Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im November 2016 ein neues Zuhause gefunden haben

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Juri – das Pflänzchen des Vertrauens wächst

Juri

ER - der Eurasier-Rüde Juri - kam zu uns auf die Alb, da sein Besitzer leider erkrankt ist. SIE - eine treue Freundin und Helferin im Verein – kam erneut zu einem Arbeitseinsatz auf die Station. Juri war ihr bisher nicht besonders aufgefallen, da er neuen Menschen gegenüber etwas zurückhaltend und ängstlich ist und sie erst einmal mit Bellen auf Distanz hält. Aber an diesem Wochenende sollte sich das ändern. Digger und Uppik trafen sich mit Juri in der Halle und das sah schon mal nicht schlecht aus. Digger ist ja schon etwas eigen in der Auswahl seiner Lebensgefährten.

Wieder zuhause und nach zwei Tagen des intensiven Nachdenkens über das Thema ‚sollte der Traum vom Dritthund doch wahr werden, aber wie? ‘ schaltete SIE auf Aktionsmodus. Der Sommerurlaub wurde vorgezogen, ein drittes Hunde-Equipment besorgt, mit uns telefoniert und schon am Donnerstag war Juri auf seiner Heimfahrt in die Pfalz. Das Abenteuer Dritthund hatte begonnen und wir waren alle sehr gespannt. Gegen Ende des Eingewöhnungsurlaubs erhielten wir folgende Rückmeldung:

"Hier ist alles absolut im grünen Bereich. Juri lässt sich wunderbar das Geschirr anziehen, frisst seit Dienstag seine Schüssel ratzeputz leer und probiert alle Liegeplätze und Körbchen aus. Er lässt sich, wenn auch nur vorsichtig, etwas streicheln und die Bögen um mich werden immer kleiner.Juri, Digger und Uppik

Leckerchen (aber nur eine Sorte) nimmt er auch - ganz vorsichtig - aus der Hand. Und das Beste, die Drei sind ein Herz und eine Seele.

Die umherfliegenden Fellbatzen werden auch weniger, ich konnte ihm schon den ein oder anderen aus dem Fell ziehen. Aber der Kamel-Look hat schon was.... Das Juri-Bärchen läuft wunderbar an der Leine, kann Sitz und hört sehr gut auf "komm rein". Es gibt jeden Tag Fortschritte mit der Abstandminimierung. Und wie der sich morgens freut, wenn ich aufwache... da stellt er selbst Digger in den Schatten."

Am nächsten Arbeitseinsatz durften wir dann die Fortschritte hautnah erleben. Juri war mit auf die Alb gekommen und wir waren ganz baff, dass er die Helfer nicht verbellt hat. Er bepflanzte mit seinem Frauchen den Vorgarten und lies sich von uns allen bewundern. Wir nannten ihn ‚Juri, die Pflanze‘. Tja, wenn SIE etwas wirklich will, dann bekommt SIE das auch hin!

Aber jetzt lassen wir SIE am besten selbst erzählen:

"Nun ist das Bärchen ja schon einige Zeit Mitglied in der Familie und hat sich einfach wunderbar eingelebt. Er ist ein sehr sensibler Hund, immer darauf bedacht, alles richtig zu machen. Er hört super und darf somit auch ohne Leine spazieren gehen. Wenn das Bärchen dann losdonnert ist das einfach großartig. Er freut sich immer riesig, wenn er etwas Neues geschafft hat, z. Bsp. das erste Mal Leckerchen von der Nachbarin nehmen. Da wackelt hinterher der ganze Hund vor Aufregung. Wir üben fleißig das Bürsten und Kämmen damit der diesjährige Fellwechsel optisch nicht ganz so spektakulär ausfällt. . Juri

Juri liebt es zu baden und zu schwimmen, seine Kondition hat sich enorm verbessert, auch wenn er gegen die kleine Rennsemmel Digger nicht wirklich eine Chance hat Beim Tierarzt waren wir auch schon: kerngesund und er benahm sich wirklich mustergültig. Das Brummen hat er fast vollständig aufgegeben, lediglich bei der ungeliebten Fellpflege protestiert er noch.

Das Größte für ihn ist Auto fahren. Er hechtet mit vollem Einsatz in den Kofferraum, unbeachtet, ob der vielleicht schon belegt ist. Und dann wird gequietscht und gesungen vor lauter Vorfreude. Es macht mir unheimlich Freude mitzuerleben, wie der anfangs so schüchterne und sehr skeptische Hund aufblüht und Selbstbewusstsein entwickelt. Beim Spielen mit anderen Hunden wird er tatsächlich richtig ausgelassen. Und irgendwann gruselt ihm auch nicht mehr vor den Rinderohren oder Heidschnuckenstücken, die Kaninchenohren lässt er sich ja zwischenzeitlich schmecken ( nach 2 Tagen intensiver Bedenkzeit…).

Juri ist sicherlich kein „einfacher“ Hund, aber mit viel Geduld, aufmunternden Worten und Lob meistert er zwischenzeitlich ihm schwierig scheinende Situationen. Er orientiert sich stark an Digger und Uppik, die ihn oft mit ihrer unbändigen Lebensfreude einfach mitreißen. Das Bärchen „lacht“ wieder und zeigt uns jeden Tag, dass er nun zuhause angekommen ist."

 

Juri im Freilauf

Juri

Juri

Wir bedanken uns herzlich für die Geduld aller bei der Integration des neuen Familienmitgliedes und wünschen dem Quartett aus der Pfalz noch eine lange glückliche Zeit mit viel Spaß miteinander.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde

 


 

Barney - mal wieder ein Sorgenfell, das Glück im Unglück hatte

Barney

Wenn man gemeinsam versucht, ein Sorgenfell in ein gutes neues Zuhause zu vermitteln, sind die Chancen größer. Barney konnte direkt von seiner Besitzerin vermittelt werden und somit den Weg über die Auffangstation umgehen.

Wir wünschen Barney alles Gute und weiterhin viele schöne und glückliche Jahre im neuen Zuhause.

Das Team der NfP - Freudenstadt

 


 

Sanji

Sanji

Im März diesen Jahres kam ein Hilferuf für einen acht Monate alten Shibarüden, der als aggressiv, ganz besonders bei Futter und Artgenossen beschrieben wurde. Kauartikel zu geben, sei völlig unmöglich und der zweite Shiba im Haushalt und vor allem die Kinder seien gefährdet.Sanji

 Leider hat man aus dieser Not heraus die falschen Tipps angenommen und mit entsprechend strafenden Methoden gearbeitet; er wurde natürlich nicht misshandelt, aber als Shiba ging er auf Gegenangriff, was sehr oft gerade bei diesen Hunden passiert. Es sind die harmlos anmutenden Rangreduktionsmaßnahmen, von denen gar nicht oft genug abgeraten werden kann! Es ist weder natürlich für einen Hund noch zielführend, Fehlverhalten zu hemmen!

Obwohl man es mit Trainingstipps der NfP nochmal versuchen wollte, konnte man das Verhältnis zwischen Mensch und Hund, das zu angeschlagen war, nicht mehr retten. Der junge Rüde war ja mit vier Monaten in die Familie vermittelt worden, da die Erstbesitzer nicht mehr mit ihm zurecht kamen.

Die Pflegestelle bereitete sich also auf einen entsprechenden Hund mit Päckchen und festgefahrenen Aggressionsproblemen ein. Bei Ankunft war der kleine Shiba noch so verunsichert, dass von jenem Päckchen nichts zu bemerken war - was natürlich nichts heißen mag, schließlich zeigen sich Hunde in neuer Umgebung gerne mal auf Sparflamme.

Der Pflegling wurde in Sanji umbenannt, japanisch, steht im Buddhismus für „Sonnenaufgang, Mittagssonne und Sonnenuntergang“ bzw. für „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“.

Von Anfang an wurde Sanji in den Alltag integriert, es wurde gemeinsam gegessen, was bei vielen als Unart, gehört in der Pflegestelle aber zum guten Ton. Strafende oder maßregelnde Maßnahmen gab es eigentlich nicht, dafür wurden alle Regeln mit Leckerlis und freundlichen Worten etabliert.Sanji

Schon nach einigen Tagen war das Unmögliche möglich: Sanji konnte nicht nur einen Kauknochen fressen, ohne die Absicht diesen zu verteidigen, sondern er durfte sogar festgehalten werden.

Da er erleben durfte, dass hier Essen ganz selbstverständlich geteilt wird, hatte er wohl keinen Sinn darin gesehen, dieses zu verteidigen. Hinzu kommt wohl der Tapetenwechsel, das Verhalten war noch nicht so sehr verfestigt. Die Abgabe war für Sanji die Chance, das sollte dringend erwähnt werden. Abgaben, weil Hund und Halter einfach nicht zusammenfinden, können durchaus sinnvoller sein, als lebenslang sich zu arrangieren.

Auch mit den beiden Rüden gab es keine nennenswerten Probleme, was in der vorherigen Familie anders war. Sanji stellte sich als kooperativer, liebesbedürftiger Shiba heraus, der zunehmend verkuschelt wurde, sich am liebsten unter die Decke zum schlafen legte und überall dabei sein wollte. Strafende Worte oder Taten waren nicht nötig, sogar der Freilauf war mit ihm unter Trainingsbedingungen möglich.

Aber vier Monate hat es allerdings gedauert, das passende Zuhause für Sanji zu finden. Am Ende war es ein junges Paar, ohne Shibaerfahrung, dem man es vielleicht nicht zutraut einen solchen Wildfang aufzunehmen. Doch war es die Empathie und das ausdauernde Interesse genau an diesem Shiba, sowie das angeborene, richtige Händchen für diese speziellen Hunde, was der Pflegestelle ein gutes Gefühl gab.

Sanji

Das gute Gefühl hatte sich bestätigt und Sanji hat den sprichwörtigen Deckel gefunden, das perfekte Zuhause nach einem holprigen ersten Lebensjahr. Wir sagen Danke – nicht nur den neuen Menschen, sondern besonders auch der verantwortungsbewussten Pflegestelle, die Sanji wunderbar in ein neues Leben hineingeführt hat.

Das Team der NfP - Freudenstadt

 

"Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,Sanji trifft Mira

alles passt einfach perfekt!

Beim Kennenlern-Treffen hat Sanji es uns so angetan, dass wir ihn sofort behalten haben.
Am Anfang war er noch sehr zurückhaltend und schüchtern, was sich aber nach den ersten zwei Wochen schon gelegt hatte.

In der ersten Woche zeigte sich, dass er sehr große Angst vor Mülltonnen hat, was sich dank seiner Hundefreundin Mira schnell besserte.

SanjiJetzt hat er sich schon vollkommen eingelebt und spielt mehrmals in der Woche mit Mira, kommt abends mit auf's Sofa und kuschelt sich unter die Decke.

Er versteht sich mit der ganzen Familie gut - selbst mit dem fünfjährigen Paul – und ist allgemein sehr offen geworden.

                         Sanji und Paul

Fremde dürfen ihn, sofern sie es langsam angehen, zur Begrüßung etwas streicheln und man kann ihn, ohne dass er zusammenzuckt oder es ihm unangenehm ist am Nacken anfassen.
Sanji hat die Begabung, die Menschen in seinem Umfeld in kürzester Zeit um den Finger zu wickeln (ob er es wollte oder nicht).Sanji

Von seinen „Aggressionen“ die er gehabt haben soll, hat sich nie etwas bemerkbar gemacht.

Es ist uns am Anfang aufgefallen, dass Sanji ein sehr unsicherer Hund ist, der noch nicht so wirklich viele Dinge kannte.

Mittlerweile vertraut er uns allerdings so, dass sich Situationen in denen er unsicher wird gut lösen lassen, indem wir ihm Sicherheit geben. Wir sind sehr froh ihm nach diesem viel zu langen Weg ein zu Hause auf ewig bieten zu können.Sanji

Er ist einfach der beste Vierbeiner für uns.

Sein ganzes Wesen passt perfekt zu uns und unserem Umfeld.

   Sanji

Liebe Grüße
und vielen Dank!

Denise G. und Andreas G."