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Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Oktober 2015 ein neues Zuhause gefunden haben

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Tibo lässt seinen Charme spielen

Tibo

Tibo

Als Tibo Einzug in unsere Auffangstation hielt, rechneten wir schon damit, dass er nicht allzu lange da sein würde. Bereits allein aufgrund der Optik fiel er mit seinem hellen Fell, der besonders buschigen Rute und den aparten schwarz umrundeten Ohren auf. Doch zwei für eine Vermittlung erschwerende Punkte kristallisierten sich heraus: erstens hat Tibo enorme Kräfte, die im Zweifelsfall (z.B. bei Wildsichtungen) gebändigt werden müssen und zweitens demonstrierte er eine ausgeprägte Leinenaggression. Sobald er sich nicht frei bewegen konnte, stänkerte er sogar gegen seine Gehege-Mitbewohner, mit denen er ansonsten recht gut auskam.Tibo

Doch weder sein Äußeres sollte den Ausschlag für Tibos Vermittlung geben, noch sollte seine Unbeherrschtheit diese verhindern. Bei der Entscheidung für Tibo war es vielmehr relevant, dass er Katzen nicht gleich den Garaus machen möchte. Es ist ja immer ein gewisses Risiko, einen jagdbegeisterten Vierbeiner mit Katzen zu vergesellschaften, selbst wenn der Hund Samtpfoten an sich schon kennt. In Tibos Fall wussten wir aber gar nicht, ob es in der Vergangenheit bereits Katzenkontakte gegeben hatte und daher testeten wir sein Verhalten sehr vorsichtig mit unserem „Stationskater“ Hannes. Und siehe da: Tibo reagierte erstaunlich gelassen auf die andere Spezies, so dass wir zu dem Urteil kamen, dass eine Gewöhnung mit etwas Fingerspitzengefühl machbar sei.

TiboSo stand nach zwei Kennenlern-Besuchen von Familie R. und der Absolvierung der Formalitäten dem Umzug nichts mehr im Wege und ein weiterer unserer Schützlinge wurde zum schweizerischen Eidgenossen. Mehrere Rückmeldungen bestätigen mittlerweile, dass Tibo sich nicht nur in Rekordzeit mit Katze Milly arrangiert hat, sondern es ganz allgemein sogar noch besser als erwartet läuft.

„Die erste Woche ist vorbei und Tibo zeichnet sich als wunderbarer Hund aus. Er ist die Ruhe selbst, wenn er Zuhause ist. Mit unserer Katze läuft es super gut, die beiden respektieren sich gegenseitig, wobei Tibo nicht wirklich an ihr Interesse zeigt. Diese Woche haben wir Tibo so stundenweise alleine gelassen und dies lief sehr gut.

Tibo

Er hat bereits eine sichtliche Bindung zu uns aufgebaut und läuft auch die meiste Zeit ohne Stress an der Leine, mit anderen Hunden haben wir´s auch langsam im Griff, dass er nicht jeden anknurrt.

Im Garten bewegt er sich als Herr und Meister und zeigt uns seine besten Laufeigenschaften. Diese Woche habe ich Tibo vors Rad gespannt und lief/fuhr eine kurze Strecke, um zu sehen, wie er sich verhält. Ich glaube, dass er nicht das erste Mal eingespannt wurde.“Tibo

Auch in den folgenden Mails schwärmten Tibos Menschen in den höchsten Tönen von ihrem neuen Familienmitglied, der sich als wahrer Traumhund erwiesen hat.

„Tibo lebt sich von Tag zu Tag besser ein, wechselt sein Fell und entsprechend sieht es im Haus aus, aber er ist ein genialer Hund und sehr aufmerksam in „jeder“ Hinsicht. Am Morgen, wenn wir ins Wohnzimmer kommen, das er als seinen Schlafplatz definiert hat, streckt er alle Viere von sich und lässt sich am Bauch kraulen. Fressen geht sehr gut – morgens brummt er wie ein Zottelbär, bis sein Fressen da steht. Im Moment versuchen wir eine Gewichtszunahme anzustreben, was bei der täglichen Bewegung nicht ganz einfach ist (dies auch, weil sein Magen noch nicht 100% okay zu sein scheint).“

Dass Tibo einen großen Bewegungsdrang hat, konnten wir schon in der Station feststellen. Und jetzt scheint er so richtig in seinem Element zu sein:

Tibo„Tibo entwickelt sich prächtig, wir können uns nicht mehr vorstellen, ihn herzugeben. Das Verhalten gegenüber Menschen ist exzellent, er zeigt sich rassetypisch freundlich und neugierig, alle mögen ihn und er lässt sich knuddeln und spielt im Garten wie ein kleines Kind.

In der Zwischenzeit haben wir uns einen DogScooter (Trainingsroller) gekauft, um Tibos Kräfte ein wenig zu bändigen. Beim Anziehen des Renngeschirr reagiert er am Anfang immer sehr beängstigt. Beim Laufen merkt man, dass Tibo sicherlich schon Hundeschlittensport gemacht hat, sein Laufstil ist richtig souverän und wenn erst mal die ersten paar hundert Meter gelaufen sind, merkt man, dass er auch Freude daran hat.

In Sachen Hundesozialkompetenz bei Tibo arbeiten wir im Moment daran und werden mit ihm auch im neuen Jahr in die Hundeschule gehen. Ansonsten ist Tibo nicht mehr wegzudenken und gibt seinem ganzen familiären Umfeld sehr viel zurück.“

Es freut uns total, dass Tibo es dermaßen gut getroffen hat und seine neuen Besitzer so glücklich mit ihm sind. Und dass er es seinerseits auch ist, spricht aus jedem Bild. - Wir wünschen weiterhin viel Spaß und bedanken uns herzlich bei den Zweibeinern für den Mut, einem Hund mit nahezu unbekannter Vorgeschichte ein Zuhause zu geben.

Tibo

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

In Muna erwacht die Sportlerin…

Mona

Muna haben wir im April 2015 als Mitglied eines 9-köpfigen Rudels aus der Schweiz übernommen. Mit den älteren Hunde war der Musher noch Schlitten gefahren, aber Munas Generation wurde schon in die Zeit hineingeboren, wo sich die Sportlerkarriere dem Ende neigte, so dass unsere blauäugige Schöne und ihre Geschwister diesbezüglich keine Erfahrung mitbrachten.Muna

Überhaupt hatten Muna & Co. in Sachen Umwelterfahrungen wenig in die Waagschale zu werfen, da sie ihr bisheriges Leben hauptsächlich auf dem großen Areal des Ex-Besitzers inmitten ihres Rudels verbracht hatten. Dementsprechend verunsichert war Muna auch beim Einzug in die Station. Es brauchte eine Weile, bis sie zu ihren neuen Bezugspersonen so viel Vertrauen aufgebaut hatte, dass sie sich anfassen ließ und man sie zum Gassigehen mitnehmen konnte. Die ersten Spaziergänge waren abenteuerlich, da Muna die Leinenlänge noch nicht abschätzen konnte und immer wieder ruckartig losrannte. Außerdem waren ihr das Geschirr und die Leine nicht geheuer und sie versuchte, sich ihrer zu entledigen: die Leine war ständig in Gefahr, durchgebissen zu werden. – Erst allmählich fand Muna Gefallen an den Ausflügen und ihre Anspannung legte sich.

Muna

MunaWas in der Station aber trotz Munas Scheu äußerst positiv auffiel, war ihr gutes Sozialverhalten in der Gruppe. Mit Schwester Happy gab es zwar zwischendurch gehörigen Zoff, aber ansonsten erwies sich Muna als sehr verträglich. Als sich dann Frau D. nach ihr erkundigte, schätzten wir so auch die Chance, dass sie sich mit dem vorhandenen Husky-Duo arrangieren würde, als recht gut ein. Frau D. hat bereits vor einigen Jahren den Rüden „Black Youkon“ von uns übernommen und später bekam er noch Gesellschaft von Hündin „Chinook“, die aus Privathand stammt.

Die Probe aufs Exempel in der Station verlief erwartungsgemäß gut und so fuhr Frau D. mit einem Trio wieder heim – in Munas alte Heimat, die Schweiz. Wie es ihr dann dort erging, erzählt die neue Besitzerin selbst:

„Zu Hause zeigte Muna sich zu Anfang sehr aufgeregt und immer etwas auf der Flucht. Vor allem in Bezug auf meine Hündin Chinook verhielt sie sich defensiv und deeskalierend: Sie suchte Distanz, wenn Chinook an ihr Futter kam und positionierte sich immer so, dass sie ausweichen konnte. Sie suchte die Sicherheit und den Halt bei mir, und war sicher froh, dass wir den ganzen Sommer über gemeinsam im Garten schlafen konnten und ich ihr so ein Leben im Haus nicht direkt nach dem Wechsel aufdrücken musste. Also alles Verhalten, welches eine gute Voraussetzung für eine positive Integration in ein bestehendes Rudel beinhaltet, mich jedoch in den ersten Tagen und Wochen auch einige Nerven und Gedanken gekostet hat – auch weil sich meine erfahrene und sehr versierte Hundetrainerin zu Anfang skeptisch äußerte, ob es mit den beiden „Weibern“ nicht krachen wird… Also Auftrag erhalten, alle Situationen zu managen, zu splitten und Chinook in ihrer Alphaposition zu stärken.Muna

Das Laufen am Trike und am Scooter war dann eine eigene Geschichte. Muna zeigte sich zu Anfang komplett überfordert, neben und vor dem Trike zu laufen. Sie brach nach hinten und zur Seite aus, warf sich ins Gras und rannte immer wieder schnell zum Haus zurück. Also begann ich in kleineren Schritten ein Aufbautraining umgesetzt, zuerst nur mit ihr alleine am Scooter gehen und sie die 50 m zum Haus zurücklaufen lassen; sie loben, jedoch auch Grenzen setzen, wenn ich den Eindruck erhielt, dass es jetzt nicht nur um „Angst und Überforderung“, sondern auch um ein Ausprobieren meiner Grenzen ging. Ihr zeigen, dass vom Rad keine Gefahr droht und das Laufen und Ziehen auch Spaß machen kann. Und siehe da, das Ergebnis kann sich zeigen lassen: Muna lernte innerhalb von 14 Tagen das Wagenziehen und läuft nun für ihr Leben gern am Trike. Sie startet an Rennen im Singlelead, lässt sich beim Laufen durch nichts und niemand ablenken, sie läuft neben Chinook und Youkon und fremden Hunden im Gespann mit und ist akustisch nicht zu überhören, bis sie loslegen kann.

Sie lernt neue Kommandos übers „Klickertraining“, macht täglich Vorschritte im Umgang mit Umweltreizen und kommt auch einmal von sich aus ins Haus. Sie bleibt liegen, wenn Chinook an ihr vorbei muss, liebt das Autofahren und ihre Hundebox und das Herumrennen im Areal. Auch beim Training auf dem Platz macht sie Fortschritte: Sei es, dass sie sich zunehmend entspannt zeigt, wenn sie auf den Platz geführt wird, sei es in der Personengruppe, wenn der Kreis enger wird und auch noch die Bewegung beschleunigt wird – sie kann sich auf mich Konzentrieren, schüttelt sich ab und geht "Rute erhobenen" vom Platz. Nur das korrekte "Leinen laufen" habe ich mir durch das "Zughundetraining" für den Rest unseres Lebens "versaut"..Muna

Sprich: Muna hat sich so entwickelt, wie ich es vorausgesehen und ich sie eingeschätzt habe: Sie ist ein Hund, der ein Leben lang „stressanfällig“ gegenüber neuen Situationen bleiben wird, die ein Rudel um sich haben muss, um entspannen zu können. Sie kann mit Geduld und Verständnis von mir lernen und neue Erfahrungen sammeln. Sie kann durch das Klickertraining an den Haushalt und an ein Leben in Räumen herangeführt werden und lernt so das 1x1 eines Hundelebens innerhalb einer kleinen Familie kennen. Sie ist eine starke Läuferin und setzt eine enorme Kraftübertragung beim Laufen frei, sie ist kommandosicher und orientiert sich stark an mir und an ihrem Rudel… bzw. an den freilaufenden Hühnern meiner Nachbarin, was aber ein eigenes Kapitel ist…Muna

Muna ist ein gutes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, auch einem „unsicheren“ Hund eine Chance zu geben. Sie zeigt, dass es vielleicht nicht der einfachste Weg ist, den man mit einer Hundehaltung begehen kann, dass die Dankbarkeit und Loyalität von Seiten des Hundes jedoch grenzenlos ist bzw. die Haltung von Huskys per se ein bisschen anders verläuft als man dies von Begleit-, Familienhunden und Co. kennt.“

Wir sind froh, dass Muna eine geduldige und einfühlsame Besitzerin gefunden hat, die auf ihre Stärken und Schwächen eingeht und ihr ein Leben bietet, das richtiggehend auf Muna zugeschnitten ist. Unser Dank gebührt dabei nicht nur Frau D., sondern auch Youkon und Chinook, die dem Neuzugang die Umgewöhnung erleichtert haben. So bleibt uns also nur noch, dem netten Hunde-Trio samt Rudelführerin viel Spaß zu wünschen bei den künftigen Aktivitäten.

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 

 

 


 

Lili – von der abgeschobenen Seniorin zur treuen Begleiterin

Lili

Lili

Im Sommer 2014 verlor Lili so ziemlich alles, was ein Hund zum Glücklichsein braucht: erst wurde das Herrchen ein Pflegefall, dann gab das Frauchen sie weg in eine Pflegestelle – angeblich nur vorübergehend, doch das Ende vom Lied war, dass Lili ohne Zuhause dastand, denn die Ex-Besitzerin ließ die Hündin einfach im Stich.

Da die Pflegestelle Lili nur zeitlich begrenzt beherbergen konnte, kam die Husky-Dame letztlich in der Auffangstation unter. Doch die Station war kein idealer Platz für Lili, die gut und gerne auf die Gesellschaft ihrer Artgenossen verzichten konnte. So saß die vierbeinige Seniorin also allein in einem Gehege und wartete sehnsüchtig auf „ihren“ Gassigänger und Streicheleinheiten.

Lili

Es dauerte nicht lange, da konnte es auch der Gassigänger immer kaum noch erwarten, bis er Lili das nächste Mal abholen durfte. Stundenlang streifte er mit ihr durch die Gegend und wartete geduldig ab, wenn sie mal wieder sehr genau ein Mauseloch inspizierte. Lili genoss diese Aufmerksamkeit. Kein Wunder, dass sie schon immer ein Freudengeheul anstimmte, kaum dass er in die Station einbog.Lili

Nun ist es zwar schön, wenn sich so eine Beziehung zwischen Hund und Gassigeher aufbaut, noch schöner aber ist es, wenn der Vierbeiner bei seinem vertrauten Menschen wohnen kann. Und so durfte Lili zunächst als Pflegehund umziehen. Doch dabei blieb es nicht, denn im Laufe der Wochen und Monate wurde dem Pflegeherrchen immer klarer, dass er auf seine pelzige Begleiterin nicht mehr verzichten wollte. So hat Lili nun ein festes Zuhause gefunden.

Wer Lili nur aus Stationszeiten kennt, der staunt, wie super sie sich entwickelt hat. Früher war das Alleinbleiben für sie ein Albtraum, den sie mit ausdauerndem und lautstarkem Jaulen quittierte. Jetzt hat sie so ein Vertrauen zu ihrer Bezugsperson, dass sie auch einige Stunden ohne irgendwelche Auffälligkeiten alleingelassen werden kann. Auch ihr Verhalten gegenüber Artgenossen hat sich absolut verbessert: Lili verträgt sich mittlerweile mit den meisten anderen Hunden. Doch nicht nur das: sogar Katzen und Hühner werden von Lili akzeptiert – zumindest, solange Herrchen ein Auge auf sie hat.

Kaum zu glauben, dass sich Lilis Schicksal, das so verfahren schien, doch noch zum Guten wendete. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Lilis Herrchen, dass er ihr diese Chance gegeben hat – er hat schon von Anfang an das Besondere in der anhänglichen Hündin gesehen, als es für die meisten anderen Menschen noch verborgen war!

Lili

Wir wünschen den beiden weiterhin viel Spaß und hoffen, dass sie noch viele unbeschwerte gemeinsame Jahre genießen dürfen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

Tyson blüht auf

Tyson

Tyson

Am Anfang waren es nur zwei unvorteilhafte Fotos, die wir von Tyson hatten. Und eine Geschichte, die uns die Haare zu Berge stehen ließ: Da lief ein 11-jähriger Malamute-Rüde Gefahr, von seiner Besitzerin, einer US-Soldatin, nach deren Abberufung in die Heimat einfach in Deutschland zurückgelassen zu werden. Ohne Versorgung.

Das konnten und wollten wir nicht zulassen und so zog Tyson Anfang September in unsere Auffangstation ein. Und schon beim Aussteigen aus dem Auto staunten wir, wie hübsch dieser Bursche doch war – ganz anders als auf den Bildern, die wir von ihm kannten. Auch sein Verhalten empfanden wir als weit positiver als angekündigt: Tyson war als absolut unverträglich mit anderen Rüden beschrieben worden, aber bei uns betrug er sich wesentlich friedlicher als erwartet.

Tyson

So kam es, dass Familie W., die ursprünglich einen anderen Favoriten im Auge hatte, beim Besuch sofort für Tyson Feuer fing. Malamute-Erfahrung war vorhanden, der Vorgänger war vor einigen Jahren krankheitshalber verstorben. Und nun sollte ein älterer Kandidat eine neue Chance auf einen glücklichen Lebensabend bekommen. Tyson war derjenige, der das große Los zog.Tyson

Noch Ende September durfte der Oldie die Station schon wieder verlassen. Damit hätte bei seiner Ankunft keiner von uns gerechnet! Für Tyson aber schien es das Selbstverständlichste der Welt zu sein, denn er meisterte die Umgewöhnung ohne merkliche Schwierigkeiten. Er freut sich über jede Zuwendung seiner Menschen und ganz besonders über Spaziergänge, die er fröhlich jaulend in der Nachbarschaft kund tut. Seine Kondition hat sich seit der Vermittlung verbessert, auch wenn er sich selbst noch ein bisschen überschätzt… Sein etwas unrunder Laufstil soll demnächst tierärztlich abgeklärt werden, damit die Zweibeiner wissen, ob es sich um bloße Alterserscheinungen handelt.

Was es sonst noch aus dem neuen Zuhause zu berichten gibt?

Fellpflege ist „na ja“ – es gibt Schöneres für Tyson. Aber die Rudelführer lassen sich nicht lumpen und striegeln ihr neues Familienmitglied eifrig, so dass er wie aus dem Ei gepellt aussieht.Tyson

Trockenfutter ist „bäh“ – da gehört mindestens ein bisschen Hüttenkäse oder sonst eine Verfeinerung rein, sonst verschmäht Tyson den Napf. Natürlich wohlwissend, dass er nicht am Hungertuch nagen muss, sondern die gutmütigen Dosenöffner im Zweifelsfall erweichen kann, ihm etwas Leckereres zu kredenzen.

Alleinbleiben ist „okay“ – diese Zeit kann Tyson super zum Dösen und Ausruhen nutzen, denn wenn Herrchen und Frauchen heim kommen, dann ist ja wieder Action angesagt.

Seinen liebsten Hobbys Spazierengehen, Schmusen und Faulenzen kann Tyson nun ausgiebig frönen und weint der Vergangenheit keine Träne nach. Verständlich. So bleibt uns nur noch, ihm zu seinen sympathischen Besitzern zu gratulieren und allen zusammen noch schöne gemeinsame Jahre zu wünschen. Wir freuen uns, dass Tysons Geschichte solch ein Happy-End gefunden hat!

Tyson

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

Uma, die perfekte Ergänzung

Uma

Die schneeweiße Uma, die Mitte Juli 2015 als Teil eines 6-köpfigen Husky-Rudels nach der Trennung ihrer Besitzer in die Auffangstation kam, stach schon farblich gleich auf Anhieb aus der Gruppe heraus. Und auch ihre coole Art kam bei den Zweibeinern gut an, so dass sie bei den Gassigängern sehr beliebt war.Uma und Buffy

Als sich dann eine Familie meldete, die für ihren schon etwas älteren Bearded Collie-Rüden eine Gefährtin suchte, war Uma schon bei der ersten telefonischen Besprechung mit in der engeren Auswahl. Doch das persönliche Kennenlernen stand ja noch aus und im Vorfeld kann man nie genau sagen, ob die Chemie zwischen den Beteiligten stimmt – sowohl zwischen den Pelzgesichtern, als auch zwischen Hund und Mensch.

Beim Besuch in der Auffangstation war sich Familie H. samt Rüde Buffy aber schnell einig: Uma war die Auserwählte! Neben ihrem Charme gab auch Umas Selbstsicherheit den Ausschlag für diese Entscheidung, da man Buffy eine Hündin zur Seite stellen wollte, die im Alltag Selbstvertrauen ausstrahlt. Und das kann Uma zweifellos.

 

Wie passend die Wahl war, zeigt auch die Rückmeldung der glücklichen Besitzerin:

Uma

„Uma ist eine ganz tolle Hündin, ich bin sehr gerne mit ihr draußen. Sie ist zu allen Hunden ob groß oder klein immer freundlich.

UmaWir sind oft mit dem Rad unterwegs, was kein Problem ist. Mit dem Auto fahren wir öfters etwas weiter weg und sie steht kein einziges Mal auf, nein, Uma schläft im Auto.

Mit Buffy, unserem Rüden ist alles wunderbar. Er freut sich, dass er nicht mehr alleine ist.Zu Hause ist Uma eine sehr ruhige, ausgeglichene Hündin.

Fütterung war von Anfang an auch kein Problem.

Wir grüßen Euch alle ganz herzlich, vor allem Uma und DANKE für alles.

Bärbel H. und Uma“

Diese Schilderung bestätigt unsere Einschätzung von Uma. Wir sind der Meinung, dass hier die ideale Kombination gefunden wurde und wünschen den Zwei- und Vierbeinern eine lange, schöne und erlebnisreiche Zeit miteinander.

 

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

Nayuk – kaum da, schon wieder weg

NayukEs hatte wahrlich nicht lange gedauert, bis Nayuk der Station wieder den Rücken kehren durfte: bereits gute zwei Wochen nach seinem dortigen Einzug sagte er schon wieder „adieu“.Nayuk

Dem neuen Herrchen war er schon auf der Homepage als perfekter Begleiter ins Auge gestochen und beim tatsächlichen Kennenlernen und einem kleinen Probespaziergang verfestigte sich dieser Eindruck. So war es also schnell beschlossene Sache, dass mal wieder einer unserer Schützlinge zum Eidgenossen wird.Nayuk

Nayuk hat sich wirklich als Bereicherung herausgestellt, der für jedwede Unternehmung zu haben ist und sich super in den Alltag einfügt. Bewegung steht natürlich hoch im Kurs, egal ob beim Radfahren, Schwimmen oder einfach beim „normalen“ Gassigehen. Darüber hinaus beschreibt ihn sein stolzer Besitzer als sehr stadttauglich: weder Tram- noch Busfahren, viele Leute oder andere Hunde sind ein Problem für Nayuk.

 

Nayuk

 

NayukAls nicht ganz so unkompliziert erwies sich aber das Thema Alleinbleiben. Das bewog Nayuk nämlich zu ausgiebigen Heulkonzerten. Doch Schwierigkeiten sind ja bekanntlich dazu da, um sie zu überwinden. Oder Lösungen zu finden. Und eine solche hat sich in der Schule aufgetan, in der Nayuks Herrchen arbeitet: dort darf der gesellige Vierbeiner nämlich fürs Erste in der Mediothek bleiben, solange sein Rudelführer beschäftigt ist. In dessen Rückmeldung heißt es:

„Wie nicht anders zu erwarten war: Nayuk ist bereits der Liebling aller SchülerInnen! Dabei kommt seine ruhige Art – auch Fremden gegenüber – sehr gut zum Tragen. Wo immer man auch ist, Nayuk lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und legt sich gemütlich hin, bis es wieder weitergeht. So kann er eigentlich überall dabei sein: in der Stammbeiz zum Fußballgucken, auf der Rheinfähre, bei der Grillparty etc. Und es macht ihm auch nichts aus, wenn wir mit dem Auto irgendwohin müssen, im Gegenteil, er liebt es sogar.“

Nayuk

Und nicht nur in Sachen Alltagstauglichkeit überzeugt Nayuk, sondern auch, was sein Sozialverhalten mit Artgenossen angeht, die teilweise erst mal nicht so recht wissen, was sie von dem nordischen Schönling halten sollen:Nayuk

„Beim Bauernhof meiner Eltern hat er die Bekanntschaft mit dem Hofhund gemacht. Diese Beziehung war zunächst eher schwierig, der Hofhund hatte Angst und wehrte sich bellend oder in die Hinterbeine zwickend. Nach mehrmaligem Besuch und einem längeren Spaziergang scheinen sich die beiden jedoch angefreundet zu haben.“

Nayuk erfüllt alle Erwartungen und Wünsche, die sein frischgebackenes Herrchen an ihn hat. Und das Pelzgesicht beweist andererseits durch sein Verhalten, dass auch er sich in seiner neuen Umgebung und vor allem mit den Menschen um sich herum wohl fühlt und glücklich ist. Mehr hätten auch wir uns nicht erhoffen können und freuen uns, dass die beiden zusammengefunden haben.

 

 

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 


 

Yoshi – wenn der Vater mit dem Sohne…

Es schien ganz so, als würde Yoshi noch lange in der Auffangstation bleiben müssen. Er war wahlweise der Unscheinbare, der zu Alte, der zu Starke oder der Kranke, der am Erblinden ist. Obwohl an seinem Charakter nichts auszusetzen ist, konnte er keine Interessenten für sich gewinnen.

Dass Yoshi letztlich doch nicht zum „Dauersitzer“ geworden ist, verdankt er einem glücklichen Zufall, der eigentlich ein unglücklicher war: sein scheuer Sohn Timber war im neuen Zuhause ausgebüxt und der Yoshis Anwesenheit sollte ihn dazu bewegen, sich wieder dem Grundstück zu nähern. Und unser schlauer Yoshi hat nicht nur bei dieser Aufgabe ganze Arbeit geleistet, sondern die Zeit auch genutzt, um sich in das vorhandene Rudel nahtlos einzufügen und die Zweibeiner von seinen Qualitäten zu überzeugen. Und so wurde aus dem Hundequartett ein quietschvergnügtes Quintett und alle sind glücklich.

YoshiDoch lassen wir Yoshis neue Dosenöffnerin selbst erzählen, wie alles kam:

 

„Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

vor einiger Zeit haben wir Yoshi zu uns geholt. Erst wollten wir nur seine Unterstützung, da unser Timber weggelaufen war. Vielen Dank nochmal für das Vertrauen, dass wir uns den Yoshi zu diesem Zeitpunkt ausleihen durften.

Die Heimreise war sehr lange, denn an diesem Tag haben die Sommerferien in Bayern begonnen. Aber Yoshi hat das super gemacht. Es gibt eigentlich nichts, was er nicht super macht. Zu Hause angekommen (23.30 Uhr) haben wir dann noch einen kleinen Spaziergang mit ihm gemacht. Natürlich dort, wo unser Timber zum letzten Mal gesehen wurde. Yoshi hat sich auch gleich richtig ins Zeug gelegt und gejault auf Teufel komm raus. Ich bin dann mit ihm zum Haus gelaufen, damit Timber die Richtung findet.

Unseren Hunden haben wir Yoshi an diesem Tag nicht mehr vorgestellt. Das wäre einfach zu hektisch geworden. Also hab ich mich mit unserem Besucher ins Wohnzimmer auf die Couch gelegt. Ich dachte Yoshi will lieber seine Ruhe. Aber weit gefehlt: er wollte nur kuscheln und schmusen, also haben wir uns die Couch geteilt.

Am nächsten Morgen sind wir schon sehr früh aufgestanden und siehe da: unser Timber ist am Haus von der Zeitungsfrau gesehen worden. Zum ersten Mal seit 10 Tagen. Wir sind dann erst noch eine Runde mit Yoshi bei uns zu Hause gelaufen. Dann haben wir unsere Hunde eingeladen und deren Zusammenführung mit Yoshi auf einen anderen Ort verlegt, wo wir den Timber nicht stören.Yoshis neues Rudel

Es gab aber gar nichts zum Zusammenführen. Ich bin von hinten mit Yoshi auf unser Hunderudel aufgeschlossen. Die Hunde wollten noch nicht mal aneinander schnüffeln. Yoshi war da und das war gut. Wie wenn er schon immer da gewesen wäre. Nach einer Stunde spazieren sind wir wieder nach Hause gefahren und nochmal kurz um die Häuser. Auch im Haus und Garten war alles so, als wäre gar kein neuer Hund dazugekommen. Yoshi war einfach da und das war schön.

Nach weiteren vier Tagen konnten wir Timber dann endlich auf unserem Grundstück einfangen.

Jetzt waren wir wieder komplett. Ich war so froh, dass alles zu einem guten Ende gekommen ist.

Nun war also die Zeit gekommen, wo wir hätten den Yoshi wieder gehen lassen müssen. Aber dieser liebenswerte Hundemann hat sich so in unser aller Herzen geschlichen, dass schon allein der Gedanke an einen Abschied schwer fiel.

Yoshis Rudel

AbkühlungEs war natürlich eine Umstellung anstatt mit vier Fellnasen jetzt mit fünf spazieren zu gehen. Für den Hundesport war es ja jetzt noch viel zu heiß. Also sind wir im Wald spazieren gegangen. Manchmal sind wir auch am See vorbei gekommen, Wasser findet Yoshi super. Er ist also rein und gleich los geschwommen, soweit er halt an der Flexi konnte. Wieder zu Hause haben es sich die Hunde auf der Wiese bequem gemacht und das Leben genossen. Yoshi war so glücklich und dieses Glück wollten wir nicht zerstören. Außerdem hat er uns ja auch zu unserem Glück verholfen.

Also haben wir bei der Nothilfe nachgefragt, ob wir vielleicht auch den Yoshi adoptieren dürfen. Die Anfrage zur Adoption wurde weitergeleitet. Am Sonntagabend kam dann der Anruf: Yoshi darf bleiben.

Yoshi

Jetzt war er unser Yoshi!!

Mittlerweile haben wir auch schon das eine oder andere Mal Hundesport gemacht. Yoshi am Fahrrad bei Herrchen und die anderen am Trainingswagen bei Frauchen. Die ersten zwei Kilometer dürfen die Hunde am Trainingswagen laufen so schnell sie wollen. Dann machen wir langsam, denn Yoshi läuft sehr gerne neben den anderen. Er ist immer sehr froh, wenn wir Sport machen – sei es zu Fuß oder am Fahrrad. Nur wenn es ihm zu langsam wird, teilt er uns das sehr lautstark mitAusruhen

Im Haus ist er total entspannt. Auch die Haushaltsgeräte stören ihn gar nicht. Am Abend dürfen die Hunde nach wie vor ins Schlafzimmer auf ihre Decken zum Schlafen. Da hat auch Yoshi nichts dagegen. Nach der Nachtruhe gehen die Hunde erst mal in den Garten. Anschließend trinken wir Menschen unseren Kaffee. Das nutzen die Fellnasen, um noch ein kurzes Schläfchen zu halten, bevor es dann los geht, um ein neues Abenteuer zu erleben.

Feines EssenPicknick

Kürzlich war ein recht verregneter Tag. Ich hab die Hunde zum Pippi machen auf die Wiese gelassen und mich auf die Terrasse dazugesetzt. Die Tür zum Schlafzimmer war offen. Yoshi ist raus, hat schnell sein Geschäft erledigt und ist sofort wieder ins Schlafzimmer – den Blick Richtung Garten, wo die anderen Hunde auf der Wiese gespielt und geschnüffelt haben. Nein, also das war nichts für Yoshi „da draußen“, er ist doch jetzt ein Haushund. Also was soll er bei diesem Wetter da draußen?! Bei nassem Wetter will er nicht raus, nur wenn es unbedingt sein muss.

Leckerli, Öhrchen und Co. liebt Yoshi über alles. Eigentlich sind alle Hunde ganz begeistert, es wartet jeder artig, bis er an der Reihe ist. Dann ist erst mal Futterpause angesagt, jeder verspeist seine Beute in Ruhe. Beim alltäglichen Füttern gibt es auch gar keine Probleme, es wird gewartet bis das eigene Näpfchen vor einem steht und dann wird gefuttert. Am Anfang hat Yoshi ein bischen am Futter rumgemäkelt, aber mittlerweile frisst er alles, was im Napf ist. Zum Schluss wird kontrolliert, ob jemand vielleicht noch was übrig gelassen hat und das wird dann auch noch verspeist. Zum Glück bleibt selten was übrig, denn dann müssten wir aufpassen, damit Yoshi nicht zu schwer wird. Das könnte sonst die Gelenke zu stark belasten und das soll ja auch nicht sein.

Wie gesagt, er genießt das Leben und das soll er auch. Wir haben seine Augen in einer Tierklinik untersuchen lassen. Auf der rechten Seite hat er eine Linsenablösung. Bis jetzt ohne Augenhochdruck, das kann aber noch kommen. Auf der linken Seite sind die Gefäße zur Versorgung des Auges nicht gut ausgebildet. Auch da wird er irgendwann nichts mehr sehen können. Das ist für uns aber kein Problem. Wir lieben ihn so wie er ist.

Picknick?Mein RasenYoshis Rudel

Dies war jetzt ein kleiner Einblick in Yoshis neues Leben. Ich hoffe, dass er noch recht lange so fit und gesund ist, um das Leben in vollen Zügen zu genießen, man merkt er hat Nachholbedarf und würde am liebsten alles auf einmal machen.

Frauchen mit Rudel

Vielen Dank für die Unterstützung bei der Suche nach Timber. Sie alle machen eine tolle Arbeit für die Tiere. Es ist immer wieder berührend, auf der Homepage die Arbeit verfolgen zu können. Weiter so, ihr seid auf dem richtigen Weg, die Tiere und die neuen Besitzer werden es euch danken.

Danke!

Yoshi

Liebe Grüße von Yoshi, Timber, Jarik, Maya, Laika und Familie M.“

Wir haben zu danken! Es freut uns ganz wahnsinnig, dass Yoshi nun so glücklich ist und endlich genug Streicheleinheiten und ebenso ausreichende sportliche Betätigung genießen darf.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt