Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Januar2016 ein neues Zuhause gefunden haben

Lesen Sie auch
Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 
Wir freuen uns, dass Skalli dank der Vostellung auf unserer Seite ein schönes und kompetentes Zuhause gefunden hat und wünschen ihm und seinem neuen Herrchen ein ganz tolle Zukunft.

Skalli


 

Kaya – ein Hundeleben

Kaya hat in ihrem Leben schon so einiges durchgemacht. Bereits im Welpenalter war sie inkontinent, doch es wurde nicht erkannt, dass es sich um eine Fehlbildung des Harnleiters handelte und nicht an Trotz oder Respektlosigkeit lag, wenn Kaya ihren Urin nicht halten konnte. Doch statt diese Option überhaupt in Betracht zu ziehen und sie behandeln zu lassen, wurde sie in eine dunkle Garage gesperrt, wo sie rund 23 Stunden am Tag saß. KayaDass ein Hund mit einem solchen „Zuhause“ natürlich wenig von seiner Umwelt kennen lernt und notgedrungen verkümmert, dürfte jedem klar sein, der auch nur über einen Hauch von Empathie verfügt. Und so kamen zu Kayas körperlichen Problemen noch seelische dazu, die sich letzten Endes in einem sogenannten Deprivationssyndrom äußerten.

Nach einigem Hin und Her kam Kaya schließlich in unsere Obhut und wurde auch einer leider erfolglosen Operation der Harnleiter unterzogen. Trotzdem gelang nach einiger Zeit eine erste Vermittlung, von wo Kaya allerdings nach rund einem Jahr zurück kam. Unversehens fand sich die verstörte Hündin in unserer Auffangstation wieder, wo sie erst mal gehörige Eingewöhnungsschwierigkeiten hatte. Uns war klar, dass ihre Aussichten durch ihr ausgeprägtes und oftmals unvermitteltes Schnappverhalten nicht goldig waren. Doch dann meldete sich Frau M. und zum ersten Mal seit Monaten zeichnete sich ein Hoffnungsschimmer am Horizont ab.

Anfang April 2015 war es dann so weit, dass Kaya zum Probewohnen umziehen durfte. Es folgten bange Zeiten, in denen wir aus dem Daumendrücken gar nicht heraus kamen, dass unser Sorgenkind sich nicht so daneben benehmen möge, dass sie wieder abgegeben würde. Zum einen musste Kaya sich mit den vorhandenen drei Rüden arrangieren, zum anderen mussten Zwei- und Vierbeiner natürlich generell einen Weg des gemeinsamen Umgangs finden. Als dann endlich die Würfel gefallen waren und Kaya fest übernommen wurde, war das ein richtiger Freudentag für das ganze Team. Wir gönnen es Kaya von Herzen, dass sie endlich zur Ruhe kommen darf. Und wir ziehen unseren Hut vor Frau M. und ihrer Tochter, die trotz aller Widrigkeiten zu Kaya stehen. Vielen Dank für dieses Durchhaltevermögen!

Und nun erteilen wir das Wort an die Hauptfigur: Kaya!

 

Kaya„Seit Ostern lebe ich nun hier mit meinen drei Brüdern Kolja, Pluto und Cerberus. Am Anfang wusste ich nicht recht, was hier läuft und ich glaube, ich war nicht immer ganz freundlich mit allen. Aber ich habe gemerkt, dass meine Brüder gar nicht gestresst sind, dass sie keine Angst haben und hier eigentlich alles ganz friedlich abläuft. Jetzt kann ich das auch – zumindest meistens. Wenn ich einmal nicht genau weiß, was gerade passiert, schaue ich einfach, was meine Brüder machen, besonders Kolja, unser Chef. Der ist total cool und hat immer alles im Griff. Am liebsten mag ich aber Pluto. Mit dem kann man so schön spielen und schmusen.

Ich habe hier ein eigenes Zimmer, in das ich mich zurückziehen kann, wenn ich müde oder gestresst bin. Ansonsten habe ich in jedem Zimmer eine Decke oder ein Körbchen. Dort kann ich dann mit den anderen zusammen sein.

Mein Tagesablauf sieht folgendermaßen aus:

Morgens zwischen fünf und sieben stehe ich auf und gehe in den Garten. Während unser Frauchen das Frühstück macht, beschnuppern meine Brüder und ich erst einmal gründlich den Garten, damit wir wissen, was in der Nacht hier so los war. Danach gehen wir spazieren. Wenn Schule ist, fällt die Morgenrunde kurz aus, aber wenn Ferien sind, machen wir immer richtige kleine Ausflüge zu Fuß oder mit dem Hundescooter. Im Revier wird dann ausgiebig jedes Mauseloch begutachtet und wenn mein Frauchen nicht aufpasst, graben Kolja und ich auch schon mal nach Mäusen. Manchmal treffen wir auch Freunde, dann geht so richtig die Post ab, dann toben und rennen wir durch die Gegend. Mittlerweile mag ich alle Hunde, egal ob Männlein oder Weiblein, Hauptsache sie sind zum Spielen aufgelegt.

Kaya

KayaNach dem Spaziergang gibt es Frühstück und dann betreiben wir Plutos Lieblingssportart: Couch-/Körbchen-extreme-Fläzing. Diese Tätigkeit wird im Laufe des Tages unterbrochen durch Aufenthalte im Garten. Dort beschäftigen wir uns dann mit Outdoor-Aktivitäten wie „Passanten-Anbelling“, „Buddeling“, „Ballspieling“ oder „Herumtobing“. Gegen sieben geht es dann wieder ins Revier und anschließend gibt es Abendbrot. Etwa um neun begeben wir „gestressten Hunde von heute“ uns dann in unsere Zimmer zur wohl verdienten Nachtruhe. Schließlich müssen wir an Schultagen ja um fünf schon wieder aufstehen.

Wie ihr seht, ist es ganz chillig hier und deshalb habe ich beschlossen, hier zu bleiben. Ich glaube, die Leute hier mögen mich mittlerweile auch ganz gerne, denn sie sind immer freundlich, wenn sie mich sehen und streicheln mich. So ganz traue ich ihnen noch nicht, deshalb knurre ich manchmal und rümpfe die Nase, wenn sie mir zu nahe kommen, aber sie haben schon verstanden, dass sie mich dann in Ruhe lassen müssen. Insgesamt ist es hier ganz lustig und ich habe nichts dagegen, mein restliches „Hundeleben“ hier zu verbringen.

Ich möchte euch danken, für alles, was ihr für mich getan habt, als ich gestresst und orientierungslos bei euch ankam und wünsche meinen Artgenossen, dass sie auch alle eine Familie finden, bei der sie gut aufgehoben sind."

Viele Grüße
Eure Kaya“

 

 

 

 


 

Kito – unser Prachtbursche hat nun auch sein Glück gefunden

Kito

Kito und Shadow

Als Kito gemeinsam mit seinem Kumpel Ace in die Vermittlung kam, gab es für den großen dunkelroten Rüden erst mal keinerlei Anfragen, während sich die Interessenten für Gefährte Ace geradezu überschlugen. Dabei stellte sich Kito in unserer Station gar nicht so raubauzig dar wie er von der Vorbesitzerin beschrieben worden war. Er ist zwar schon ein Vierbeiner, der sich gegen seine Artgenossen behaupten kann, aber dennoch war seine Vergesellschaftung in eine Gruppe mit mehreren anderen Rüden recht unproblematisch – und mit den Hundedamen gab es ohnehin keine Schwierigkeiten.

Kito und ShadowEs tat uns leid, dass Kito offensichtlich kaum Interesse bei unseren Homepage-Besuchern wecken konnte. An der Optik lag es ja gewiss nicht, denn er ist ein bildhübscher und einfach beeindruckender Vertreter seiner Rasse. Na gut, die Größe und seine damit verbundene Kraft könnte natürlich den einen oder anderen schon abgeschreckt haben. Aber an Kitos gutem Charakter ändert das ja nichts und eigentlich hätten wir erwartet, dass sich schnell Husky-Liebhaber fänden, die seine Vorzüge zu schätzen wüssten.

Kito und Shadow

Kito und ShadowZuerst mal deutete aber nichts auf eine rasche Vermittlung hin. Dann jedoch meldeten sich Husky-Fans aus der Schweiz, die bereits einen Rüden besaßen und sich gerne noch einen Zweithund anschaffen wollten – am liebsten aus dem Tierschutz, weil es da zum Einen tolle Pelzgesichter gibt und man zum Anderen auch noch ein gutes Werk tut. Im Gespräch wurde dann deutlich, dass der sportliche Kito mit dem bereits vorhandenen Rüden Shadow durchaus harmonieren könnte und es wurde ein Termin zum persönlichen Kennenlernen vereinbart.

Kito stellte beim Zusammentreffen seine Verträglichkeit unter Beweis und überzeugte auch die Zweibeiner schnell, so dass nach einem gemeinsamen Spaziergang bereits die Entscheidung gefallen war, dass er mit umziehen durfte.

Inzwischen hat Kito sich eingelebt und die anfänglichen Rangeleien mit Shadow, der ja von einem Tag auf den anderen sozusagen vom „Einzelkind“ zum „Bruder“ gemacht wurde, sind Schnee von gestern. Die beiden Rüden dürfen gemeinsam ihrer sportlichen Leidenschaft nachgehen und genießen die gebotenen Outdoor-Aktivitäten genauso wie ihr gemütliches Zuhause – die Abwechslung macht ja das Leben erst interessant und Kito und Shadow haben keinen Grund zur Klage.

Wir wünschen dem sympathischen Quartett noch viele erfüllte gemeinsame Jahre und bedanken uns, dass die Wahl auf Kito fiel, denn hier wissen wir ihn gut aufgehoben und liebevoll versorgt.

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 

 

 

 


 

Alaska – Noch einmal richtig glücklich sein…

Alaska

Dass Alaska den Großteil seines Lebens schon hinter sich hatte, war klar. Als er im September 2015 wegen beruflich bedingten Umzugs seines Frauchens in die Auffangstation kam, sah man ihm das Alter durchaus an. Noch dazu hatte er kurz davor einen Schwächeanfall erlitten und wirkte tatsächlich sehr kraftlos.Alaska

Aber nichtsdestotrotz fühlte sich der alte Knabe in der Station relativ wohl. Er durfte sich in der Halle aufhalten und nach Belieben durch die Gänge zwischen den Gehegen streifen, wo er an seinem Lieblingsplatz auch sein „Lager“ eingerichtet bekam. Mit der Zeit erholte er sich auch etwas und bewies uns seine Clown-Qualitäten – wir haben oft wegen ihm gelacht.

Dennoch sollte Alaska nicht den Rest seiner Tage in der Station verbringen, sondern liebe Menschen an seiner Seite haben, bei denen er die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Eine ganze Weile schien dieser Wunsch unerfüllbar zu sein. Doch dann meldete sich Frau S., die bereits mehreren Hunde-Senioren ein Zuhause geboten hat und Alaska gerne zu ihren beiden älteren Huskys dazu nehmen wollte. – Ein Geschenk des Himmels!

Kurz vor Weihnachten 2015 war es soweit, dass Alaska umziehen durfte. Sein neues Frauchen und die neuen Kumpels hatten eine weite Anreise in Kauf genommen, um ihr neues Rudelmitglied kennen zu lernen. Das wichtigste Kriterium, die Chemie zwischen den Hunden, stimmte auf Anhieb und so war schnell klar, dass Alaska am nächsten Tag den Heimweg mit antreten durfte.Alaskas Begleiter

Im neuen Zuhause ist unser Oldie noch mal richtig aufgeblüht und hat die gemeinsamen Runden genossen. Auch ins Haus ging er gerne rein, obwohl er beim früheren Frauchen und auch in der Station am liebsten draußen war. Ob es nun an der vierbeinigen Gesellschaft lag oder daran, dass er möglichst nahe bei seiner Bezugsperson sein wollte, wissen wir nicht, aber es tut auch nichts zur Sache, denn das Wichtigste war einfach, dass Alaska glücklich war. Und die Zwei- und Vierbeiner um ihn herum auch.

Wir freuen uns über die Geborgenheit, die Alaska noch mal erfahren durfte. Und wir hätten ihm und seinem Frauchen gegönnt, dass dieses Glück noch lange währt. Aber das Schicksal wollte es anders und so war Alaskas Altersruhesitz leider nur von kurzer Dauer, denn er musste einen Monat nach dem ersten Zusammentreffen mit seiner neuen Familie aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert werden.

Alaska

Das Entscheidende aber ist, dass Alaska noch mal ein richtiges Zuhause hatte und geliebt wurde. Und das wurde er ohne Zweifel! Daher sind wir Frau S. sehr dankbar, dass sie Alaska diese Erfahrung am Ende seines Lebens noch mal ermöglicht hat. Und wir sind sicher, dass unser Oldie sie genauso ins Herz geschlossen hatte!

Alaska Heim

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

"Lucky hat über unsere Website ein neues Zuhause gefunden und wohnt nun in NRW.

Lucky

Wir danken den neuen Besitzern und wünschen Ihnen zusammen mit Lucky alles Gute"

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Blaze – genau der Richtige für Malamute-Liebhaber

Blaze

Mit Blaze war uns ein wirklicher Prachtkerl in die Station geflattert – ein Bild von einem Malamute, doch eben auch entsprechend kräftig. Und da Blaze zwar Menschen ganz toll findet, aber bei anderen Hunden durchaus mal etwas impulsiv reagieren kann, suchten wir für ihn ein Zuhause, wo man sich des Malamuten-Potentials durchaus bewusst wäre.Blaze

Als sich Familie B. meldete, deren im Umgang mit Artgenossen auch nicht gerade zimperliche Malamute-Hündin verstorben war, bekam Blaze seine Chance. Schon beim ersten Zusammentreffen stimmte die Chemie, aber es gab noch eine Wartezeit bis zum endgültigen Umzug. Doch als es soweit war, freuten sich alle Beteiligten – und Blaze wohl am meisten:

 

„Hallo,

mein Name ist Blaze, ich wurde am 17.10.2015 von meinen neuen Besitzern von der Auffangstation abgeholt. Die 6-stündige Fahrt zu meinem neuen Zuhause hab ich gut überstanden, die meiste Zeit hab ich im Auto geschlafen.

Ich habe ein wenig gebraucht, mich an die neue Umgebung zu gewöhnen, aber mittlerweile fühle ich mich sehr wohl hier. Einer meiner Lieblingsplätze ist die Küche, meistens fällt für mich dort auch etwas ab.

Wenn ich mit meinem Herrchen von unseren Spazierengängen wieder heim komme, halte ich mich vorwiegend draußen auf, wo ich nach Herzenslust spielen und mich der Gartengestaltung widmen kann. Es gibt keinen Ort auf diesem Gründstück, wo ich nicht hin darf, weil es auch so abgesichert ist, dass ich nicht weglaufen kann.

Wenn ich draußen keine Lust mehr habe, verbringe ich die Zeit in der Wohnung, wo ich mir für die Nachtruhe einen schönen Platz unter der Eckbank im Esszimmer gefunden habe.

Anbei schicke ich euch noch ein paar Fotos von mir in meinem neuen Zuhause.Blaze

Blaze“

 

Das spricht doch Bände, wie gemütlich Blaze sich da räkelt. Es ist immer eine Freude zu sehen, wenn sich unsere Schützlinge im neuen Heim so wohl fühlen – dann haben wir alles richtig gemacht und wissen die Vierbeiner in guten Händen. Aber gerade in Blazes Fall hatten wir daran ohnehin keinen Zweifel, denn seine neuen Dosenöffner haben schon im Vorfeld keine Mühe gescheut, um ihren Traumhund in die Familie zu holen. Und bereut haben sie es nicht:

„Wir bedanken uns für die freundliche und schnelle Abwicklung der Vermittlung. Wir selber sind auch sehr froh, dass wir den weiten Weg auf uns genommen haben.“

Blaze

So hat sich der Aufwand für alle gelohnt und wir danken Blazes Menschen ganz herzlich dafür!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Asky – aus einem missverstandenen Husky wird ein geliebtes Familienmitglied

Asky

Im September 2015 kam Asky zu uns in die Auffangstation, ein Husky-Rüde, dessen einziges „Verbrechen“ es war, seinem Instinkt gefolgt zu sein. Offensichtlich hatten die Besitzer, die zuvor schon einen Border Collie und einen Schäferhund ihr Eigen nannten, keine Ahnung vom Wesen eines Nordischen. Sie erwarteten, dass Asky genauso „funktionieren“ sollte wie seine Vorgänger. Aber das ging schief, denn im Urlaub im Gebirge brach der freilaufende Husky-Rüde in eine Schafherde ein und tötete eines der Tiere. Und von da an hatte die Familie regelrecht Angst vor ihrem eigenen Hund und wollte ihn so schnell wie möglich abgeben.Asky

In der Station erwies Asky sich dann als recht unkomplizierter Vierbeiner, der problemlos in eine Gruppe mit anderen Rüden integriert werden konnte und bei den Gassigehern sehr beliebt war, da er ohne Gezerre an der Leine ging. Die einzige Auffälligkeit, die wir feststellen konnten, war, dass er in den ersten Tagen zurückzuckte, wenn man ihn am Kopf berühren wollte. Aber auch das legte sich rasch, als er sicher war, dass von uns keine Gefahr ausgeht.

Wir konnten an Asky keinen Fehler entdecken. Dass ein Nordischer natürlich Jagdtrieb hat und an der Leine bleiben sollte, ist für uns ja sowieso eine Selbstverständlichkeit. Aber davon abgesehen konnte man Asky nur als „Traumhund“ beschreiben. Und so dauerte es auch nicht lange, bis er ein neues Zuhause bei sympathischen Menschen fand, die sich der Charakterzüge eines Huskys voll bewusst sind. Wie zufrieden Asky bei seinen jetzigen Menschen ist, erzählt er Ihnen am besten selbst:

„Nach fast 3 Monaten kann man schon sagen, dass ich mich eingelebt habe. Am Anfang war ich noch etwas zurückhaltend was das Laufen und Schmusen betrifft. Aber mittlerweile wurde aus Schmidtschen Schleicher „Marathon-Man“ und Schmusebacke. Ich laufe richtig gut am Fahrrad und auch zu Fuß bin ich flott unterwegs (da kommt Frauchen auch mal ins Schwitzen).

Mit Artgenossen bin ich etwas wählerisch, da wird erst einmal gebrummt, beim 2. Versuch bin ich dann schon etwas entspannter. Mal schauen, ob ich noch jemand treffe, der mir beim 1. Mal sympathisch ist.Asky

Das mit dem ab und zu alleine bleiben, habe ich bis jetzt auch ganz gut gemeistert. Keine zerstörten Gegenstände oder Ähnliches. Unseren ersten Urlaub habe ich auch schon hinter mir. Gut, das mit dem versprochenen Schnee hat nicht ganz so funktioniert (nur ein bisschen s. Bild).

Schnee, ein wenig

Habe mich benommen, so, wie es sich gehört. Allerdings musste Frauchen sich in der Pension mal den Staubsauger ausleihen, weil ich bei dieser Hitze (und das in den Bergen) so viel Haare abgeworfen habe, dass aus dem Laminat ein Hochflor-Teppich wurde, so dass es ihr schon unangenehm war. Aber das macht sie ja gerne!!!!

Asky verschläft Sylvester

Asky im SchneeMit Silvester war auch kein Problem, hatte mit dem Bett ein gemütliches Nest zum Chillen gefunden. Allerdings war in unserer Pension das Schießen Gott sei Dank auch untersagt, da es dort selbst auch ganz viele Tiere gab.“

Na, das war doch ein guter Start ins neue Jahr. Und die nächsten Monate halten bestimmt noch eine Menge Unternehmungen und Erlebnisse bereit, so dass es Asky und seinen Dosenöffnern nicht langweilig wird. Dass Letztere ihr Pelzgesicht lieben und nicht mehr missen möchten, ist an ihrer Zusammenfassung abzulesen:

„Unser Asky ist wirklich ein toller Typ in allem. Er hat sich in unseren Alltag prima eingelebt und wir denken, er fühlt sich wirklich wohl. Wir, besonders das Frauchen, ist überglücklich, wieder einen Vierbeiner im Hause zu haben und dann noch so einen lieben wie ASKY. (Wurde auch Zeit nach über 1 Jahr Huskyabstinenz.) Mehr gibt es von ihm auch nicht zu sagen, einfach liebenswert, bereits wirklich gut erzogen und eine große Schmusebacke.“

Wir freuen uns sehr über Askys gelungene Vermittlung und wünschen dem nun schon erprobten „Rudel“ weiterhin viel Spaß und Freude.

 

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Aros – das „Küken“ mausert sich zum stolzen „Schwan“

Aros

Aos bei Kaffee oder Tee

Aros war als letztes Mitglied des im Juli 2015 wegen Trennung abgegebenen 6-köpfigen Husky-Rudels übrig geblieben. Aus dem anfänglich schmalen und zerbrechlich wirkenden Junghund ist im Laufe der Zeit ein immer erwachsenerer, stolzer Husky-Rüde geworden. Freilich beschlich auch Aros in seiner Pubertät ein gewisser Größenwahn und er pöbelte ungeniert fremde Geschlechtsgenossen an, was seine Vermittlungs-Chancen natürlich nicht unbedingt steigerte.

Gegenüber Menschen erwies Aros sich aber als sehr anhänglicher Zeitgenosse, so dass wir zu dem Schluss kamen, dass trotz seines bisherigen Rudellebens auch ein Zuhause als Einzelhund für ihn möglich wäre. Aber aus unerfindlichen Gründen gab es monatelang keine ernsthaften Interessenten für ihn. Im August hatte eine nette Familie, deren von uns vermittelte Hündin verstorben war, ihn zwar mal in Augenschein genommen, aber die Eltern waren sich nicht sicher, ob sie neben ihrem Kind einem so jungen Hund gerecht werden würden. Wir Vereinsleute waren zwar durchaus der Meinung, dass sie das schaffen würden, aber diese Entscheidung muss jeder für sich treffen.

Aros

Ende Oktober 2015 hatten wir dann die Gelegenheit, einige Schützlinge im Rahmen der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“ zur Vermittlung vorzustellen – darunter Aros. Und wie es der Zufall so wollte, waren prompt die besagten Sommer-Besucher unter den Zuschauern. Da war dann Gefühlschaos angesagt, denn so richtig aus dem Kopf gegangen war er dem Ehepaar W. doch nicht. Aros noch in der Station! Wieso denn das?!? Der ist doch jung, gesund und hübsch – so einer müsste doch schon längst weg sein…Aros

Aros war aber noch da. Fast könnte man meinen, er hätte auf Familie W. gewartet, denn diese verstand den Wink des Schicksals und meldete sich umgehend bei uns, damit ihnen nicht doch noch jemand zuvor käme. Ein weiterer Besuch in der Station war schnell vereinbart und am folgenden Wochenende durfte Aros dann schon einen Tagesausflug in sein künftiges Zuhause machen, wo er sich vorbildlich verhielt. Ja, ja, Eindruck schinden kann er, der „Kleine“.

Bis zum endgültigen Umzug musste noch das eine oder andere organisiert werden, aber als es soweit war, schien es für Aros das Selbstverständlichste der Welt zu sein, dass er jetzt zur Familie gehört!

„Die Heimfahrt verlief ohne Probleme. Aros war mit uns mit dem Auto ja schon unterwegs gewesen, als wir ihn zur Probe mit nach Hause bekommen haben.

Aros

Zuhause angekommen rannte Aros wie selbstverständlich zum großen Gartentor und wartete darauf, dass man ihn in den Garten lässt. Geradewegs raste er nach hinten auf die Terrasse zur Tür, die in die Küche führte und wollte hineingelassen werden. Wir gingen alle zusammen rein, Aros trank etwas und legte sich auf sein Bett in der Küche, als wäre es für ihn das Normalste. Er ruhte sich ein wenig aus und gegen später machten wir noch einen Spaziergang. Am Abend legte er sich zu uns in Schlafzimmer. Er hat beschlossen, dass er jetzt abends immer dort schlafen möchte... – aber auf seinem Bett.Er hat sich sehr gut und nach unserem Empfinden auch recht schnell eingelebt bei uns. Er ist im Haus wirklich brav und man merkt ihn kaum. Auch unter der Woche, wenn mein Mann und ich beim Arbeiten sind, funktioniert es recht gut. Meine Mutter ist ja im Haus und Aros kann, wie er möchte, zu ihr in die Wohnung und wenn er seine Ruhe will, geht er nach unten zu uns in die Wohnung und legt sich hin, bis ich mittags heim komme.Aros

Aros befolgt die Grundbefehle wie Komm, Sitz und Platz wirklich gut. Er apportiert sehr gerne. Unser Sohn spielt das immer mit ihm und die beiden haben echt Spaß miteinander. Mein Mann lässt Aros am Fahrrad laufen und auch hier macht er seine Sache super. Er mag auch gerne sein Doggy-Brain-Train-Spiel. Darunter verstecke ich oft Karottenstückchen. Aros liebt Karotten!! Das finden wir echt klasse, davon wird man nicht dick.

Aros

Mit den Hunden, denen wir bisher begegnet sind, hat sich Aros ganz gut verstanden und darunter waren auch einige Rüden! Bis jetzt gab es keine größeren Probleme.

Aros liegt gerade auf seinem Schlafkissen nebenan und döst vor sich hin. Er hat wirklich einen guten Charakter, er ist ein toller Kerl und wir sind froh, dass er jetzt bei uns ist. Auch meine Mutter hat Aros gleich ins Herz geschlossen. Unser Sohn findet seinen "neuen" Hund ganz toll und Aros lässt ihn bei den Zerrspielen mit dem Seil immer gewinnen. Aros unterscheidet hier wirklich gut. Bei dem Kleinen zieht er nicht so dolle und überlässt dann ihm oft das Seil. Wenn ich mit ihm das Zerrspiel spiele, sieht die Sache anders aus, hier legt er sich dann richtig ins Zeug. Das macht er wirklich gut. Er ist ein schlaues Kerlchen, auf alle Fälle. Wir überlegen, ob wir mit Aros vielleicht noch zum Agility gehen sollten. Wir wollen aber nicht gleich alles auf einmal. Momentan sieht es so aus, als ob er so ausgelastet ist, wie es ist. Wir werden sehen, wie es sich noch entwickelt. Auf alle Fälle sind wir glücklich über die Entscheidung, Aros zu uns geholt zu haben.“

Aros

Und wir sind mit dieser Entscheidung genauso glücklich. Gut Ding will eben Weile haben. Aber wir sind sicher, dass Aros nun seinen Lebensplatz gefunden hat und genauso geliebt wird wie seine Vorgängerin. Ganz herzlichen Dank an Familie W., dass Sie das Wagnis „junger Hund“ eingegangen sind – und man sieht ja, dass es wunderbar klappt.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

New York, Rio, Tokio
...letztlich war es die Schweiz, die Rio das große Glück brachte.

Rio

Bei manchen Vierbeinern stellt sich uns die Frage, warum sich niemand für sie interessiert. Es sind nette und gesunde Hunde, die vielleicht die eine oder andere kleine „Macke“ haben, aber sie sind halt auch nur vierbeinige Menschen.

So auch bei der Vermittlung des Husky-Mixes Rio. Für ihn interessierte sich wirklich keiner, obwohl er insgesamt ein hübscher, gesunder und relativ einfacher Mix war. Aber was wäre Tierschutz ohne die kleinen Wunder, die uns immer wieder bestätigen, man darf nur nicht aufgeben.

Es meldete sich für Rio eine Familie aus der Schweiz, die ein riesengroßes Herz für Tiere hat. Wir haderten ein wenig, ob Rio wirklich mit all den „neuen“ Lebewesen klar kommen würde. Aber auch hier wurden wir eines besseren belehrt, als wir den nachstehenden Bericht aus dem neuen Zuhause bekamen, der uns sehr berührt hat, da gerade Rio sich so vorbildlich zu benehmen wusste.

Wir wünschen den neuen Besitzern weiterhin alles Gute und Hut ab, dass Sie sich so sehr für die Tiere einsetzen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 

Rio und Sam

Endlich komme ich dazu, ein wenig von Rio's Umzug in die Schweiz zu erzählen:

Die vierstündige Autofahrt ins neue zu Hause meisterten wir beide ohne Stau und Stress. Auch der Grenzübertritt war dank den Vorbereitungen der Vorbesitzer kein Problem.

Im neuen zu Hause angekommen warteten bereits die vier Katzen Cave, Scully, Chili und Yen auf den hübschen Herren.
Dies bereitete ihm einige Sorgen. Jagen durfte er sie nicht, spielen wollten sie nicht und wenn man zu nahe kommt gibt's eins auf die Nase...

Rio war uns wohl sehr dankbar, dass er zumindest nachts Ruhe vor den kleinen Räubern hatte - und die Katzen waren froh, die Wohnung wenigstens nachts für sich alleine zu haben und an der Katzentüre beim Reinkommen nicht immer einen Hund befürchten zu müssen.

Rio und Sam

Rio mit KatzeDie ersten Nächte war unser Schlafzimmer nämlich ausnahmsweise Katzensperrzone und der Rest der Wohnung somit hundefrei. Auf diese Weise und mit einem die ersten drei Tage an der Leine gesicherten Rio gewöhnten sich die "Rivalen" schnell aneinander.

Bereits am dritten Abend duldete Rio, der auf dem Sofa neben mir lag, die auf mir liegende Cave.

Bei der ganzen Aneinandergewöhnung half sicher auch der 12 Jahre alte Beagle meines Mannes. Die beiden Rüden trafen sich an Rio's erstem Tag bei uns spät abends auf einem Spaziergang zum ersten Mal.

Sam und Rio

Kurzes beschnuppern und gemeinsames Wohnung betreten - und alles war klar.

Da Sam, der Beagle, um die Katzen rum absolut cool ist, konnte Rio wohl eher akzeptieren, dass die Kleinen hier ebenfalls zu Hause sind. Das Thema Katze ist somit beinahe komplett erledigt. Nur Yen hat noch etwas Angst vor Rio. Das wird sich aber schnell legen, zumal Rio nur noch höchst selten auf die Idee kommt, er müsse den Kater nun doch genauer anschauen. Meist lässt er ihn links liegen.

Auch mit Sam läuft alles gut. Die beiden arrangieren sich super und kommen gut miteinander aus.

Rio und Sam

Einzig wenn es um etwas Essbares geht verstehen beide keine Spaß.
Diese Diskussionen lassen sich aber unkompliziert durch getrennte Fütterung umgehen.

Ebenfalls absolut problemlos, ja direkt supertoll, klappt es mit der Hündin unserer Vermieter, die auf demselben Grundstück wohnt. Sie ist im selben Alter wie Rio und die beiden spielen wunderbar miteinander.Rio

Nun war es an der Zeit, dass Rio den Rest unserer tierischen Familie kennen lernt. Dazu gehören nämlich noch drei Pferde und zwei Esel die wir zu Hause halten. Also schnappte mein Mann sich seine Eselstute Lisa und wir gingen gemeinsam spazieren.Rion mit Esel
Lisa ist ein ruhiges Gemüt und absolut freundlich. Somit ließ sie sich von Rio's anfänglicher Nervosität nicht beeindrucken.
Da das "Rumgehopse" ohne eine Reaktion zu bekommen dann für Rio schließlich doch zu langweilig war, konnte er sich nach einigen Minuten wieder ganz gelassen dem Spaziergang widmen.

Am nächsten Tag nahm ich meine ältere Stute Venus mit auf den Spaziergang. Alleine mit Hund an der Schleppleine und Pferd am Strick - ganz gemütlich und ohne Scherereien oder Verwicklungen.
Einige Tage später, als wir uns nochmals etwas besser kannten und auch schon problemlos mit dem Fahrrad unterwegs waren, sattelte ich Bill, den Tinker meines Mannes und lief mit ihm und Rio an der 2m-Leine los.

Rio mit Pferd

Das ging so unkompliziert und Rio war so entspannt, dass ich kurzerhand entschied, auf's Pferd zu steigen. Rio schaute kurz zu mir hoch - und wir genossen einen wunderbar friedlichen Ausritt zu dritt. Wenn er so weiter macht, kann er bald auch mit meiner Jungstute Esperanza mitkommen. Mit der jungen Eselstute Chai schmust er bereits vertraut solange ein Zaun zwischen ihnen ist. Ist der Zaun weg, wird ihm die junge Dame dann doch etwas zu aufdringlich.

Kurz gesagt: Rio passt perfekt zu uns! Er hat sich so schnell eingelebt, wie wir es nie zu hoffen wagten und all unsere anderen Tiere haben ihn ebenso akzeptiert wie er sie. Die kleinen Macken, wie jeder sie nun mal hat, sind für uns absolut handelbar - und zudem hat man (und Hund) ja nie ausgelernt, zu optimieren gibt es immer etwas.

Im Anhang noch einige Foto's. Meist nicht super da jeweils mit dem Handy gemacht, aber zu erkennen sollte genug sein.

Grüße aus der Schweiz

 


 

Aus Luka wird Lyka – ein „neuer“ Neuanfang

Die ursprünglich aus Griechenland stammende Luka wurde aufgrund einer Schussverletzung nach Deutschland vermittelt, doch die neue Besitzerin war überfordert. Der nordische Eigensinn und das ausgeprägte Jagdverhalten Lukas führten schließlich dazu, dass wir um Hilfe gebeten wurden. Nachdem das Frauchen mit ihren Kräften am Ende war, zog Luka Anfang Oktober in unsere Auffangstation.

Wir hätten nicht damit gerechnet, dass sie schon einige Wochen später wieder ausziehen durfte. Auch wenn ihr Verhalten in der Station nicht so negativ war wie beschrieben, betrachteten wir Luka doch als „besondere“ Kandidatin, für die ein wirklich passendes Zuhause vonnöten sein würde. In der Gruppe versuchte sie nämlich anfangs durchaus, die Führung zu übernehmen. Andererseits wirkte sie angesichts ihres jugendlichen und durchaus etwas rüpelhaften Mitbewohners auch wieder verunsichert und genervt. In einer anderen Gruppe dann war sie sogar mit Geschlechtsgenossinnen verträglich und rangierte in der Rangordnung eher unten. – Irgendwie war es eine Gratwanderung.

Letztlich war es eher ein Zufall, der Luka, die nun „Lyka“ heißt, den Weg in eine schönere Zukunft ebnete. Aber an dieser Stelle lassen wir den stolzen Besitzer zu Wort kommen:

Luka und Anuk

„Kaum zu glauben, dass mittlerweile schon die fünfte Woche angebrochen ist, in der Lyka bei uns leben darf! Als ich das erste Mal ihr „Zuhause-Gesuch“ gesehen hatte, hatte ich im ersten Moment das Gefühl, dass sie die richtige für meinen Huskyrüden Anuk, meine Freundin und mich ist. Aber abgesehen von ihrem schönen Aussehen klang die Beschreibung doch alles andere als einfach/passend. So schnell, wie ich sie da gesehen hatte, musste ich mir leider auch sagen, dass Anuk und sie nicht füreinander bestimmt sein würden…

So kann man sich irren…

Nur eine Woche später kam Ace zur Nothilfe – ein Rüde, dessen Beschreibung und Wesen vollkommen zu Anuk zu passen schien und so fuhr ich spontan mit meinem Rüden in die Auffangstation, um eine erste Vergesellschaftung zu wagen. Diese ging allerdings vom ersten Moment an ziemlich in die Hose, die beiden Jungs konnten sich trotz anderer Prognose wohl einfach nicht riechen. Durch Zufall stießen wir dabei wieder auf Lyka und nach einem kurzen Gespräch mit dem Team entschlossen wir uns kurzfristig, einfach mal auszuprobieren wie sie und Anuk zusammenpassen würden. Und siehe da, es passte doch ganz gut. Etwas skeptisch, aber doch friedlich verbrachten wir drei eine ganze Weile im Zwinger und in „Hexe’s Hütte“, bis schließlich die Entscheidung getroffen war, es mit Lyka trotz ihrem scheinbar schwierigen Charakter zu probieren.

Lyka und Anuk

Die kommende Woche gewöhnten wir die beiden nach und nach aneinander, bei jedem Spaziergang miteinander stolzierte Anuk stolz neben seinem neuen Mädchen und schien glücklich, sie zu haben. Schließlich fuhren wir zur Station, um Lyka nun endlich mit nach Hause zu nehmen. Nach einer langen, ausgiebigen Wanderung zu viert nahmen wir den zweistündigen Heimweg in Angriff, den Lyka still und neugierig in ihrer Box verbrachte. Zuhause angekommen gab es einen weiteren langen Spaziergang, um danach erschöpft zuhause anzukommen. Da alle gut ausgelastet waren, verlief die letzte große Hürde, ins Heim von Anuk zu kommen, ohne Probleme und nach einer kurzen Inspektion aller Räume suchte sich Lyka einen gemütlichen Platz und schlief ein. Es schien geschafft… Aber wieder irrten wir uns…

Die kommenden Tage begann Lyka mehr und mehr von ihrem schwierigen Charakter zu zeigen, wie er in der Anzeige beschrieben worden war. Sie kontrollierte meinen Rüden auf Schritt und Tritt, engte ihn ein und blockierte ihn, sobald er ein Zimmer verlassen wollte, oder sich bewegte, wenn sie es nicht wollte oder angeleint werden sollte. Weder meine Freundin noch ich durften ihre Pfoten berühren, denn dann fing sie an zu knurren und die Zähne zu zeigen, was das Abtrocknen, das nun dringend notwendig geworden war, sehr erschwerte. Ich verlor mehr und mehr den Glauben daran, dass sie bei uns bleiben konnte, wollte aber nicht aufgeben. Ich wollte mich nicht so einfach geschlagen geben…Lyka

 

Nach Rücksprache mit dem NfP-Team (hier ein großes Dankeschön an eure Hilfe, euer Verständnis und vor allem an das stundenlange, wertvolle und Mut machende Gespräch mit eurer Hundeexpertin!!) versuchten wir ein paar andere Ansätze und arbeiteten viel mit meinen zwei Schützlingen – mit Erfolg! Mittlerweile kann ich Lyka problemlos auf den Arm nehmen und ihre Pfoten anheben und abtrocknen. Ihr blockierendes Verhalten gegenüber Anuk hat sich sehr gebessert und die beiden können heute friedlich nebeneinander fressen und schlafen. Auf Spaziergängen streiten sie freundschaftlich um den strategisch besseren Platz und langsam beginnen sie auch kurze Frequenzen miteinander zu albern, zwar noch sehr verhalten, aber es wird.

Anuk und Lyka

Lyka und Anuk

 

 

Lyka zu mir zu nehmen war eine tolle Entscheidung, sie ist ein ungeschliffener Diamant, der so vieles bereithält, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Für meine Zwecke, den Zughundesport, ist sie mehr als geeignet und ich wage die vage Prognose zu geben, dass sie eines Tages, wenn sie etwas älter und sicherer geworden ist, eine tolle Leaderin abgeben könnte. Auch das Familienfest an Weihnachten, vor dem uns aufgrund ihres etwas schwierigen und oft unsicheren Charakters sehr gegraut hatte, hat sie toll gemeistert und uns alle wieder einmal überrascht. Es waren turbulente Wochen und sehr viel Arbeit (und auch Frust), aber sie haben sich gelohnt und heute kann ich besten Gewissens sagen:

Ich bin stolz auf mein neues Mädchen und meinen alten (jungen) Jungen.“

Wir sind sehr erleichtert, dass Lykas Besitzer nicht vorschnell die Flinte ins Korn geworfen haben, sondern alle Hebel in Bewegung setzten, um ein harmonisches Miteinander zu erreichen. Und man sieht ja, dass es sich gelohnt hat! Also ganz herzlichen Dank fürs Durchhalten und die tolle Chance, die Lyka dadurch erhalten hat. Der Grundstein für eine glückliche Zukunft ist gelegt und wir sind gespannt, welche Facetten der Rohdiamant noch preisgeben wird…

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Ivy – auch sanfter Charme führt ans Ziel

Ivy

Ivy

Zu den Draufgängern in der Station zählte Ivy wirklich nicht. Sie war als Teil eines 6-köpfigen Huskyrudels im Sommer 2015 bei uns gelandet, nachdem die Besitzer sich getrennt hatten. Ivy brauchte eine gewisse Zeit, um sich an die neuen Umstände zu gewöhnen, denn sie ist ziemlich scheu und man muss sich ihr Vertrauen und ihre Zuneigung verdienen – Artgenossen waren ihr zumindest anfangs lieber als Menschen.

Daher freuten wir uns sehr, als sich nach einer Weile eine nette Familie meldete, die für ihren Husky-Rüden eine neue Gefährtin suchte. Das waren genau die richtigen Leute für die sensible Ivy! Und so empfanden sie selbst es auch:

„Als im September 2015 unsere große alte Dame Elsa im Alter von 16 Jahren starb, blieb eine große Lücke zurück. Sicherlich hatte man sich im Laufe der letzten Wochen und Monate mit dem Gedanken an Abschied vertraut gemacht, doch wie jeder weiß, das Geschehen überrollt einen doch.

Nicht nur uns, sondern auch Rocky (seit 2011 aus der NfP bei uns) nahm der Verlust schwer mit. Über eine Woche verweigerte der gestandene Rüde die Nahrung und trauerte um seine Gefährtin.

Danach ging es wieder aufwärts, doch Lebenslust sah anders aus. Zwar genoss er die vielen Streicheleinheiten und absolvierte gern die Scooterfahrten – doch man merkte deutlich, es fehlte etwas.

Ivy und RockySchnell war für uns klar, dass wieder eine 2. Pelznase einziehen sollte, natürlich wieder von „unserer“ NfP. Das Frauchen hatte schon längst, als regelmäßige Besucherin der Website, eine stille Favoritin.

Trotzdem blieben Optionen und Fragen. Nach einigen Telefonaten war klar, dass wir die Station zum Kennenlernen und Schauen besuchen würden. Um alles richtig zu machen, hatten wir geplant, das wir einige Besuche zum „Vergesellschaften und Gassi-Gehen“ absolvieren, um dann in den Ferien mit viel Zeit den möglichen Neuzugang heim zu holen. Gesagt, getan. Bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein trafen wir auf der Station ein. Voller Spannung trafen wir unsere erste Dame – Ivy.

Menschenscheu, aber voller Power, so erlebten wir sie. Rocky und Ivy entwickelten sofort einen guten Draht zueinander und liefen harmonisch mit uns durch die Wälder. Trotz der Scheu offenbarte Ivy eine beeindruckende innere Ruhe und Stärke, die beim gemeinsamen Joggen und Sprinten deutlich wurde. Dank Leckerli wurde auch schnell persönlicher Kontakt möglich.Ivy und Rocky

Nach langem Spaziergang und gegenseitigem Beschnuppern lernten wir auch noch die „Konkurrenz“ kennen – ebenfalls ein bezauberndes Husky-Mädel mit Charme und Power und gutem Draht zu Rocky. Nach einer ebenfalls langen Tour hatten wir uns dann doch entschieden: Es sollte Ivy werden. Diese Entscheidung blieb auch noch am nächsten Tage bestehen.

Die folgenden 3 Wochenenden verbrachten wir auf der schwäbischen Alb und gewöhnten Ivy an uns und Rocky, bis wir sie schließlich abholen konnten, stand doch bis dahin auch noch die Kastration auf dem Plan.

Den Umzug ins entfernte Niedersachsen meisterte Ivy bravourös und ohne Stress. Aufgrund Herrchens Urlaub hatte Ivy immer auch einen menschlichen Ansprechpartner neben Rocky, der die Eingewöhnung der jungen Dame sehr ernst nahm. Ivy orientiert sich sehr stark an Rocky und ließ und lässt sich von ihm zeigen, dass man nicht vor allem Angst haben muss, vor allem nicht vor Menschen.

Rocky, ganz Gentleman, nahm Ivy behutsam aber klar unter die Fittiche. Zum Besuch des Weihnachtsmarktes der NfP war Ivy bereits so weit, dass sie vorsichtig aber entspannt in der Halle neben Rocky liegen und die Feier genießen konnte. Das Wiedersehen mit „ihrer“ Gassigängerin war für beide eine echte Freude.

Inzwischen lernt unsere „Kleine“ immer mehr dazu, selbst Restaurant- und Stadtbesuche sind kein Problem.

Ivy genießt die regelmäßigenFahrten mit dem Scooter (hier kann sie zeigen, was sie so als Profi drauf hat!). Ivy und Rocky sind ein echtes Traumpaar! Sie haben sehr viel Spaß zusammen. Sie spielen, toben und laufen begeistert miteinander und genauso gern kuscheln und entspannen sie gemeinsam. Ivy bringt eine wunderbare innere Ruhe mit, die Rocky, dem kleinen Kasper, sehr gut tut. Gleichzeitig gibt er ihr die Sicherheit, dass alles gut ist und man keine Angst haben muss. Zwar ist sie immer noch menschenscheu, doch kann sie inzwischen differenzieren und bricht nicht in Panik aus.

Rocky und IvyIvy ist einfach ein Traumhund, den man lieben muss. Wenn sie auch noch manches Mal Unbekanntes gerne aus der „Ferne“ betrachtet, gewinnt die huskytypische Neugier doch immer öfter die Oberhand. Mit liebevoller Konsequenz und viel Ruhe kann man sie an vieles heranführen. Ausgelassen kann sie gemeinsam mit ihrem Gefährten an der Langlaufleine toben und rennen, ist dabei jedoch immer begeistert abrufbar und sofort bei ihren Menschen – Herz, was willst du mehr…

Auch die Silvesterknallerei hat sie gut überstanden – nicht grade toll der Lärm, aber hübsche Dinge am Himmel – vom Sofa aus kann man alles gelassen ertragen. Auch der Übernachtungsbesuch wurde akzeptiert und zum Frühstück besucht, ohne sofort den Rückzug anzutreten oder die Sicherheit des Stammplatzes aufzusuchen. Die kleine Jägerin entwickelt sich, dank Rockys Vorbild, sehr schnell zur „Küchenexpertin“. Beide sind sofort da, wenn man nur an Essen denkt!

Apropos Essen: dank gutem Training, ausreichend Ruhe und Futter konnten wir Ivys Gewicht auf stolze 18 kg steigern! Juhuu!!

Fest steht für uns alle: Ivy ist endlich da angekommen, wo sie sein will und soll. Vielen Dank für diese tolle Hündin.“

Wir können den Dank nur erwidern, denn einen idealeren Platz hätten wir für Ivy nicht finden können. Hier wird sie gefördert und gefordert und darf ohne Erwartungshaltung einfach in die Familie hineinwachsen. Wie entspannt und glücklich sie dabei ist, durften wir bei ihrer Stippvisite zum Weihnachtsmarkt selbst erleben. Einfach klasse! – Wir wünschen dem sympathischen Mensch-Hund-Gespann noch viele gemeinsame glückliche Jahre.

Ivy

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Emmy - Ein gut erzogener Hund wird nicht darauf bestehen,
dass Du die Mahlzeit mit ihm teilst; er sorgt lediglich dafür,
dass Dein Gewissen so schlecht ist, dass sie Dir nicht mehr schmeckt.
(Helen Thomson)

Emmy

Als die Besitzerin der Husky-Mix-Hündin „Emmy“ uns um Vermittlungshilfe bat, da sie ihr nicht mehr gerecht werden konnte, war uns klar, dass sich für die Hündin nicht „mal eben“ Menschen finden würden. Aber wie bei allen anderen Hunden auch, meldeten sich Menschen, die nach einigen Telefonaten wirklich passend schienen. Dann kam auch der Tag, an dem Emmy zum „Probewohnen“ auszog, denn im neuen Zuhause lebten noch andere Vierbeiner und da musste man schauen, ob die Chemie stimmt.

Emmy

Nun kam die Rückmeldung, dass „Emmy“, die nun „Helvi“ heißt, ein tolles Zuhause gefunden hat. Wir danken den Menschen, dass sie ihr unvoreingenommen diese Chance gegeben haben und wir wünschen dem neuen zwei- und vierbeinigen Team alles erdenklich Gute.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 

Emmy’s Zeilen aus dem neuen Zuhause:Emmy

„Hallo ich bin die Emmy und bin ins schöne Siegerland gezogen.

Mein neues Rudel ist echt klasse. Zuerst hab ich einen neuen Namen bekommen, ich heiße jetzt Helvi (die Kämpferin).

Zu meinem neuen Rudel gehören mein Frauchen Karin, Herrchen Tillmann, Hound Pepe, Hound Moma aus Regensburg, die auch aus der Nothilfe Polarhunde Süd ist, und der Malamute Hündin Maya aus der Polarhunde Nothilfe Nord.

Hier ist alles total cool und man kann echt chillen.

Bald gibt’s auch neue Aufgaben für mich „sacco-cart“ fahren mit Moma, Pepe und Maya und auch die Ausbildung zum Personen-Such-Hund, wie die Moma bei den Mantrailer Kreuztal.de. Wie ihr lest, hab ich es ganz gut getroffen.

Emmys neues Rudel

Liebe Grüße Helvi (Emmy)“

 


 

Joke

Joke

„Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben.
Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch,
wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch
immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an.
Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug.
Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich
sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen.
Menschen, die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben.
Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines
Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt
werden möchte. Er tut es einfach.
Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.“
(Picasso)

Joke

 

Lange ist es her, dass Joke sein Zuhause gefunden hat. Nach einem Besuch mit den vorhandenen Nordischen durfte Joke umziehen. Es war wohl manches Mal so, dass die neue Familie mit Joke an ihre Grenzen stieß, da er sehr reizarm aufgewachsen war. Man hat durchgehalten und wir möchten allen Besuchern den kurzen Zwischenbericht nicht vorenthalten. Wir hoffen, dass die neuen Besitzer bald die Zeit finden, uns alle ausführlich zu informieren.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 

„Joke, ein hartes Stück Arbeit, da er leider kaum etwas aus einem normalen Leben kennen lernen durfte.

Joke hat seinen Platz bei uns gefunden, auch wenn es am Anfang ziemlich anstrengend war und noch immer ist.

Es ist eine Schande was man solch armen Geschöpfen mit einer „reizarmen“ Haltung antut. Wir standen wirklich ganz am absoluten Anfang mit ihm. Ich habe mich in den letzten Monaten sehr oft gefragt, was der kleine Kerl alles (oder nichts) erlebt haben muss, dass er so unsicher war.

Ja, wir brauchten Geduld, Geduld… und immer noch Geduld… aber wir sind auf dem richtigen Weg und er wird immer zutraulicher und klettert jetzt sogar auf eine Baumhütte… aber nur, wenn seine Kumpel Ice & Kjell es ihm vormachen.

Joke

Wir hoffen, dass sich bald die Zeit findet, einen ausführlichen Bericht zu schicken.

Viele Grüße

Fam. Z. mit Joke, Ice & Kjell