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+Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Mai 2014 ein neues Zuhause gefunden haben

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Nebraska – jetzt Nelly „eine weise Entscheidung“

Nelly

Nelly

Am 7.3. zogen elf Trennungswaisen bei uns in der neuen Auffangstation ein. U.a. die nette Hündin Nebraska mit ihren beiden Kumpeln Digger und Hank. Da wir Nebraska tierärztlich versorgen lassen mussten, kam sie Anfang April in eine Pflegestelle nach Freudenstadt. Hier durfte sie wieder das auffrischen, was man ihr einige Zeit verwehrt hatte. Nämlich: das Leben im Haus – in einer Familie. Ihr anfänglich zurückhaltendes Wesen wich der Neugierde und so wurde sie täglich stabiler, freundete sich ganz toll mit dem jungen Rüden in der Pflegestelle an und wir konnten auch die Erfahrung machen, dass sie gut mit Kindern auskam.

Nelly und Calimero

Alle diese Beobachtungen haben viell. auch mit dazu beigetragen, dass die nette Hündin schnell Interessenten fand.
Das Interesse war so stark, dass man den weiten Weg von 4 Stunden Hin- und 6 Stunden Rückfahrt auf sich nahm, um zu schauen, ob Nebraskas mit dem bereits vorhandenen Rüden der Familie zurecht kam. Zwei Tage später sollte ein erneutes Treffen mit allen Zweibeinern stattfinden. Es war noch nicht klar, ob man sich überhaupt einen Zweithund anschaffen sollte.Nelly und Calimero
Wieder ging es auf die lange Reise mit einem Umweg über die Auffangstation, um nicht nur uns, sondern auch die vorherige Unterkunft von Nebraska zu sehen.
Da man sich auf Anhieb sympathisch war, der Rüde der Familie einen super Eindruck auf uns machte, entließen wir diese netten Menschen Richtung Pflegestelle. Die letzten Bedenken waren schnell ausgeräumt und es war klar, dass die Anschaffung eines Zweithundes sicher eine Bereicherung sein könnte. Und das ist sie, nicht nur für die Menschen, sondern auch für den bislang alleine lebenden Rüden, der sich sehr schnell mit Nebraska angefreundet hat und es genießt, nicht mehr alleine zu sein.

Was sollen wir sagen? Alles läuft besser, als angedacht, problemlos haben sich die beiden Hunde arrangiert und man kann nur sagen, dass die Zweibeiner alles richtig gemacht haben – alles ohne Erwartungshaltung. Sehr viele Rückmeldungen und auch ein Besuch bei den neuen Besitzern von Nebraska haben uns bewiesen, dass alles optimal abläuft.

Und weil die Bereicherung „Nebraska“ – jetzt Nelly – der Familie so gut tut, wurde der Glücksfelle-Text in Form eines Liebesbriefes an uns weitergegeben.

Lesen Sie selbst:

„Liebe Nelly,

jetzt bist Du seit einer Woche auch offiziell ein Mitglied unserer Familie. In unser Haus und unsere Herzen bist Du ja schon Ostern eingezogen. Wir wissen nicht allzu viel über das, was Du in Deinen bisherigen knapp 8 Lebensjahren erlebt hast, dennoch bin ich mir sicher, dass Du uns alles, was wir diesbezüglich wissen sollten, auch zeigen wirst. Unsere Gedanken und unsere Kraft gelten Deiner Gegenwart und Deiner Zukunft! Unserer gemeinsamen Zukunft!

Dass Du jetzt hier zu meinen Füßen neben Calimero liegst und schläfst, hast Du selbst erreicht, denn Du hast mit Deinem mädchenhaften Charme, Deiner ausgeprägten Souveränität, Deiner quicklebendigen Lebensfreude und Deiner unglaublichen Gutmütigkeit die ganze Familie überzeugt, dass Du eine Bereicherung für uns alle bist! Und so kam es, dass Du am Karfreitag gleich nach dem zweiten Treffen in Freudenstadt unmittelbar mit uns in den vorletzten Winkel von Oberbayern fahren durftest – zusammen mit Calimero, unserem geliebten roten eineinhalbjährigen „Husky-Schnösel“.Nelly und Calimero

Fremden gegenüber – besonders männlichen – bist Du anfangs zurückhaltend. Deine Neugier und Dein Interesse an allem Essbaren bringen Dich jedoch immer häufiger dazu, Deine Scheu zu überwinden. Du bist uns eine wichtige und wertvolle Helferin geworden in der Erziehung von Calimero – und dafür bin ich Dir sehr dankbar. Ich schätze Deine Präzision und Klarheit, mit der Du Calimero seine Grenzen zeigst. Ich bin Dir dankbar für die Unermüdlichkeit, Freude und Ausgelassenheit mit der Du mit ihm durch den Garten oder draußen auf den Wiesen oder auch im Wohnzimmer tobst. Mit Dir zusammen macht das Dogscootern allen Beteiligten noch viel mehr Spaß, und wir sehen mit Freude und einem gewissen Augenzwinkern, dass Du Deine Kräfte einzuteilen weißt, indem Du die Hauptarbeit beim Ziehen Calimero überläßt! Allein die Tatsache, dass Du mit ihm läufst, ist für ihn eine tolle Motivation – und zu zweit fahrt Ihr zu wahren Höchstleistungen auf, sodass Wind und Freude mir schon mal die ein oder andere Träne in die Augen treiben. Die gemeinsamen Spaziergänge sind mit Dir zusammen einfach noch toller und spannender! Gemeinsam macht auch das Plantschen im Wasser mehr Spaß…und Du läufst auch weiterhin wunderbar gelassen bei mir an der Schleppleine weiter, wenn Calimero mit seiner Freundin Juno auch mal frei laufen darf und die beiden ihre Rennspiele machen und so richtig aufdrehen…

Natürlich sind da auch noch einige Dinge, die noch nicht so ganz laufen, wie ich es mir wünsche. Ihr werdet schon noch verstehen, dass Ihr auf unseren Sofas gerne liegen dürft – sie aber nicht der Nürburgring sind – oder wir werden lernen es zu akzeptieren…. Ihr werdet noch lernen, auch zusammen an der Leine anständig zu gehen, noch bevor ich Popeye Oberarme bekomme… und vielleicht lernt Ihr ja auch, dass es zwei Tage in der Woche gibt, an denen wir nicht pünktlich um 6 Uhr aufstehen müssen… Ganz allein zu sein ist Dir völlig fremd und Du hast verständlicherweise noch Angst – vielleicht traust Du Dich ja auch bald, die Treppe nach oben zu laufen, damit Du nicht alleine im Erdgeschoss bleibst, wenn Calimero oben ist.…Ich bin mir sicher, dass wir in diesen und andern Punkten unseren Weg noch finden werden. Wir gehen ihn zusammen – und es macht uns Freude!Nelly bei der Arbeit

Du wirst uns immer vertrauter, liebe Nelly. Dein weißes Dreieck zwischen Deinen Schulterblättern, Deine so auffälligen, unterschiedlich farbigen Augen – das klare helle wasserblaue und das dunkle tiefbraune…, Deine riesigen Fledermausohren, die Dich manchmal wie Meister Yoda aussehen lassen, Dein Wuseln und Fiepen zur Begrüßung. Deine zaghaften Ansätze, das „Sitz“ zu verstehen… wo es Dir offensichtlich in Deinen 8 Jahren bisher noch keiner gezeigt hat… Der riesige Satz, mit dem Du Dich in unser Auto rettest, wo Du doch Autos schrecklich findest (ich werde auch immer schneller, die Boxentür rechtzeitig zu öffnen). Deine neckische Art, die Vorderpfoten im Liegen zu kreuzen, Deine völlig entspannte Lage beim Schlafen – genau wie Calimero – auf dem Rücken an die Wand gelehnt, Hinterbeine nach oben…. Deine hüpfende fröhliche Art zu kommen, wenn wir Dich draußen an der Schleppleine rufen, Deine abwartende Haltung, wenn Calimero im Garten mal wieder mit Anlauf angerauscht kommt, Deine Lässigkeit mit der Du den Kindskopf Calimero, der deutlich größer und schwerer ist als Du, in 3 Sekunden in die Knie zwingst, um dann anschließend wieder im Spiel weiter zu machen, Deine Hektik, wenn Ihr beide zusammen draußen eine Maus entdeckt habt, Deine Angewohnheit, Dich gleich auf der Couch dahin zu legen, wo gerade jemand aufgestanden ist… und viele kleine und große Dinge mehr..

Liebe Nelly, seit Du „kleine schwarze Maus“ zusammen mit unserem „großen roten Bären“ bei uns lebst, ist das Leben der ganzen Familie schöner und reicher geworden und wir alle freuen uns, Dich und Calimero nun zusammen die Welt erobern zu sehen – mit uns an Eurer Seite.

Nelly und CalimeroLiebes NfP-Team und liebe Pflegestellenfamilie, danke dass Sie uns „Nebraska“ anvertraut haben, und sich so für uns eingesetzt haben, damit das Kennenlernen der Hunde und der Familienmitglieder so verlaufen konnte. Danke, dass Sie sich so engagieren, damit Hunde wie Nelly eine Chance bekommen, alles das zu zeigen, was in ihnen steckt und Familien wie wir eine Chance bekommen, ein so tolles Familienmitglied zu gewinnen.

Nelly und Calimero

In herzlicher Dankbarkeit
Astrid und Familie“

Nelly und Calimero

Und wir sagen auch ein Danke, dass Nelly so schnell umziehen durfte und endlich spüren darf, was Liebe und Zuwendung ist. Und wir bedanken uns auch bei der Pflegestelle für die immer wieder angebotene Bereitschaft, einem Sorgenfell vorübergehend Unterkunft zu geben, um es auf ein neues Leben vorzubereiten.

Das Team der NfP - Freudenstadt

 


 

"...und dann kam Yahto"

Yahto

Yahto wurde im Januar 2014 als Notfall gemeldet. Ein junger Malamute, der noch nicht einmal das Beinchen hebt, der seinen ratlosen Menschen zu viel abverlangte. Leider fand die Familie auch bei Kundigen und Züchtern keine Unterstützung für die Probleme, die ihnen der eigensinnige Yahto bereitete.

Diese Menschen waren noch dazu schon Familie Nummer 2. Man war nicht hundeunerfahren, denn man hatte schon immer Rottweiler. Keine leichtführigen Hunde, doch ein Alaskan Malamute ist aus anderem Holz geschnitzt. Diese Erfahrung mussten nun auch Yahtos Vorbesitzer machen. Methoden, die sonst tadellos funktionieren, schlugen bei Yahto nicht an und obwohl auch der Nordische "bloß ein Hund" ist, tickt er doch ganz anders. So wurde aus "Baby Yahto" ein Hund, dem man nicht mehr vertrauen konnte. Eine gefährliche Futteraggression bildete sich aus, die sich auch gegen die Kinder der Familie richtete. Sonstige Unterordnungsmaßnahmen quittierte der junge Rüde, der eigentlich noch sehr welpenhaft im Kopf war, mit Warnungen und totaler Verweigerung. Der Ausbilder auf dem Hundeplatz gab dann noch falsche Ratschläge und so verkeilte sich die Situation immer mehr. Mensch und Hund konnten nicht auf der gleichen Ebene kommunizieren und so eskalierte es schließlich. Trauriger Höhepunkt war ein Biss in den Arm der Halterin.
Obwohl Yahto ansonsten ein verschmuster, anhänglicher Malamute war, entschied man sich für eine Abgabe.

Da ich die Vermittlung begleitet habe und weil ich erfahren im Thema Futteraggression bin, die Familie des jungen Yahto relativ nah bei mir wohnte und die Zeit drängte, haben wir und als Pflegestelle angeboten - obwohl wir keine Malamute-Erfahrung hatten. Yahto stellte sich als souveräner und netter Zeitgenosse heraus, der im hundlichen Sozialverhalten glänzte. Einzig beim Futter hörte für ihn der Spaß auf, sowohl Mensch als auch Tier gegenüber.
Die Ressourcenverteidigung unter Hunden war durch getrenntes Füttern mit schrittweiser Annäherung schnell passé, bei der Futteraggression, die sich gegen Menschen richtete, war geschwind zu erkennen, dass es sich um Misstrauen handelte: die Angst, dass Menschen ständig alles wegnahmen.
Das Vertrauen baute sich bei uns "unbeschriebenen Blättern" zügig auf, indem wir erstmal Abstand hielten. Es folgte eine gezielte Gegenkonditionierung über mehr Futter geben, aus der Hand füttern und langsam, aufgebaute Tauschgeschäfte. Schon eine Woche später zeigten sich tolle Verbesserungen.
Dies war der Moment - ansonsten gab es bei Yahto nichts zu beanstanden - als ich mit sicher war, dass Yahto bei verständnisvollen Menschen überhaupt kein Problemhund sein würde. Natürlich wenn seine zukünftigen Halter ein bisschen Vertrauen aufgebaut haben.Yahto und Luna
Schon nach kurzer Zeit orientierte sich Yahto an uns, durfte sogar Freilauf genießen, war offen für Such- und Fährtenspiele, hatte netten Hundekontakt, war verschmust und liebenswert. Wir hatten gar keine Schwierigkeiten mehr mit Ressourcenverteidigung, denn auch das Sofa wurde freigegeben (alle Hunde dürfen bei uns darauf thronen), wenn man ihn bat.

Obwohl ich zu all meinen Pfleglingen ein herzliches Verhältnis aufbaute, war die Beziehung zu "Baby" Yahto eine ganz besondere für mich. Und so wollte ich gerne Menschen für ihn, die keinesfalls in Richtung aktiven Hundesport mit ihm gehen, sondern allenfalls freizeitmäßig und mit viel Spaß verbunden ohne Leistungsdruck. Denn dieser war maßgeblich daran schuld, das Yahto auffällig geworden war, der menschliche Ehrgeiz widerstrebte seinem Freiheitswillen.

Familie H. entpuppte sich, trotz oder gar wegen der Kinder, als optimale Interessenten, die sogar zwei Mal eine nicht unweite Strecke für ihren Traumhund auf sich nahmen.
War es nicht ein wenig gewagt, ihn wieder in eine ähnliche Konstellation zu schicken?
Natürlich musste die Familie erst zusammenwachsen. Denn obwohl Yahto bewiesen hatte, dass er gut mit anderen Hunden im Haushalt auskam (sogar mit einem unkastrierten Rüden), wollte die sonst sehr nette Hündin der Familie zunächst ihr Reich nicht teilen. Ganz entgegen der Erwartungen von Familie H.!

Hier möchten wir Familie H. unseren ganz besonderen Dank aussprechen! Es wurden Tipps angenommen und umgesetzt statt gleich das Handtuch zu werfen, weil die Maßnahmen unbequem und mit viel Management verbunden waren. Entlohnt wurden die fleißigen Menschen mit einem wunderbaren Begleiter und auch Luna, die Familienhündin, will ihren neuen Partner nicht mehr missen!

Hier die Worte der neuen Halter:

„Alles begann im Oktober 2011. Die Kinder wollten einen Hund und ich wollte mich endlich mal wieder mehr bewegen. Mein Mann wollte einen Malamuten, mir war die Rasse egal, ich wollte den Hund nur halten können. Da war mir der Alaskan Malamute definitiv zu groß und zu stark. Aber da hatten sich meine Männer schon verschworen: Es musste zumindest ein Nordischer sein. Also gab es einen Siberian Husky namens Luna. Nach zwei erfolglosen Versuchen in der Hundeschule nahm ich die Erziehung allein in die Hand und siehe da: Dieser Hund, der laut Hundeschule und Einzeltraining angeblich nicht erziehbar war hörte auf meine Kommandos; zumindest die meiste Zeit. Es stellte sich allerdings noch etwas heraus: Luna war nicht richtig ausgelastet. Andere Hunde interessierten sie nicht. Hundespielen auf der Wiese konnte sie nichts abgewinnen. Es gab nur wenige Hunde, die mit ihr rennen wollten. Dogscooter und Fahrrad ziehen fand sie toll, konnte für sie nicht oft genug sein. Nach einer kurzen Erholpause war sie wieder auf der Suche. Kam dann mal durch Zufall ein Nordischer um die Ecke, war die Freude groß. Dann wurde richtig getobt. Luna war danach endlich zufrieden und ausgeglichen. Würde ein Partner helfen?Luna und Yahto

Schon seit längerem schaute ich mir die Seiten der Nothilfe an. Es gab viele schöne Hunde, aber keiner rührte mich. Dann las ich die Geschichte von Yahto und wusste: Der ist es. Seine Geschichte ging mir nah. Wusste ich doch, wie sehr ein Nordischer auf stur schalten kann wenn er sich unterwerfen soll. Jetzt musste ich allerdings meinen Mann überreden, dem ich ja damals mit vielen Argumenten den Malamuten ausgeredet hatte. Denn Yahto wollte ich zumindest mal kennenlernen. Ich hatte wohl die richtigen Worte gefunden, denn bald darauf fuhren mein Mann und ich mit Luna im Kofferraum nach Fürth. Auf einer riesigen Hundewiese konnten die beiden sich beschnuppern. Und siehe da, Yahto orientierte sich an Luna, aber auch an uns. Beim Abschied drückte er sich richtig fest an uns. Spätestens da war es auch um meinen Mann geschehen: Wir wollten Yahto ein Zuhause geben. Die Zeit bis zur Kontrolle kam uns unheimlich lang vor. Dann ging alles sehr schnell. Nur zwei Tage nach dem Vorbesuch fuhr ich erneut mit einer Hundebox im Kofferraum nach Fürth.

Wieder zu Hause angekommen mussten wir feststellen, dass Luna mit Yahto auf der Wiese zwar ganz toll spielen konnte, ihn im Haus aber nicht so toll fand. Das hatten wir vorher nicht so bedacht. Also lief erst einmal alles getrennt ab, alle Spielzeuge wurden weggeräumt, die Liegeplätze getrennt, Futternäpfe zwei Meter auseinandergestellt… Einzig beim Wassernapf waren sie sich einig, hier wurde der zweite von Anfang an ignoriert. Dann testete Yahto aus, wie weit er gehen darf. Erst einmal aufs Sofa. Da war Luna nicht mit einverstanden. Souverän knurrte sie ihn runter. Dann auf Lunas Decke. Das führte zu einer üblen Streiterei im Wohnzimmer. Diese Machtkämpfe waren für uns ganz neu. Wir trennten die zwei und stellten uns dazwischen. Schnell merkten beide, dass dieses Gerangel im Haus absolut nicht geduldet ist. Noch heute ist es so, dass sich die Hunde an die Tür stellen, wenn sie was untereinander regeln müssen bzw. toben wollen. Im Garten ist es für uns in Ordnung. Auch habe ich inzwischen gemerkt, dass ich mir keine Sorgen machen muss, wenn ich beide jederzeit aus dem größten Gerangel abrufen kann. Dann ist alles nur ein Spiel.

Yahto und LunaLaut Vorbesitzer hatte Yahto eine Futteragression. Futter ist ihm heilig, das haben wir auch sehr schnell gemerkt. Also trainiere ich mit dem Futterbeutel. Den trägt er sich übrigens selbst zur Trainingswiese. Das gefällt ihm, er hat sehr schnell gelernt und fegt dem Futterbeutel immer vergnügt hinterher. Inzwischen akzeptiert jeder den Napf des anderen, die beiden können auch selig nebeneinander Knochen nagen. Bei Raufereien an der Leine bringe ich beide in Sitzhaltung und es gibt ein Leckerli. Danach können wir entspannt weitergehen. Getrennt sein mögen beide nicht. Wir waren jetzt mit Yahto allein in einem Lokal. Da fehlte ihm schon Luna als Orientierung. Wenn ich mit Luna allein die Runde drehen will hockt sie sich erst einmal hin als wollte sie mir sagen: Da fehlt noch jemand. Luna ist jetzt viel ausgeglichener, sie hat ihre Aufgabe gefunden. Yahto ist für einen Junghund sehr entspannt. Es ist ein tolles Erlebnis zu sehen, wie sehr Luna die Regeln umsetzt und auch an Yahto weitervermittelt. Bei dem schönen Wetter sind wir viel draußen, die beiden sind fast den ganzen Tag im Garten. Das läuft inzwischen richtig friedlich ab. Sie necken sich sogar gegenseitig mit einem rausgebuddelten Ast, aber ohne Aggression. Alleinbleiben ist auch kein Problem, wenn ich zurückkomme liegen beide friedlich nebeneinander im Flur.

Es war ein Abenteuer und es wird auch noch lange ein Abenteuer bleiben. Es ist schön zu sehen, wie die Hunde miteinander kommunizieren. Mit seiner verschmusten Art hat sich Yahto nicht nur in unsere Herzen geschlichen. Wir sind schon ganz gespannt auf unseren Sommerurlaub, in diesem Jahr mit zwei Hunden quer durch Frankreich. Am Atlantik haben dann beide endlich einen riesengroßen Sandkasten zum buddeln. Und unsere Kinder werden mit Freude mithelfen.

Wir danken Yahtos Pfllegestelle und dem Ansprechpartner der Nothilfe für die tolle Hilfe bei allen Fragen, die durch unseren Familienzuwachs aufkamen. Auch für die vielen Tipps und für die Unterstützung, die wir von Anfang an erhalten haben. Wir fühlen uns bei der Nothilfe für Polarhunde sehr gut aufgehoben und würden diesen Weg jederzeit wieder gehen.

Danke!!!“

Das Team der NfP-Freudenstadt bedankt sich nicht nur bei der Pflegestelle für die mehr als kompetente Betreuung von Yahto, sondern auch bei dir, Walter, der du so schnell bereit warst, einen Besuch für unser Sorgenfell bei den nun neuen Menschen von Yahto zu machen. Es dürfte jetzt nichts mehr schief laufen mit dem Hundemann.
Und Ihnen, liebe Familie H., sehr herzlichen Dank, dass Sie die Hilfe bei der Eingewöhnung angenommen und umgesetzt haben und, dass Sie Yahto, trotz seiner nicht so umwerfenden Vorgeschichte, die Chance gegeben haben, dass er endlich ankommen durfte.

 


 

Malito
– „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“
(Antoine de Saint-Exupéry)
 

AmarockSo viele Menschen haben Anteil genommen am Schicksal von Malito und Nila. Das Leben der beiden stand nach der Geburt unter keinem guten Stern. Es ist immer wieder schlimm, dass Tiere vorsätzlich unter Bedingungen geboren werden, die sie sich selbst niemals ausgesucht hätten. Wir alle möchten diesen Teil im Leben von Malito und seiner Schwester Nila ganz schnell vergessen und uns nun der schönen Seite ihres Lebens widmen:

„Liebes NfP-Team,

erst einmal herzliche Grüße von nunmehr 4 Rudelmitgliedern aus dem schönen München. Wo wir auch schon beim Thema wären:

Malito

In den letzten 4 Wochen wurde aus Malito - Amarock, da unsere alte Lady Kim wohl eine kleine Hörschwäche hat und sie immer meinte beim „i“ im Namen wäre sie gemeint. Kaum wurde der Umtaufprozess eingeleitet, klappte es auch wieder mit Kim. Amarock hat sich prima eingelebt und hält seit 4 Wochen das ganze Rudel auf Trab.

So begann unser Abenteuer Amarock vor 4 Wochen.

Amarock ist noch nicht stubenrein, was bedeutet, fleißig üben und jede Nacht klingelt für Frauchen allle 2 Stunden der Wecker.
Alles im und ums Haus wird untersucht, was Herrchen auf Trab hält, der den ein oder anderen Bereich Welpen-sicher machen darf.

Kim ist der neue "Besucher" nicht ganz geheuer. Ja, wir glauben, unsere alte Lady denkt noch, dass das kleine pelzige Übel hier wieder weggeht.
In dem kleinen Geschenk ist also für jeden was drin.

4 Wochen später:Amarock und Kim

Amarock hat mittlerweile die Herzen des ganzen Viertels im Sturm erobert, Nachbarn, Freunde und die ganze Hundewiese hat er im Griff.

Frauchen darf nachts jetzt 4 Stunden schlafen. Herrchen hat gelernt seine Schuhe jeden Abend in Sicherheit zu bringen (wenn er es vergisst, muss er am Morgen im Hundekörbchen suchen)

Auch unsre alte Lady erkennt, dass das Rudel gewachsen ist und Amarock bleibt. Was zur Folge hat, dass langsam eine Annäherung statt findet. Es wird hier und da schon mal der ein oder andere Kauknochen geteilt, man kann beide hin und wieder nebeneinander auf Kims Schlafplatz finden und sie spielen auch miteinander. Wobei Kim immer darauf achtet, dass sie die Spielerei beginnt und auch beendet. Sie entscheidet, wann und wie lange gespielt wird, oder wie lange er auf ihrem Schlafplatz verweilen darf. Und wenn er doch mal zu frech wird, weist Kim ihn in seine Schranken.

Ansonsten sind wir fleißig am Üben was Kommandos angeht. Er ist ein ziemlich helles Köpfchen. Sitz, Platz, Hier, und Bleib hat er schon gelernt. Die ersten Abenteuerreisen mit Bus und Bahn haben wir auch schon hinter uns. Und 8"Milchzähne" sind schon den normalen Zähnen gewichen.

Amarock entwickelt sich prächtig und wir 3 sind glücklich jetzt 4 zu sein.
Amarock und Kim

Soviel mal fürs Erste, wir werden uns natürlich wieder melden. Bis dahin schöne Grüße aus München

Malito (jetzt Amarock) & Familie“

 


 

Nila

Nila
– Nicht da bin ich daheim, wo ich meinen Wohnsitz habe, sondern da, wo ich verstanden werde –
(Christian Morgenstern)

NilaSo viele Menschen haben Anteil genommen am Schicksal von Nila und Malito. Das Leben der beiden stand nach der Geburt unter keinem guten Stern. Es ist immer wieder schlimm, dass Tiere vorsätzlich unter Bedingungen geboren werden, die sie sich selbst niemals ausgesucht hätten. Wir alle möchten diesen Teil im Leben von Nila und ihrem Bruder Malito ganz schnell vergessen und uns nun der schönen Seite ihres Lebens widmen:

„Das erste Feedback aus Nila’s Zuhause („aus dem neuen Zuhause“ würde ja nicht passen, denn sie hat ja nie eines gehabt):

Nila

Nach unserem Urlaub sind wir zur Hundepension gefahren, um den kleinen Wusel dort abzuholen. Als wir ankamen, hat Nila uns gleich begrüßt, als würden wir uns schon ewig kennen. Wir wurden von oben bis unten abgeschlabbert.

Die insgesamt 6 Std. Autofahrt waren auch überhaupt kein Problem für die kleine Maus, sie benahm sich, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.
Die Nächte wurden dann natürlich für uns beide etwas kürzer, aber das ist ja auch selbstverständlich.

,NilaNaja und zu den Spaziergängen, auch bei gut besuchten Hundewiesen, kann man nur sagen, dass wir keinen tolleren Hund hätten bekommen können. Auf fremde Hunde geht sie vorsichtig, aber selbstbewusst zu und wenn sie merkt, dass der andere Hund spielen möchte, sieht man direkt 2 (oder auch mehr) Fellknäule durch die Gegend hüpfen, wobei sie immer noch gut auf Kommandos hört.

Außerdem konnten wir feststellen, dass Nila unglaublich gerne Moos, Gras und Tannenzapfen sammelt. Vor unserer Haustür haben sich noch nie so viele ausgerupfte Pflanzen wieder gefunden.

Auch mit unseren Frettchen versteht sie sich toll und sogar das frettchentypische Zwicken lässt sie nur noch neugieriger und auch zutraulicher zu den Frettchen werden.

Nach zwei Wochen beherrschte sie bereits "Kiwi"(Sitz), "Banane"(Platz), "Geh Pipi machen" und wartet geduldig auf das Kommando essen zu gehen. Inzwischen sind es schon wieder mehr Kommandos geworden.

Alles in allem kann ich nur jedem wünschen, einmal so einen tollen Hund zu besitzen. Sie ist nicht mehr aus unserem Kreis wegzudenken. Im Anhang haben wir noch ein paar Bilder gepackt.

Bald werden wir von Nila’s Forschritten berichten und natürlich auch neue Fotos senden.

Bis bald, Matthias & Nathalie“

Nilaweitere Post aus Nila’s Zuhause:

„In den letzten Wochen haben wir natürlich auch wieder viel erlebt. Ein besonders lustiges Ereignis der letzten Tage, war Nila’s Versuch eine Maus zu fangen. Dabei hüpfte sie schwanzwedelnd und voller Vorfreude auf den vermeintlichen Fang ins Gestrüpp, in der Hoffnung die Maus zu fangen. Die Maus, sichtlich unbeeindruckt, kam hinter ihrem Rücken, fast schon kichernd aus dem Gebüsch und bestaunte Nila von hinten, bevor sie gemütlich ihres Weges ging.

Ein weiteres Highlight war einer der ersten Stadtbesuche mit Nila. Um große Menschenmassen zu vermeiden, entschieden wir uns, abends in die Stadt zu gehen. Wie zu erwarten, verhielt sie sich immer ruhig, neugierig und aufgeschlossen. Erst als sie merkte, dass es Richtung Auto gehen sollte, wurde sie ein bisschen flotter. Das sollte ihr auch zum Verhängnis werden. Fast schon übermütig sprang sie auf eine kleine Mauer, ohne zu wissen, dass dies der Rand eines kleinen Springbrunnens war. Nicht nötig zu erwähnen, dass sie nasser nach Hause kam, als sie in die Stadt ging. Trotz des plötzlichen Bades lief sie nach kurzem Schreck selbstsicher aus dem Brunnen Richtung Auto und hat trotz alledem keine Angst vor Wasser.

Nlia

Alles in allem zeigt sie sich im Alltag, wie der beste Hund, den man sich wünschen kann (auch wenn jeder Besitzer, das vermutlich von seinem Schützling behaupten würde). Sie lernt Kommandos schnell und begeistert, zieht nicht an der Leine, kann ohne Probleme entspannen und auch mal alleine bleiben, selbst Tierarztbesuche werden von ihr problemlos gemeistert. Und neue Situationen meistert sie souverän und toppt unsere Erwartungen.

Nila

Nila, Nathalie und Matthias“

 


 

Zeus –

„Hoffnung ist der Vogel der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist“

(Rabindranth Tagore)

ZeusZeus hat nun sein Zuhause gefunden – auch wenn er es den Besitzern nicht wirklich einfach gemacht hat. Wer aber einen Hund aufnimmt, dessen Vergangenheit niemand kennt, der weiß welches Abenteuer er eingeht. Trotz allem hat man sich entschieden dass Zeus bleibt – ebenso wie sein Name, dem er noch immer alle Ehre macht.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

„Es war anfangs wirklich nicht einfach mit Zeus. Mit unserer Hündin klappte es nicht wirklich. Zeus markierte überall in der Wohnung. Er war lange Zeit unsauber, erledigte sein Geschäft im Keller. Er schien ein Problem damit zu haben, dass ihm nun Menschen die Richtung vorgaben und das hat er bis heute noch nicht ganz abgelegt.

Zeus ist trotzdem ein lieber und verschmuster Zeitgenosse, der aber immer wieder versucht, seinen Willen durchzusetzen, auch sehr zum Leidwesen unseres Sofas, das er zerfetzt hat. Im Umgang mit Menschen, vor allem Kindern, ist er sehr entspannt.

Die Begegnungen mit anderen Hunden sind zum Teil schwierig, da er noch an der Leine sein muss. Ohne Leine läuft er leider fast immer zielstrebig auf die Straße.

Ob er jemals überhaupt ableinbar sein wird, steht in den Sternen. Die wenigsten Nordischen genießen absolute Leinenfreiheit. Aber eine Auslastung ist ja auch mit Schleppleine und Kopfarbeit machbar.

Zeus

Die Hoffnung wird nicht aufgegeben, dass Zeus irgendwann akzeptiert, dass er nicht der Herrscher über uns ist.

Familie L. / G. „