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Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im September 2015 ein neues Zuhause gefunden haben

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Jenna

Jenna

Eine Weile ist es her, dass für die sportliche Jenna ein Zuhause gesucht wurde, da sie sich in dem vorhandenen Rudel, vor allem unter den sehr jungen Hunden, nicht mehr wohl fühlte. Es wunderte uns, dass sich eine ganze Weile niemand für das hübsche Mädel interessierte. Dann ergab es sich, dass sich gleich zwei Interessenten meldeten. Da Jenna von ihren Ansprüchen her besser zu Familie P. passte, hatte die andere Interessentin vollstes Verständnis und entschied sich später für eine etwas „ruhigere“ Hündin.

Den nachstehenden Erzählungen ist zu entnehmen, dass hier die Faust auf’s Auge getroffen wurde.

Wir wünschen Familie P. und Rudel weiterhin eine tolle gemeinsame Zeit und Sie sind jederzeit herzlich eingeladen, uns zu besuchen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt

 

„Hallo liebes NfP-Team!

Hier ist Luzie (ehem. Jenna). Wir haben uns leider nie persönlich kennen gelernt, denn ich durfte in meinem Zuhause wohnen bleiben, bis sich eine neues gefunden hat. Trotzdem möchte ich euch ein wenig von mir berichten, da ich gehört habe, dass ihr dafür gesorgt habt, dass ich die Möglichkeit hatte, von meinem alten Zuhause in mein neues Zuhause umzuziehen.

Jenna

Ich bin jetzt seit August hier, in meinem neuen Zuhause und ich finde es echt toll hier. Wobei mein altes Zuhause auch toll war, und mein altes Frauchen war echt eine ganz liebe, die sich immer super viel Mühe mit mir gemacht hat.

Der Abschied fiel ihr nicht einfach, ihr ging es mit der Entscheidung anfangs gar nicht gut, das hab ich gesehen und gemerkt. Aber sie hat mit meinem neuen Frauchen einen sehr guten Kontakt, was ich voll cool finde. Meine neuen Spielgefährten (Hundegeschwister) Leo, Laica und Luna sind einfach spitze! Sie haben mich ab dem ersten Tag im Rudel aufgenommen und lassen es mir nicht langweilig werden. Wir haben hier ein tolles Haus mit einem Garten. Naja und da unser Frauen sowie auch Herrchen darauf geachtet haben, dass wir alle ziemlich das gleiche Alter haben, sind unsere Interessen sehr ähnlich, wir spielen alle gerne untereinander und haben wirklich viel Blödsinn im Kopf. Uns fällt ständig etwas Neues ein, was wir dann in die Tat umsetzen.Jenna
 

Von Mülleimer ausleeren bis Herrchen und Frauchens Sachen durch die Gegend schleppen und verstecken bis hin zu allen möglichen Gegenständen zerkleinern, ist alles dabei. Ich muss ja sagen, manchmal tun mir die beiden richtig leid, wir halten sie wirklich sehr auf Trab, allerdings wollten sie es ja nicht besser haben.

Jeden Tag gehen meine neuen Besitzer mit mir und den anderen spazieren. Entweder im Wald oder gleich um die Ecke – da gibt es lange Feldwege und einen tollen Fluss, in dem ich selbst nicht so sehr gern baden gehe, aber der Rest meiner Geschwister schon. Naja, an meiner zurückhaltenden Art Fremden gegenüber muss ich auch noch ein bissi arbeiten, aber das ist kein Problem, weil ich sehr umgänglich bin; ich brauche ne halbe Stunde, dann traue ich mich ja, wenn die Besucher mir die Zeit geben und nicht aufdringlich werden. Aber habe ich erst einmal Vertrauen, dann bin ich auch eine Schmusemaus, genau wie die anderen, außerdem helfen mir meine neuen Herrchen dabei, das ich keine Angst haben muss und wenn die es nicht machen, dann machen es meine neuen Geschwister.Jenna

Dank meiner neuen Geschwister hatte ich nach drei bis vier Tagen schon keine Angst mehr vorm Autofahren und soll ich euch noch was sagen, ich hab bis jetzt noch nicht mal gebrochen, obwohl wir schon ein paar längere Fahrten mit dem Auto gemacht haben. Da bin ich richtig stolz auf mich selbst. Aber ich muss ja auch dazu sagen: es passiert immer was Tolles, wenn wir mit dem Ding auf vier Rädern unterwegs sind. Meine Herrchen nehmen uns überall mit hin, wenn es geht und somit sehen wir voll viel von der Welt – richtig cool, weil wir dann immer voll weit spazieren gehen. Ja, wie ihr seht, geht es mir blendend! Danke noch mal an euch, dass ihr mich als Vermittlungshund aufgenommen habt. Auch meinem alten Frauchen war das wirklich sehr wichtig, sie hat mich ja geliebt und es war echt nicht einfach. Also danke nochmals für die Vermittlung in mein neues Zuhause! Viel Erfolg bei eurer weiteren Arbeit! Liebe Grüße von der Luzie !

So ihr Lieben, auch Luzie hatte das erste Wort, wie damals Luna. Nun wollen wir uns als ihre neue Herrchen auch noch mal dazu äußern:Jenna

Als wir im August dieses Jahres nach NRW gefahren sind, um uns Luzie anzusehen und kennen zu lernen, war es um uns direkt geschehen. Luzie brauchte ihre halbe Stunde, um mit uns warm zu werden. Aber als sie Vertrauen gefasst hat und ihr Mut und die Neugier größer waren als die Angst, haben wir doch einen sehr sympathischen Eindruck bei ihr gehabt.
Naja und die Leckerchen haben scheinbar auch geschmeckt, also uns fand sie dann schon toll.

Wir hatten natürlich auch diesmal unser Rudel dabei, um zu gucken, ob bei ihnen die Sympathie stimmt!!! Nach einem Stück Gassi gehen, beschnüffeln, Grenzen und Regeln testen und setzen, war das Gröbste auch schon geregelt und in trockenen Tüchern-

Wir waren auch diesmal wieder erstaunt, wie schnell und positiv unser Rudel das wieder entschieden hat. Auch unsere jüngste im Bunde, Luna, war genauso positiv zu Luzie wie der Rest der Bande. Ist schon erstaunlich, wie sie sich das von den anderen beiden abgeschaut hat. Das Nothilfe-Team weiß, wovon wir sprechen: unsere Luna war ja nie einfach bei Fremden und neuen Sachen (Hund, Katze, Maus, Menschen).
Auch diesmal gab es nicht einmal eine böse Reaktion!!! Das war für uns, wie auch für Luzies altes Frauchen, der entscheidende Punkt, dass beide Seiten mit gutem Gewissen sagen konnten, dass es passt und wir sie mitnehmen.

Also war es entschieden und die Maus war unsere!!! Die Autofahrt über hat Luzie geschlafen und kurz vor dem neuen Zuhause hat sie gebrochen, das war aber auch das einzige Mal!!! Und darauf sind wir alle ganz stolz. Wie Luzie oben auch schon selbst gesagt hat, nach dem dritten oder vierten Mal wollte sie hinten bei den andern mit fahren und nicht mehr in die Box auf der Rücksitzbank; das hat sie selbst entschieden, damit hatten wir nichts zu tun.

JennaAls wir damals zu Hause angekommen waren, dauerte es eine gute Stunde und die Kleine fühlte sich wohl. An dem gleichen Abend lag sie auf dem Sofa und hat sich von uns den Bauch kraulen lassen. Als wenn sie nie wo anders gewohnt hätte. Sie kam direkt zur Ruhe und hat geschlafen und geschnarcht wie eine Große.

Sie hat sich dann abends von uns ihr Körbchen zeigen lassen und seitdem liebt sie das über alles.

Luzie hatte eine leichte Unsicherheit und Angst gegenüber unserem Rudel, was jedoch nach ein paar Tagen wie weggeflogen war. Jetzt mischt sie kräftig mit bei den Spiel- und Tobanfällen draußen im Garten oder beim Spaziergang.

Aber sie ist sehr sozial und hat immer diesen gewissen Respekt den anderen gegenüber, was diese toll finden und sie daher direkt respektiert haben und nach so kurzer Zeit lieben sie Luzie, als wenn sie schon immer dazu gehören würde.
Sie ist so anhänglich, sie lässt uns nicht aus den Augen – genauso, wie es die Vorbesitzerin beschrieben und auch in dem Gespräch gesagt hat. Ein großes Lob an sie an dieser Stelle, wie toll sie ihre damalige Jenna beschrieben hat. Sie ist eine sehr nette Frau, der es wirklich nicht leicht gefallen ist, ihre Hündin abzugeben. Wir haben nach wie vor einen großen Respekt dafür, dass sie aus reiner Liebe zu diesem Hund so gehandelt hat. Wir stellen uns das sehr schwer vor, einen Hund, den man wirklich liebt, abgeben zu müssen, weil sie im eigenen Rudel nicht zurecht kommt und sich daher unwohl fühlt. Anja hat nicht ein Mal egoistisch gedacht, sondern ausschließlich nur an ihren Hund, dass er ein schönes Leben hat.Jenna

Ja, eine große Leidenschaft von Luzie ist es, irgendwelche Sachen kurz und klein zu kauen, wenn wir mal für kurze Zeit nicht da sind. Wie bei dem Rest der Truppe...!! Ob es der Mülleimer ist, der ausgeräumt und klein gehäckselt wird oder die Zeitung oder Herrchens Laib Brot, was sie von der Küche zusammen mit den anderen runter holt und anschließend teilt. Kein Schrank ist zu hoch. Auch stundenlang im Garten liegen, toben, stehen, gucken zusammen mit ihrem Rudel ist eine große Leidenschaft.
Und das Allerbeste für Luzie sind natürlich die tollen Spaziergänge über Stock und Stein, Wiese und Wald, sie liebt es einfach mit uns und dem Rudel "jetzt ihrem Rudel" Gassi zu gehen.
Auch Luzie ist ein tolles, schlaues, hübsches Mädchen, das perfekt zu uns passt, wir haben noch keinen Tag, bereut sie geholt zu haben. Einen besseren Hund hätten wir für unser Rudel nicht finden können, Luzie macht es perfekt und rundet es ab!!!

Unsere vier Körbchen sind jetzt alle wieder belegt und das Schicksal, wie wir finden, hat es gut mit uns gemeint. Wir denken, dass wir es jetzt, so wie es ist, nicht hätten besser treffen können!

Wir freuen uns auf die schöne Zeit mit Luzie, Luna, Laica, Leo und hoffen, dass es ganz, ganz, ganz lange so bleibt. Wir sind uns sicher, sie werden noch viel lernen und gemeinsam werden wir noch viel Spaß haben und viel untereinander lernen und viel zusammen erleben.

JennaWas könnte man noch sagen? Auch diesmal kann man sagen: Luzie hat sich uns Menschen sowie aber auch ihr neues Rudel ausgesucht, deshalb wiederhole ich diesen Satz, den ich bei Luna schon geschrieben habe, gerne noch ein Mal: ein Hund, der sich seinen Herrn, sein Rudel, sprich beides aussucht, ist das Beste, was passieren kann, ein besseres Verhältnis zwischen Hund und Mensch oder zwischen Hund und Hund kann es nicht geben. Nicht nur der Mensch entscheidet das, im Gegenteil, möchte man einen richtig guten Partner an seiner Seite, dann sollte man den Hund die Entscheidung treffen lassen und sich nicht nur von dem Optischen, dem Preis oder dem Alter eines Hundes verführen lassen, das ist meistens der Grund, warum so viele Fellnasen in den Tierheimen und Nothilfen landen...!

Wir wünschen euch auch diesmal weiterhin eine tolle Vermittlung, bei so vielen Fellnasen wie möglich, denn sie haben es jedes Mal aufs Neue verdient. Ihr, "das Team" der Nothilfe, macht eine super Arbeit, das können wir auch diesmal nur wiederholen...
Ihr habt weiterhin unseren vollen Respekt!!!

Was ihr alles ehrenamtlich für die ganzen Fellnasen unternehmt und opfert, ist einfach super. Jeder Hund, der in eure Hände kommt, kann sich freuen, weil ihm eine sichere tolle Zukunft bevor steht, da ihr, meine Lieben, eine tolle Arbeit leistet.
Wir werden euch besuchen, versprochen...!

Wir wünschen euch alles Gute, Gesundheit und weiterhin viel Glück!!!

Bis bald, liebe Grüße aus Hessen

Bastian u. Carina P.
mit Laica, Leo, Luna und Luzie”

 


 

Dexter – Wunder geschehen immer wieder...

Dexter

Als wir Dexter Anfang Juli 2015 in unserer Auffangstation aufnahmen, war er uns als älterer Rüde angekündigt, der in den letzten Tagen ein bisschen Probleme mit dem Bewegungsapparat hätte. – Empfangen haben wir einen Hund, der in einem miserablen Gesamtzustand war und beim Gehen so stark schwankte, dass er fast umfiel. Wir waren fassungslos.

Aber Fassungslosigkeit hilft nicht weiter und so standen für Dexter in den nächsten Tagen etliche Tierarzttermine und diverse Behandlungen auf dem Programm. Doch zumindest waren dank vielfacher finanzieller Unterstützung unserer Spender wenigstens die Kosten für den Tierarzt gedeckt. Aber Geld ist das Eine, der Hund selbst das Andere. Und für uns tat sich die Frage auf: Wohin mit Dexter? Denn dass die Auffangstation für einen solchen Patienten kein geeigneter Ort ist, war ganz klar.Dexter und Montana

Vorsichtig fragten wir bei einer lieben Tierfreundin nach, die bereits einen gesundheitlich angeschlagenen Pflegehund von unserem Verein hatte und diesen bis zu seinem Tod fürsorglich betreut und begleitet hatte. Und tatsächlich: besagte Tierfreundin kündigte ihren Besuch an, um Dexter kennen zu lernen.

Beim bloßen Kennenlernen blieb es nicht: Dexter durfte an diesem Tag in seine Pflegestelle wechseln. Wir waren unendlich erleichtert und im Laufe der kommenden Wochen erhielten wir regelmäßig Rückmeldung über seine positive Entwicklung.

Nach einiger Zeit stellte sich die Frage, ob unser Oldie nun „reif“ für eine Weitervermittlung war, denn wir hatten vereinbart, dass die Pflegestelle nur eine vorübergehende Lösung sein sollte, weil das dortige Rudel sonst womöglich zu groß würde. Doch Dexter hat sich bei seinem Pflegefrauchen und ihrer Familie so in die Herzen geschlichen, dass nach einer kleinen Bedenkzeit die Entscheidung gefallen ist: er bleibt!

Dexters neue Besitzerin schildert selbst, wie sie die ganze Geschichte erlebt hat:

„Dexter kam, sah und siegte“ wäre ein toller Spruch.

Doch für Dexter müsste er vielleicht so heissen:
Er wurde abgegeben, denn er kam nicht freiwillig. Und damit verlor er alles, sein Zuhause, seine Familie, seine Welt.
Er sah nicht wirklich, denn sein Gesundheitszustand war schlimm. Ob er etwas sah mit seinen vereiterten Augen? Schwankend, bei großer Hitze wie ein Gegenstand entsorgt, und sichtlich sehr krank?
Aber dass er siegte, kann man wirklich so sagen.

Dexter und MontanaIch habe vor Jahren den Senior Bambi (ehemals Herkules) zu mir in mein Rudel von Senioren aus dem Tierschutz genommen. Er war zum Glück für alle noch einige Jahre ein wundervolles Mitglied meiner Familie, bis er mit 16 Jahren über die Regenbogenbrücke ging.

Als ich von Dexter auf der Webseite gelesen habe, wurde ich wütend, dass er als Senior und krank einfach entsorgt wurde nach einem Leben, in dem er eine Familie erfreute und treu war.
Und ich beschloss, ihn zur Notfallpflege und zum Aufpäppeln zu uns zu nehmen.

Wie kann ein kranker Hund gesund werden, für den alles nur noch fremd ist und der Schutz, Ruhe und Pflege braucht? Wo man auch erst noch herausfinden muss, was ihn so krank machte.
Ich beschloss, zu versuchen, ihm das zu geben und abzuklären, was ihm fehlt. So dass ich die Massnahmen ergreifen konnte, damit es ihm besser geht.
Ihn zu behalten war kein Thema. Ich hatte noch mein altes Hundemädchen Luna, ganz neu aus dem Tierschutz den jungen Husky Kimi, und bald sollte noch ein junges Husky-/Samojedenmädchen aus dem Tierschutz kommen.

Es brauchte viele Tierarztbesuche, Untersuchungen und Medikamente, bis ich nun weiss, was Dexter fehlt – oder nicht fehlt.
- Seine Schilddrüse ist gesund.
- Seine Augen wurden 2x mit Antibiotika Augentropfen behandelt. Er bekommt nun noch täglich Vitamin A Augensalbe, weil er zu wenig Tränenflüssigkeit hat. Der Graue Star hat sich nicht bestätigt, aber ein Auge ist etwas trüb und hat Granulat darin. Dies sollte aber nicht zu Blindheit führen.
- Seine Nieren waren in einem schlimmen Zustand. Es wurde angenommen, dass sie noch etwa zu 30% arbeiten. Die Blutwerte zeigten dies auch mehrfach an. Er bekommt nun täglich ½ Tablette für seine Nieren und ein homöopathisches Supermittel 1x pro Woche. Beim letzten Bluttest waren seine Nierenwerte gut und ich hoffe, dass es lange so bleibt.
- Seine Blutwerte zeigten, dass er Diabetiker ist. Doch als wir mit Insulin spritzen anfangen wollten, waren seine Werte sehr gut und es war nicht nötig. Beim nächsten Test waren sie wieder viel zu hoch und es zeigte sich, dass er doch Diabetes hatte. So fing ich an, ihm 2x pro Tag Insulin zu spritzen.
- Sein schwankender Gang kann vom Diabetes kommen, oder vielleicht der Beginn von Altersbeschwerden. Es wurde schon viel besser. Er hat eine etwas lustige Gangart, aber man merkt fast nichts mehr davon. Da er nun täglich seine Muskeln beim Laufen aufbauen kann und noch eine Vitamin B Spritze für den Muskelaufbau bekam, ist dies kein Thema mehr.
- Dexter fraß fast nichts, man merkte, dass es ihm schlecht wurde, wenn er das Essen nur schon roch. Ich habe noch nie soviel verschiedenes Essen bei einem Lebewesen ausprobiert, in der Hoffnung, dass er doch etwas frisst. Damit er seine Vitamine etc. doch bekam, gab ich ihm eine Nahrungsergänzungspaste, wo alles drin ist. Und 2x täglich magenberuhigendes Pulver.
Mit den Medikamenten und dem langsamen Wissen, wie man ihn behandeln kann, hat er nun begonnen mehr zu essen. Und er hat schon zugenommen. Er frisst immer noch etwas mäkelig, aber ich weiss nun, dass er zumindest ein Stück Brot nimmt, damit sein Blutzucker nicht zu tief wird.Dexter und Montana

Dexter ist eine treue Seele, einfach ein süßer Hund. Schon seit unserer ersten Begegnung folgt er mir auf Schritt und Tritt. Er ist sehr bescheiden und sehr aufmerksam. Ein rührender Hund, dem sich niemand entziehen kann. Er hilft mir auch im Garten, schaut aufmerksam zu, wie ich Unkraut jäte und in den Korb tue – er nimmt es da wieder raus und legt es zurück an den Ursprungsort. Und er braucht seine Menschen, die er liebevoll umarmt und Körperkontakt sucht.

Mit viel Zärtlichkeit versuchte er, die Aufmerksamkeit von meinem alten Hundemädchen zu erhaschen. Er küsste sie oft, schlief stundenlang vor ihrem Körbchen mit seiner Pfote an ihrer. Als sie am 18. August einen schweren Schlaganfall hatte und ich sie die Nacht durch im Arm hielt und beruhigte, lag er die ganze Zeit daneben, hat sie zärtlich geküsst und berührt. Er blieb bei ihr bis sie über die Regenbogenbrücke ging am nächsten Tag. Mit Kimi kommt er gut klar, auch wenn ihn Dexter, der dauernd die Nähe sucht, manchmal nervt und deshalb angebellt oder gegrummelt wird. Dexter will Harmonie und würde sehr viel dafür tun.

Als dann am Montag das junge Hundemädchen zu uns kam, hat er sie bezirzt und seit da ist er ihr Begleiter und Beschützer. Wo sie hingeht geht er auch hin. Und wenn Kimi zu wild mit ihr spielt, getraut er sich sogar ihn anzuwuffen.

Das Einzige, das mich davon abhielt, ihn fest als Familienmitglied zu übernehmen, war sein Ziehen an der Leine. Wenn er weiß, es geht raus, dann hat man einen ganz anderen Dexter vor sich. Er heult, bellt, springt, verhält sich wie der stärkste Hund der Welt. Er reißt so an der Leine, dass man superschnell aus der Haustüre raus ist und diese auch noch fast mitnimmt. Die erste halbe Stunde ist die schlimmste. Werden wir langsamer, führt er sich auf wie ein Wilder, dreht sich um und diskutiert lautstark. Versuche ich ihn zu bremsen oder geht es bergab, zieht er umso stärker. Es ist sehr kräftezehrend und ich war unsicher, ob ich es mit zwei jungen Hunden und Dexter überhaupt schaffe, laufen zu gehen.
Aber weder mein Sohn, noch seine Freundin, noch ich konnten uns dazu entscheiden, ihn wieder herzugeben. Am Ziehen kann ich arbeiten. Dexter hat eine wunderschöne Seele und das ist für uns und unser Rudel PERFEKT.

Vielen Dank dem Polarhunde-Team für die Rettung und Betreuung von Dexter und die vielen Tipps.
Vielen Dank allen Polarhundefreunden mit Herz, die für Dexters medizinische Behandlung gespendet haben.

Toja

Dexter Zuhause

Wir freuen uns sehr, dass wir nun für Dexter ein solches Happy-End vermelden können. Einen besseren Platz hätten wir uns für ihn gar nicht vorstellen können und so sagen auch wir DANKE an alle Beteiligten, dass alles so kam wie es nun ist.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt