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Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Mai 2015 ein neues Zuhause gefunden haben

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Zoe – mitten ins Herz

Zoe

Es war Liebe auf den ersten Blick. Eigentlich wollte Familie W. vergangenen Dezember nur die in der Vorwoche beim Weihnachtsmarkt erstandene Hundebox abholen, die damals nicht gleich transportiert werden konnte. Aber dann stach ihnen Zoe ins Auge, die kurz nach dem Weihnachtsmarkt in die Auffangstation eingezogen war.

Zoe und ihren Border-Collie-Gefährten Wizkid hatten wir übernommen, nachdem der Besitzer verstorben war und seine Witwe sich neben der Versorgung der vier Kinder nicht mehr ausreichend um alle Hunde kümmern konnte. Die älteren Vierbeiner durften bei der Familie bleiben, für die jüngeren war es an der Zeit, ein neues Zuhause zu suchen.

Bei der 6-jährigen Zoe ging das dann ganz schnell. Nach einem ersten Spaziergang mit Familie W. und den anschließenden Streicheleinheiten war den Zweibeinern sonnenklar, dass nicht „irgendwann“ wieder ein Hund kommen sollte, sondern „so schnell wie möglich“. Und auch nicht „irgendein Hund“, sondern Zoe!

Zoe

Zoe - Schlittenziehen, Nein DankeUnd so wurden noch über die Weihnachtsfeiertage Hals über Kopf die entsprechenden Formalitäten erledigt, damit der Weg zum Probewohnen frei war. Das hat Zoe dann auch mit Bravour gemeistert: die ehemalige Zwingerhündin hat schnell die Vorzüge der Wohnungshaltung schätzen gelernt und beschlossen, dass es drinnen viel schöner ist als draußen.

Trotzdem genießt sie natürlich die ausgiebigen Spaziergänge in der schönen Umgebung. Vom Schlittenziehen, ihrem früheren „Broterwerb“, hat Zoe hingegen die Schnauze voll – dieses Ding sollen die Enkelkinder ruhig selber bewegen. Oder Herrchen. Oder sonst wer. Aber nicht sie! Lieber schnüffelt die grazile Hundedame einfach querfeldein nach interessanten Spuren, wobei sie bei tatsächlichen Wildbegegnungen für Rasseverhältnisse erstaunlich gelassen reagiert.

Zoe

Gegen eine Joggingeinlage hat Zoe nichts einzuwenden, da trabt sie gerne mit. Genauso kann sie aber auch „entschleunigen“ und sich über eine Blümchenwiese freuen. Auch die kulinarischen Genüsse dürfen natürlich nicht zu kurz kommen und so zelebriert sie es abends nach dem normalen Füttern regelrecht, wenn sie ihren Knochen zum Kauen zu bekommt.

Ein Knochen für Zoe

Zoe im Auto

Daheim demonstriert Zoe selbst beim Alleinbleiben Gelassenheit, obwohl wir im Vorfeld damit gerechnet hätten, dass sie, die bisher stets in hündischer Gesellschaft gelebt hatte, damit ihre Schwierigkeiten haben würde. Aber weit gefehlt. Alles läuft bestens, und das von Anfang an. – Einfach ein Traumhund! Zoe hat sich sogar dermaßen bei Herrchen eingeschmeichelt, dass sie in seinem „heiligen“ Auto mitfahren darf.

Da wundert es nicht weiter, dass aus dem Probewohnen ein fester Platz geworden ist. Und nachdem auch die Kastration überstanden war, gehört Zoe nun offiziell zur Familie. Wir freuen uns sehr, dass alles so gut harmoniert und wir überlassen Zoe mit gutem Gefühl der Obhut ihrer neuen Dosenöffner, weil es ihr dort an nichts fehlt.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 

 

 

 

 

 

 


 

Beauty-Benisha – endlich Familienanschluss

Beauty Benisha

Die knapp 10-jährige Husky-Hündin Beauty-Benisha wurde nach ihrer Laufbahn als aktive Schlittenhündin zunächst an Hobbysportler abgegeben, wo sich aber bald herausstellte, dass Madame ein gemütliches Leben im Haus bevorzugt. Leider war das aber nicht möglich, da bereits eine Geschlechtsgenossin dort wohnte und sich die beiden Hündinnen nicht vertrugen. Also traten die Besitzer mit der Bitte um Unterstützung an uns heran und wir machten uns auf die Suche nach einem passenden Zuhause.Benisha

Nachdem es kurzfristig keine Interessenten für Beauty-Benisha gab und die Lage daheim sich mehr und mehr anspannte, zog das grazile Sorgenkind zur Überbrückung in die Auffangstation ein. Auch dort kristallisierte sich immer stärker heraus, dass die sensible Hündin mehr Menschenkontakt und Anschluss brauchte. Doch eine Kandidatin im fast schon zweistelligen Alter, die noch dazu auf Dauer Schilddrüsenmedikamente einnehmen muss, hat bei den Vermittlungen eben keinen leichten Stand.

Wir hatten fast schon die Hoffnung aufgegeben, als plötzlich doch die Erlösung in Form von Familie B. nahte, die bereits vor einigen Jahren einen NfP-Schützling adoptiert hatte und nach dessen Tod ihr Hunde-Trio wieder komplettieren wollte. Ein wahrer Glücksfall für Beauty-Benisha, die uns da vorbehaltlos zustimmt:

„Hallo Freunde,

heute will ich mich endlich einmal bei euch melden. Sorry, dass es so lange gedauert hat, aber ich bin jetzt eine wirklich sehr beschäftigte Huskydame. Die Führung eines ganzen Rudels kostet doch einiges an Zeit und Kraft, aber jetzt erst mal von Anfang an:

Benisha mit RudelAlles begann am Dienstag nach Ostern. Eine Gruppe von Zwei- und Vierbeinern kam in die Auffangstation und hat sich bei mir vorgestellt. Sie haben mir einen Platz in ihrem Rudel angeboten. Nach einem Spaziergang und zwei Tagen Bedenkzeit (schließlich hatte ich ja auch noch einen Arzttermin) habe ich dann eingewilligt.

Am Donnerstag wurde ich dann nachmittags abgeholt. Nach kurzem Spaziergang, einigen Leckerlis und etwas Wasser ging es los in mein neues Leben. Ich habe mich gleich auf einer der Hundematratzen zusammengerollt und so eigentlich fast die ganze Fahrt verschlafen. Endlich angekommen stellte ich fest, dass ich jetzt nicht nur im Besitz einer rollenden, sondern auch einer gemauerten Hundehütte bin, mit Hof und Garten. Alles in allem soweit ganz passabel. In den nächsten 3 Tagen konnte ich mich etwas in meinem neuen Heim eingewöhnen und bei den 3 täglichen Spaziergängen die nähere Umgebung erkunden. Mein Rudel besteht aus dem Chefzweibeiner, der Chefzweibeinerin und dem Juniorchef (wir Vierbeiner lassen sie in dem Glauben, sie wären die Chefs). Dazu kommt der Vierbeiner Scooby Doo (ein älterer Herr, der schon kleine Probleme hat bei den Spaziergängen mitzuhalten), Allegro (er ist nur ein Jahr älter als ich, aber ich muss ihn laufend auf Trab bringen und manchmal bediene ich mich auch an seinem Napf) und ich.

Beauty Benishy mit Rudel

Nach drei Tagen ging es dann noch einmal für eine Woche mit der rollenden Hundehütte auf Tour. An diese Reisen kann man sich echt gewöhnen. Jeder hat den ganzen Tag Zeit für uns Vierbeiner und immer wieder gibt es was Neues zu sehen, kennenzulernen, schnüffeln und markieren. Echt super, solltet ihr auch mal probieren. Leider konnte ich mir nicht merken, wo wir überall waren, deshalb habe ich einige Bilder dem Brief zugefügt. Vielleicht erkennt ihr ja den einen oder anderen Ort.

Benisha und RudelchefWieder zu Hause fing dann der normale Alltag an. Spaziergengehen, Schlafen, Haus und Grundstück überwachen und auf keinen Fall die an Haus und Garten vorbeikommenden Leute verpassen. Zum Glück gehen Chef, Juniorchef und Chefin jetzt wieder arbeiten, so haben wir Vierbeiner wenigstens ab und zu mal wenige Stunden für uns. Da es in fast jedem Raum im Haus einen Liegeplatz für uns Vierbeiner hat, ist es schon ganz schön anstrengend, jeden Tag alle Plätze zu verwüsten. Das Bällchenspielen habe ich ihnen auch beigebracht. Als ich mein neues Geschirr angepasst bekommen habe, habe ich auch gleich noch 2 neue Bälle gekauft. Meinen Zweibeinern habe ich auch schon die wichtigsten Dinge beigebracht. So langsam wissen sie, wann und wie lange ich Ball spielen will, wann ich spazieren gehen will, wann ich im Garten die Sonne genießen möchte und vor allem, wann ich gefüttert werden will. Abends gehe ich dann mit der Chefin ins Bett – leider gibt es dann immer wieder Diskussionen, wenn der Chef später nachkommt. Aber der Klügere gibt ja nach, also überlasse ich ihm nach kurzem Brummen den Platz und ziehe mich ins Hundebett zurück.

Benisha

Wie ihr seht, geht es mir soweit gut und ich denke an diesem Ort kann ich es ohne Probleme aushalten. Jetzt ist es aber wirklich genug für heute, ich werde mich bei Gelegenheit mal wieder melden. Macht´s gut und bis zum nächsten Mal.

Liebe Grüße von eurer Benisha“

Benisha und Rudel

Mit diesem Happy-End haben sich all unsere Wünsche erfüllt. Ein herzliches Dankeschön an Familie B., dass Sie sich speziell derjenigen Vierbeiner annehmen, die von den meisten anderen Interessenten gleich aussortiert werden. Wir wissen, dass Beauty-Benisha bei Ihnen bestens aufgehoben ist!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

Y u r i - Ein Zentimeter Hund ist mir lieber
als ein Kilometer Stammbaum.....(Dana Burnett)

Yuri

Yuri – der Bonsai-Husky-Mix, der die Herzen mancher Besucher erobert hat. Auch die Pflegestelle, der wir hier für den Einsatz herzlich danken möchten, hat sich recht schnell in den netten Kerl verguckt.Yuri mit Katze

Uns freut es immer wieder, dass die Vierbeiner, wenn ihnen genügend Zeit gegeben wird, sich eigentlich in jede Gegebenheit einfügen. Wir sind daher auch sicher, dass die Katze „Satine“ sich noch überzeugen lassen wird, dass Hunde im Grunde auch nur größere (manches Mal auch kleinere) Katzen sind. Zumindest das Anspruchsdenken, wie Schmusen und Leckereien sind fast identisch.

Wir wünschen den Zwei- und Vierbeinern, dass sich alles weiterhin so entwickelt wie bisher und dass wir irgendwann ein Foto von Leonie, Satine und Yuri bekommen, auf dem sie gemeinsam zu sehen sind.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

„Am 03. April 2015, Karfreitag, haben wir unseren Yuri bei seiner Pflegestelle abgeholt – für uns also ein „Osterhase“. Vielen Dank nochmals an Herrn H. und Frau N., die sich gut und liebevoll um Yuri gekümmert hatten.
Yuri ist wirklich ein Hund zum Verlieben! Abgesehen davon, dass er ein ganz hübscher Kerl ist, ist er unwahrscheinlich klug, loyal, ruhig, verschmust – einfach nur nett! Und wie es sich für einen Husky gehört, manchmal - oder öfter - ein richtiger Dickschädel. Das war uns jedoch von vorneherein klar, schließlich hatten wir uns ganz bewusst für einen Husky entschieden. Wir mögen nämlich diese Eigenständigkeit.
Yuri hat sich wunderbar eingelebt und wir lieben ihn von Tag zu Tag mehr.
Yuri, möchtest Du vielleicht selbst erzählen, wie es Dir bei uns gefällt?

„Hallo! Ich heiße Yuri und mir gefällt es in meinem neuen zu Hause richtig gut. Meine neue Familie besteht aus Herrchen, Frauchen und zwei Katzen. Herrchen und Frauchen hatten sich wirklich gut auf mich vorbereitet. Als sie mich mit dem Auto abholten (Autofahren macht Spaß!!!) hatten sie so ein Ding mitgebracht, mit dem sie mich angegurtet haben, damit ich im Auto sicher unterwegs sein kann. In meinem neuen Zuhause musste ich dann eine ganz lange offene Holztreppe hoch laufen. Damit es mir leichter fiel, hatte mein neues Herrchen die Stufen mit Teppichboden belegt und die Treppe von unten mit Karton verkleidet, damit ich nicht zwischen den Stufen hindurch sehen konnte. Doch nach ein paar Tagen machte mir das schon gar nichts mehr aus und der Karton konnte entfernt werden. Inzwischen weiß ich nämlich, dass ich meiner neuen Familie vertrauen kann und dass sie mich nicht irgendwo hin schickt, wo es für mich gefährlich istYuri und Leonie

Und ich habe einen ganz großen Garten, in dem ich herumtollen kann, entweder alleine oder mit meiner Familie. Yippiiiieee!!!! Von Null auf Hundert in zwei Sekunden. Mancher Autonarr wäre neidisch auf die vielen PS, die ich unter meinem Fell habe. Und die Luftsprünge, die ich dann mache - über sämtliche Blumenkübel hinweg. Super!!! Ein Hundeleben kann so schön sein.
Herrchen hat seine Firma im gleichen Haus wie die Wohnung. Und so darf ich morgens nach der ersten Gassi-Runde immer mit ins Büro. Dort ist die Terrassentür ständig offen, damit ich so, wie ich will, raus und rein kann. Immer wieder schaue ich im Büro vorbei, denn da hole ich mir bei meiner Familie und den Mitarbeitern meine Streicheleinheiten. Ich bin nämlich ein ganz Verschmuster. Und abends ist dann kuscheln mit meiner Familie angesagt ----TOLL!

Nur die beiden Katzen (übrigens auch aus dem Tierschutz), die ärgern mich. Ich würde doch so gerne mit ihnen spielen!!! Leonie, die Norwegische Waldkatze, ist eine richtige Zicke. Entweder sie rührt sich überhaupt nicht von der Stelle oder aber ich bekomme eine Ohrfeige, wenn ich ihr zu nahe komme. Ich habe jetzt beschlossen, dass ich sie ignoriere.
Die andere, Satine, ist eine ganz ängstliche, jedoch auch neugierige Katze. Ab und zu verirrt sie sich ins Wohnzimmer, wo ich mich hin und wieder ausruhe. Wenn ich dann aufspringe und sie begrüßen will, haut sie ab. Mein Frauchen meint, ich sei etwas zu stürmisch. Dabei will ich doch nur spielen!!!Warum verstehen das die Katzen nicht???!!!

Arbeiten muss ich auch. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass ich schon nach einer Woche in die Schule musste? Ich sollte lernen, was ich machen soll, wenn Herrchen und Frauchen „Sitz“, „Platz“, „Komm her“, „Schluss“, „Aus“ rufen oder wenn sie mich auf meine Decke schicken wollen und vor allem, wie ich mit anderen Hunden umgehen soll. Anfangs habe ich nämlich immer einen riesigen Aufstand gemacht, wenn ich anderen Hunden begegnet bin. Ich habe gebellt, bin in die Luft gesprungen und habe Pirouetten in der Luft gedreht und wollte denen zeigen wer hier das Sagen hat. Doch das habe ich inzwischen nicht mehr nötig – zumindest nicht mehr bei jedem Hund, dem ich begegne. Ich weiß nun, dass ich ein toller Hund bin und brauche das nicht mehr durch solche Faxen zu betonen. Und ich weiß, dass ich mich auf Herrchen und Frauchen verlassen kann und das gibt mir Sicherheit.

YuriIn der Hundeschule habe ich schon zwei Freundinnen gefunden. Ich bin halt ein Frauenversteher! Eine Freundin wohnt gar nicht weit von mir entfernt und wir besuchen uns ab und zu gegenseitig. Das ist toll, weil ich doch so gerne mit anderen Hunden spiele. In der Hundeschulstunde sind wir manchmal zu viert, manchmal auch zu sechst. Und am Ende jeder Stunde erlaubt uns die Trainerin das Spielen. Dann geht’s richtig los! Ich rufe: ‚Alles hört auf mein Kommando! Die Spielregeln bestimme ich!‘ und renne zwischen die spielenden Hunde. Doch die wollen einfach nicht nach meiner Pfeife tanzen. Und bei meiner Trainerin kommt das auch nicht so gut an. Sie nimmt mich dann immer zur Seite, belehrt mich und dann muss ich in dieser Spielrunde aussetzen. Ich soll lernen, dass ich mich anpassen soll. Gar nicht so leicht!

Yuri

YuriJa, gelernt habe ich – eigentlich - schon, wie ich mich verhalten sollte. Aber ich bin schließlich ein Husky und muss die Ehre der Huskys retten. Deshalb folge ich nur, wenn ich gerade Lust dazu habe oder mit 30 Sekunden Verzögerung. Ein Leckerli erleichtert mir das Folgen natürlich ungemein.
Wisst Ihr, was ich witzig finde? Auch Frauchen und Herrchen müssen in der Hundeschule lernen. (Hihihi!!) Manchmal trainiert die Lehrerin eher die beiden als mich. Ist das lustig!!!!!“

Schluss Yuri! Nun ist aber genug! sonst plauderst Du zu viel aus dem Nähkästchen!
Wir möchten uns noch ganz herzlich bei Frau S. von der Nothilfe bedanken, mit der wir stundenlang telefoniert haben und die uns wirklich eine Hilfe war.
Wir wünschen uns, dass Yuri uns noch viele Jahre begleiten wird. Einen besseren Hund gibt es nicht!!!!

Viele Grüße aus dem Schwarzwald!
Esther und Uwe B.“

 

 

 

 

 

 

 


 

KimiKo - Wer ja sagt zu seinem Schicksal, den führt es voran;
den Widerstrebenden aber schleift es mit.
( Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.)

Kimi

Und das Schicksal hat KimiKo und ihre Mama, die bereits unter den Glücksfellen stehende Shiba-Hündin „Yuna“, vorangeführt. Denn als wir die beiden vierbeinigen Schätze am 08.04.2015 übernommen haben, da waren sie zwei kleine Angstbündel, die total verunsichert aus der Transportbox in ein neues Leben marschierten. Schon vor der Übernahme wurden wir informiert, dass Kimiko einen Nabelbruch hätte, der sich allerdings als Zwerchfellbruch herausstellte. Da akute Lebensgefahr für diese kleine Hundedame bestand, wurde sie gleich am nächsten Tag der Tierärztin vorgestellt, die sie dann auch am 11.04.2015 operierte.

KimiDie OP und auch die kritischen Folgetage hat KimiKo gut überstanden, wohlbehütet von ihrer Mama Yuna. Das Schicksal hatte Mutter und Tochter wohl seit der Geburt von KimiKo zusammengeschweißt – die enorme Anhänglichkeit von KimiKo an ihre Mama sprach Bände. Aber mit ihren 6 Monaten sollte sie langsam daran gewöhnt werden, ein Leben ohne Mama zu führen.

Glücklich, aus dem Kohlenkeller befreit, haben beide Hündinnen ihre neue Situation in vollen Zügen genossen. Die täglichen Spaziergänge mit den Pflegestellen-Hunden Jenny und Ronja wurden freudig angenommen und schnell lernten sie stubenrein zu sein. Nur die Schwierigkeiten mit den Katzen, die in der Pflegstelle herumwuseln, das war ein für die Dauer ihres Aufenthaltes hier ein großes Problem. Konstante Trennung war angesagt und der Stress, den man sich dadurch geschaffen hat, der wurde keinen Tag besser. Vor allem deshalb, weil die Katzen sehr den Hunden angetan sind und es nicht verstanden haben, dass Yuna wie Kimiko nur eines im Sinn hatten: jagen –-- und vielleicht noch mehr. So wurden die 4mal täglichen Ausgehzeiten zu einem Spießrutenlauf, bis die zwei Damen glücklich ins Auto verbracht waren.

Ronja, Jenny und Kimi v.l.

Über die Vorstellung von den Beiden auf unserer Homepage, meldete sich ein Interessent aus der Nähe unserer Auffangstation auf der schäwb.Alb und es wurde auch dort ein Treffen vereinbart. Schnell war für Vater und Tochter klar, dass man Kimiko adoptieren möchte. Die Vorgeschichte und evtl. Eingewöhnungs-Schwierigkeiten seien kein Thema, man hätte das schon einmal gehabt mit dem Vorgänger-Hund, der leider viel zu früh verstorben war. Sympathische Menschen waren das und wir hatten ein super gutes Gefühl, dass Kimiko dort artgerecht und ihrem Alter entsprechend gut aufgehoben ist.

KimiAber fast eine Woche musste noch vergehen, bevor die Kleine umziehen durfte.

Ein nochmaliger Vorstellungstermin bei der Tierärztin und nach dem OP-Fäden ziehen, brachten wir KimiKo am 24.04.2015 in ihr neues Zuhause. Wir wurden alle, auch Yuna, Jenny und Ronja, herzlich in Empfang genommen und lernten nicht nur KimiKos neues Zuhause, sondern auch die schöne Umgebung kennen, in der sie zukünftig „ihre Clown-Einlagen“ starten und neue vierbeinige Freunde kennenlernen kann.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang haben wir uns dann leise davongeschlichen, um KimiKo nicht zu viel Abschiedsstress zu bereiten. Für Mama Yuna war das gleich in Ordnung, sie hatte keinen Trennungsschmerz, doch uns Zweibeiner fiel das Loslassen schon schwer. KimiKo war ein so bezauberndes Chow-Shiba-Hundekind, das man auch – wie so viele Pfleglinge zuvor auch schon – gerne behalten hätte. Die Emotionen im Tierschutz spielen einem schon manchmal einen Streich.
Doch mit dem Bewusstsein, dass das nette Mädel einen Traumplatz bekommen hat, haben wir uns doch ohne Tränen in den Augen mit dem Rest der Vierbeiner auf den Heimweg begeben.
Die konstanten Rückmeldungen bewiesen uns, dass KimiKo, wie dann später ihre Mama, das große Los gezogen hatte.
Aber lesen Sie selbst, wie das Mädel sich entwickelt hat – und mit der halben Portion Chow in sich, zeigt sie auch manches Verhalten dieser chinesischen Charakterhunde und das ist gut so. Man muss sich ja nicht von jedem Fremden anfassen lassen, denn auch Tiere haben ein Recht auf Würde.

Danke Mike und Jule für die herzliche Aufnahme von Kimi – und wir freuen uns mal auf ein Wiedersehen – vielleicht draußen in der Auffangstation in Gauselfingen?

„Kimi ist zu Hause angekommen ...

Unsere kleine Kimi hat keine gute Vorgeschichte, aber sie macht sich super in unserem Alltag. Die anfänglichen „Jammer“-Attacken, wenn einer das Haus verlassen hat, sind verschwunden. Wenn sie denn allein ist, legt sie sich vor das große Fenster und beobachtet Katzen, Nachbarskinder und was sonst so passiert.

Wenn ich morgens gehen möchte, versucht sie meine Schnürsenkel zu erwischen und hat einen riesigen Spaß dabei.

KimiZu anderen Tieren hat Kimi ein sehr aufgeschlossenes Verhältnis, sie mag bis jetzt jedes Tier. Wir haben zusammen kennengelernt: Kühe, Pferde, Schafe, natürlich Hunde und Katzen.
Fressen tut sie sehr gern und irgendwie mag sie alles, was ich gegeben habe.
Beim Gassi-gehen ist sie glücklich, wenn sie durch das hohe Gras rennen kann (noch an der langen Leine), aber kommt auch immer wieder zu mir zurück, um sich ein Leckerli abzuholen.
Kurzum: Wir lieben sie!

Nachts schläft sie in ihrem Körbchen aber am Tage vorm Fenster oder unterm Tisch.

Nun zu ihren Eigenheiten und (?vielleicht) Problemen:

Wenn jemand duschen war, MUSS Kimi danach auch in die Dusche und leckt die ganzen Fliesen ab.
Kimi mag keine verschlossenen Türen, da wird dann gejammert.
Kimi erschrickt sehr stark bei lauten Geräuschen, wie z.B. Staubsauger, unerwartetes Türen klappen (Wind).
Beim Gassi-gehen rennt sie so gern um mich herum wie ein Satellit, dass mir schwindelig wird. Ich muss mich ja immer mitdrehen, wegen der Leine.

Sie hat noch immer große Angst vor fremden Menschen, an erster Stelle Männer und dann Kinder. Bei Frauen ist es auch, aber nicht ganz so stark.

Sie hasst es, wenn man ihr das Geschirr anlegen will, obwohl sie gern raus geht. Wir haben viele Stunden damit verbracht, um den Tisch zu laufen, vorwärts und rückwärts.
Mittlerweile lasse ich ihr das Geschirr an und wenn ich dann mit der Leine komme, legt sie sich brav auf den Boden und wartet bis es endlich losgeht.

Aber das bekommen wir alles so nach und nach in den Griff, ich möchte erst mal ihr Vertrauen gewinnen, bevor wir uns um so schwierige Aufgaben kümmern.

Nun komme ich zum Schluss:

Kimi und ihre neue Familie

Die kleine Kimi macht sich SUPER, sie ist frech, neugierig und lernt sehr schnell. Sie mag ihre Streicheleinheiten und dankt es mit einem stundenlangen Lecken.
Wir haben sie in unser Herz geschlossen und wissen, dass es kein Fehler war, sie bei uns aufzunehmen.
Vielen Dank an die Pflegestelle von Kimi für die Chance, die sie Kimi und uns gegeben hat.

Liebe Grüße Kimi, Mike und Jule“

 


 

Mara – Volltreffer!

Mara

Die junge Mara hatte ihr Zuhause wegen Zeitmangel verloren und wartete nun in unserer Auffangstation auf eine neue Familie. Aber nicht lange. Denn wie bei einer so bezaubernden Hundedame nicht anders zu erwarten, verliebten sich recht schnell Interessenten in sie, deren Husky verstorben war und die wieder einen nordischen Kameraden suchten.

Aber das können die glücklichen Zweibeiner und Mara selbst besser erzählen…

„Ein neues Leben mit Mara

MaraIm September 2014 ist leider unsere heißgeliebte Ajosha (Siberian Husky) gestorben. Anfänglich wollten wir ein paar Jahre keinen neuen Hund, doch nach einigen Monaten kamen wir zu dem Entschluss: "Ein Leben ohne Husky ist zwar möglich, aber sinnlos!"
Und so wurde die Internetseite "Polarhunde in Not" durchgestöbert. KODA hätte uns sehr gut gefallen – doch er war (zum Glück für ihn!) schon vergeben. Es wurde uns vom Team eine sehr junge, hübsche Malamute-Hündin vorgeschlagen, die sofort unser Herz eroberte!

Am 12. April begann für uns wieder ein SINNVOLLES Leben!!

Mara erzählt:

Ich wurde an einem Sonntag abgeholt – es hat geheißen, dass ich jetzt nach Tirol in die Berge darf. Die Leute, die mich mitgenommen haben, waren eigentlich sehr nett zu mir, aber die lange Autofahrt und vor allem die vielen Kurven, das war überhaupt nicht angenehm!

Doch dann kam ich endlich in einen schönen großen Garten, alle Zweibeiner waren sehr lieb zu mir, so dass es mir schon gleich wieder gut ging. Ich gewöhnte mich rasch an mein neues Zuhause und mittlerweile fühle ich mich so richtig "pudelwohl"!

Jeden Tag darf ich viel "lauf-lauf" – so nennen meine Menschen das Spazierengehen – und lerne ganz viel Neues kennen.

Mara

Anfangs war alles soo interessant, dass ich ganz das Gehen vergessen habe, ich setzte mich einfach hin! Mein Frauchen lockte mich aber immer wieder mit einem Leckerli weiter. Jetzt weiß ich allerdings: je weiter ich gehe, umso mehr erlebe ich!! Außerdem wird von Tag zu Tag meine Kondition besser und so macht das Laufen richtig Spaß!Mara

Zu Hause genieße ich, dass ich immer bei meinen Leuten sein darf, ganz egal, ob im Haus oder im Garten. Und ich bekomme auch jederzeit so viel Streicheleinheiten wie ich will – und das ist wirklich viel!! Ab und zu will ich auch spielen (bin ja erst 10 Monate alt) und da bekomme ich ein paar alte Stofftiere, die ich dann zerfetzen darf.
Am meisten Spaß habe ich allerdings jeden Morgen, da bin ich gut ausgeschlafen und total übermütig! Immer, kurz bevor der Wecker klingelt, rase ich ins Schlafzimmer und wecke meine Menschen etwas stürmisch auf: ich springe ins Bett, hüpfe wie wild herum, wasche ihre Gesichter, knabbere an ihren Ohren und möchte am liebsten gleichzeitig kuscheln, spielen und raufen!
Aber sonst bin ich ein extrem braver Hund. Darum gibt es auch nichts Lustiges zu erzählen, weil ich nie was Schlimmes mache.

Viel zu erzählen gibt es nur bei meinen Erlebnissen: ich durfte bereits schon bei Schitouren mitgehen – das Hinunterrasen ist sehr spaßig! Das Autofahren ist mittlerweile auch kein Problem mehr – nicht einmal bei kurvigen Straßen, die ich anfangs nicht mochte, und gestern fuhr ich das erste Mal am See mit dem Kanu, das war sehr spannend!
Ich glaube, meine Familie ist sehr, sehr zufrieden mit mir und ist sehr, sehr glücklich, dass ich da bin!
Über mich kann ich abschließend nur noch sagen: ICH BIN EIN GLÜCKSFELL!!“

 

Mara

Das sehen wir ganz genau so und wünschen dem sympathischen Menschen-Hund-Rudel für die kommenden erlebnisreichen Jahre alles Gute.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

Max – warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah…

Max

MaxIm Februar 2015 hatten wir Max gemeinsam mit drei anderen Fellnasen vom Tierheim Brandenburg/Havel übernommen, wo dieser Prachtkerl von Malamute bereits rund ein Jahr einquartiert war und keine passenden Interessenten in Sicht hatte. Wir allerdings waren sicher, dass es nicht noch mal ein Jahr dauern würde, bis Max in ein eigenes Zuhause umziehen dürfte. – Und wir hatten Recht.

Bei Familie Sp. war der bisherige vierbeinige Begleiter verstorben und nach der ersten Trauer sollte wieder ein Nordischer Einzug halten und den Alltag bereichern. Die Wahl fiel auf Max. Welche Ironie des Schicksals, denn Max sollte nun wieder in derselben Ecke Deutschlands leben, aus der er mangels Nachfrage in unsere Auffangstation gekommen war. Doch manchmal sind Umwege eben unvermeidbar.

Und besser hätte es für Max gar nicht laufen können, denn nun hat er wirklich alles, was er zum Glücklichsein braucht. Auch seinen Menschen zaubert er immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht und so verwundert es auch nicht weiter, dass sie in den höchsten Tönen von ihm schwärmen:

„Als unser Daniel am 28.2.2015 nach langer schwerer Krankheit verstarb, brach eine Welt für uns zusammen. Nur 5 Jahre durfte er bei uns sein. Die Lücke, die er hinterließ, war riesig. An allen Ecken und Enden fehlte der Hund. Schnell stand für uns fest: ohne Hund ist das Leben ein "Hundeleben". Wir wussten aber, dass wir für ein neues Familienmitglied Zeit zum "Aneinandergewöhnen" haben mussten und wollten bis zu unserem Urlaub im April warten. Und so durchsuchten wir Ihre Seite und fanden Max. Alles an ihm sprach uns an, und so hofften wir, dass er noch nicht vermittelt sein würde, wenn wir kommen könnten. Und so war es dann auch und die 750 km Fahrt haben sich gelohnt.

Max ist ein toller Hund, der das Familienleben in vollen Zügen genießt. Alles wird positiv angenommen. Als einstige "Fressmaschine" bleibt er sogar vor seinem gefüllten Fressnapf sitzen, und wartet auf das Kommando, dass er fressen darf und unser Essen bleibt unser Essen. Zurzeit ereignen sich keine Diebstähle seinerseits, was ja auch schon ein riesengroßer Schritt ist.

Alle Spaziergänge sind für ihn spannend, denn er ist ein großer Jäger und wird schon von den hiesigen Katzen gefürchtet. Unsere Eichhörnchen haben ihn auch schon kennengelernt, doch haben seine Versuche, einen Baum zu erklimmen, noch nicht geklappt.

Max im Garten

Aber am tollsten ist die Zeit, die er mit seinem Chef im Garten verbringt. Er liegt bei ihm und schaut ihm zu (ohne Leine) oder er beobachtet die Nachbarn bei ihrer Gartenarbeit. Es ist kein Problem, ihn dann abzurufen.

Immer länger werden die Phasen, die er alleine bleiben kann (eigentlich mag er das gar nicht) und er gewöhnt sich an unseren Rhythmus.

Max gibt uns das Gefühl, dass er am richtigen Platz ist und auch wir würden diesen tollen Hund um nichts in der Welt wieder gehen lassen wollen. Er gehört zu unserer Familie. Die Lücke ist geschlossen.

Alles Liebe aus dem wilden Osten
Familie Sp.“

Max mit Familie

Wir sagen ein ganz dickes Dankeschön an die stolzen Max-Besitzer, dass sie so eine weite Strecke auf sich genommen haben, um unser Goldstück zu sich heim zu holen. Und dass sie die Flinte nicht gleich ins Korn geworfen haben, als sich herausstellte, dass der Neuzugang beim Alleinbleiben mehr Probleme hat als gedacht – doch mit Einfühlungsvermögen und Geduld sind sie schon dabei, seine Verlustängste abzubauen, so dass einem erfüllten Hundeleben nichts im Wege steht.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt