Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Mai 2013 ein neues Zuhause gefunden haben

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Sam ……….. „an der Nordseeküste“

Sam

Als Notfall kam Sam in unsere Vermittlung und es sollte relativ schnell ein neues Zuhause für ihn gefunden werden. Es lag jemandem sehr am Herzen, der ihn auch abgefangen hat, dass dieser tolle Rüde nicht untergeht oder in einem Tierheim landet – deshalb hielt man engen Kontakt zur NfP-FDS.Sam
Eine Pflegestelle war schnell in Aussicht, doch aus privaten Gründen fiel diese regelrecht „ins Wasser“. Das wiederum war das Glück von Sam. Schnell konnte er bei einem Vereinsmitglied einziehen, das eine Woche Urlaub hatte. Und so war der Urlaub ausgefüllt mit Sam. Wir waren froh, dass es diese Lösung gab (ganz herzlichen Dank an M.), denn hier wurde Sam bestens betreut und auf seine Reise in den Norden vorbereitet. Zudem durfte er mit dem ihm bereits vertrauten Pflegefrauchen dann auch noch direkt den neuen Menschen entgegen fahren. Also ein besonderes „happy end“ für diesen tollen Husky-Rüden. Und nun drängelt er sich vor und möchte sich selbst noch äußern:

„Hallo Freunde der Nordischen Fellnasen,

ein paar von euch erinnern sich vielleicht an mich. Ich bin der Nofall-Sam und habe in den letzten Wochen nach einem neuen Zuhause suchen müssen. Diese Wochen waren sehr hektisch und verwirrend für mich, doch ich glaube jetzt kehrt bei mir langsam wieder ein bisschen Ruhe ein. Ich habe mir gedacht dass ich euch einfach mal schreibe, da ja so einige von euch versucht haben, mir zu helfen und ich euch dafür sehr dankbar bin. Nachdem ich nun ein paar Pflegestellen hatte und es dort leider immer wieder nicht geklappt hat - ich dort nicht bleiben konnte - bin ich nun in meinem neuen endgültigen Zuhause angekommen. Gestern habe ich nun den ganzen Tag mit Autofahren verbracht, was mich ja nicht stört, da ich das Autofahren liebe und dann immer so schön viel schlafen kann. Mein neues Frauchen hat auch ganz viele Pause mit mir gemacht, so dass ich mir meine Pfoten vertreten konnte. Endlich bin ich nun im hohen Norden angekommen und beginne ein neues Leben direkt an der Nordsee.

Sam und das neue Frauchen

Gestern Abend war es nochmals aufregend. Als Frauchen und ich endlich ankamen stand vor dem Haus noch jemand der uns begrüßte, mein neues Herrchen!! Sam und die KatzenUi, hab ich mich gefreut. Er ist dann mit mir auch gleich eine Runde gelaufen und hat mir mein neues Grundstück gezeigt. Das ist so schön, so groß und ganz viel Platz für mich zum Toben und zum Spielen. Gemeinsam sind wir dann in mein neues Haus und da gab es erst noch einmal eine Überraschung, dort wartete noch jemand auf mich oder um es genauer zu sagen noch ZWEI warteten, ja, 2 Samtpfoten. Ich kann euch sagen, die sahen vielleicht lustig aus, denen stand jedes einzelnes Haar zu Berge. *grins* Aber so wirklich haben die mich nicht interessiert, ich fand es viel spannender, mir mein neues Zuhause von innen anzuschauen und zu entdecken. Jedoch muss ich auch zugeben, dass der Tag so lang war, dass wir dann recht schnell schlafen gegangen sind. Herrchen und Frauchen hatten für mich schon alles vorbereitet und mir mein Bettchen direkt neben ihrem gemacht.

Heute Morgen fing der Tag ganz entspannt an und nachdem ich dann meinen morgendlichen Spaziergang hatte, da gab es was leckeres zum Schnabulieren und viele Streicheleinheiten.
Da wir gerade vom Thema Essen reden ... ich muss mich dran gewöhnen, dass die zwei Stubentieger hier auch an meinem Fressnapf vorbeilaufen, das gefällt mir noch nicht so, da werde ich ein wenig zickig. Frauchen schaut mich dann immer ganz scharf an und sagt NEIN und dann merk ich, dass ich das nicht soll und höre gleich wieder damit auf. Aber ich denke, dass ich das ganz bald ablege. Ich brauche hier keine Angst zu haben, dass ich nicht genug zu essen bekomme. Ein bisschen Sicherheit für die Eingewöhnungszeit brauche ich aber dafür noch.

Die zwei Samtpfoten interessieren mich eigentlich nicht wirklich, aber ich glaube sie trauen mir noch nicht so ganz über den Weg, denn sie schauen mich hin und wieder ganz intensiv an und explodieren genauso lustig wie gestern Abend. Wobei ich aus dem einen nicht so ganz schlau werde, weil trotzdem kommt er zu mir hin und kuschelt mit mir, oh – oh….!!

Sam mit Herrchen

Später waren Frauchen und ich noch im Garten, auweia, war das toll sooooooo viel Wiese. Frauchen hat dann Löcher an der einen Stelle gebuddelt und das sah interessant aus, da musste ich doch gleich mal schauen, ob ich da nicht mithalten kann. Aber die Idee fand sie nicht so super, also hab ich mich lieber wieder auf dem tollen Grass rumgerollt und ihr zugeschaut. Ich hab auch versucht, sie dazu zu bekommen mit mir zu toben, dass wollte sie jedoch nicht ... sie sagte, ich darf das noch nicht. Wegen der frischen OP muss ich mich noch ein wenig schonen. Sie hat mir jedoch versprochen, dass ich in ein paar Tagen dann wieder alles darf.
Später waren wir zu dritt noch spazieren und sind Richtung Strand. Leider sind wir nicht ganz bis zum Wasser, find ich schade ... ICH bin doch so eine Wasserratte und würde gerne schwimmen gehen, aber auch das darf ich gerade nicht. Freu mich schon, wenn ich wieder alles darf, dann gibt es kein Halten mehr und ich gehe in der Nordsee schwimmen. Wie ich mich darauf freue!!!!!

Ihr seht, geht es mir soweit gut hier und ich erlebe viel und lerne mein neues Zuhause langsam kennen.
Für heute soll es das erst mal gewesen sein, alles war so spannend, dass ich jetzt ein Nickerchen brauch. Werde mich jetzt in meinem riiiiiiiiiiiiiesen Körbchen im Wohnzimmer zusammen rollen und ein bisschen die Augen zu machen. Dabei träume ich schon mal von langen Spaziergängen am Strand und Fahrradtouren…. ... gääääähhhnnnn.

Sam

Also ich wünsch euch alles Gute und bis zum nächsten Mal - einen feuchten Husky-Knutsch schickt euch

Euer Sam“

 


 

Bella - hat Häuschen mit Garten gefunden

Bella

Vor einigen Wochen berichteten wir über den Husky-Rüden Lacoda und seine kleine Pudelfreundin Bella, die ihr Zuhause nach vielen Jahren verloren haben. Lange suchten die Besitzer nach einer Wohnung oder einem Haus, in dem die beiden Oldies mit der Familie wohnen könnten. Leider gab es in ihrer Heimat keine bezahlbaren neuen Wohnungen und so musste sich die Familie mit schweren Herzen von den beiden Hunden trennen.Bella

Gott sei Dank haben sie sich an die NfP gewandt und so konnten wir diese neue Herausforderung in Angriff nehmen. Ja, eine Herausforderung war es wirklich. Lacoda fand schnell einen tollen Pflegeplatz, aber was wird aus Bella? Wir hatten schon viele Hunde anderer Rassen in der Vermittlung, aber einen kleinen 14 Jahre alten Kleinpudelmix…. Das gab es noch nie.

Über die neuen Medien und Mails von Vereinsfreunden wurde die kleine Hündin an die Menschen herangebracht. Immer weiter wurde der Kreis von Tierfreunden, die die Bilder der Maus an Freunde weiterleiteten. Nach Wochen der Ungewissheit, Bella wurde zwischenzeitlich schon durch etliche Familienhände gereicht, endlich der Durchbruch. Eine ältere Dame von der Nordseeküste hatte unseren Notruf erhalten und war bereit, die kleine Maus aufzunehmen. Nicht als Pflegestelle, sondern ein Zuhause bis an ihr Lebensende.

Aber nun soll Bella mal ihre Geschichte erzählen.

„Hallo Ihr Lieben,

mein Name ist Bella und ich bin eine kleine, alte und etwas kräftige Pudelmixdame. Ich lebte mit meinem Husky-Freund Lacoda fast neun Jahre zusammen. Vor einigen Wochen passierte das Unglaubliche. Lacoda verschwand aus meinem Leben. Einfach weg. Ich war sehr traurig. Auch mein Frauchen weinte bitterlich. Ich war verzweifelt. Nicht nur mein treuer Freund war von einer Sekunde auf die andere weg, auch ich musste mein Zuhause verlassen. Die Leute, die mich aufnahmen kannte ich allerdings. Es waren Leute aus dem Rudel meines Frauchens. Aber nirgendwo war ich wirklich willkommen. Ich futterte mir ganz schnell einige Pfunde auf die Hüfte, weil ich so traurig war. Dann passierte etwas merkwürdiges. Mein Frauchen kam zu mir, das Auto voll mit meinen alten Sachen, Futter, Leine, Spielzeug und sie nahm mich mit auf eine große Reise.

Mitten in der Nacht fuhren wir mit dem Auto durch Deutschland und ich habe die Fahrt auf Frauchens Schoß genossen. Am frühen Morgen parkten wir dann auf einem Rastplatz an der Autobahn. Dort kamen 2 Mitarbeiter von der NfP und haben alle meine Sachen in ihr Auto gepackt. Eigenartig, oder? Aber es kam noch schlimmer. Ich wurde auch in das fremde Auto gestopft und schon ging es wieder auf die Autobahn. Immer Richtung Norden, bis nach Schleswig-Holstein. Eigentlich war die Fahrt sehr nett. Johanna hat mich auf ihren Schoß gesetzt und mich die ganze Zeit gekrault. Stundenlang, mit kleinen Pausen sind wir gefahren. Aber dann waren wir am Ziel. Die Luft hat ganz komisch gerochen. So nach Salz und ganz anders wie Zuhause. Auch die Häuser und die Straßen waren anders als gewohnt. Also habe ich mich mutig auf Erkundungstour gemacht. Und siehe da, ein kleines Häuschen mit hohem Zaun und ganz vielen Zwergen und Tieren im Garten wartete auf mich.

Bella geschorenEine nette ältere Dame öffnete die Tür und begrüßte mich mit den Worten: “Puhhh, du siehst ja ganz anders aus als auf den Fotos“. Kein guter Anfang, oder? Naja, meine Familie meinte es doch nur gut und hat mich zum Abschluss noch einmal geschoren. Vielleicht ein wenig kurz, aber so kannte ich es vom Sommer. Die Dame holte ein Bild hervor. Das war ich mit langen Locken und kugelrund. Nun war ich kahl und kugelrund. Hmpf, aber schon kam die Katze aus dem Haus und begrüßte mich artig und interessiert. Nach einigen Minuten war das Eis gebrochen.

Die Dame und ich verstanden uns auch ohne mein Wuschelfell. Ich durfte in das kleine Haus einziehen. Ja, und so wohne ich jetzt an der Nordsee. Mit Gartenzwergen, einer Katze und ganz vielen Tieren aus Ton. Ich habe mir mein neues Frauchen gut erzogen und bekomme fast immer meinen Willen. Nur mit dem Futter hapert es ein wenig. Ich lebe nun Diät. Da nutzt auch kein Betteln. Aber meine Figur wird durch lange Spaziergänge am Meer und dem leichten Futter langsam wieder ansehnlich. Ich habe mein Zuhause gefunden und bin den Mitarbeitern der NfP total dankbar.

Und was das Allerwichtigste in meinem letzten Lebensabschnitt ist, dass mich nochmals ein Mensch ganz doll lieb hat. Dafür danke ich meinem neuen Frauchen, das mich so angenommen hat, wie ich nun eben mal bin.

Eure glückliche Bella von der Küste“

 

 

 

 


 

Odin… ein wunderbarer Hund!

Odin

Als wir Anfang Februar 2013 die Meldung erhielten, dass ein Husky-Rüde, dessen Herrchen sich das Leben nahm, von Amts wegen eingezogen wurde und in Not war, haben wir sofort eine Pflegestelle für den Rüden gesucht. Einige Tage konnte er privat untergebracht werden, bis er in unserer Pflegestelle einzog. Dort wurde sofort erkannt, dass Odin ein „Traumhund“ ist und einen „besonderen Platz“ benötigt. Wir waren froh und erleichtert, dass sich sehr schnell ein neues Zuhause für ihn ergab und er umziehen konnte. Aber lesen Sie selbst – besser hätte es nicht passen können.Odin
Wir sagen nicht nur der Pflegestelle, sondern auch dem neuen Herrchen einen dicken Dank, dass Odin so herzlich von beiden aufgenommen wurde, denn das hat Odin nach diesem Schicksalsschlag besonders verdient.

„Ich möchte gerne etwas über eine ganz besondere Begegnung schreiben. Einer Begegnung, die mein Leben verändert hat und mir einen Freund schenkte, der mein Leben in wunderbarer Weise bereichert:
Seit einigen Jahren denke ich intensiv darüber nach einem Hund als treuen Begleiter an meiner Seite zu haben. Viele Gründe sprachen dafür, aber einige eben auch dagegen. Aber wie es nun mal so ist, schob ich diese Entscheidung immer weiter vor mir her.
Bis zu einem Tag im Februar…

Eine Arbeitskollegin von mir, die seit Jahren ein ehrenamtliches Mitglied der Nothilfe für Polarhunde ist, berichtete mir von ihrem derzeitigen Pflegehund, einem Husky mit einem ganz besonders liebevollen Wesen. Nun war ein Husky eigentlich nicht meine erste Wahl was die Rasse angeht, als sie mir jedoch erzählte durch welches Schicksal er zum Pflegefall wurde, ging mir das sehr nahe. Sein Herrchen hatte sich entschlossen aus dem Leben zu scheiden und der treue Odin wachte tagelang an seiner Seite…
So kam es, dass ich anbot eine Gassi-Runde mit Odin zu gehen. Es war Liebe auf den ersten Blick! Zwar zog er fürchterlich an der Leine, doch mir war schnell klar, dass sich das mit etwas Zeit, Aufmerksamkeit und vor allen Dingen viel Bewegung schnell bessern würde.
Am nächsten Tag besuchte Odin mich und meine Katzen. Und auch die fand er sehr interessant. Er wollte sofort mit ihnen spielen, was diese jedoch mit einer Flucht auf den Katzenbaum unmöglich machten. Er war einfach zu ungestüm und aufgeregt. Das machte den Katzen Angst. Doch inzwischen leben sie hier alle friedlich zusammen, denn wie sich herausgestellt hat ist Odin mit Katzen aufgewachsen…
Aber Odin fehlte vor allen Dingen Bewegung.

OdinVor Jahren war ich mit einer Tierärztin und Hundetrainerin befreundet. Und aus dieser Zeit wusste ich noch, dass es ein ganz tolles Sportgerät für aktive Hunde gibt. Es ist der Dog-Scooter. Und als klar war, dass ich Odin behalten durfte, habe ich sofort einen solchen angeschafft. Odin zieht ihn mit Begeisterung und wenn es mal bergauf geht, muss ich natürlich mithelfen. So kommen wir beide zu ausreichend Bewegung. Und wir beide sind hinterher geschafft und entspannt und können die gemeinsamen Abende genießen.
Ich bin mir bewusst, dass ein Husky mehr Bewegung braucht als andere Hunde. Das kommt mir zum Glück entgegen, da ich selber sehr aktiv bin und jetzt auch einen wundervollen Sportpartner gefunden habe, der mich sogar bei Radfahren begleitet. Und das sogar ohne Leine, denn Odin hört inzwischen aufs Wort.

Ich kann nicht verstehen, dass es Menschen gibt die keinen Hund aus dem Tierheim oder der Tier-Nothilfe adoptieren wollen – ich hätte es nicht besser treffen können als mit Odin – einen wunderbaren Hund!

Odin

Ich freue mich auf viele glückliche Jahre mit Odin und möchte an dieser Stelle allen Mitarbeitern, Spendern und ehrenamtlichen Helfern für ihre Bemühungen, ihre Arbeit und ihre Liebe zu den Tieren danken.
D.S.“

 


 

Luna – ein helles Köpfchen im Galopp zu einem (fast) normalen Hund

Luna

Luna

 

Zwei Fotos von einem „ganz normalen“ Hund (wenn auch einem besonders süßen), denken Sie?

Nicht ganz, denn Luna war im Vermittlungstext als „scheue Seele“ beschrieben; eine jener extrem scheuen Hunde, die bei Animal Hoardern oder, wie in Lunas Fall, verantwortungslosen Messi-Massen“züchtern“ aufwachsen und leben, ohne Menschenkontakt, ohne Beachtung, ohne streichelnde Menschenhände; die dann plötzlich zu ihrem Glück beschlagnahmt werden, was sie bei dem Tohuwabohu des Einfangens der Hunde (in Lunas Fall knapp 70 + Katzen und Lamas) bestimmt erst einmal nicht so sehen.
Entsprechend scheu, vorsichtig, misstrauisch ist/war Luna, besonders Männern gegenüber.
Beide Fotos wären bei der Abholung von Luna unmöglich gewesen. Luna hat sich möglichst weit von uns fern gehalten; ohne Pflegefrauchen Evelyn Trojahn von www.traumtier.de lief nichts, schon gar keine Luna. Nie wäre Luna „damals“ (vor zwei Wochen!) auf unseren Zuruf freudestrahlend herbeigeflitzt.
Die ersten Tage in unserer Wohnung hat Luna ihr aus der Pflegestelle mitgebrachtes Bettchen nicht verlassen, geschweige denn hätte sie irgendwo anders geschlafen.

Luna entspannt schlafend auf dem Schaffell, das alle unsere Hunde geliebt haben – was für ein „sensationelles“ Foto das ist, kann niemand nachvollziehen, der die scheue Luna nicht erlebt hat.

Luna

 

 

Luna

 

 

Zwischen der Abholung und dem ersten Foto liegt gerade mal eine Woche, zwischen Abholung und dem zweiten Foto zwei Wochen. Luna lernt unglaublich schnell und ist, viel schneller als wir uns erträumt haben, ein (fast) „normaler“ Hund geworden.

 

 

 

 

 

Luna

LunaAm Tag der Abholung zuhause angekommen war an einen Spaziergang nicht zu denken. Ich musste sie samt ihrem Bettchen aus dem Kofferraum zerren; unter viel Adrenalin auf allen Seiten konnte ich sie irgendwann irgendwie ins Haus und in die Wohnung bugsieren/schieben/scheuchen. Nicht einmal an „Pipimachen“ war zu denken, ich war heilfroh, als ich die Tür hinter uns schließen konnte und Evelyn Trojahn nicht die Meldung „Luna ist weg“ machen musste. Schon am nächsten Tag bewältigten wir die Treppe und vier kleinere Spaziergänge, die immer entspannter und länger wurden.

Bereits am 4. Tag geht Luna durch unsere Wohnstraße, am 5. Tag können andere Spaziergänger vorbeigehen, wenn wir am Wegesrand stehen bleiben (zur Erklärung: bei uns gibt es nicht so viele Menschen, bei schlechtem Wetter noch weniger; die ersten Spaziergänger begegneten uns erst am 4. Tag). Das erste Mal, als ein Ast unter meinen Füßen knackt, erschrickt sie, zieht Po und Schwanz ein und sprintet los; beim zweiten Mal ein strafender Blick „muss das sein“; beim dritten Mal keine Reaktion. Beim ersten Mal am Bach wird dieser misstrauisch beäugt, beim zweiten Mal trinkt sie daraus. Am ersten Tag schaffe ich es kaum, ihr das Geschirrchen anzuziehen, weil sie sich stocksteif macht, am 10. Tag schaffe ich es kaum, weil vor lauter Freudentänze der ganze Hund wackelt. Bei der Abholung darf Herrchen sie nicht berühren, am 6. Tag geht sie mit ihm alleine spazieren, am 7. Tag darf er ihr das Geschirrchen anziehen, am 9. Tag begleitet sie ihn ins Büro, am 12. Tag darf er mit ihr kuscheln.Luna

 

 

Nach zwei Wochen ist alles immer noch aufregend für die Kleine, sie kann abends kaum noch ihre Mandeläuglein aufhalten und fällt erschöpft ins Bett (seit einigen Tagen in das gleiche Bett wie wir). Aber inzwischen lassen sie Autos, auch Mopeds und Traktoren, die beim Spaziergang an uns vorbeifahren, kalt. An entgegenkommenden Spaziergängern läuft sie vorbei, wenn auch zögernd. Nur wenn uns jemand anspricht, versucht sie, den „Rückwärtsgang“ einzulegen. In der Wohnung bewegt sie sich jetzt frei, schläft an verschiedenen Stellen. Herrchen darf sie drücken, ich darf sie hochheben/tragen, bürsten, nach einem Regenspaziergang abtrocknen, Zecken entfernen ... Ich darf „eigentlich“ alles – nach gerade mal zwei Wochen ein (fast) „normaler“ Hund.

 

 

 

 

 

 

LunaLuna

 

 

 

 

Nein, ein ganz besonderer Hund, wie alle ihre Vorgängerinnen!

 

 

 

 

 

 


 

-Alicia ist fest angekommen-

Alter ist etwas, was keine Rolle spielt, es sei denn, man ist ein Käse…. (Edmund Burke)

AliciaEs dauerte schon eine Weile, dass man sicher sein konnte, dass die Hündin „Alicia“ sich in ihrem neuen Zuhause eingefunden hat –von ihrem ehemaligen Gefährten „Zitar“ konnten wir schon vor längerer Zeit berichten, dass er einen ganz tollen Platz gefunden hat. Nun haben wir auch von Alicia’s neuer Familie, bzw. ihrem 17-jährigen Besitzer, eine Rückmeldung (s. u.) bekommen, dass „Alicia“ ihren Platz für’s Leben gefunden hat. Es macht uns immer wieder glücklich, wenn gerade ältere Hunde ein Zuhause finden und umso mehr, wenn sich junge Menschen finden, die sich am Alter des Hundes nicht stören, sondern sich einfach nur einen netten Partner an ihrer Seite wünschen. Vor allem bei Alicia und Zitar, deren Besitzer sehr jung starb, haben wir alle die Daumen gedrückt, einen Endplatz zu finden – es ist gelungen. Ein großer Dank an die neuen Besitzer von Alicia und Zitar, dass beide ihre Chance bekommen haben.

Das Team der NfP e.V., Freudenstadt

Hallo liebe Besucher,

hier schreibt Alicia.

„Ich lebe jetzt in einem Haushalt mit zwei Erwachsenen, zwei Teenagern und einem Kind. Das jüngste Kind hat mich am Anfang etwas verunsichert. Es ist manchmal so aufgedreht rumgehüpft, dass ich gar nicht wusste, was los war und erst mal gebellt habe (was ich ja sonst fast nie mache). Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Wenn es mir jetzt zu viel wird, gehe ich einfach in ein anderes Zimmer. Ich kenne mich inzwischen ja aus.

Die Nächte habe ich in den ersten Wochen auf der bequemen Couch im Wohnzimmer verbracht. Das durfte ich zwar nicht, aber nachts war keiner da, der mich wieder runtergeschickt hat. Inzwischen finde ich meinen eigenen Hundekorb doch sehr gemütlich und schlafe (meistens) darin.
Meine neue Familie hat am Anfang ganz leichtsinnigerweise Essen auf dem Tisch stehen lassen. So eine Frühstückswurst schmeckt echt lecker. Und erst die Hamburger meines Herrchens waren gut. Leider räumen sie inzwischen das Essen gleich vom Tisch, wenn sie mit der Mahlzeit fertig sind. Schade!

Einen Fellwechsel bei mir haben meine neuen Menschen auch schon mitgemacht. Da wurde ich dann täglich gebürstet. Dazu hatte ich nur manchmal Lust. Immer das lange Stillstehen. Und dann wurde auch noch ständig mit dieser Krachmaschine, die ich gar nicht mag, gesaugt.
Alle sagen, dass ich eine ganze Liebe bin. Hin und wieder passiert es mir jedoch immer noch, dass ich vor lauter Begeisterung an jemandem hochspringe. Manche Menschen mögen das nicht. Aber meistens schnüffle ich nur zur Begrüßung.
In Unterfranken, wo ich jetzt wohne, gefällt es mir. Mein Herrchen lebt in einem Dorf in der Nähe eines Waldes. Er macht mit mir täglich Waldspaziergänge. In fünf Minuten sind wir dort. Spaziergänge im Wald mag ich besonders gerne. Da gibt es so viel zu schnüffeln. Ich habe auch schon Rehe und Wildschweine gesehen. Da würde ich gerne mal hinterher! Nur leider bin ich immer angeleint weil ich, wenn ich gerufen werde, nur dann komme, wenn ich eh nichts Besseres zu tun habe.Alicia

Aber ich darf mittlerweile schon ohne Leine in den Garten. Lange hatte meine neue Familie Sorge, dass ich fortlaufe. Nun haben sie einfach einmal ausprobiert wie ich mich verhalte – ich habe mich natürlich gut benommen und auch die Katzen der Nachbarn konnten mich nicht verführen. Für mich heißt das jetzt, dass ich unter Aufsicht ohne Leine in den Garten darf – für mich ein Riesenschritt nach vorne und ich denke, so wird es in meinem neuen Leben auch weitergehen „Schritt für Schritt in ein neues Leben“…

Alicia

Eure Alicia“