. Vielleicht wenn er mal größer ist werden wir tolle Freunde.
Bald habe ich ja Geburtstag und ich habe gehört dass meine Familie eine kleine Hundegeburtstagsfeier planen. So mit einem extra für mich gebackenen Hundekuchen und vielleicht kommen ja auch meine Kumpels von der Wiese vorbei. Ja hier ist immer etwas los, und ich genieße die Aufmerksamkeiten und Streicheleinheiten in vollen Zügen.

Ich hätte es nicht besser treffen können.

Sollte ich mal wieder die Zeit zwischen unseren ganzen Spaziergängen und Autofahrten finden, dann melde ich mich wieder.

Euer Lucky“

Ps.: Meine Menschen haben auch noch etwas mitzuteilen.

„Eine zeitlang habe ich mir schon überlegt, einen neuen Hund anzuschaffen, doch ein Züchter kam für uns nicht in Frage. Ich schaute mich im Internet nach Tierschutzvereinen der Umgebung um, fand dabei aber leider keinen Kameraden, der mich ansprach. Meine Schwester in der Nähe von Stuttgart brachte mich dann auf die Idee, auf die Seite der „Nothilfe für Polarhunde e.V.“ zu schauen. Und da sah ich dann unseren Lucky. Ich las seinen Vorstellungstext und dachte mir „so ein toller Hund, dem möchte ich gerne die Chance geben auf ein neues Zuhause“. Seine Ängste und auch die Schnapperei schreckten mich nicht ab, sondern ich sah dies als eine Herausforderung an. Ich genieße jeden Tag mit Lucky an meiner Seite. Einen besseren Hund hätte ich wirklich nicht bekommen können. Ich danke allen an dieser Vermittlung Beteiligten, dass sie sich schon vorweg so toll um den Hund gekümmert haben und auch, dass dieser tolle Nordische nun bei und mit mir leben darf. Vielen Dank! „

Lucky

Und wir danken sehr herzlich der Pflegestelle von Lucky für die gute Vorbereitung auf sein neues Zuhause. Leider hat er einige Probleme mitgebracht, die uns im Vorfeld nicht bekannt waren. Trotzdem hat man zu Lucky gestanden und ihn nicht einfach wieder weg gegeben.

 


 

Chester - oder vom Garagendach ins neue Zuhause

Chester

ChesterHallo liebe Leser, heute wollen wir endlich von Chester berichten und ihn endlich zu den Glücksfellen schicken. Seine Geschichte war ja schon sehr traurig. Monatelang lebte Chester nur auf dem Garagendach, d.h. im nicht sicher eingezäunten Garten. Sein Besitzer war krank und dessen Frau war mit dem Hund einfach überfordert. Sie hatte mit dem Haus voller Kinder (eigene und fremde) schon genug zu tun. Vom ersten Anruf einer aufmerksamen Nachbarin bis zur endgültigen Übernahme des Hundes vergingen trotzdem noch fast 6 Monate. Aber endlich hatte die Geschichte ein gutes Ende, das wir unserem aktiven Mitglied in Bayern zu verdanken haben. Sie hat sich sehr um Chester bemüht und auch die Übergabe an die Pflegemenschen durchgeführt und begleitet.

Chester sollte eigentlich nur vorübergehend in die Pflegestelle einziehen, damit wir uns ein besseres Bild von diesem untypischen und unkomplizierten Malamuterüden machen konnten. Aber schnell wurde klar, dass er dort sein neues endgültiges Zuhause gefunden hat.

Dabei standen die ersten Wochen nicht unbedingt unter einem guten Stern. Die im Haushalt lebende Malamutedame (auch ein Schützling der NfP) machte ihm das Einleben nicht so leicht und die ersten Wochen waren für alle Beteiligten ein wenig Stress. Aber die Familie hat es geschafft. Die beiden Einzelhunde sind ein Rudel geworden. Wieder einmal zeigt es sich, dass man manchmal auch durch ein kleines Tal der Tränen und der Sorgen gehen muss. Aber irgendwann scheint dann auch wieder die Sonne und Geschichten haben oft ein gutes Ende.

Chester hat sich richtig gemausert. Aus dem gelb/grauen Strohfell ist ein glänzender weiß/grauer Pelz geworden. Seine Muskulatur hat sich aufgebaut und er ist ein rundum glücklicher Hund geworden. Er ist vom ersten Tag an stubenrein und auch die Begegnungen mit anderen Rüden verlaufen schon recht entspannt, solange sein Mädel bei ihm und nicht beim anderen Rüden ist.

Chester und KayaWir sind wieder einmal beruhigt, dass es immer wieder liebe Menschen gibt, die auch solchen „Problemhunden“ eine Chance geben. (Aber war Chester wirklich ein Problemhund? Er war mit Sicherheit total unterfordert.)

Es ist auch nicht immer einfach für eine Pflegestelle sich sofort auf einen neuen Vierbeiner einzustellen. Aber wie auch die Geschichte von Chester zeigt, lohnt sich unsere Arbeit und wir möchten auch seiner Pflegefamilie ein großes Dankeschön sagen. Aus einem Kurztrip auf dem Weg in die Zukunft ist dort schon die Zukunft gefunden worden.

Chester und Kayla

Das Team der NfP - FDS

 

 

 


 

Spike – Wunder dauern manchmal etwas länger...

Spike

Monatelang hatte er auf unserer Homepage ein weitgehend unbeachtetes Dasein gefristet – jetzt endlich gehört Spike zu den Glücksfellen!

SpikeSpike hatte die ersten Jahre seines Lebens an einer Kette angebunden verbracht. Nach mehreren eigenmächtigen Ausflügen, bei denen er immer wieder aufgegriffen und zu seinen Besitzern zurückgebracht wurde, hatte endlich jemand ein Einsehen und brachte ihn ins Tierheim. Der Besitzer wurde zwar kontaktiert, hatte jedoch kein  Interesse seinen Hund dort wieder abzuholen. Nach der sechswöchigen Aufbewahrungspflicht wandte sich das Tierheim an uns, mit der Bitte, uns seiner anzunehmen. Spike musste in seiner Pflegestelle als erstes einmal die Grundlagen des Zusammenlebens von Mensch und Tier in einer Wohnung erlernen. Schnell hatte er diese begriffen und erwies sich als gelehriger Schüler. Einzig seine mangelnde Sozialisation mit anderen Hunden und sein nicht so typisches Aussehen machten ihn zum Außenseiter. Ein einwöchiger Vermittlungsversuch im Januar war das pure Desaster. Die Dame hatte in vielen Vorgesprächen und bei der Übergabe einfach (bewusst) vergessen zu erwähnen, dass sie an einer chronischen Rheumaerkrankung leidet und deshalb manchmal wochenlang das Bett hüten muss. Wieder bemühte sich die Pflegestelle, Spike zu einem ausgeglichenen Leben zurückzuführen. Ein paar Interessenten kamen, doch der Funke wollte nicht so recht überspringen. Bis sich Ende Mai noch einmal jemand meldete. Am Telefon wurden Informationen ausgetauscht, man war sich einig, dass Spike nicht noch einmal von der Pflegestelle weggeholt werden sollte, wenn man sich nicht sicher wäre - es müsste für immer sein. Drei aufeinanderfolgende Termine wurden schon im Voraus gemacht, die Menschen waren bereit, jedes Mal eine mehrstündige Autofahrt auf sich zu nehmen. Der Tag des Kennenlernens stand an und Spike präsentierte sich als der Hund, der auf der HP genauso beschrieben war. Nach dem ersten Spaziergang  stand auf jeden Fall schon  so viel fest, dass man am Nachmittag noch einmal miteinander spazieren gehen wollte. Die Familie war von Spike sehr angetan und konnte sich ein Leben mit ihm vorstellen. Beim Treffen nachmittags und nachdem Spike sich vertrauensvoll an sein neues Herrchen geschmiegt hatte, stand fest, dieser Hund sollte es sein und er würde am selben Nachmittag in sein neues Zuhause umziehen. Nach den ersten Rückmeldungen sind wir uns sicher, Spike musste genau auf diese Familie warten. Er wird in Zukunft  eine Hundeschule besuchen, um an seiner Sozialkompetenz zu feilen, ansonsten sind sich seine neuen Menschen sicher, eine Perle inmitten der anderen tollen Hunde gefunden zu haben. An dieser Stelle, wünschen wir "unserem" Spike ein erfülltes Leben bei Familie W., die sich die Mühe gemacht hat, hinter die Fassade eines nicht dem Schönheitsideal eines Nordischen entsprechenden Hundes zu blicken.

Und was sagt überhaupt Spike zu seinem Glück?

Spike im Garten„Aus meiner Sicht ist die neue Familie richtig bemüht um mich. Ich habe einen eigenen Garten mit eigenem Teich. Dort habe ich gelernt zu toben und spielen. Das Wasser ist eine herrliche Abkühlung. Ohne Leine wollte ich zuerst gar nicht so recht. Auch habe ich den tollen Rasen als sehr griffig schätzen gelernt. Ich gehe mit meinem Herrchen (er auf Roller Blades) jeden Tag laufen. Zusätzlich gehen wir 2-mal täglich spazieren, und dann darf ich auch toben, so wie ich mag. Manchmal bin ich so müde, dass ich erst einmal eine längere Ruhepause benötige. Abhauen werde ich hier bestimmt nicht mehr. Zu Anfang habe ich den Garten auf Huskyart nach typischen Schlupflöchern untersucht. Kaum hatte ich etwas halbwegs Taugliches entdeckt, haben sie mich schon wieder erwischt. Aber die Stellen habe ich mir gemerkt.

Spike beim Rollerbladen

Mittlerweile habe ich so viel andere Hunde kennengelernt, dass diese mich kaum noch interessieren. Wenn sie nicht mit mir spielen wollen, geh ich einfach weiter. Würde es Facebook für Hunde geben, wäre meine Freundesliste schon ganz schön lang. Mein neues Frauchen hat sogar herausgefunden, welches Leckerli ich mag. Damit ist Herrchen auch nicht geizig. Natürlich muss ich immer etwas dafür tun, aber das ist, wenn ich gerade nichts anderes zu tun habe, auch o.k. Besonders gefällt mir, dass mein Herrchen nicht viel spricht. Aber wenn ich mich mal wieder aufrege, legt er einfach sanft und beruhigend seine Hand auf meinen Rücken und dann weiß ich, dass alles in Ordnung ist und ich mich wieder abregen kann. Damit mir diese Familie nicht wieder abhanden kommt, laufe ich Herrchen auch schön artig immer hinterher. Man gibt mir hier unendlich viel Sicherheit.Spikeauf dem Hundeplatz

Außerdem möchte ich mich auch noch bei meinem Pflegefrauchen Bettina bedanken. Sie hat mich schließlich soweit gebracht, dass mich diese Familie gemocht hat. Immerhin hat sie einige Maleurchen beseitigen müssen, bis ich wusste, wo es lang geht in einer Wohnung. Dass sie ein paar Tränen vergossen hat als ich ging, habe ich sehr wohl gesehen. Es ist auch nicht immer einfach für diese Stellen, die lieb gewordenen Pfleglinge wieder loszulassen.
So und jetzt lege ich mich mal wieder etwas hin, denn bald müsste Herrchen kommen, dann geht es wieder „on tour“.

Euer Spike“

 

Wir bedanken uns sehr bei Fam. W., die unserem Spike so offen und herzlich entgegen kam.
Wir bedanken uns bei unserer tollen Freudenstädter Pflegestelle für die wertvolle Arbeit am und mit Hund und für das lange Durchhaltevermögen (fast 8 Monate) und - wir bedanken uns bei Lea – der rumänischen.Husky-Mix-Hündin, die ständig und immer wieder neue Pfleglinge einziehen lässt und sie (wenn auch am Anfang manchmal ein wenig zickig) doch super begleitet und die oft notwendige Sicherheit gibt.

 

Das Team der NfP - FDS

 

Spike mit Familie

 


 

Nadie – begeisterter Outdoor-Fan ist sesshaft geworden

Nadie

NadieAls uns Nadie zur Vermittlung gemeldet wurde, sollte es relativ schnell sein. Ein bisschen hat es aber dann doch gedauert. Und da wir nicht unweit von Nadies ehemaligem Zuhause aktive Mitarbeiter wohnen haben, sind diese kurzerhand zu Nadie gefahren und haben die nette Hündin zu sich in Pflege geholt. Naja – das liebe Mädel, einstmals Einzelkind, hat dann auch spontan gezeigt, wer die Hosen an hat. Sie war anfangs schon ein wenig handfest. Da sie aber bei kompetenten Menschen eingezogen ist, die nicht so schnell aufgeben und um Hilfe schreien, wurde umgehend mit der Anpassung an den vorhandenen Hundekumpel und an die Gepflogenheiten in der Pflegestelle gearbeitet.

Und, wir denken es immer wieder: wenn man etwas will, dann klappt es auch. Und siehe da, ganz schnell hat Nadie alles für sie Neue gerne angenommen und gemerkt, dass die Pflegestelle doch auch ein tolles festes Zuhause werden könnte. Kaum ausgedacht, kam auch bei uns an, dass Nadie nicht mehr wegzudenken sei und man sie FEST übernehmen möchte. Nachdem nun alle Formalitäten erledigt waren – die meisten hatte sowieso schon die Pflegestelle selbst übernommen – ist Nadie nun ein vollwertiges Familienmitglied geworden. Nein, wegzudenken ist sie nicht mehr, mit ihrem Charme hat sie nicht nur Flippo, sondern besonders ihre beiden Zweibeiner fest um die Pfoten gewickelt. Und zu der untenstehenden Rückmeldung kam noch der Kommentar: „wir lieben das Mädel heiß und innig, packt sie zu den Glücksfellen“.

„Eigentlich wollten wir Nadie nur abholen und ihr einen Pflegeplatz bieten, bis sie ein neues Zuhause gefunden hat. Die Beschreibung klang so, als könnte man sie unkompliziert aufnehmen und neben Flippo, einem schon lange von der Nothilfe vermittelten Husky-Podenco-Rüden, mitlaufen lassen. Weise, freundlich, unkompliziert, lebhaft – also wenn DAS keine Empfehlungen sind! Dass das EIN Teil der Wahrheit sein würde, der Verdacht kam schon auf, als wir Nadie samt ihrer Unterlagen abholten. In der Vorgeschichte eines 18-monatigen Hundes, der angeblich nur nett und freundlich ist, mindestens vier, eher fünf Besitzer dokumentiert zu sehen, ließ ahnen, dass da noch mehr in dem hübschen Kopf steckt als nur der entspannte Hund, der eben mal Pech gehabt hat. Den zweiten Teil der Wahrheit konnten wir ziemlich schnell sehen, wenn es um Futter ging: da war Nadie kompromisslos. Ihr Motto: was dir gehört, gehört mir und was mir gehört, geht dich gar nix an. Da mutierte das kleine harmlose Husky-Mädchen zu einer wild um sich beißenden und zu allem entschlossenen „Bestie“ – um wenige Minuten später wieder die Unschuld und der Liebreiz schlechthin zu sein. Flippo, sieben Jahre alt, ein extrem entspannter und geduldiger Hund, war am Anfang einfach nur überrascht über so viel Ungestüm und zog sich bei ihren Anfällen, man hatte den Eindruck: kopfschüttelnd, zurück.

Nach einer Zeit packte er dann den Sozialarbeiter in sich aus und begann, Nadie sanft aber beharrlich Grundformen der Höflichkeit im Umgang miteinander beizubringen. Meistens genügte ein Knuffen oder die gezogene Lefze, um Nadie zur Räson zu bringen, manchmal auch nicht und wir standen relativ fassungslos neben einem wild kämpfenden Hundeknäuel. Irgendwie hatten wir die Beschreibung ein bisschen anders aufgefasst! Auch wir kamen nicht ohne Blessuren davon; den Versuch, ihr beim Spazierengehen erbeuteten Müll wegzunehmen, bezahlten wir mehr als ein Mal mit einer blutenden Hand. Uah, was für ein schrecklicher Hund? Nein, überhaupt nicht! Allerdings, und das lässt sich nicht leugnen, ist sie ein janusköpfiger Rassevertreter. In unserem kleinen Frollein steckt eben nicht nur der sanftmütige und verschmuste Traumhund, sondern auch eine gehörige Portion Wut – so kommt mir das manchmal vor.

spielen im RudelZwei Umstände möchte ich betonen: zum einen die Unterstützung, die wir seitens der Nothilfe erfahren haben: wir sind mit Expertenrat versorgt und mit vielen Tipps bedacht worden. Der wichtigste war der vermeintlich banalste: lasst sie erst einmal Vertrauen fassen, der Rest ergibt sich –beinahe- von selbst. Und da sind wir dann auch schon beim zweiten: bei allen Herausforderungen, die uns Nadie immer wieder bietet, ist sie in kürzester Zeit ein nicht mehr wegzudenkendes, hoch geschätztes und wichtiges Mitglied unseres kleinen Rudels geworden. Nadie, kleine Schnepfe, du hast dein endgültiges Zuhause gefunden!“

Ganz herzlichen Dank an S. und M., wir sind mal wieder total erschlagen über euren hilfreichen Einsatz, eure schnelle Entschlussfreudigkeit und es ist immer wieder schön zu wissen, dass man Menschen an der Seite hat, die kompromisslos und zuverlässig „helfen“. Ihr habt es nicht nur so toll mit Kashka, Lupo und Flippo gemacht – jetzt hatte auch Nadie das große Glück, bei euch und Flippo gelandet zu sein. Wir freuen uns für die kleine Hundedame – wir freuen uns aber auch für euch, denn sicher ist Nadie auch eine Bereicherung und bringt wieder Leben ins Haus.

gerenne

Das Team der NfP

 

 


 

Königin Kaya

Das dunkle Loch...

Das dunkle Loch

war längere Zeit mein Zuhause. Sicherlich erinnern sich alle an mein Leben als Garagen-Hund. Als Welpe wurde ich ausschließlich im Garten und in der Garage gehalten. Das Innere des Hauses war für mich tabu. Ich saß oft vor der Tür als es ganz viel regnete, aber man ließ mich nicht rein. Mein Begleiter war ein kleines Stofftier – ansonsten blieb mir das Leben eines „normalen“ Welpen vorenthalten. Obwohl ich von Anfang an krank war, da meine Harnleiter ab der Geburt nicht richtig lagen und eine Blasenentzündung nach der anderen mir Schmerzen bereitete und meine Nieren zu schädigen drohte, sah das eingeschaltete Veterinäramt keinen Handlungsbedarf.

Glück im Unglück...

war, dass mein Besitzer meiner überdrüssig wurde und mich über Ebay-Kleinanzeigen verkaufte – als gesundes junges Huskymädchen.

Eines Tages stand wieder eine Fremde vor der Tür, sie unterhielt sich eine Weile mit meinen Menschen über mich und dann, ich konnte es kaum glauben, nahm sie mich mit.Kaya mit "nasser Hose"
Da die NfP zusammen mit der wichtigsten Person in meinem Leben, Nachbarin Christiane Sch., mich nun ständig unter Kontrolle hatten, entging ihnen die Anzeige, die eines Tages in Ebay zwischen Hausrat und zwei Wellensittichen erschien, nicht. Sie riefen natürlich sofort bei meinem Besitzer an, um mich zu „kaufen“, doch zu diesem Zeitpunkt hatte die Frau mich schon mitgenommen. Mein Herrchen, der vor dem Vet-Amt immer wieder betonte, wie sehr er mich liebt und dass er mich nie hergeben wolle, hat alle so richtig an der Nase herum geführt. Trotz meines Pippi-Problems wurde ich über Ebay als gesund verkauft, weshalb über Facebook ein großer Aufruf gestartet wurde, in dem der neue Besitzer darüber informiert werden sollte, dass ich in Wirklichkeit aber krank war. Die Menschen die mir halfen wussten, dass ich wegen meines Harnträufelns schnell zum Wanderpokal werden würde.

Es passierte ein Wunder. Schon am nächsten Tag meldete sich meine neue Besitzerin, die sehr erschrocken war, dass ich krank sein sollte.  Man besuchte mich in meinem neuen Zuhause und es gab leider fast nur Negatives zu sehen. Das war kein Platz für eine junge Husky-Hündin, die auf engem Raum mit anderen Hunden gehalten wurde und für die es kein Geld gab, eine tierärztliche Untersuchung, geschweige denn eine OP zu bezahlen.

Beide Frauen waren sich nach dem Besuch nun auch einig, dass ich ganz dringend hier weg musste. Aber als sie meine neue Besitzerin auf eine Abgabe ansprachen, lehnte diese es mit der Begründung ab, dass sie eine solch liebe Hündin, wie mich, noch nicht besessen habe. Beide Frauen sagten ihr, sie solle sich melden, wenn sie Hilfe bräuchte und der Kontakt wurde gehalten. 
Dann, am 10. Dezember 2012, hörte ich meine Besitzerin telefonieren. Sie sagte: „Ich muss die Kleine nun doch abgeben – sie bleibt nicht alleine. Was sagte sie da? Ich bleibe nicht alleine? Ich, die ich über zig Stunden ganz geduldig in der dunklen Garage gesessen habe? Aber ok, vielleicht erhielt ich in meinem kurzen Leben wirklich noch eine echte Chance auf eine bessere Zukunft. 
Liebe Leute, meine stummen Gebete wurden erhört!! Die beiden netten Frauen haben mich am 15.12.2012 übernommen und in eine Pflegestelle gebracht. Sie waren entsetzt über meinen optischen Zustand. Meine Hinterbeine und beide Körperseiten waren mit Urin getränkt. Sie hatten sehr große Sorge und am gleichen Tag wurde ich deshalb auch schon von einem Tierarzt untersucht. Die komplette Praxis war erschüttert über mein Aussehen und noch mehr über meine Geschichte. Die Sprechstundenhilfe sagte: „Wenn ich ein Sprossenfenster einbauen möchte, muss ich Nachbarn fragen und meist auch Anträge bei Ämtern stellen. Aber jeder Idiot in diesem Lande kann sich Kinder und Tiere anschaffen“. Deutlicher kann man es wohl nicht sagen.

Das neue Leben auf der Sonnenseite...

Kaya in der Pflegestelle

begann in meiner Pflegestelle. Dort nahm man mich vorbehaltlos auf und ganz schnell hatte ich alle Herzen dort erobert. Ganz schnell hieß ich nur noch „Prinzessin Kaya“. Meine liebe Pflegefamilie hat mich durch die ganze Phase meiner Operation begleitet. Von der ersten Untersuchung, über die OP (inkl. Kastration) bis hin zu meiner Erholung.

Bei Kaya wurde ein ektopischer Ureter diagnostiziert. Seit dem Welpenalter lag bei ihr eine Fehlbildung der Harnleiter vor. Diese führen den Urin nicht richtig in die Harnblase – eine umfangreiche Korrektur muss in einer aufwändigen OP vorgenommen werden.Kaya und Sky

Nachdem ich die schwere Operation endlich willensstark durchgestanden hatte und auch sonst wieder fit war, konnte ich mein Leben in meiner Pflegefamilie so richtig genießen! In dem Rüden „Sky“ habe ich einen echten Freund gefunden, mit dem man toben, raufen, spielen und schmusen kann. Ich durfte nicht nur mit Sky spielen, ich durfte draußen herum laufen und die Welt erkunden und ich habe eine Menge neuer Sachen gelernt. Ich habe gelernt wie man „Sitz“ und „Platz“ macht, ich kann jetzt an der Leine „Fuß“ gehen und außerdem habe ich gelernt einen Futterbeutel zu apportieren. Das macht unheimlich viel Spaß. Ich genieße die Aufmerksamkeit so sehr. Wisst ihr, wie das ist? Immer in einer Garage eingesperrt zu sein und nun all diese Dinge erleben zu dürfen? Es ist wundervoll! Ich trage jetzt immer eine Windel und rieche dadurch nicht mehr schlecht. Ich bin immer sauber und das ist sehr schön. Und ich darf sogar mit ins Haus. Jeden Tag. Ich mag alle anderen Hunde und mag sogar die beiden Katzen die mit im Haus wohnen. Ich hätte mir damals in meiner Garage niemals erträumen können, was ich hier erlebe. Früher hatte ich monatelang nur ein Stofftier und jetzt habe ich eine ganze Kiste mit eigenem Spielzeug! Es ist das Paradies. Hier habe ich alles was mein Hundeherz begehrt. Ich fühle mich wie eine Prinzessin und ich werde auch so behandelt! Das Leben ist so schön!Kaya

In meinem kurzen Leben habe ich gelernt, dass es nicht wichtig ist, dass es einem gesundheitlich immer gut geht. Viel wichtiger ist es, dass man jemanden an seiner Seite hat, der sich um einen kümmert, tröstet und dass man spürt, dass man gemocht wird. Dieses Gefühl lässt einen so manche Krankheit vergessen…

Kaya ist einer der Hunde, der uns Menschen manches Mal nachdenken lässt, ob wir selbst nicht auch ein wenig „unbeschwerter“ mit manchem Wehwehchen umgehen sollten. Das, was diese junge Hündin so geduldig in den letzten Wochen ertragen hat, hätte so ziemlich jeden gestandenen Mann zu einem Häufchen Elend werden lassen. Kaya strahlt so viel Lebensfreude aus, dass es einem fast Tränen in die Augen treibt, wenn man ihr „vorheriges“ Leben kannte…

Die Reise ins Paradies – oder von der Prinzessin zur Königin..

 

folgte dann nach 5 Monaten in meiner Pflegefamilie. So wunderbar es dort auch war, so war dennoch klar, dass ich dort nicht für immer bleiben konnte. Um die Pfote gewickeltIch war also immer noch auf der Suche nach einem Zuhause, in dem ich für immer bleiben kann. Ich habe also bei der NfP inseriert und gehofft, das so jemand auf mich aufmerksam wird, der mir all das bieten kann, was mir zusteht. Und eines Tages, da bekam das Team der NfP ein Bewerbungsschreiben einer jungen Frau aus Bayern, die mitgenommen und beeindruckt war von meiner Geschichte.  Die Bewerbung klang wirklich verlockend und ich beschloss, sie zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch einzuladen, um mich von ihrer Eignung  zu überzeugen.

Endlich war es so weit und sie kam mich besuchen. Es war, wie es immer ist, es hat genau 2 Minuten gedauert, dann hatte ich sie um den Finger gewickelt! Wir haben uns gleich super verstanden und ich musste sie einfach erst einmal von oben bis unten abschlecken.

Sie blieb über Nacht und ging mit mir spazieren und joggen. Sie fragte meine Pflegemama ganz viel über mich und die beiden schienen sich gut zu verstehen. Ich zeigte ihr alles, was ich von meiner Pflegefamilie so gelernt hatte und ich wusste, sie war beeindruckt.  Sie grinste die ganze Zeit und ich fühlte wie sehr sie sich freute.

Meine Pflegefamilie und ich beschlossen, dass ich mit meinem neuen Frauchen mitfahren darf, um zu sehen, ob mir mein neues Heim gefallen würde. Und dann ging es auch schon los. Es ging so schnell, ich habe erst gar nicht begriffen, dass das gerade der Abschied von meiner Pflegefamilie war. Obwohl ich mich auf mein neues Zuhause sehr freue, vermisste ich sie trotzdem schon.

Die Autofahrt dauerte sehr lange, aber wir haben viele Pausen gemacht und ich war natürlich super brav. Ich mag Autofahren nämlich sehr gerne. Als wir dann endlich in Bayern ankamen, haben wir zuerst mal einen Spaziergang gemacht. Dabei lernte ich gleich meine neue Mitbewohnerin „Naya“ kennen. Aber ich hatte eigentlich gar keine Zeit, mich um sie zu kümmern, ich war viel zu sehr damit beschäftigt, wie eine Irre durch die Wiesen zu fetzen, ins Gras zu beißen, mich hinzuwerfen und mich zu wälzen. Ich war so durch den Wind, ich hatte so eine Power. Mein neues Frauchen kam aus  dem Lachen gar nicht mehr raus und Naya wunderte sich glaube ich etwas über mein albernes Verhalten.

kaya mit Pferd

Kayas Freunde

Kaya mag PferdeLeute, ich bin noch nicht lange hier, aber es gibt schon so eine Menge zu  erzählen! Ich könnte bereits ein ganzes Buch schreiben, so viel gibt es zu berichten. Aber ich versuche mich kurz zu fassen. Mein neues Zuhause ist ein Königreich!!! Und ich bin eine Königin. Ich erlebe hier jeden Tag etwas Neues. Wir machen lange Spaziergänge, Wanderungen, gehen Radfahren und Ausreiten. Ich habe hier in der Nachbarschaft so viele Hunde, mit denen ich spielen und toben kann, ich bin immer und überall mit meinem Frauchen dabei und verstehe mich von Tag zu Tag besser mit Naya.

Frauchen mit Kaya und Naya

Alle lieben mich, egal, ob es die Familie meines Frauchens, die Nachbarn oder die neue Tierärztin ist, alle finden mich toll und ich finde alle Menschen toll. Oft bin ich noch etwas zu stürmisch und renne gerne kleine Kinder über den Haufen, aber zum Glück sind die Kinder der Nachbarschaft schon relativ „Hundefest“ .

Auch die Katzen in meinem Königreich dulde ich großzügig. Ich habe jetzt sogar ein paar Pferde. Mit denen kann man nicht so gut spielen, aber man kann lange und vor allem schnelle Ausritte mit ihnen machen. Es macht mir einen Heidenspaß neben ihnen her zu rennen und zu testen, wer von uns schneller ist. Ich bin einfach nur glücklich. Ich bin jetzt ein vollwertiges Familienmitglied und das fühlt sich toll an. Nie mehr eine kalte Garage und nie mehr tagelang irgendwo angeleint werden. Ich kann es noch kaum glauben!

Dieses Glück verdanke ich ganz vielen Menschen. Angefangen bei meiner ehemaligen Nachbarin, die alles getan hat, um mir zu helfen und den Mitarbeitern der NfP. Außerdem meiner Pflegefamilie und meinem neuen Frauchen. Und natürlich allen Menschen die für mich gespendet und sich für mich stark gemacht haben.

Shira sagt Danke!

Ein dickes DANKE an euch alle!!!!!!! – auch von meiner früheren Nachbarin „Shira“, an all die, die so fleißig gespendet haben.

In Liebe, eure Kaya

Obwohl wir die Vermittlungen nicht mehr zählen können, so war es bei Kaya doch alles irgendwie anders. Das empfindet man bei den Tieren, die ganz besondere Sorgenkinder waren und bei denen man nicht wusste, ob die Vermittlung, meist aus gesundheitlichen Gründen, ein happy End findet.

Bei Kaya konnte das „Ende“ nicht glücklicher ausfallen. Eine junge Frau, die ohne Voreingenommenheit eine junge Hündin aufnehmen möchte, bei der sie nicht weiß, ob diese überhaupt zu 100% gesund werden wird. Eine Frau, die ohne zu Zögern bereit war, 650 km pro Strecke zu fahren bereit war, nur um Kaya kennen zu lernen. Die sie sich die Aufnahme vorher sehr gut überlegt hat und diese mit der ganzen Familie abgesprochen hat. Die sich Gedanken zur Nachbehandlung gemacht hat und die bereit war, Kaya ohne irgendwelche Erwartungen an ihren Charakter, ein Zuhause zu geben.

Als wir sie kennen lernten war uns klar, dass sich hier Mensch und Hund gesucht und gefunden hatten. Die neue Besitzerin war aus unserer Sicht Kaya charakterlich sehr ähnlich:

-         jung und unbeschwert
-         selbstbewusst und durchsetzungsstark
-         bewegungsfreudig
-         charakterstark

Auch wenn es an den ersten Tagen noch Probleme gab, da Kaya erst einmal ihre neue Position einschätzen wollte, so sind Kathrin, Naya und Kaya heute ein Dreamteam. Wir sind sicher, dass es Kaya besser nicht hätte treffen können – der lange Weg eines Garagenhundes zur Königin von Bayern.

Danke an Christiane Sch. dass Sie sich sofort an uns gewandt haben und bei den Haltungsbedingungen nicht weg geschaut haben. Auch dafür, dass Sie sich trotz der Ignoranz der Behörden nicht haben einschüchtern lassen, auch wenn es aussichtslos erschien und letztlich leider auch war. In dem angeblich zivilisierten Deutschland zählt am Ende auch selten das Wohl eines Tieres…

Danke an die Pflegestelle, Fam. D., ohne die eine so kompetente Unterbringung bis zur Vermittlung nicht umsetzbar gewesen wäre.

Danke an all die Menschen, die sich durch ihre Unterstützung und Unterschriften beteiligt haben, Kaya aus ihrem Martyrium zu befreien.

Danke all die Menschen, die es möglich gemacht haben durch ihre Spenden, Kaya jedwede tierärztliche Behandlung zukommen zu lassen und ihr so den Weg in ein neues Zuhause geebnet haben und durch die ihr Gesundheitszustand soweit verbessert werden konnte, dass sie nun ein ganz normales Hundeleben führen kann.

 Bei Kaya ist es noch immer so, dass sie ein wenig Urin verliert. Es kann sich noch bessern und es wird derzeit geklärt, welche Behandlungsmöglichkeiten noch in Erwägung gezogen werden können. Sollte es aber bei dem jetzigen Stand bleiben, so ermöglicht ihr das minimale Träufeln ein beschwerdefreies Leben und sie trägt aus hygienischen Gründen nur noch im Haus ein Windelhöschen.

Wir wünschen Kathrin zusammen mit Kaya und ihrer Naya ganz viele unbeschwerte gemeinsame Jahre und wir sind stolz, dass die NfP  mal wieder einen Nordischen als „Reit-Begleithund“ vermitteln konnte… und wir finden, dass Kaya’s Lebensgeschichte sich wirklich wie ein Märchen liest und es für uns immer bleiben wird. Wir wissen aber auch, dass alles ohne die Unterstützung von vielen lieben Menschen nicht möglich gewesen wäre.

 


 

Hilout – manchmal entscheidet der Zufall - neues Körbchen und Küche gefunden - männlicher Spielkamerad fehlt noch -

Hillout

Die kleine Hilout kam völlig entkräftet und noch ganz jung in ihre Pflegestelle bei der NfP.

HilloutWas soll man über einen Hund erzählen, den keiner richtig kennt? Es ist nicht immer einfach mit den Vermittlungshunden. Nicht über jeden Hund erfährt man eine eigene Geschichte. So war es auch bei Hilout.
Die junge Husky-Hündin zog also in ihrer Pflegestelle ein und sie hätte dort auch bleiben können, wäre diese Pflegestelle nicht schon mit zwei eigenen Hunden besetzt gewesen.
Und wie es der Zufall will, traf man auf einer Gassirunde einen netten Herrn. Dieser nette Herr erzählte, dass er seinen eigenen Nordischen verloren hätte und noch immer über den Verlust trauert.

So kam das Pflegefrauchen schnell mit dem netten Herrn ins Gespräch, man tauschte sich wegen Hilout aus und es wurde ein näheres Kennenlernen vereinbart. Nicht, dass etwas geplant war, oder dass dieses Gespräch Folgen haben sollte.

Aber das Wunder geschah. Dieser nette Herr verliebte sich einfach in unsere Hilout und so zog sie in ihr neues Zuhause.
Es gibt nicht viel zu sagen. Nur, die Chemie stimmte von Anfang an. Nie hätten wir mit einem so schnellen Happyend gerechnet.

Es ist einfach so, jeder Deckel passt auf ein Topf, so sagt man. Der nette und noch immer trauernde Herr hatte sich nicht nur in Hilout verliebt, er wollte ihr auch eine Chance geben. Schnell wurden sie ein unzertrennliches Paar,die Chemie stimmte absolut. Nicht nur der nette Herr, sondern auch die ganze Familie ist glücklich über das neue Leben im Haus und Hilout tut ihr übriges, ihre neuen Menschen mit ihrem Charme um die Pfoten zu wickeln.

Für Hilout hätte es nicht besser kommen können und auch die Pflegestelle ist erleichtert, dass die Hundedame ganz in der Nähe und so toll untergebracht werden konnte. Solche Erfolgsgeschichten wünscht man sich für jeden unserer Hunde, dass es auf Anhieb klappt und auch so bleibt.
Wir wünschen Hilout und ihren neuen Menschen weiterhin viel Glück und viele schöne gemeinsame Jahre.

Das NfP-Team