Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Juli 2016 ein neues Zuhause gefunden haben

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Aus Fritzi wird Scotty – eine Erfolgsgeschichte

 

ScottySelten hatten wir für einen Schäferhund-Mischling so viele Anfragen wie für Fritzi. Seine Beschreibung traf einfach genau den Nerv der Interessenten. Und wer ihn persönlich kennenlernte, der war sowieso im Handumdrehen verliebt. So verwundert es auch nicht, dass seine Pflegestelle ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen ließ, als Fritzi eine neue Familie gefunden hatte. Und diese haben (wie nicht anders zu erwarten) ebenfalls auf Anhieb Feuer gefangen für Scotty, wie unser Herzensbrecher nun heißt.

„Es wird Zeit, dass Scotty (alias Fritzi) aus der „Reserviert-Ecke“ verschwindet und in die Rubrik „Glücklich vermittelt“ aufgenommen wird. Denn Scotty ist mehr als nur glücklich in seinem neuen Heim. Nach einer ersten Kennenlernphase haben wir schnell gemerkt, welch ein unkomplizierter und toller Hund Scotty ist. Schnell hat er sich an seinen neuen Namen, Frauchen und Herrchen, neuen Schlafplatz und zu Hause gewöhnt. Scotty hat wohl noch nie in seinem Leben eine schlechte Erfahrung gemacht. Er ist allem Neuen und Ungewohnten sehr aufgeschlossen und geht ohne Angst oder Zögern auf jeden und alles freundlich zu.

Scotty

Vor allem muss er immer und überall dabei sein und steht dann auch schon mal gern im Weg rum und schaut einen mit seinen wunderschönen bernsteinfarbenen Augen an. Er ist absolut auf Frauchen und Herrchen bezogen und liebt es, in deren Nähe zu sein und am schönsten ist es, mit ihnen zu kuscheln.

Die Hundeschule hat er auch kurz besucht – ein echter Streber. Einige Kommandos kannte er schon und ein wenig Neues kam noch hinzu.Scotty

Ach ja, und die Uhr kann er auch schon lesen. Punkt 17:00 Uhr steht er auf der Matte – Futter!

Ansonsten dreht er draußen richtig auf. Beim Gassigehen gibt es kein Halten mehr. Flitzen, Mäuse suchen, Stöckchen holen, hinter seinem Lieblingsspielzeug herschwimmen, das ist sein Lebenselixier. Und das Tollste ist: er kann mit jedem anderen Hund, der ihm begegnet. Er ist ein richtiger sozialer "Superhund". Er hat schon so viele Kumpels und Kumpelinen, mit denen er laufen und raufen kann. Scotty ist eine richtige Rakete. Den einen oder anderen Jagdhund hat er auch schon beim Wettrennen stehen lassen.

Bei der Fussball-EM war er auch voll beim Anfeuern. Ansonsten schaut er auch sehr gern Fernsehen. Aber nur wenn Tiere auftauchen ist er voll bei der Sache. Am liebsten schaut er alles mit Pferden an, egal ob Trickfilm oder Original. Pferde sind seine Lieblingstiere.

Mittlerweile ist unser Vertrauensverhältnis soweit aufgebaut, dass Scotty beim Gassigehen hier und da schon frei laufen darf und sich nicht nur als Jäger entpuppt, sondern auch hört und immer zurück kommt.

Wenn es einen "Hundegott" gibt..., dann vielen Dank, dass du uns diesen treuen Gefährten geschickt hast.“

Scotty

Wir freuen uns, dass alles so gut passt und sich Zwei- und Vierbeiner so toll ergänzen. Damit ist der richtige Grundstein für viele gemeinsame glückliche Jahre gelegt und wir wünschen Scotty und seiner Familie eine erfüllte Zukunft.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Fanny – eine unglaubliche Geschichte...

Wir wurden im Herbst 2015 von einem Tierschutzverein um Hilfe gebeten. Aus einer Beschlagnahmung suchten 6 Border Collies ganz dringend ein Zuhause. Sie stammten aus unglaublichen Verhältnissen, die uns heute noch sprachlos machen und die wir auch nicht näher beschreiben wollen.

Auch wenn wir eigentlich nur Nordische vermitteln, wollten wir diesen Hunden in jedem Fall helfen und nahmen einen Rüden und eine Hündin bei uns auf.
Der Rüde Leo war offensichtlich traumatisiert, man konnte sich ihm nur auf Knien – auf gleicher Höhe – nähern, ansonsten erstarrte er zur Salzsäule. Ein Fall für Familie K&K, die äußerst kompetent im Umgang mit solch schwierigen Fällen ist. Leo wurde auch sofort abgefangen und aufgenommen.

Fanny machte den Eindruck, als habe sie realistische Vermittlungs-Chancen, wenn man sie behutsam an das Leben heranführt und sie mit Dingen und Lebewesen sozialisiert, die sie einfach in ihrer Vergangenheit nie kennenlernen durfte.

Fanny Fanny

Familie K. wollte ihr gerne dieses Start-Training ermöglichen, um sie für eine neue Zukunft bestmöglich vorzubereiten. Dabei hat sich wohl Herr K. in die Hündin verguckt. Parallel leistete Frau K. wahre Detektivarbeit. Man wusste noch von dem Muttertier, dessen Aufnahme wir auch zugesagt hatten, welches aber nicht zur Station mitgebracht wurde. Und sie wurde in einem entfernten Tierheim fündig.

Kurz entschlossen fuhr sie nach der Kontaktaufnahme mit einer Freundin dort hin und überführte Wilma in die Familie. Wir durften die alte - schon etwas ‚tütelige‘ - sehr liebenswerte Hündin bei einem Besuch auf der Station an Weihnachten kennenlernen. Nun gab es für Herrn K. kein Halten mehr und mit viel Risiko für den Haussegen setzte er sich für die vollständige Familienzusammenführung durch. Auch Fanny durfte bleiben!Fanny und Wilma

Sie hat sich daraufhin super entwickelt, ist zu einer fröhlichen Hündin geworden, die gerne mit Leo spielt und sehr zutraulich zu allen Menschen geworden ist, denen sie begegnet. Ab und zu wird sie noch von ihrer Vergangenheit eingeholt, dann kläfft sie auch etwas rum, aber die Abstände solcher Situationen verlängern sich.
... eine unglaubliche Geschichte!

Eine Geschichte, die uns alles Vertrauen in den Tierschutz bestätigt und nicht nur drei in ihrer Vergangenheit geschändete Hunde sondern auch uns sehr glücklich macht.

Wir danken von ganzem Herzen Familie K&K für ihr Engagement und wünschen jederzeit viel Spaß mit ihren Familienmitgliedern auf vier Pfoten!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Die verwahrloste Gixy wird zur wohlbehüteten Holly

Das Schicksal des verwahrlosten Oldie-Rudels hat viele Tierfreunde gerührt. Von den insgesamt 8 Hunden durften mittlerweile 4 Fellnasen in ein neues Zuhause ziehen und zu diesen Glücklichen gehört auch Gixy. Ihre neuen Menschen hatten schon vor Jahren den ersten Kontakt zum Verein und wollten nun einem echten Notfell eine Heimat geben. Da zur Familie schon ein gestandener Malamute-Rüde gehört, kam nur eine Hündin in Frage. Gixy nutzte diese Chance und wickelte die Zweibeiner charmant um ihre Pfoten.

Die Rückmeldungen bezeugen, dass zwar aller Anfang schwer ist, aber sich für Holly (so lautet der neue Name der liebenswerten Hündin) durchaus gelohnt hat.

Holly

„Nachdem sich unser Malamute Buddy und Holly bei einem Spaziergang auf der Schwäbischen Alb kennen gelernt haben, haben wir Holly auch gleich eingepackt und mit nach Bayern genommen. Bei der Fahrt war sie absolut ruhig.

Zu Hause angekommen, war von der Sympathie Buddys für sie nicht mehr viel übrig geblieben. Er hat erst einmal heftig protestiert, dass er, der Alleinherrscher, von nun an Haus und Garten teilen soll. Holly hat sich vor seinem schlechten Benehmen so erschreckt, dass sie vor ihm Angst hatte und ihm auch die Zähne gezeigt hat.
Eine Vergemeinschaftung in Haus und Garten war erst einmal hinfällig.Holly und Buddy beim Spaziergang
Wir haben dies dann auf neutralen Grund verlegt und die Hunde bei Spaziergängen langsam angenähert. Inzwischen kann auch eine Person mit beiden spazieren gehen.

Einen Aufenthalt in der Badewanne konnten wir Holly auch nicht ersparen, da ihr Geruch schon sehr streng war. Nach einer gefühlten Stunde, einer halben Flasche Shampoo und vielen Handtüchern hatte sie ein wohlriechendes, flauschiges Fell. Die Fellpflege genießt sie, nur die hintere Partie muss man ganz vorsichtig bearbeiten, da ist sie sehr empfindlich.

Die zweite Impfung hat sie auch gut gemeistert, bei der letzten Auffrischung werden wir sie noch genauer untersuchen lassen.

Wasserscheu ist sie nicht und ist auch gleich in unseren Teich gepurzelt. Da sie Geschirr und Leine anhatte, habe ich sie aber gleich wieder rausgefischt. Sie hat sich dann so kräftig geschüttelt, dass sie umgefallen ist. Überhaupt ist sie noch nicht so ganz sicher auf den Beinen, manchmal stolpert sie einfach drüber und plumpst auf den Boden. Sie lässt sich davon aber nicht unterkriegen. Zwischendurch hüpft sie wie ein kleiner Ziegenbock umher, besonders, wenn sie sich über etwas freut.Holly

Leider mussten wir feststellen, dass sie beinahe gar nichts hört. Nur bei sehr lauten tiefen Geräuschen reagiert sie. Mit dem Fressen ist das auch so eine Sache, meistens hat sie keinen besonderen Appetit. Aber das wird schon noch werden. Sie kann sich inzwischen entspannen und schläft viel. Die Spaziergänge liebt sie.

Zwei Wochen lang hat sie ihr kleines Geschäft ausschließlich im Haus erledigt, dann ist der Knoten aufgegangen und seitdem wird auch das draußen verrichtet. Das ist für uns eine riesige Erleichterung.

Holly ist ein absolut liebenswerter, ruhiger und angenehmer Hund und wir sind sehr froh, dass wir sie bei uns haben, auch wenn unser großes Trampeltier namens Buddy noch Probleme macht. Wir denken, dass er sich mit der Zeit und viel Geduld (und vielen Leckerlis- sein Geschirr ist schon zu eng!) an Holly gewöhnen wird und nicht mehr so eifersüchtig ist.“

 

Das Verhältnis zu Buddy hat sich mittlerweile etwas mehr entspannt und einige Wochen nach dem ersten Bericht hat Holly sich dann selbst zu Wort gemeldet:

„Nun bin ich also wieder in Bayern gelandet, aber dieses Bayern ist schön. Ich habe einen großen Garten und einen Teich, in dem ich schwimmen dürfte, ich hab‘s noch nicht versucht.
Anfangs war ich sehr nervös, weil alles neu für mich war. Nach einiger Zeit hat sich das gelegt und ich fühl mich ziemlich wohl hier. Ich schlafe nachts brav und liebe mein Bettchen.Hollys Schlafplatz

Ich bin bei den Spaziergängen eine angenehme Begleiterin, sagt mein neues Frauchen. Nur wenn‘s was zum Jagen gibt, da werde ich wieder ganz jung, hüpfe in die Leine und heule und belle. Mein Frauchen lacht dann immer, weil ich sonst so ruhig und zurückhaltend bin. Davon merkt man nichts mehr, wenn ich eine Katze oder Eichhörnchen sehe. Andere Hunde finde ich auch spannend und bin fast immer sehr freundlich.

Nur vor meinem großen Bruder Buddy habe ich Respekt. Der ist im Haus und Garten noch sehr angespannt und nicht immer sehr nett zu mir. Ich darf nicht mal an den Plätzen schnuppern, wo er mal was gefressen hat, da wird er schon sauer. Unglaublich! Wir hoffen alle, dass das noch besser wird. Ich darf aber auf alle Fälle hier bleiben, egal wie sehr der Große sich auch aufführt, hat mein Frauchen gesagt. Manchmal ist er aber schon ganz entspannt.

Holly und Buddy

Fressen schmeckt jetzt prima, ich hab nur nicht immer gleich viel Hunger, aber manchmal ist die Schüssel wie gespült. Frauchen muss immer lachen, weil ich, wenn sie die Schüssel bringt, neben ihr herumhüpfe wie ein Flummiball. Sie hat dann fast Angst, dass ich mal hintenüber falle, ich hab dann nämlich alle vier Füße gleichzeitig in der Luft.

Vor kurzem sind wir alle weggefahren, Urlaub heißt das glaub ich. Die lange Fahrt (ich glaub, wir sind nach Sardinien gefahren) habe ich prima gemeistert, auch auf der Fähre habe ich mich vorbildlich benommen. Meine neue Familie ist nur ganz verzweifelt gewesen, da ich von der Abfahrt bis zum nächsten Morgen nicht gepinkelt habe.
Ja, das ist mein altes Problem: wenn ich unsicher bin, dann trau ich mich nicht. So war‘s dann auch im Urlaub, alles war neu und ich hab auch ziemlich oft sogar leider mein Deckchen nass gemacht. Meine Menschen waren dann aber immer ganz lieb mit mir und haben mich getröstet.

Buddy war in dem Haus schon mal und hat gleich wieder gemeint, es gehört ihm auch hier alles, der Angeber. Die erste Woche war ganz schön stressig, dann ist es aber besser geworden.Blick durchs Fenster

Toll war, dass ich da vom Garten aus durch das Küchenfenster ins Haus schauen konnte, da hab ich immer beobachtet wie unser Fressen hergerichtet wurde.

Übrigens glauben ganz viele Leute, dass ich ein junger Hund bin, ich seh aber auch noch gut aus, kaum graue Haare und gar keine Falten, na ich werde ja auch gut gepflegt hier.

Das große Wasser (ich glaube, es heißt Meer) schmeckt mir nicht, ich hab es probiert und mich hat's geschüttelt. Jetzt weiß ich auch, was Wellen sind und dass man sich nicht fürchten muss. Ich bin ins Wasser und hab mit ihnen fangen gespielt. Dann bin ich noch über den Sandstrand gehüpft und alle waren glücklich, dass ich mich so gefreut habe. Spaziergänge am Strand sind auch interessant, da gibt's viele neue Gerüche.

Holly am Strand

Alles in allem gefällt es mir hier sehr gut und ich bekomme viele Streicheleinheiten, hier bleibe ich auf alle Fälle!!

Ich wünsche meinen alten Kollegen, die noch bei euch sind, dass sie bald auch einen schönen Platz bekommen!

Viele Grüße und bis bald
Eure Holly“

Wir sind sehr glücklich und erleichtert, dass Hollys neue Menschen trotz aller Anfangsschwierigkeiten zu ihr gehalten haben und nie an Rückgabe dachten: einmal Familienmitglied, immer Familienmitglied! Holly ist bestens aufgehoben und wird nun für das entbehrungsreiche Leben entschädigt, das die Vorbesitzer ihr aufgezwungen haben. Mach’s gut, kleine Prinzessin – wir hoffen, dass du mit deinem neuen Rudel noch eine lange und erfüllte Zeit verbringen darfst.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt