Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Mai 2016 ein neues Zuhause gefunden haben

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Aus Patrick wird Rico – eine Herzensentscheidung

Patrik, jetzt Rico

Der Wunsch nach einem Hund bestand schon lange, doch es war klar, dass Familie M. erst dann ausreichend Zeit für einen vierbeinigen Gefährten haben würde, wenn das künftige Herrchen in Rente kommen würde. In der Zwischenzeit engagierten sich die Hundefreunde als Gassigänger in der Auffangstation und hatten auch den einen oder anderen Lieblingshund, doch die Zeit für eigenen Familienzuwachs war noch nicht gekommen.Rico

Als wir dann von einem befreundeten Verein den Husky-Mix-Rüden Patrick übernahmen, war es Liebe auf den ersten Blick. Und das perfekte Timing, denn just an diesem Wochenende war sozusagen der Weg frei für einen eigenen Hund. Es waren aber noch ein paar organisatorische Dinge vorzubereiten, so dass Patrick einen einwöchigen Aufenthalt in der Station hatte: eine leicht zu verschmerzende Wartezeit, wenn man bedenkt, dass er davor bereits über ein Jahr unbeachtet im Tierheim hockte.

Endlich durfte Patrick aber sein neues Leben beginnen, das gleich mal mit einer Umbenennung startete, da es im Bekanntenkreis bereits einen Mann namens Patrick gibt. Also wurde aus Hund Patrick kurzerhand „Rico“.

Und Rico ist ein wahrer Sonnenschein. Schon in der Station waren wir begeistert von dem hübschen Burschen mit den Knickohren und den außergewöhnlichen Augen, der unter Seinesgleichen ein super Sozialverhalten hat und jedem Menschen freundlich begegnet. Kaum zu glauben, dass so lange niemand seine Qualitäten erkannt hat. Aber natürlich ein Glücksfall für Familie M., die ihren vierbeinigen Schatz nicht mehr missen möchte.

RicoAusgiebige Spaziergänge stehen ebenso auf der Tagesordnung wie regelmäßige Schmuseeinheiten. Am Anfang merkte man Rico schon noch an, dass er in fremden Situationen etwas verunsichert war und beispielsweise im Haus auch die steile Treppe in den oberen Stock nicht gehen wollte. Aber der Knoten ist schnell geplatzt und seither bewegt sich Rico ungezwungen in der ganzen Wohnung.

Das Autofahren ist nicht gerade sein liebstes Hobby. Vermutlich stecken ihm noch die vielen Stunden des Transports zur Station in den Knochen. Doch allmählich legt Rico auch hier seine Vorbehalte ab und seine Menschen lassen ihm einfach die dafür nötige Zeit.

Rico ist eine absolute Bereicherung für seine Familie und er selbst hat endlich die Gelegenheit aufzublühen und ein erfülltes Leben zu führen. Wir freuen uns sehr, dass die Chemie zwischen Rico und seinen Zweibeinern auf Anhieb stimmte und dass wir ihn in ein behütetes Zuhause entlassen durften.

Rico

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Kia – in Rekordgeschwindigkeit das „Problemhund-Image“ abgestreift

Kia

Aus Zeitmangel landete Kia bei uns in der Vermittlung und fand die Station und die ganzen fremden Leute erst mal gar nicht toll.Kia So viel Trubel war sie nicht gewöhnt, hatte es bei den Vorbesitzern doch zuletzt sogar an der Zeit fürs Gassigehen gefehlt und Kia lebte mehr oder weniger isoliert im Garten. Das Thema „Menschen“ war bei Kia ohnehin ein besonderes, denn auch vor dem Umzug in den Tierschutz war für die hübsche Husky-Dame ihre Familie der wichtigste Bezugspunkt und alle anderen Zweibeiner ließ sie abblitzen. – So weit, so schlecht, denn bei der Suche nach einem neuen Zuhause macht es sich einfach nicht gut, wenn Interessenten angeknurrt werden und gleich das gebleckte Gebiss präsentiert bekommen.Kia

Wie es der Zufall aber so wollte, hielt Familie Sch. nach dem Tod ihrer Husky-Hündin Banja wieder Ausschau nach einem neuen Vierbeiner. Schon die scheue Banja war ein „spezieller Fall“ und offensichtlich haben diese Menschen ein besonderes Händchen für die etwas schwierigeren Kandidaten, denn nach dem Spaziergang mit Kia stand fest, dass die vermeintliche Problemhündin ihr Herz erobert hatte!

Kurze Zeit später durfte Kia ihr neues Zuhause in Beschlag nehmen und sie hat sich blendend eingelebt. Anfangs gestaltete sich zwar die Begegnung mit anderen Hunden und mit Pferden schwierig, doch permanentes Üben hat schon zu Erfolgen geführt. Mit Fremden ist nach wie vor Vorsicht geboten, aber Kias Besitzer selbst genießen das grenzenlose Vertrauen der Hündin und können alles mit ihr machen, selbst Fressbares aus der Schnauze nehmen – in der Station wäre das undenkbar gewesen.

Hier haben sich wirklich Topf und Deckel gefunden! Wir sind sehr froh, dass wir Kia in so verlässliche Hände abgeben durften und danken ganz herzlich für die Unvoreingenommenheit, die ihre neue Familie ihr entgegengebracht hat. Wie wir bei einer Stippvisite in der Station sehen konnten, sind Hund und Menschen ein Herz und eine Seele. Beste Voraussetzungen also, um noch viele glückliche gemeinsame Jahre zu genießen.

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Alex, der Garant für den „Wow-Effekt“

Alex

Mit Alex bekamen wir einen wahrhaft hübschen Husky in die Vermittlung. Wer ihn sah, verliebte sich fast unweigerlich. Doch der anfänglich in der Station so unkomplizierte und genügsame Vierbeiner zeigte erst nach einigen Wochen sein wahres Temperament. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass er an seinem operierten Bein Probleme mit der Metallplatte hatte und nachdem diese entfernt worden war, holte der nun schmerzfreie Alex quasi das ganze Rabaukentum eines pubertären Jungrüden auf.Alex im neuen Rudel

Als rasseerfahrene Interessenten in die Station kamen, die nach katzenverträglichem Rudelzuwachs suchten, schlug Alex‘ Stunde. Er becircte die beiden Hündinnen, die ansonsten durchaus wählerisch sind und die Herzen der zugehörigen Zweibeiner brachte er ohnehin gleich zum Schmelzen: Da war es, das neue Familienmitglied!

Einige Tage später durfte Alex umziehen. Während er von Husky-Hündin Pollie und Mix-Hündin Schnuppe nach einem kurzen Spaziergang im heimischen Revier akzeptiert wurde, zeigte Alex seinerseits dort gleich reges Interesse an den Samtpfoten. Etwas zu rege. Am liebsten hätte er sie über Tisch und Bänke verfolgt. Doch zum Glück sind die Miezen solche Anfangsschwierigkeiten noch von Pollies Einzug gewöhnt und haben die Möglichkeit, sich in hunde-unzugängliche Bereiche zurückzuziehen.

 

Doch lassen wir die neuen Besitzer selbst berichten, wie der Start mit Alex lief:

„Die ersten Tage hatte er heftigen Durchfall, was sicherlich an der Ernährungsumstellung und der Aufregung lag. Mitthin allerdings auch daran, dass er ein schlaues Kerlchen ist und problemlos Türen und Schränke aufmacht. Schrank geöffnet

So hat er unser Süßigkeitenlager entdeckt und geplündert…. Zwischenzeitlich haben wir alles Schränke umgeräumt und die entsprechenden Türklinken umgedreht, sodass dies kein Problem mehr darstellt.

Mit den Katzen klappt es noch nicht so, er steht gerne am Fenster und schaut ihnen draußen zu. Deshalb haben wir auch die Couch umgestellt, die bisher am Fenster stand. Er kam dann zu weit hoch und wir hatten Bedenken, dass er "durchs Fenster geht". Nun muss er vom Boden hoch, sodass auch hier keine Gefahr mehr besteht.

Probleme hat er auch noch recht gravierend mit der Stubenreinheit, aber das braucht eben Geduld und Zeit. Aber ich denke, wir werden das im anstehenden Urlaub auch in den Griff bekommen.

Alex und PollieAnsonsten gibt es nur Positives zu berichten. Er hat sich gut ins Rudel integriert, kurzfristige Rangzwisteleien waren zu verzeichnen, aber ich denke, das ist jetzt geregelt. Beim Gassi gehen läuft er ca. 50 cm hinter Pollie, welche ja Leithundansprüche hat (so zierlich sie ist) und das hat er ebenfalls akzeptiert. Auch dass an der Leine nicht gespielt wird, hat er sehr schnell verstanden und akzeptiert, sodass man mittlerweile problemlos mit allen drei doch nicht gerade schwachen Hunden Gassi gehen kann. Er geht in Zug, aber sehr mäßig und lässt sich wunderbar durch einen kurzen knappen Leinenimpuls leiten. Mittlerweile haben wir auch das für ihn passende Futter gefunden, sodass er auch keinen Durchfall mehr hat.

Entgegen Ihrer Empfehlung füttern wir ihn nicht isoliert. Jeder Hund hat seine Schüssel und sein Eck und darf fertigessen bis er von alleine von der Schüssel geht. Auch das hat er sehr schnell verstanden und mittlerweile frisst er sogar mit Genuss und ist oft der letzte, der fertig ist. Als positiver Nebeneffekt hat sich ergeben, dass Pollie, die bisher ein eher schlechter Fresser war und oft den Napf nicht leer gemacht hat, nun auch immer leer frisst.

AlexAnsonsten ist Alex einfach nur ein verschmuster großer Teddybär, äußerst freundlich und aufgeschlossen zu Menschen. Wenn es ans Gassi gehen geht, ist er nicht mehr zu halten und anfangs konnte ihm das Geschirr anlegen nicht schnell genug gehen. Da zeigte er ab und an auch noch Ansätze, etwas zu schnappen, wenn‘s ihm nicht schnell genug ging. Das hat er mittlerweile abgelegt und er legt sich an der Türe ab und wartet, bis auch die anderen angeleint sind. Vorsicht ist allerdings noch etwas geboten, wenn sich die Leine um seinen Hinterfuß wickelt und man den Fuß anheben will. Hier fehlt ihm wohl noch etwas Vertrauen, aber mit Ablenkung aus der Situation klappt auch das immer besser.

Als Fazit können wir sagen, dass wir sehr positiv gestimmt sind und denken, dass wir ihm auch noch die Stubenreinheit beibringen und das Katzenjagen abgewöhnen werden können.“

Alex

Wir drücken die Daumen, dass die letzten Stolpersteine auch in Kürze aus dem Weg geschafft sein werden und bedanken uns ganz herzlich bei Familie L. für das Durchhaltevermögen und den Optimismus, mit dem sie Alex zur Seite stehen. Mit dieser Einstellung wird alles gelingen und Alex kann sich auf ein abwechslungsreiches und schönes Leben mit treusorgenden Zweibeinern und viel tierischer Gesellschaft freuen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Kaika, der Vorzeige-Akita

Kaika

Bereits bei ihrer Ankunft in der Station war klar, dass Kaika etwas Besonderes ist. Die Akita-Dame war nicht nur der Orientierungspunkt für ihren scheuen Eurasier-Gefährten Juri, sondern hatte innerhalb von Minuten das Gehege im Griff, in das die beiden Neuankömmlinge einquartiert wurden. Sie hatte eine so enorm souveräne Ausstrahlung, dass keiner der Rüden gewagt hätte, der „First Lady“ die Krone streitig zu machen. Und falls doch, dann verwies Kaika ihn umgehend in seine Schranken – ohne große „Aktionen“, einfach nur mit strengem Blick und gelegentlich mal einem verbalen Rüffel.Kaika

Kaika zählte schnell zu den Gassigeher-Lieblingen, weil sie so anständig an der Leine lief und auch jegliche Streicheleinheiten genoss. Einfach ein Traum von Hund!

Als dann ein Vereinsmitglied die Station besuchte, stach auch da Kaika gleich ins Auge. Für Akitas hat die Besucherin ohnehin ein Faible, seit sie mal einen solchen als Pflegehund beherbergte. Doch „Bedarf“ an einem eigenen Hund bestand nicht, die vorhandenen Plätze waren bereits besetzt. Wohl aber war ihre erwachsene Tochter nach längerer Hundelosigkeit wieder auf der Suche nach einem katzenverträglichen Begleiter – und auch sie hatte einen Akita im Visier. Was lag also näher als die Tochter zur Station zu schicken?!

Unnötig zu erwähnen, dass Kaika auch bei der jungen Frau ihren ganzen Charme ausspielte. Eigentlich hatte die Interessentin zwar eher nach einem jüngeren Vierbeiner gesucht, doch schon nach Sekunden waren Zahlen plötzlich unwichtig. Kaikas Charakter überzeugte einfach.Kaika

Am folgenden Wochenende durfte Kaika zum Probewohnen umziehen. Zwei Bewährungsproben hatte sie vor sich: Erstens war die Frage, ob sie die drei Katzen auch wirklich akzeptieren würde und zweitens hegte der Lebensgefährte des künftigen Frauchens durchaus Bedenken gegen einen Hund.

Doch Kaika hat beide Herausforderungen mit Bravour gemeistert. In der Hund-Katzen-Beziehung hat sich herausgestellt, dass eher die Samtpfoten das Problem sind. Aber Kaika hat die anfänglichen Attacken der übellaunigen Hausherrinnen geduldig über sich ergehen lassen und mittlerweile akzeptieren die Stubentiger auch den Neuzugang und stibitzen ihr gerne das Futter aus dem Napf. Was den Lebensgefährten angeht, so hatte Kaikas Frauchen den richtigen Riecher: die Hundedame hat ihn derart um ihre Pfoten gewickelt, dass sein erster Gang nach Feierabend zum Schuhregal führt, wo das richtige Schuhwerk für lange Spaziergänge gelagert ist. Und sonntagmorgens um 7:30 Uhr hält ihn nicht einmal strömender Regen davon ab, Brötchen holen zu gehen – wohlgemerkt mit Kaika und das eine geschlagene Stunde lang.

KaikaDie anfänglich zwischen den Zweibeinern ausgehandelten Regeln werden konsequent so umformuliert, dass es für Kaika passt. Aus dem „Der Hund kommt aber nicht auf die Couch!“ ist ein von leichtem Polsterklopfen begleitetes „Mäuschen, komm!“ geworden. Und da Kaika ja sehr, sehr folgsam ist, tut sie das auch und nimmt mittendrin Platz. Fragt sich nur, ob ein zwei mal drei Meter großes Sofa wirklich ausreichend ist für zwei Erwachsene, drei Katzen und einen rund 30 kg schweren Akita mit 65 cm Stockmaß…? Bei einem kürzlich erfolgten Hausbesuch musste sich das Frauchen jedenfalls die scherzhaften Ermahnungen der Vereinsvertreterin anhören.

Kaika selbst hat aber nichts auszusetzen an ihrem neuen Zuhause und folgt ihren Zweibeinern wie ein Schatten. Die in der Auffangstation eher gemächliche Hündin hat sich zur sportlichen Begleiterin entwickelt, die auf ihren ausgiebigen Spaziergängen besteht und auf der übersichtlichen Wiese gerne auch mal unangeleinte Extra-Runden flitzt. Wird sie gerufen, steht sie umgehend wieder da.

Kaika

Kaikas Menschen möchten ihr neues Familienmitglied nicht mehr missen und auch die Akita-Dame ist rundum zufrieden. Uns bleibt nicht viel mehr als allen Zwei- und Vierbeinern weiterhin eine glückliche und erlebnisreiche Zeit zu wünschen und uns zu bedanken, dass Kaika ein so liebevolles Zuhause bekommen hat.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Fee, ein Wirbelwind zieht ein…
Der Hund ist der Gott der Ausgelassenheit… (Henry Ward Beecher)

Fee der Wirbelwind

Fee

Sicherlich erinnern sich viele Besucher noch an den Wirbelwind „Fee“, die junge Huskyhündin, die von einer jungen Frau aus schlechter Haltung mit dem Ziel übernommen wurde, für sie ein passendes Zuhause zu finden. Und so wandte die Tierfreundin sich an uns.

Schon bald meldeten sich Interessenten für Fee, aber leider sind auch die Mitarbeiter der NfP nur Menschen und so ergab es sich, dass der zuerst ausgesuchte Platz schnell mit dem jungen Wirbelwind überfordert war. Die Skepsis war danach natürlich groß, nun wirklich die richtigen Menschen zu finden.

Da sich aber unsere Interessenten (fast) immer im Klaren sind, „was“ sie sich ins Haus holen, meldete sich schon bald eine junge husky-erfahrene Familie. Hier war vorrangig, dass es mit dem kleinen Sohn und der vorhandenen Hündin passen muss.Fee

Alle Unarten die uns bekannt waren, hatten wir den neuen Besitzern mit auf den Weg gegeben. Es kommt aber ganz häufig vor, dass uns die vermittelten Hunde Lügen strafen und sich plötzlich von einer völlig anderen Seite zeigen, was sich auch aus dem nachstehenden Bericht der Familie erliest.

Wir belassen es aber dabei, auch über die „negativen“ Dinge zu berichten, denn es ist immer einfacher, damit dann nicht umgehen zu müssen, als andersherum.

Wir wünschen Familie R. und den Vierbeinern eine schöne gemeinsame Zeit und bedanken uns, dass sie sich auf das Abenteuer „Fee“ eingelassen haben.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

Fee

"Als unsere Huskydame "Jessy" im Januar im Alter von 17 Jahren verstorben ist, war schnell klar, dass ein Leben ohne Schlittenhund zwar möglich, aber nicht ganz so lebenswert ist.

Seit meinem 8. Lebensjahr lebte mindestens ein Husky in unserem Haus und auch unsere Jessy war ein Notfellchen. Kurzum, nach einigen Recherchen im Internet sind wir auf Fee gestoßen, die es uns sofort angetan hatte.

Fee und Jessy

Fee und JessyNachdem der Kontakt hergestellt war, sind wir zwei Wochen später, nach einer positiven Vorkontrolle, auf die schwäbische Alb gefahren, um Fee kennen zu lernen. Im Gepäck unsere Jack Russel-Mix Hündin (ein Tierschutzhund aus Rumänien). Die Chemie zwischen den beiden sollte ja schließlich stimmen. Da es diesbezüglich keine Probleme gab, sind wir einen Tag später anstatt mit einem Hund mit zweien wieder nach Hause gefahren. Bei der Heimfahrt kamen erste Zweifel auf, was wir uns denn da für ein Energiebündel ins Haus holen würden.

Jessy, Sohn und Fee (v.l.)

Die Spannung war groß, wie Fee ihr neues Zuhause annehmen würde und ganz besonders, wie der Umgang mit unserem zweijährigen Sohn wäre.

Alle Zweifel waren schnell beseitigt. Mit dem Kleinen geht sie sehr besonnen um. Er bekommt höchstens mal ein Küsschen von ihr, da es ja eine Augenhöhe ist.Fee und Jessy

Nach der ersten Nacht, die noch etwas unruhig war, hat sie ihr Schlafplätzchen gefunden.

Bei Fee ist der Wille zum Ziehen sehr ausgeprägt, aber sie ist nun mal ein Schlittenhund und versteht dies als ihre Aufgabe. Wir genießen die gemeinsamen Touren sehr. Sei es mit dem Dogscooter, joggend oder einfach ausgedehnte Bergtouren. Wenn es ans Geschirr anziehen geht, ist sie außer Rand und Band und freut sich auf ihre neue Aufgabe. Auch große Kuscheleinheiten gehören immer dazu.

Alles in allem können wir sagen, dass unser Leben mit Fee zwar turbulenter geworden ist, aber wir möchten sie nicht mehr missen.

Wir haben uns bei der Abholung auf das "Schlimmste" eingestellt und sind eines Besseren belehrt worden. Viele Verhaltensweisen, die uns bei der Übergabe mitgeteilt worden sind, zeigt sie in ihrem neuen Umfeld nicht. Nur bei der Fütterung müssen wir noch ein bisschen üben. Da kann sie es kaum erwarten, bis der Napf auf dem Boden steht.

Fee und Jessy

Ein großer Dank geht an die Nothilfe für Polarhunde für ihre unermüdliche Arbeit.

Liebe Grüße
Ihre Familie R.“

 


 

Kenji - aus einem hässlichen Entlein wurde ein stolzer Schwan…

Ein Schlitzohr geht auf die Reise…

Am 12.12.2015 kam Kenji zusammen mit seiner Partnerin Yuri aus Thüringen zu uns in den Schwarzwald. Zwei mehr als erbarmungswürdige Tiere, die man regelrecht physisch und psychisch aufbauen musste. Ein langer Weg, der mit viel Arbeit verbunden war und zum Teil noch verbunden ist.

Im März durfte Yuri zu neuen Menschen umziehen, momentan als Pflegehund, da ihr gesundheitlicher Zustand noch immer nicht stabil ist.
Kenji blieb in der Pflegestelle und ab dem Zeitpunkt der Trennung von Yuri begann dann unwissentlich eine Freundschaft zu einer Zweibeinerin, die letztendlich in Liebe und der festen Übernahme des kleinen Hundemannes geendet hat.

Katzenfreundin Sabine hat sich unseren Gassirunden angeschlossen und so nebenbei signalisiert, dass sie sich sehr in Kenji verliebt hat. Ob sie wohl wusste, was sie sich mit einem Shiba antut, das wollte sie gar nicht hören. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt alles dafür zu tun, dass Kenji bei ihr einziehen kann. Zuerst ein bisschen zögerlich, willigte die Pflegestelle ein, dass man über ein ständiges Gassigehen und vielleicht einem Probewohnen dem kleinen Hundemann die Chance gibt, sich schneller in ein neues Zuhause umzugewöhnen.

Gesagt, getan!

Mal hat man sich unterwegs getroffen, mal kam Sabine und hat uns abgeholt. Und Kenji zeigte sich immer mehr erfreut über die Besuche und konnte seine Freude anfangs durch zaghaftes, dann durch etwas freudigeres Schwanzwedeln zum Ausdruck bringen. Und Sabine machte es sehr ordentlich mit dem kleinen Kerl an der Leine, so dass die Pflegestelle keine Sorge haben musste, dass hier durch Unvorsichtigkeit etwas schiefläuft.Kenji orientiert sich an Gipsy und Benji

Je mehr Zeit ins Land ging, umso stabiler wurde der kleine Kerl. War man alleine und ohne Sabine unterwegs, waren Begegnungen mit Fremden kein großes Problem mehr. Dank Ronja und Gipsy, an deren Seite er sich ständig aufhielt, gewann Kenji ziemlich an Sicherheit. Dies führte sogar so weit, dass er, ohne in Panik, Ablehnung oder in eine Starre zu verfallen, sich schon mal unterwegs von Fremden streicheln ließ. Kleine Fortschritte mit großer Wirkung. Fast stolz lief Kenji neben einem her, wenn man die Fremden passiert hatte. Die anfänglichen Fluchtversuche blieben mit der Zeit alle aus. Erstaunlich, wie schnell sich Kenji nach der Vermittlung von Yuri und dann alleine in Begleitung mit den Hunden in der Pflegestelle anvertraut und angepasst hat.

Kenji wird selbstbewusster

Auch wenn man ihn in den ersten Monaten immer aus seinem Bettchen herausheben musste, wenn man gassigehen wollte, plötzlich kam er ohne Zögern von sich aus an die Türe und ließ sich anleinen. Ein gewaltiger Schub nach vorne. Zuversichtlich sah man dann dem Probewohnen über ein Wochenende bei Sabine entgegen.

So geschah es dann auch. Nur wurde die Frage gestellt, ob man hier nicht wirklich einen Kater im Hundepelz vermitteln wollte? Kenji fand es ganz toll, auf den Kletterbaum der Katzen zu steigen. Und noch so manch lustige Einfälle schüttelte er aus dem Pelz, seine nette Schlitzohrigkeit zauberte uns allen ein Schmunzeln ins Gesicht.Kenji als "Katze"

Nach dem Probewohnen stand dann auch schnell fest, „Kenji soll ganz umziehen“. Unsere Bedenken waren alle ausgeräumt und ein bisschen haben wir uns auch gefreut, dass der kleine Kerl in der Nähe bleiben darf. Zudem ist es auch wichtig in einen Katzenhaushalt sich einen Hund anzuschaffen, der mit den Samtpfötchen kein Problem hat. Und das hat Kenji ganz und gar nicht. Denn wahrscheinlich weiß er selbst nicht genau, ob er nicht doch eine Katze ist?

Kenji auf dem Katzenbett

Mit Vorliebe verzieht er sich in eine Höhle, oder er thront wie ein „Prinz“ auf dem Katzenbettchen, das eigens dafür auf dem Bett der Menschen liegt. Manchmal in Gesellschaft einer von Sabines Katzen.

Kenji

Kenji mit Katze

Besonders angefreundet hat er sich mit seinem neuen Herrchen. An dessen dickem Bauch schläft es sich entspannter als bei Frauchen, das keinen solchen Wärmespender vorzeigen kann. Kenji denkt sich wohl, „Männer müssen einfach zusammenhalten“.kuscheln mit Herrchen

Kenji ist 11.05.2016 problemlos umgezogen, hat sich auch super im neuen Zuhause eingewöhnt. Für die Pflegestelle eine absolut große Beruhigung, dass ein nicht sozialisierter Hund, der schon in die Jahre gekommen ist, einen mehr als angenehmen Start in ein neues Leben finden durfte. Und gepaart mit dem Wissen, dass Kenji im neuen Zuhause genauso viel Zuwendung und Fürsorge erhält, kann man sich entspannt zurücklehnen.

Bei mancher Vermittlung eines nicht sozialisierten und Panik-Shibas geht es nicht so einfach vonstatten, denn man ist in ständiger Sorge, dass so ein Sorgenfell durch irgendein Fehlverhalten der Menschen flüchtig geht.
Aber es gibt auch so keine Sicherheit im Leben.

Es ist der Pflegestelle schon ein bisschen schwer gefallen, den Hundemann loszulassen, ein Abschied mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Aber dank der kurzen Entfernung zu seinem neuen Zuhause ist es kein Abschied „für immer“.

Danke Sabine, dass du Kenji so vorbehaltlos aufgenommen hast, wie er nun einmal ist. Viel Freude mit ihm und pass gut auf ihn auf.

Die Pflegestelle und das Team der NfP - Freudenstadt

 


 

Happy-End für Happy

Happy

Als wir im April 2015 ein 9-köpfiges Hunderudel von einem Musher übernommen haben, rechneten wir im Vorfeld damit, dass die jüngeren Tiere die besseren Vermittlungs-Chancen hätten. Doch zu unserer Überraschung waren die älteren Rudelmitglieder innerhalb eines halben Jahres ausgezogen und übrig blieben drei Huskys aus der jüngsten Generation: Happy und ihre Brüder Damon und Ismo, die allesamt irgendwelche „Besonderheiten“ haben. Bei Happy und Ismo ist es eine starke Verunsicherung in neuen Situationen und bei Reizüberflutung, so dass sie für eine Vermittlung in einen turbulenten Haushalt oder in städtisches Gebiet ausscheiden.

HappyGut Ding will Weile haben. Und so war es auch bei Happy, für die Anfang 2016 endlich doch eine vielversprechende Interessenten-Anfrage einging. Auch das persönliche Kennenlernen hinterließ einen guten Eindruck und Happy schien ihre Chance zu wittern, denn sie becircte den Besucher nach besten Kräften. Mit Erfolg!

Rund zwei Wochen später durfte Happy den Weg in ihr neues Zuhause antreten. Einen langen Weg von 8 Stunden Fahrt. Wir drückten die Daumen, dass sie diese ungewohnte Situation ohne „Koller“ überstehen würde, doch unsere Sorgen waren unbegründet: Happy vertrieb sich die Zeit mit Beobachten und dem einen oder anderen Stück Trockenfleisch als Zwischensnack. Sie war sogar entspannt genug, um sich auf einem Spaziergang zu lösen. Als wir das hörten, staunten wir über unser sonst so stressanfälliges Mädel.

Zuhause angekommen wurde Happy von dem bereits vorhandenen Husky-Rüden „Blue Eyes“ freundlich willkommen geheißen. Etwas verwirrt war Happy aber trotzdem, wo sie nun da gelandet war… Neuer Gefährte, neue Menschen und nicht zuletzt die neue Erfahrung „Haus“ mussten erst mal verarbeitet werden. In den nächsten Tagen verhielt Happy sich eher zurückhaltend und sondierte die Lage. Beim Gassigehen demonstrierte sie dagegen ihre Zugkraft. Sie hatte aber unterwegs immer wieder auch Momente und einige spezielle Stellen, wo sie sich erschreckte und teilweise panisch reagierte.

Im häuslichen Bereich taute Happy mit ein paar Tipps bald auf und ihre Zweibeiner wissen nun ganz genau, wie sich eine Huskyzunge im Gesicht anfühlt. Eine ausdauernde Huskyzunge…

Das Hunderudel ist mittlerweile auf drei Mitglieder angewachsen. Schon vor Happys Einzug war klar, dass noch ein älterer Rüde dazukommen würde und zwischen den Vierbeinern gibt es keinerlei Probleme. Aber lassen wir an dieser Stelle die Besitzer das Wort ergreifen:

Happy, Nanook und Blue Eyes

„Der Kontakt mit unserem Neuzugang Nanook war von Anfang an unkompliziert. Sie ist zurückhaltend, aber es ist alles harmonisch. Nanook vermittelt viel Ruhe.

Mit dem Fressen gab es zwischendurch eine nicht so gute Phase, sodass wir besorgt waren, ob sie wieder abnimmt. Sie hat das Futter zwar verteidigt, aber oft nur dann gefressen, wenn Nanook oder Blue Eyes was davon abhaben wollten. Nur das Fleisch hat sie immer komplett aufgefuttert. Dann haben wir es mal mit Einweichen des Trockenfutters versucht – seitdem bleibt selten mal ein Krümelchen übrig. Außerdem steht sie total auf Wiener und andere Leckereien. Aber damit sollte man es ja nicht übertreiben.Happy

Mittlerweile haben wir auf Anraten unserer Hundepädagogin noch ein Geschirr gekauft, das großflächiger und auch etwas enger am Körper liegt. Damit fühlt sie sich wohler und hat weniger Angst. Auch Fahrrad fahren haben wir schon ausprobiert – und über die Teleskopstange vorn befestigt zieht Happy entgegen der anfänglichen Aussagen wie eine Rakete!

Mittlerweile hat Happy auch ihre jährliche Impfung gut und ohne Probleme hinter sich gebracht. Wir werden ihr Gewicht weiter genau beobachten und ihr etwas mehr füttern, aber ansonsten scheint sie topfit zu sein.

Am Osterwochende waren wir mir allen drei Hunden auf der Wanderung unserer Hundeschule. Happy war gar nicht ängstlich, hat sich problemlos mit Mensch wie den anderen Hunden vertragen. Lediglich von der Leine gelassen haben wir sie nicht. Am vergangenen Donnerstag dann war sie das erste Mal mit Blue Eyes zu einer „Einzelstunde“ auf dem Hundegelände um zu schauen, wie sie sich verhält, wenn sie von der Leine ist. Das lief alles wunderbar.

Auch das Gruppentraining am Samstag hat Happy sehr gut gemacht. Sie war sozial mit den anderen Hunden, war sehr aufmerksam beim Training, nicht ängstlich und hat super mittrainiert, obwohl es das erste Mal gewesen ist.“

Soweit macht Happy also eine recht gute Figur und wir freuen uns, dass ihre Menschen ihr mit dem entsprechenden Einfühlungs- und Durchhaltevermögen den Weg zu einem entspannten und erfüllten Husky-Leben ermöglichen. Ohne Stolpersteine funktioniert das aber leider nicht und Happy hat sich einen ziemlichen Faux-pas erlaubt, in dessen Verlauf die beiden Familien-Papageien ihrem Jagdtrieb zum Opfer fielen. So etwas wirft natürlich erst mal Schatten auf das Miteinander, doch den Besitzern ist bewusst, dass Happy nicht böswillig gehandelt hat und sie möchten ihr Pelzgesicht trotz dieses Zwischenfalls nicht mehr missen. Und auch der zweite Wermutstropfen, das nach einigen Wochen aufgetretene Urinieren in der Wohnung, ist kein Grund, an Happy zu zweifeln. – So viel Glück muss ein Hund erst mal haben.

Happy

Wir danken Happys Zweibeinern ganz herzlich für ihren unerschütterlichen Glauben an dieses nicht ganz unkomplizierte Sorgenfell und sind zuversichtlich, dass sich mit dieser Einstellung auch eventuelle künftige Probleme überwinden lassen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Orsa – gut Ding will Weile haben

Orsa

Eigentlich gehörte er ja schon zum „Inventar“, unser Grönländer-Rüde Orsa, der im März 2014 als einer von 11 Trennungswaisen die nagelneue Auffangstation einweihte. Während nach und nach die meisten Hunde dieser bunten Truppe vermittelt wurden, taten Orsa und seine Schwester Ashanti sich deutlich schwerer. Zu sehr waren die beiden traumatisiert und auch wenn sie gegenüber ihren Bezugspersonen in der Station im Laufe der Zeit ihre Scheu weitestgehend ablegten, war der Umgang mit Fremden doch nach wie vor schwierig. – Keine gute Vermittlungsvoraussetzung, wo doch die meisten Interessenten einen zutraulichen und gut sozialisierten Hund suchen.Orsa

Doch zum Glück gibt es auch immer wieder die andere Sorte Interessenten. Solche, die sich besonderen Herausforderungen stellen und schon hinter der ungeschliffenen Fassade das Glitzern des verborgenen Juwels sehen. Im Herbst 2015 erreichte uns eine sehr nette Mail, in der nach Orsa gefragt wurde. Und wenige Tage später erfolgte schon der erste Besuch in der Station, mitsamt der zur Familie gehörenden Eurasier-Hündin. Die Chemie zwischen den Vierbeinern schien zu stimmen und auch die Zweibeiner waren sich auf Anhieb sympathisch. Uns war klar: das war Orsas lang erhoffte Chance!

Jolly und Orsa

Von da an bekam unser Gröni regelmäßig sonntags Besuch. Seine künftigen Menschen wollten ihm ausreichend Zeit zum Kennenlernen geben, um ihm die spätere Vermittlung so leicht wie möglich zu machen. In den ersten Wochen war Orsa noch irritiert, wenn er mit seinen Interessenten zur Gassirunde aufbrach, doch allmählich entwickelte er Vertrauen und freute sich schon, wenn die Familie auf den Parkplatz bog. Und auch die Eurasier-Hündin Jolly konnte es kaum erwarten, ihren neuen Freund wieder zu sehen.

Orsa und JollyDie Besuche wurden immer intensiver und Orsa wurde behutsam und dennoch zielstrebig an neue Situationen gewöhnt. Es klappte von Mal zu Mal besser. Die ruhige und souveräne Ausstrahlung der Zweibeiner, die dem scheuen Orsa mit Ermutigung, Einfühlsamkeit und unendlicher Geduld den Weg ebneten, beeindruckte auch uns Vermittler immens. – Unglaubliche viereinhalb Monate nahm die Familie sich Zeit, um Orsa nicht zu überfordern. Bei einer Anfahrt von rund 1,5 Stunden und gegen Ende zwei Besuchen pro Woche kann sich jeder selbst ausrechnen, welch enormer Aufwand dahinter steckt; nicht nur finanziell und zeitlich, sondern auch emotional.

Aber es hat sich gelohnt! Als Orsa Mitte März 2016 dann umziehen durfte, war zwar die neue Umgebung fremd, doch Menschen und Hundegefährtin waren vertraute Konstanten, die ihm die Eingewöhnung erleichterten. Wenige Tage später erreichte uns schon die erste begeisterte Mail des Frauchens:

 

„Orsa hat seinen vorläufigen Lieblingsplatz im Eingang zum Schlafzimmer gefunden. Dort ist er etwas zurückgezogen, kann aber alle Familienmitglieder genauestens beobachten. Heute hat er es sogar schon zweimal geschafft, liegen zu bleiben, als ich in den Schrank wollte. Er liegt auch nachts dort und scheint ziemlich viel zu schlafen. Übrigens ist er total stubenrein, nicht mal ein Angstpipi beim Anziehen bis jetzt.

Wir haben ihm eine 3m Hausleine gegönnt, so müssen wir ihn nicht bedrängen, wenn wir etwas von ihm wollen. Zur Haustür kommt er ohnehin sofort nach dem Rufen, der Garten dagegen ist ihm etwas suspekt. Also gehen wir die Sache langsam an.

Gestern war er im Hungerstreik, heute hatte er scheinbar großen Hunger, hat nämlich sowohl zu Hause aus der Schüssel als auch unterwegs auf der Wiese gefressen.

Jolly und Orsa

An beiden Tagen haben wir einen ausgedehnten Spaziergang im Grünen gemacht. Beim Autofahren hört man kaum noch ein Hecheln, Jolly ist noch etwas unzufrieden, muss die Prinzessin doch jetzt den Kofferraum teilen. Die Spaziergänge selbst waren klasse. Schwanz ganz oft oben, Nase zunehmend unten, immer wieder auch mit Jolly gemeinsam an derselben Stelle, das ist einfach nur schön. Fahrradfahrer, Wanderer und Jogger spielen für Orsa überhaupt keine Rolle.Orsa und Jolly

Die kleine Malteserhündin unserer Nachbarn war sofort in den Großen verliebt, leider hat er sie ganz und gar übersehen und ist ohne Umwege hinter Jolly her in Richtung Auto.

Orsa und Jolly

Wir sind der Meinung, es läuft sehr gut und freuen uns schon sehr auf die nächsten Tage, Wochen, Monate und Jahre.“

Ein toller Einstand! Eigentlich sollte das der Startschuss für eine glückliche Zukunft sein und wir hätten an dieser Stelle normalerweise alles Gute und viel Spaß für die kommenden Jahre gewünscht. Doch leider will das Schicksal es anders. Inzwischen hat es sich herausgestellt, dass Orsa schwerkrank ist und seine Tage gezählt sind. Das hätte niemand erwartet und die Diagnose „Tumor im Riechhirn“ war ein regelrechter Schock. So bleibt seinen Menschen nichts anderes übrig, als ihm die noch verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Aber auch wenn der Abschied unausweichlich ist, sind wir doch sehr froh und dankbar, dass Orsa vorher noch ein so fantastisches Zuhause bei einzigartigen Menschen gefunden hat!

Orsa und Jolly

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Setsu-Benny
Glück heißt auch, wenn die Zeit den Menschen die Einsicht bringt, welch tollen Gefährten sie an ihrer Seite haben…

Setsu-benny

Wir freuen uns riesig für Setsu-Benny, dass „ihre Menschen“ ihr den Unfall mit dem vorhandenen alten Hund deshalb verziehen haben, da sich keine passenden Menschen für die tolle Hündin meldeten.

Durch die weitere gemeinsame Zeit kam dann die Erkenntnis, dass sie diese Hündin behalten werden.

Der Besuch einer „Hund-Mensch-Schule“ soll das Zusammenleben nun nochmals festigen und der Umgang miteinander soll erlernt werden.

Alles Gute für „Setsu-Benny“ und ihre Menschen und wir würden uns wünschen, dass auch andere Menschen entstandene Probleme durch Eigeninitiative lösen würden.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt