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Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Juli 2015 ein neues Zuhause gefunden haben

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Grappa – aller guten Dinge sind drei

Grappa

GrappaAls wir im April 2015 ein 9-köpfiges Hunderudel von einem Musher übernommen haben, war Grappa als „gold-blonder“ Mischling inmitten der Huskymeute gleich ein Blickfang. Doch mit knapp 9 Jahren und nicht-husky-typischer Optik tut sich mancher Vierbeiner mit der Vermittlung schwer. Und auch bei Grappa sah es so aus, als ob ihr Stationsaufenthalt lange dauern würde.

Doch zum Glück kam es anders, und zwar indem wir einer netten Familie von Grappa berichteten. Von diesen Hundefans waren bereits im Dezember 2014 unsere Husky-Border Collie-Mixe Luna und Linus zu ihrem vorhandenen Rüden Balou adoptiert worden und tragischerweise war Linus kurz darauf nach einer Magendrehung verstorben. So war das Trio ungewollt auf ein Duo geschrumpft. Der Schock saß tief und eigentlich waren die Zweibeiner nicht unbedingt auf der Suche nach neuem Rudelzuwachs.

Grappa

Eigentlich. Aber als sie von Grappa hörten und dass auch sie womöglich unverschuldet kaum Aussichten auf ein eigenes Zuhause hätte, da entschlossen sie sich spontan dazu, die nette Hündin in Augenschein zu nehmen. Schon für den übernächsten Tag wurde ein Termin vereinbart. An einem regnerischen Montagabend reiste dann die Familie samt Luna und Balou an und machte sich auf einen Spaziergang mit der begeisterten Grappa. Zwischen den Hunden gab es von Anfang an keine Spannungen und sie trabten nebeneinander her als sei es nie anders gewesen.Grappas

Einstimmig wurde daraufhin beschlossen, das Trio wieder zu komplettieren. Schließlich sind aller guten Dinge drei. Und so durfte Grappa unverhofft den Weg in ihre neue Heimat antreten. Welch eine Freude! Nicht nur für die nette Hundedame, sondern auch für uns Betreuer, und von den stolzen Neubesitzern mal ganz zu schweigen.

Innerhalb kürzester Zeit hat Grappa sich hervorragend eingelebt und ist gar nicht mehr aus der Familie wegzudenken. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass sie auch gleich eine Woche nach ihrem Einzug mit in den Urlaub durfte. Jegliche Befürchtungen, dass das ganze Hin und Her sie verunsichern könnte, waren umsonst: Grappa wusste ihre Menschen um sich und das war die Hauptsache.

Doch was sollen wir hier noch lange erzählen? Lassen wir lieber das neue Frauchen zu Wort kommen:

„Grappa lernt sehr schnell und ist so folgsam, das ist ganz toll. Wir freuen uns über die Süße so sehr! Heute war sie mit unserer Tochter joggen – das ist dann fast schon Raketenantrieb... Aber alles läuft gut und nichts ist so, dass wir uns Sorgen machen müssten.
Sie ist so lieb, will alles recht machen, ist sehr anhänglich, bleibt aber auch prima mit den beiden anderen einige Stunden allein, hört sehr gut auf Kommandos, ist ganz brav, lässt sich ohne Knurren z.B. auch einen Knochen wegnehmen etc. – wir können ein echtes Loblied singen! Wir lieben sie sehr!“

Es ist uns eine große Freude und ein sehr beruhigendes Gefühl, dass mal wieder einer unserer scheinbar chancenlosen Schützlinge ein so fantastisches Zuhause gefunden hat und vollen Familienanschluss genießen darf. Einen idealeren Platz hätten wir uns für Grappa gar nicht vorstellen können. – Herzlichen Dank an die sympathischen Zweibeiner, die ohne Wenn und Aber „Ja“ zu Grappa gesagt haben. Wir wünschen Ihnen noch eine sehr lange glückliche und unbeschwerte Zeit mit Ihrem netten Trio!

Grappa

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

Chinook – verhaltener Anfang, gefolgt von starkem Spurt

Chinook

Eigentlich sind junge Hunde ja meistens schnell vermittelt, zumindest wenn sie gesund und hübsch sind. Bei Chinook lief es aus uns unerfindlichen Gründen aber nicht so unkompliziert: er wartetet etliche Monate in seiner Pflegestelle, ohne dass sich die passenden Interessenten meldeten. Mit der Zeit fühlte sich sein Betreuer von dem quirligen Burschen überfordert, so dass wir Chinook schließlich in der Auffangstation aufnahmen.Chinook

Bei uns erwies er sich als liebenswerter und anlehnungsbedürftiger Jungrüde, der trotz Pupertät und viel Energie bei den Spaziergängen bei den Gassigehern schnell beliebt war. Doch lange sollte Chinooks Stationsaufenthalt nicht dauern, denn bald erhielt er Besuch von Familie A., die genau so einen Begleiter wie ihn gesucht hatte.

Schnell wurde alles Nötige organisiert und so durfte Chinook nach knapp dreiwöchiger Stippvisite auf der schwäbischen Alb schon bei seiner neuen Familie einziehen. Deren Worte spiegeln am besten, wie perfekt Zwei- und Vierbeiner zusammenpassen:

„Hallo liebes Nothilfe Team,

wir haben ja nun seit einer Woche den Chinook bei uns. Und wir sind hellauf begeistert von dem jungen Mann. In der Wohnung und auf der Terrasse zeigt er sich als ein neugieriger aufmerksamer Hund, außerdem verhält er sich schon fast außergewöhnlich vorbildlich ruhig. Kaputt gemacht hat er noch nichts, sich wohl aber schon einen Hausschuh und ein Kissen geklaut. Das Ganze hat er dann zusammen wie Aschenputtels Glasschuh vor der Tür platziert.

Mit den Kindern geht er sehr ruhig und gefasst um, nur hin und wieder bricht sein Temperament etwas durch, aber dennoch in einem vorbildlichen Maß. Beim Gassigehen läuft er nun schon meist locker an der Leine und auch Kommandos wie "hier","sitz","bleib" und "Fuß" funktionieren langsam – sehr langsam, aber immerhin immer besser. Er setzt halt noch gern seinen pubertären Dickschädel durch, was man ihm, mit Bedacht auf die kurze Zeitspanne von einer Woche, die er ja nun erst bei uns ist, absolut nicht verübeln kann. Da wirft er einem schon mal gekonnt totale Ignoranz entgegen. Grenzen, die man ihm aufweist, befolgt er allerdings bis auf seltene Ausnahmen.

Generell hat man bei ihm allerdings das Gefühl, dass er sich sehr unterwürfig gibt. Er ist halt auch ein absoluter Schmusebär... ähm Schmusehund. Mittlerweile hat er auch begonnen, sich mit Wasser anzufreunden, geht alleine jedoch nicht so gerne rein.

Chinook

Außerdem ist er ein wahrer Blickfang, der überall, wo er auftaucht, Aufsehen erregt. Er ist wirklich ein ungemein lieber Hund, der bishher von seinem Dickschädel abgesehen, in noch keiner Weise negativ aufgefallen ist.

Vielen Dank für eure Vermittlung – besser hätte es uns nicht treffen können.

Liebe Grüße von uns allen
Familie A.“

Da wäscht dann wohl eine Hand die andere, denn auch wir sind sehr zufrieden damit, dass Chinook so einen tollen Platz gefunden hat und sich nun voll entfalten kann. In diesem Sinne geben wir den Dank gerne an Chinooks Menschen zurück!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

Samu – ein Schatz auf vier Pfoten

Samu

Als Samu im Januar 2015 in unsere Auffangstation einzog, ahnten wir schon, dass es für ihn schwer werden würde, einen Interessenten sofort in den Bann zu ziehen. Der „Makel“ des Mischlings haftete ihm an und sein Äußeres entsprach nicht unbedingt den Vorgaben, die die meisten Fans der Nordischen an die Optik ihres Begleiters stellen. Doch charakterlich erwies Samu sich in kürzester Zeit als erstklassig und so warteten wir einfach, bis jemand dieses Juwel unter dem schwarzbraunen Pelz erkennen würde…Samu

Einige Monate später war es soweit. Familie S. war auf Samu aufmerksam geworden und besuchte ihn in der Station. Die Zweibeiner waren sofort Feuer und Flamme, doch zuerst mussten noch die obligatorischen Formalitäten geklärt und Samus Verhalten gegenüber Katzen getestet werden – im potentiellen neuen Zuhause lebte nämlich bereits ein Stubentiger und dieser sollte doch bitteschön nicht zum Jagdobjekt verkommen.

Beide Voraussetzungen („Formalitäten“ und „Katze“) waren positiv, wobei in Bezug auf die Samtpfote noch etwas Fingerspitzengefühl nötig sein würde, doch das bekäme Familie S. mit Sicherheit in den Griff. Also fieberten alle Samus Umzug entgegen und wir freuten uns, als er endlich der Station den Rücken kehren durfte.

Samu mit Katze

Seine Menschen sind begeistert von ihm und haben die Entscheidung für seine Adoption nicht bereut. Lesen Sie selbst die Zeilen des Frauchens:

„Samu ist schon ein echter Glücksfall für uns und ich hoffe, wir auch für ihn. Manchmal tut es weh zu sehen, worauf er reagiert, will meinen, es ist offensichtlich, dass er geschlagen wurde. So z.B. kann niemand unser Haus mit einem Baseballcape betreten. Dann winselt er und verkriecht sich irgendwo.

SamuEs gibt aber auch eine Menge positiver Veränderungen: Er ist sehr anhänglich geworden, ganz besonders bei unserer jüngsten Tochter. Wenn er abends schlafen geht, läuft er in ihr Zimmer. Sie schläft dann im Bett und er auf einem riesigen Sitzsack direkt davor. In der Nacht tauschen sie dann. Morgens liegt Samu im Bett und Pia schläft auf dem Sitzsack.

Unsere Katze ist überhaupt kein Problem, aber das liegt an unserer Katze. Sie wiegt keine 3 kg, aber hat vor nichts Angst. Da Samu mit Begeisterung immer versucht, den Rest ihres Katzenfutters zu stiebitzen, ist sie dann schon mal öfter ungehalten ihm gegenüber. Dann müssen wir Samu vor der Katze beschützen. Das clevere Biest geht nämlich auf seine Pfoten los. Wenn ich allerdings mal einkaufen muss und die beiden alleine bleiben müssen, dann finde ich sie immer zusammen auf dem Hundekissen.

Mit Samu kann man richtig klasse Fahrrad fahren. Ich habe extra eine Halterung mit Feder an meinem Fahrrad und damit unternehmen wir Ausflüge in Richtung eines nahe gelegenen Sees. Nur wenn es so heiß ist wie jetzt, dann sind wir nur morgens und abends unterwegs. Über Tag geht er dann mal kurz in den Garten und will dann direkt wieder ins Haus, weil es dort so schön kühl ist.Samu

Vor Männern hat Samu immer noch Angst. Das lässt leider auch nur sehr langsam nach. Bei meinem Mann geht es ganz langsam, dass er zeigt, dass er Vertrauen hat. Wenn mein Mann allerdings früher aufstehen muss und seine Betthälfte dann leer ist, ist Samu sofort bei mir und springt dann ins Bett, um sich auf der Bettseite meines Mannes zu wälzen und zu rollen. Da schläft er dann noch eine Weile, bis ich aufstehe.

Er macht auf mich einen recht zufriedenen Eindruck und wir wollen ihn auf gar keinen Fall wieder hergeben.“

Mit dem Nicht-wieder-Hergeben sind nicht nur wir, sondern garantiert auch Samu total einig – wer will schon so ein tolles Zuhause wieder einbüßen?!? Wir wünschen dem fröhlichen Gespann noch viele erfüllte Jahre und schöne gemeinsame Erlebnisse.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 

 

 

 


 

Yumiko - Die begrenzte Liebe sucht den Besitz des Anderen,
doch die grenzenlose Liebe verlangt nichts anderes als zu lieben.
(Khalil Gibran)

Yumiko

YumikoYumiko ist eine der 4 Shibas, die uns am 11.06.2014 von einer anderen Tierschutz-Orga übereignet wurden. Sie kamen aus miserablen Verhältnissen. Wie auch die drei anderen, so war Yumiko in einem schlimmen Zustand, nur sehr in sich gekehrt, eine eher ruhige und damals introvertierte Hündin. Sie hatte, wie ihre 3 Kumpels das Glück, in eine private Pflegestelle zu kommen, in der man ein besonderes Händchen für die Shibas hat. Dort wurde sie wunderbar betreut und vermittlungsfähig gemacht. Im Dezember 2014 durfte sie umziehen mit der Option der Festübernahme.

Wie das Schicksal so will, hat Yumiko Mensch gezeigt, dass sie sehr freiheitsliebend ist und gerne ihrer eigenen Wege geht. Das hatte fatale Folgen, denn schlau war die Kleine, ist zur Türe hinausgewitscht und hat sich draußen ziemlich unsichtbar gemacht. Nach einigen Wochen wurde man ihrer jedoch wieder habhaft.Yumiko
Dies dank der Unterstützung von Tierschützern, denn Yumiko war nicht mal kurz um die Ecke vermittelt, sondern gute 5 Stunden vom Vereinssitz entfernt. Durch gemeinsame Absprachen und unseren ehrenamtlichen „Hundefänger“ konnte Yumiko dann sicher in einer neuen Pflegestelle untergebracht werden.

Dort hat sie sich schnell eingelebt, anfangs jedoch weiterhin dazu tendiert, irgendwo eine Schwachstelle im Zaun zu finden, die eben nicht vorhanden war.
Und so geschah es, dass diese intelligente und charaktervolle Hündin „Pfote fasste“ und sich langsam öffnete. Großen Gefallen fand sie sofort an der bereits vorhandenen Hündin und hat sich stark an ihr orientiert.

Natürlich hat sie noch immer ihre Baustellen, doch ihre neuen Menschen können mit der Situation – und vor allem haben sie Erfahrung mit der Rasse „Shiba“ – gut umgehen und haben Verständnis, dass ein so geprägter Hund ein bisschen länger braucht, um sich einzuleben. Dazu noch ein Hund, der einige Wochen die Freiheit genossen hat und Selbstversorger war. Ein Hund, der den Kaninchen im Stall die Karotten und das Kraftfutter geklaut hat, jedoch nie die Kaninchen selbst zu Schaden kommen ließ.Yumiko

Doch nun ist Yumiko angekommen, liebevoll wird sie „Yumi“ oder auch „Wölfchen“ genannt. Sie darf sich in Haus und Garten frei bewegen und wenn sie ihre Streicheleinheiten möchte, dann fordert sie diese auch ein. Dies jedoch eher noch ein bisschen zögerlich. Mit viel Geduld wird sie bald lernen, dass es in ihrem neuen Zuhause keine Menschen gibt, die etwas von ihr erwarten, denn sie lassen Yumiko in erster Linie „Hund sein“.

Worauf man weiterhin gut achten muss, dass keine Türe und kein Tor offensteht, denn vermutlich würde Yumiko wieder die Gelegenheit nutzen, um sich vom Acker zu machen. Naja, man weiß es nicht, denn bislang hat sie sich wacker gehalten und keinen Fluchtweg mehr gefunden.

Wie sollte sie auch – alles dreht sich im neuen Zuhause um sie, ihre Hundefreundin und die Gasthunde. Und es gefällt ihr, jederzeit Artgenossen um sich zu haben, war sie es die ganzen Jahre zuvor gewohnt.

Yumiko und Freund

YumikoSchön zu wissen, dass Yumiko nun in festen Händen und gut aufgehoben ist. Auch wenn sie nicht im Internet als Vermittlungshund vorgestellt war, so gibt es doch immer wieder Shiba-Interessenten auf unserer Warteliste, denen wir gerne ein neues Sorgenfell anvertrauen.

Die Zeiten, in denen Yumiko und ihre 3 Kumpels im Zwinger und im Dreck leben mussten, die sind vorbei. Wir werden nicht zurückblicken, sondern nach vorne, dorthin, wo ein neues Leben begann.

Vielen Dank an die Pflegestelle für die gute Vorbereitung zur Vermittlung –
Vielen Dank an die Tierschützer in Thüringen und unseren Hundefänger –
Vielen Dank an Yumikos neue Menschen, die uneingeschränkt JA zu ihr gesagt haben.

Das Team der NfP – Freudenstadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Ascolino

Ein Sonnenschein trotz oder gerade wegen 8 Jahren Tierheim!

Über unsere Website wurde eine Familie auf Ascolino aufmerksam, die ihn aus Italien holte, ihn aber dann nicht behalten konnte, weil sie mit drei Hunden nicht klar kam. Bereits einen Tag nach deren „Hilferuf“ meldete sich eine Familie, die Ascolino, und NUR Ascolino, als Kumpel für ihren Terriermix Speedy aufnehmen wollte. Ascolino zog also wieder um, was er wiederum, wie beim ersten Mal, heroisch und gelassen ertrug – und nun hat er die „6 mit Zusatzzahl“ gezogen: eine Familie, die voll hinter ihm steht, die schreibt, dass sie glücklich ist, IHN gefunden zu haben; einen Kumpel, mit dem es sich herrlich kuscheln lässt und der alle Kauknochen und Leckerlis nach jeweiligem Geschmack teilt. Acht Lebensjahre, davon acht in einem (wenn auch guten) italienischem Tierheim, haben sich endlich gelohnt. Ascos neue Familie schreibt:

„Nach dem Tod unseres Husky-Schäferhund Mixes Lupo sollte es wieder ein „Nordischer" sein.
Da unser Dackel-Mix Speedy schon 10 Jahre alt und bedingt durch seine kurzen Beine auch körperlich nicht der „Größte“ ist, schauten wir vorrangig nach Hunden ab 7 Jahre und, na ja vielleicht auch in etwas kleinerer Ausführung.

Als wir dann die Geschichte von Ascolino lasen, Alter: 8 Jahre, Tierheimaufenthalt: 8 Jahre, war klar, dieser kleine Kerl - Ascolino misst gerade mal 45 cm Schulterhöhe - soll es sein.

Ascolino
Ascolino auf dem FlughafenAscolino und Speedy

Dank der Nothilfe für Polarhunde ging alles schneller als erwartet und Ascolino wurde uns am 01.04.2015 in die Pfalz gebracht. Es kam ein scheuer kleiner Hund, der die Welt noch entdecken muss, und das genau tut Ascolino: Schon nach ein paar Tagen fand er Zutrauen zu seinem neuen Frauchen, die Männer im Haushalt wurden anfänglich noch mit etwas Skepsis betrachtet.

Anders als erwartet ist Ascolino vom ersten Tag an stubenrein! Bis auf die Reviermarkierungen, im Wechsel mit Speedy, sogar „gartenrein“!

Nach anfänglichen kleinen Rangeleien sind die zwei jetzt unzertrennlich. Ascolino kennt keinen Futterneid, hat in kürzester Zeit gelernt, Treppen zu laufen, und begrüßt jeden anderen Hund mit
freundlichem Schwanzwedeln !

Unsere kleine Wundertüte hörte zunächst nicht auf seinen Namen, sondern nur auf Pfiff, aber auch wie er heißt, hat Ascolino schnell verstanden! Was sag ich, das versteht er nicht nur, nein Ascolino gehorcht mittlerweile auch wie ein Hund (ein bisschen Hund steckt halt doch in jedem Husky!).

FreilaufEs ging alles so schnell, sodass nach zwei Wochen Training an der Laufleine der Schritt gewagt werden konnte, Ascolino beim morgendlichen Gassi-Gang mit seinen neuen Freunden frei laufen zu lassen! Und es hat geklappt!

Das nächste Abenteuer für Ascolino war die gemeinsame Urlaubsfahrt an die Nordsee Mitte Mai.
Wie alles, war die Autofahrt mit Ascolino kein Problem, am Strand von Dangast hat er seine Freiheit dann voll genossen:

Ascolino

Sein kleines Handicap, Arthrose in beiden Knien, wird behandelt, und Ascolino macht den Eindruck, dass er sich durch solche Kleinigkeiten die Lebensfreude nicht verderben lässt!
Durch regelmäßige kleine Jogging-Läufe wird die Muskulatur aufgebaut – das hat auch Frauchen geholfen, die Arthrose im Knie in den Griff zu kriegen - und riesigen Spaß macht es auch noch!

Ascolino passt sein Verhalten auf wunderbare Weise an die Situation an, er geht wie selbstverständlich mit uns zur Weinwanderhütte oder in eine andere Gaststätte und benimmt sich vorbildlich.

Es ist kaum zu glauben, dass Ascolino noch vor wenigen Wochen dieses Leben gar nicht kannte.

Alleinsein, mit oder ohne Speedy, ist ebenfalls kein Problem!

Obwohl das Mäusefangen nicht wirklich klappt, gehört das Mäusejagen zu Ascolinos Lieblingsbeschäftigungen! Eine natürlich nicht lebendige Ersatzkaustange wird erst in die Luft geworfen, dann „totgeschüttelt“, versucht zu verstecken, aber Speedy hat alles im Blick, also aufgefressen!.Ascolino und Speedy

Vor ein paar Tagen gab es eine neue Freude für Ascolino, ein Haufen Sch.. am Wegesrand, man konnte nur noch 4 vor Freude zappelnde Beine in der Luft sehen. Diese Freude war zwar einseitig, aber sicher ist, Ascolino ist bei uns angekommen und fühlt sich „huskywohl“!

Ascolino ist für uns alle - mittlerweile hat er sich auch mit den Männern im Haus angefreundet - eine reine Freude und Bereicherung, wir sind froh diesen munteren Kerl bei uns zu haben.

Na, man sieht doch, dass er sich wohlfühlt, oder!?

Ascolino

Dank Ascolino ist unser Rudel komplett! Danke an alle die geholfen haben, dass Ascolino bei uns sein kann.

Speedy, Jürgen, Leon, Karin

Uns bleibt nur, Ascos Familie ein herzliches Dankeschön zu sagen dafür, dass sie Ascolino so vollkommen unvoreingenommen aufgenommen hat und ihm die Zeit gab anzukommen. Wir wünschen dem „Viererrudel“ von Herzen noch viele glückliche und gesunde Jahre.

Das Team der NfP - Freudenstadt

 


 

Timper hat ein neues Leben begonnen

Als eines von neun Pelzgesichtern war Timper Anfang April 2015 in unsere Auffangstation eingezogen, nachdem sein Besitzer aus finanziellen Gründen einen Teil seiner Vierbeiner abgeben musste. Timpers bisheriges Leben spielte sich hauptsächlich im Familienclan der Elterntiere und Geschwister ab, die zwar nicht mit im Haus wohnten, aber ein großzügiges Gelände zur Verfügung hatten und einen Musher, der viel Zeit mit seinen Tieren verbrachte.

Unseren Informationen nach war Timpers Generation noch nicht am Schlitten gelaufen und die ersten Spaziergänge in der Station gestalteten sich auch ziemlich chaotisch. Aber bald hatte der leicht zu verunsichernde Rüde Gefallen an den Ausflügen gefunden und es klappte auch immer reibungsloser. – Timper war nach unserem Dafürhalten vermittlungsreif.

Dann interessierte sich eine sportliche Familie für seine Schwester Muna, doch schon beim ersten Telefonat hatte die Vermittlerin das Gefühl, dass Timper womöglich noch besser in das kleine Husky-Team passen würde. Diese Intuition bestätigte sich: Timper vertrug sich bestens mit seinen drei Artgenossen und wickelte auch die zugehörigen Zweibeiner rasch um die Pfote. Die Entscheidung war gefallen: Timper sollte das Quartett komplettieren. Wohlwissend, dass der Wunschkandidat sich mit der Trennung von seinem bisherigen Rudel schwertun würde, er ein „normales“ Familien- und Hausleben noch nicht kannte und dass eine Menge Arbeit auf Mensch und Hund zukommen würde, nahm Familie M. diese Herausforderung an.

Der Alltag mit dem Neuzugang offenbarte dann einige ungeahnte Stolpersteine, doch mit Geduld, Einfühlungsvermögen und dem unerschütterlichen Glauben „das wird schon“ entwickelt Timper sich immer besser und ist aus seinem neuen Rudel gar nicht mehr wegzudenken. Sehr beruhigend, dass seine Zweibeiner nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern auftretende Schwierigkeiten mit Bedacht angehen und aus dem Weg räumen. So kann unser Hübscher sich mehr und mehr entfalten und Sicherheit gewinnen.

Bevor wir das Wort an Timpers neue Menschen übergeben, wollen wir Familie M. nochmals ganz herzlich danken und freuen uns, dass unser Schützling sein ganz persönliches Glückslos gezogen hat.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, FreudenstadtTimber

 

Wir haben Timper zum ersten Mal am 26.05. auf der schwäbischen Alb besucht. Nach einer Kontrolle am 29.05. konnten wir ihn schon am Samstag, den 30.05. in sein neues Zuhause abholen.

Wir haben die Schreibweise von Timpers Namen verändert. Jetzt wird er "Timber" geschrieben. Dies in Anlehnung an den Timberwolf. Ich denke, das passt besser zu ihm.

Die Abholung fand ohne unser Hunderudel statt. Zuhause angekommen unternahmen wir mit allen Hunden einen ausgedehnten Spaziergang. Timber fand dies nach der langen Autofahrt ganz toll. Nach dem Spaziergang haben wir das Grundstück betreten und Timber auch gleich an einer Schleppleine gesichert. Er war ziemlich panisch und wollte nur weg. Unsere Hunde konnten dem armen Kerl da auch nicht wirklich helfen. Die haben dem hektischen Treiben nur zugesehen.

Die erste Nacht war total unspektakulär. Timber hat bis zum nächsten Morgen um 8.00 Uhr durchgeschlafen. Am Morgen mussten wir dann leider feststellen, dass sich Timber bei uns und auch auf den Spaziergängen nicht lösen kann. Kein Tröpfchen hat er freiwillig abgegeben. Was zur Folge hatte, dass er nach 23 Stunden nicht mehr länger dicht halten konnte und es tröpfchenweise auf die Hundedecke ging.

TimberFutter hat er schon gleich am 2. Tag angenommen. Es war nicht besonders viel, aber zumindest etwas. Am 3. Tag unternahmen wir einen Spaziergang am See. Wasser findet Timber absolut toll. An der Flexi-Leine und nur am Halsband angebunden hat er dann zum ersten Mal gepinkelt. Den Kot hat er auch ein paar Meter weiter abgesetzt.

Nach einer Woche zogen wir Timber das X-Back an, um das Laufen am Trainingswagen zu testen. Zu unserem Erstaunen fand er es ganz super. Das hat er wohl früher schon mal gemacht. Jetzt hatten wir wieder was gefunden, was ihm so richtig Spaß macht. Den Hundeanhänger findet er auch toll.

Timber im RudelTimber bei der Zugarbeit

Im Haus hat er sein Plätzchen in der Küche unter dem Tisch gefunden. Er hat keine Angst vor Gegenständen, Geräuschen oder Haushaltsgeräten. Er geht nirgends hoch und hat bis jetzt auch noch nichts kaputt gemacht.

Alleine bleiben, mit den Hundekumpels, ist auch kein Problem. Da macht er gar keine Zicken.

Im Garten ist er noch nicht so entspannt, dort wird er leicht unruhig und läuft panisch umher. – Wir machen ihm dann den Hundeanhänger auf, so kann er sich zurückziehen. Mittlerweile kommt er auch schon zum Sitzplatz von uns Menschen und legt sich dazu oder lässt sich kraulen. Leckerli hat er auch schon das eine oder andere Mal angenommen. Es klappt nicht immer, aber immer öfter.

Timber

Timber

Timber

Timber

TimberImmer wenn wir das Grundstück verlassen, sei es zum Wagenfahren oder Spazierengehen, hebt Timber die Rute ganz hoch. Mittlerweile fiepst er auch schon, wenn es ihm zu langsam geht. Das macht ihn so richtig glücklich. In der Nacht dürfen die Hunde bei uns im Schlafzimmer, jeder auf seiner eigenen Hundedecke, schlafen. Das kann Timber gar nicht abwarten, bis die Decke endlich liegt und er drauf kann. Er macht dann auch gar keinen Mucks mehr. Am nächsten Morgen kommt dann so ein fragwürdiger Blick: "Was – schon wieder aufstehen?!"

Spaziergang

Wir sind froh, dass wir Timber zu uns genommen haben. Auch mit unseren vorhandenen Hunden kommt Timber bestens aus. Es macht viel Freude zu sehen was er sich Neues zutraut. So haben wir das Gefühl, genau das Richtige getan zu haben.

Vielen Dank an die NfP für die schnelle Vermittlung.

Viele Grüße von Timber und seiner neuen Hund-Mensch-Familie

 


 

Balto hat endlich eigene Menschen!

Kane

Balto

Er hat eine wirkliche Odyssee hinter sich, der ursprünglich aus Ungarn stammende Balto, der von einer Familie in Deutschland adoptiert worden war, aber dort weichen musste, weil er sich nicht mit der vorhandenen Hündin vertrug. Daraufhin durfte er eine Pflegestelle beziehen, doch nachdem er eine der dortigen Katzen auf dem Gewissen hatte, musste er überstürzt anderweitig untergebracht werden und landete in einer Hundepension.

In diesem Stadium der Geschichte wurden wir angefragt, ob es eine Übernahmemöglichkeit für Balto gäbe. Ja, die gab es und so lernte er Mitte Januar 2015 unsere Auffangstation kennen. Dass es dann viereinhalb Monate dauern würde, bis er sein eigenes Zuhause findet, hätten wir zum damaligen Zeitpunkt nicht gedacht. Womöglich war es das vermeintliche Manko „Mischling“, das ihm anhaftete, oder doch sein Sozialverhalten unter Artgenossen, das anfangs tatsächlich nicht das Beste war. Aber mit der Zeit spielte sich alles gut ein und bei Begegnungen mit anderen Hunden blieb Balto immer öfter ruhig.

Trotzdem wurde er in Sachen Vermittlung regelmäßig „übersehen“. Schade, denn weder sein Alter noch sein Verhalten rechtfertigten so eine lange Wartezeit. Balto war nach einer Weile sogar einer, der manchen unerfahrenen oder etwas ängstlichen Gassigeher von sich eingenommen hat und folgerichtig zu den bevorzugten Gassi- und Schmusehunden zählte.

Doch mit einem eigenen Zuhause wollte es einfach nicht klappen. Die spärlichen Anfragen potentieller Interessenten verliefen im Sande. Wir konnten es nicht begreifen.

Als dann Frau G. sich meldete und Balto kennenlernen wollte, versprachen wir uns nicht allzu viel davon. Aber zum Glück hatten wir uns getäuscht und Baltos Schicksal nahm ab da eine gute Wende. Frau G. und ihr erwachsener Sohn mussten kurz zuvor ihren betagten Labrador-Mix einschläfern lassen und nun war das Haus furchtbar leer ohne Vierbeiner. Balto war der Auserwählte, der die Lücke füllen sollte und beim ersten Besuch war auch schnell klar, dass Hund und Menschen tatsächlich zusammenpassten.Balto

Eine gute Woche später und nach Erledigung der Formalitäten, durfte Balto dann der Station den Rücken kehren und sich auf den Weg in seine neue Heimat machen. Das Autofahren schlug ihm etwas auf den Magen, aber nachdem dieser geleert war, verschlief Balto den Rest der Fahrt.

Sein Zuhause hat er schnell schätzen gelernt, denn hier hat er endlich die Aufmerksamkeit, die er zuvor vermisste. Das fängt schon damit an, dass er morgens vor dem Gassigehen auf seine Schmuseeinheiten besteht. Während dann seine Dosenöffner arbeiten gehen, aalt Balto sich gerne im Garten – dass er lieber draußen als in der Wohnung warten möchte, hat er deutlich gemacht, als er die Haustür in die Mangel nahm und sichtbare Spuren hinterließ… Doch nun wissen die Zweibeiner ja, wonach ihm der Sinn steht und es gab keine Schäden mehr. Aber natürlich ist die Freude bei Balto riesengroß, wenn seine Menschen wieder heim kommen: da werden dann erst mal Luftsprünge und Freudentänze aufgeführt, und im Anschluss geht’s spazieren.

Nachts verdingt Balto sich zunächst als Bettvorleger und verkrümelt sich später auf sein Kissen oder liegt der Länge nach im Zimmer. Meistens. Denn zwischendurch hat er sich auch schon zum Sohn ins Bett gequetscht, so dass dieser sich schlaftrunken fragte, warum es plötzlich so eng wurde…Balto

Bei der Gewöhnung an die neue Umgebung samt Autos, Straßen und „Stadtgeräuschen“ schlägt Balto sich recht gut. Seine Menschen wissen, dass er da noch einiges lernen muss und unterstützen ihn dabei geduldig. Auch an seinem Sozialverhalten wird weiter geübt, wobei Balto sich bei Begegnungen mit Artgenossen meist nur noch dann zu Wort meldet, wenn er angepöbelt wird. Aber auch das bekommen seine Leinenführer schnell in den Griff und so kann Balto sich allmählich zu einem souveränen Begleiter entwickeln.

Wir sind Familie G. sehr dankbar, dass sie Balto so eine tolle Chance gegeben hat und freuen uns, ihn in guten Händen zu wissen. Da erwarten Balto und seine Menschen bestimmt noch viele schöne gemeinsame Jahre. Viel Spaß dabei!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt