Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Februar 2016 ein neues Zuhause gefunden haben

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Aus „Julie“ wird „Lalü“ und die entpuppt sich als Traumhund

Lalü

Lalü

Als Julie damals in einem rumänischen Tierheim gestrandet war, hätte sie sich bestimmt noch nicht träumen lassen, welch eine positive Wendung ihr Leben noch nehmen würde. Ihr erstes Glück war, dass sie auf Umwegen in unserer Auffangstation gelandet ist. Und ihr zweites Glück war, dass gerade zu dieser Zeit ein Interessent auf den Plan trat, der einen vierbeinigen Kameraden suchte und sich spontan in Julie verliebte.

In den folgenden Wochen war Herr K. zu sämtlichen Gassi-Zeiten zur Stelle und drehte mit Julie ausgedehnte Runden im Umkreis der Station. Und Julie wusste bei seinem Anblick natürlich schon, dass sie raus durfte und freute sich tierisch darüber. Sie genoss es, die volle Aufmerksamkeit ihres Leinenhalters zu haben und nicht mit den anderen Hunden aus der Station teilen zu müssen. Denn „Menschen-Teilen“ gehörte nicht unbedingt zu Julies Stärken, sie beanspruchte sämtliche Streicheleinheiten für sich selbst.

LalüBesondere Erziehung hatte Julie in der Vergangenheit auch noch nicht erhalten, so dass sie dazu neigte, alle Spaziergänger freudig vergnügt anzuhüpfen. Für einen Hund ist das Spiel, aber für die Zweibeiner mitunter Belästigung. So beobachteten wir zunächst, ob Herr K. als Anfänger diese Sperenzchen der hübschen Husky-Lady in den Griff bekommen würde. Und siehe da: nach kurzer Zeit war Julie bereits dermaßen auf ihn fixiert, dass sie Fremden so gut wie keine Beachtung mehr schenkte.

Lalü unterwegs

Auch die sonstigen Punkte, auf die wir bei einer Vermittlung Wert legen, waren erfüllt – in Sachen Auslauf war es sogar so, dass wir Herrn K. im Gegensatz zu anderen Interessenten, bei denen wir auf das besondere Laufbedürfnis der Nordischen hinweisen müssen, eher etwas „eingebremst“ haben, denn er ist oftmals so lange und weit unterwegs, dass wir fürchteten, Julie könnte das zu viel werden. Aber nachdem auch das abgeklärt war, stand Julies Umzug nichts mehr im Wege, worüber sowohl sie als auch ihr frischgebackener Besitzer sich mächtig freuten.Lalü tobt im Schnee

Julie wurde in „Lalü“ umbenannt und bald waren Hund und Herrchen so aufeinander eingespielt, dass sie sich quasi schon blind verstanden. Lalü hat eine dermaßen enge Bindung zu ihrem menschlichen Rudelführer aufgebaut, dass sie in „ungefährlichem“ Gelände sogar ohne Leine laufen kann und beim ersten Pfiff wieder zu ihm rennt.

Auch Lalüs Eifersüchteleien gegenüber anderen Hunden sind Schnee von gestern. Sie ist sich ihres Herrchens so sicher, dass Artgenossen sie nicht mehr aus der Ruhe bringen können. Das ist natürlich auch nicht ganz uneigennützig, denn so haben sich mit den Nachbarshunden sehr schöne Kontakte ergeben und das Rumtoben macht gemeinsam einfach noch mehr Spaß.Lalü

Das Herrchen gerät ganz ins Schwärmen, wenn er von seinem Pelzgesicht erzählt und er hat sicher recht damit, wenn er sagt, dass es für ihn keinen besseren Hund geben könnte. Lalü ist wirklich der sprichwörtliche Sechser im Lotto. Aber auch hier gilt: ein Traumhund wird nicht als solcher geboren, sondern zu einem gemacht. Und dabei hat Herr K. ganze Arbeit geleistet.

Wir sind absolut begeistert von Lalüs Werdegang und wünschen ihr und ihrem Dosenöffner noch viele wunderbare, erfüllte und abwechslungsreiche Jahre.

Lalü

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Kane – wie aus einer Urlaubsvertretung eine Hundevermittlung wurde...

Kane

Mit Kane hatten wir eine richtige Frohnatur in die Station bekommen: jung, unbekümmert und mit jeder Menge Elan ausgestattet. Seinen ersten Mitbewohner brachte er mit wilden Spielaufforderungen gleich mal ordentlich auf Trab und ließ auch dann nicht locker, als der Mitspieler eigentlich nur noch seine Ruhe wollte. – Ein totales Temperamentsbündel eben. Aber eines mit gutem Charakter, der dann doch ein so solides Sozialverhalten hatte, dass er sich auf sein Gegenüber einstellen konnte und sich mit vielen der anderen Vermittlungskandidaten vertrug.

Ziemlich genau zu der Zeit, als Kane die Station eroberte, hatten wir eine Helferin als Urlaubsvertretung für unsere Vollzeitkraft angeheuert. Sie hatte bereits eigene Hunde gehabt, war aber zu diesem Zeitpunkt ohne Hund. Und Kane schlich sich unversehens in ihr Herz, so dass sie ihn fest übernehmen wollte.

Blieb nur noch abzuklären, ob der quirlige Rüde sich auch mit dem vorhandenen Stubentiger verstehen würde; an sich war er ja katzenverträglich, aber fremde Tiere werden erfahrungsgemäß trotzdem nicht immer akzeptiert. Doch Kane strafte die Zweifler Lügen: er krümmte der Mieze kein Haar. – Sehr schlau gemacht, denn das war seine „Eintrittskarte“ in ein neues, erfülltes Leben.

KaneSo darf Kane nun das nachholen, was er bei den Erstbesitzern entbehren musste: jede Menge Auslauf und Familiennähe, gepaart mit Kopfarbeit. Seine Menschen machen tolle Ausflüge mit ihm, damit Kane die „große, weite Welt“ kennenlernt. Wasser ist seine Leidenschaft, da ist jede Abkühlung willkommen. Auch Klettertouren mit sprichwörtlichen „Gratwanderungen“ haben Kane und seine Zweibeiner schon unternommen. Aber ebenso stehen Toben im Schnee oder daheim wie ein Bekloppter mit dem Spielzeug durch die Gegend zu flitzen bei Kane hoch im Kurs. Ganz klar muss ein gestandener Rüde dann nach getaner Arbeit entspannen und sich von Frauchen den Bauch kraulen lassen.

Grstwanderung mit KaneKane ist regelmäßiger Stationsbesucher und es ist eine Freude zu sehen, wie ihm der Schalk aus den Augen blitzt. Er hat eine solide Bindung zu seinem Frauchen aufgebaut und sie vermittelt ihm die Sicherheit, die er braucht. – So stellen wir uns einen glücklichen Hund vor! Und dass Kane selber das genauso sieht, hat er uns höchstpersönlich geschrieben:

 

„Hallo,

ich bin's – Kane, der „junge Wilde“.

Ich wollte mich nur mal kurz melden, damit ihr wisst, dass ich mit meiner Wahl meines Frauchens, das ich mir bei euch auf der Station geschnappt habe, sehr zufrieden bin. Okay, ab und zu ist sie ja noch etwas spießig und mag es nicht, wenn ich allzu wild bin, aber ich bin sicher, das wird sie noch lernen. Ansonsten bin ich einfach nur glücklich und zufrieden.

Kane

Aber jetzt wird es Zeit fürs Abendessen, also bis bald mal wieder.

Liebe Grüße
Euer Kane“

Dann bleibt uns ja nur noch, Kane und seinen Zweibeinern weiterhin viel Freude zu wünschen und wir sind schon gespannt, welche Abenteuer noch auf dieses sympathische „Rudel“ warten...

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Laika – vom Mauerblümchen zur Herzdame

Laika

Als wir im Frühjahr 2015 erfuhren, dass die von uns vermittelte Malamute-Schäferhund-Mix-Hündin Laika aufgrund der Krankheit ihres Frauchens ihr Zuhause verlieren würde, war uns schon ziemlich klar, dass die Wiedervermittlung dieser Hundedame wohl einige Zeit in Anspruch nehmen würde.Laika beim Spaziergang Erfahrungsgemäß haben es ja diejenigen Kandidaten, welche nicht absolut „nordisch“ aussehen, etwas schwerer als ihre reinrassige Konkurrenz. Bei Laika kam noch erschwerend hinzu, dass sie mit Geschlechtsgenossinnen nicht verträglich ist und auch beim Gassigehen derartige Begegnungen für den Leinenhalter durchaus anstrengend sein können.

Und es kam wie erwartet: Laika wurde von den Interessenten regelmäßig entweder komplett übersehen oder aufgrund ihrer „Baustellen“ nicht weiter in Erwägung gezogen. Dabei zeigte sie sich in der Auffangstation durchaus als liebenswerte Vierbeinerin. Sie suchte die Aufmerksamkeit der Menschen und genoss jegliche Streicheleinheit. Zum Glück hatte Laika sehr zuverlässige Gassigänger, die lange Touren mit ihr unternahmen, Abwechslung boten und ihr so den Aufenthalt bei uns erträglicher machten.

Trotzdem sehnte Laika sich natürlich nach einem richtigen Zuhause. Und wie es der Zufall so wollte, wurde ein Interessent auf sie aufmerksam, der eigentlich gar nicht speziell auf der Suche nach einem Nordischen war. Er wollte einfach einen Begleiter an seiner Seite, mit dem er sein Leben teilen und durch die Gegend streifen konnte.

Der positive Eindruck aus dem ersten Telefonat bestätigte sich beim persönlichen Kennenlernen. Herr F. war zwar Hundeanfänger, hatte aber ein großes theoretisches Wissen, das er scheinbar mühelos auch in die Praxis umsetzen konnte – ein richtiges Naturtalent. Wir waren beeindruckt und zuversichtlich, dass er auch mit Laikas teilweise ungehobelter Art umgehen könnte.Laika im Auto

Doch überstürzt sollte diese Entscheidung nicht getroffen werden. Mehrere Wochen besuchte Herr F. Laika und die Bindung zwischen den beiden wurde immer enger. Als dann feststand, dass Laika noch vor Weihnachten in ihr neues Heim umziehen würde, freuten wir uns sehr. Und am Tag der Abholung stieg sie schon so selbstverständlich ins Auto ein, als würde sie das seit Jahren tun.

Laika war sichtlich froh, dem Stationsleben entronnen zu sein. Aber sie musste auch erst mal die vielen neuen Eindrücke verdauen, was ihr nicht ganz so leicht fiel. Es gab kleinere Startschwierigkeiten, die Herr F. aber schnell wieder in den Griff bekam.

Laika

Mittlerweile sind beide zu einem tollen Team zusammengewachsen und Zwei- und Vierbeiner erfreuen sich gleichermaßen an ihren Streifzügen und auch an der Kopfarbeit, die Laika gut tut. Immer wieder lernt sie irgendwelche Tricks, für die sie natürlich auch Belohnungshappen abstaubt. – Liebe geht eben durch den Magen…Laika

Eine neue Leidenschaft haben Laika und ihr Herrchen vor kurzem entdeckt: Man-trailing. Im Schnupperkurs war Laika Feuer und Flamme und hat sich als richtig talentiert erwiesen. In den nächsten Wochen wird sich dann herausstellen, ob ihre Begeisterung fürs Spurensuchen anhält oder sie sich lieber anderen Hobbys widmen wird.Laika

Einen Hundefreund hat Laika auch gefunden. Einen männlichen natürlich. Der Windhund-Rüde einer Bekannten eignet sich hervorragend zum Spielen und Toben. So kommen auch die Sozialkontakte nicht zu kurz und Laika hat keinen Grund, ihre ehemaligen Mitbewohner aus der Station zu vermissen.

Laika ist rundum glücklich und wir sind darüber sehr froh und bedanken uns ganz herzlich bei Herrn F., der unser ehemaliges Sorgenkind so liebevoll aufgenommen hat. Wir wünschen den beiden noch ganz viel Spaß zusammen!

Laika

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Leo – das neue Leben eines Ausbrecherkönigs

Alaskan Malamute Leo

Im Dezember 2015 hatten wir Leo aus einem deutschen Tierheim übernommen, wo er sich bei einem ersten Vermittlungsversuch den Ruf als Ausbrecherkönig erworben hatte. Danach war es schwierig, passende Interessenten für den hübschen Rüden zu finden, so dass wir um Hilfe gebeten wurden.Leo

Und nach Leos Vorstellung auf unserer Homepage dauerte es erfreulicherweise nicht lange, bis sich eine nette Familie meldete, die ihm ein neues Zuhause geben wollte – wohlwissend, welches Wesen und welche Eigenständigkeit die Nordischen mitbringen. So gerüstet stand der „Herausforderung Leo“ nichts entgegen. Doch wie schon fast erwartet erwies Leo sich als viel anpassungsfähiger als zu Tierheimzeiten gedacht.

Die Rückmeldung, die wir gut zwei Wochen nach Leos Vermittlung erhalten haben, zeigt, wie gut Zwei- und Vierbeiner schon zusammengewachsen sind:

Leo mit Frauchen

„Liebes Team der Nothilfe,

Leo

die Normalität ist langsam eingezogen und aus einem Hund, der keinen Fehler machen wollte und uns auf Schritt und Tritt begleitete, ist unterdessen ein weiterhin liebebedürftiger, aber auch selbstbewusster Begleiter geworden, der auch seine Grenzen auslotet.

Der Garten ist jetzt sein Revier, das er voller Energie vor den Nachbarskatzen verteidigt. Dort spielt er auch gern mit unseren beiden Kindern fangen.

Wir haben Leo noch nicht dabei beobachten können, dass er über den Zaun hätte springen wollen. Das braucht er auch nicht, denn Leo beherrscht es mit Leichtigkeit, Türen zu öffnen – auch die, die nach innen aufgehen. Aber mit dieser Fähigkeit von ihm können wir gut leben.

Leo und der Schnee

Wir haben schon eifrig mit Leo die Umgebung erkundet. In der ersten Woche hat es aufgrund des Schnees besonders viel Spaß gemacht. Leo konnte sich gar nicht satt schnüffeln und toben. Bei der ersten Begegnung mit Rehen zeigte sich dann der Nordische in Vollendung, es gab kaum ein Halten.Leo au fPosten

Das Laufen vor den Skiern ging auch schon ganz gut. Leo lernt wirklich sehr schnell, reagiert schon auf Befehle wie “rechts” oder “links” und springt nicht mehr jeden an, der ihm entgegen kommt.

Im Haus verhält er sich vorbildlich und hat natürlich schon die aussichtsreichsten Plätze erobert. Das Alleinsein verkraftet Leo bisher sehr gut.

Leo

Alles in Allem ist dieses “Glücksfell” ein Glücksfall für uns, ein sogenannter BAM (Best Anzunehmender Malamute).

Mit vielen Grüßen
Familie H.“

 

Wir freuen uns sehr, dass Leo es so gut getroffen hat und wünschen der ganzen Familie noch jede Menge Spaß zusammen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt