Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im September 2016 ein neues Zuhause gefunden haben

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Glückstreffer für Anuri

Anuri

AnuriSchon bei Anuris Einzug in die Auffangstation war klar, dass wir mit ihr eine sehr starke Persönlichkeit in die Vermittlung bekommen hatten: ein Prachtexemplar von Malamute-Hündin, die aber durchaus eigene Vorstellungen in Bezug auf ihre Artgenossen hatte. Selbst Rüden hatten nicht unbedingt gute Karten, wenn Anuri deren Nasen nicht gefielen. Menschen dagegen fand sie super, war aber ziemlich stürmisch und rempelte die Zweibeiner gerne mal an.

Die logische Schlussfolgerung aus Anuris eigenwilligem Charakter und ihrer rassetypischen Kraft war, dass wir uns für sie Malamute-erprobte Menschen wünschten, die mit ihren Eigenarten umgehen könnten. Sie kamen nicht über Nacht, diese Menschen – aber sie kamen!

Familie M. hatte bereits vor vielen Jahren eine Malamute-Hündin von uns übernommen und später noch einen Malamute-Mix-Rüden dazu. Beste Voraussetzungen also, um auch für die „Herausforderung Anuri“ gewappnet zu sein. Und wie erhofft sprang gleich bei der ersten Begegnung der Funke über und Anuri hatte damit ihr Ticket in eine glückliche Zukunft gelöst.Anuri

Wie super sich die ehemalige Gehege-Hündin dann aber tatsächlich einlebte, war für uns trotzdem überraschend.

„Die Fahrt nach Hause war gar kein Problem. Anuri schaute gemütlich aus dem Fenster und hat sich sogar nach einer gewissen Zeit hingelegt.

Die Hausinspektion war sehr schnell vorüber, inklusive Duschwanneninspektion und dem Testen der Matratzenstärke im Schlafzimmer. Alles genehmigt. Der Garten auch okay. Bisher nichts zu beanstanden.

Am Abend kam sie zu uns allen ins Bett und hat noch gute Nacht gesagt - wobei sie tatsächlich recht rigoros mit ihren großen Tatzen auf uns herumgetreten ist - wie Frau Kemiläinen im Voraus schon angekündigt hat. Eine temperamentvolle liebe Malamute-Hündin. Dann ist sie aber wieder treppab und hat sich ein feines Plätzchen in der kühleren Diele ausgesucht und auch dort die Nacht verbracht.“

Ihren beiden liebsten Hobbys fressen und schmusen frönt Anuri nun ausgiebig. Streicheleinheiten holt sie sich nicht nur innerhalb der Familie ab, sondern bei jedem, der ihr diese Gelegenheit bietet. Ist ja auch gleichzeitig eine tolle Fellpflege – kaum zu glauben, was da alles an losen Haaren mit raus geht...Anuri mit Familie

„Die Futtergier treibt sie auch in Kochtöpfe (Deckel drauf) und lässt sie erkunden, was es da alles gibt. Auch den Brotkorb bekommt sie auf und holt sich das Knäckebrot. Auf die Miste (1,50m) hoch hat sie es auch schon geschafft und einen alten Apfel ergattert.“

Das bereits in der Station bestehende Problem mit der Verträglichkeit gegenüber Artgenossen hat Anuri bisher leider nicht abgelegt. Sie hat da schon sehr genaue Vorstellungen, wer sich ihr nähern darf und wer nicht. Aber ihre Zweibeiner kommen mittlerweile ganz gut klar damit und reagieren entsprechend rechtzeitig.

Insgesamt hat sich Anuri aber super eingelebt und ist ein vollwertiges Familienmitglied geworden. Und wir freuen uns wahnsinnig, dass sie bei so netten Menschen einziehen durfte, wo man ihre Vorzüge zu schätzen weiß und mit den Eigenarten umgehen kann.

Anuri

Wir wünschen allen miteinander noch viele glückliche gemeinsame Jahre.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 


 

Quip – vom Fernsehen ins neue Zuhause

Quip bei der Fernsehsendung Tee oder Kaffee

Quip mit dem neuen FrauchenUnser hübscher Chow-Mix Quip wusste wahrscheinlich gar nicht recht, wie ihm geschah, als er sich plötzlich in unserer Auffangstation wiederfand. Er lebte in einem Gehege mit mehreren anderen Rüden und war inmitten der Huskys eine Art „Exot“, der innerhalb der Gruppe nicht richtig integriert wurde. Noch dazu musste er die seiner Meinung nach ohnehin kärglichen Streicheleinheiten der Zweibeiner mit diesen lästigen Artgenossen teilen.

Alles in allem war Quip also nicht unbedingt begeistert über seinen Aufenthalt bei uns. Und auch wir wünschten uns, dass er ein richtiges Zuhause finden möge, wo ihm endlich so viel Aufmerksamkeit zuteil wird, wie er zum Glücklichsein braucht. Nun ist allerdings die Rasse „Chow-Chow“ ein Fall für besondere Liebhaber und die Wahrscheinlichkeit, diese über die übliche Homepage-Vorstellung zu finden, ist eher gering.

Da kam es uns sehr gelegen, dass wir erneut die Möglichkeit erhielten, einige Hunde bei der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“ vorzustellen. Und schnell war klar, dass Quip einer der Kandidaten sein sollte. Er meisterte seinen Auftritt auch gut und wir waren gespannt auf die Resonanz.

Quip und das neue Herrchen

Nur ein einziger Anruf ging für Quip ein. Aber dafür waren diese Interessenten goldrichtig. Sie hatten bereits einen Chow-Mix gehabt und waren mit den Besonderheiten dieser Fellnasen vertraut. QuipBeim persönlichen Kennenlernen in der Station hatte man auch gleich das Gefühl, dass die Chemie zwischen dem Ehepaar Sch. und Quip stimmte. Ein paar Vorbereitungen mussten vor seinem Umzug allerdings noch getroffen werden und so verbrachte Quip noch einige Tage bei uns, bevor er in sein neues Zuhause umziehen durfte.

Spannend war nun noch, wie unser eifersüchtiger Quip sich mit der Hündin des Sohnes verstehen würde, denn die beiden Pelzgesichter würden viel Kontakt haben. Doch die anfänglichen Bedenken waren schnell weggewischt, denn alles klappt wie am Schnürchen. Auch mit Kindern kommt Quip gut klar und er verhält sich insgesamt vorbildlich und brav, so dass alles in bester Ordnung ist.

Quips neues Frauchen fasst es so zusammen:

„Quip hat sich bei uns gut eingelebt! Täglich ist er mit meinem Mann viele Kilometer unterwegs und auch mit dem Hund unseres Sohnes gibt es keine Probleme. Er bereichert unser tägliches Leben und wir wollen ihn nicht mehr missen!“Quip

Wohl dem Vierbeiner, der einen rüstigen Rentner an der Seite hat, mit dem man herrliche Touren machen kann und der (fast) immer Zeit hat zum stundenlangen Kraulen und Schmusen. Natürlich darf sich das Herrchen beim Hunde-Entertainment auch gerne vom Frauchen oder sonstigen Familienmitgliedern helfen lassen – da hat Quip keine Einwände. Er ist einfach glücklich und zufrieden, dass er zu seinen Menschen gehört und nun das Leben in vollen Zügen genießen darf.

Herzlichen Dank an Familie Sch., dass sie sich erneut auf einen Chow-Mix eingelassen haben! Und wir freuen uns, dass Quip seine Zweibeiner so positiv überrascht hat. Wir wünschen weiterhin viel Spaß miteinander.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Shanuk – Wie die „zweite Wahl“ zur „ersten Sahne“ wird

Shanuk

Um sein bisheriges Leben brauchte man Shanuk nicht zu beneiden: zusammen mit mehreren anderen Nordischen fristete er sein Dasein in einem aufgrund der Erkrankung des Frauchens mehr und mehr verwahrlosten Gehege. Um den Auslauf war es auch nicht gerade gut bestellt und ein Tag war so langweilig wie der andere.Shanuk

Es war Shanuks Glück, dass er bei uns in der Auffangstation gelandet ist. Ein richtiges Zuhause können wir natürlich nicht ersetzen, aber für ihn war es dennoch ein erster Schritt in eine positivere Zukunft. Er genoss das große Gehege mit Zugang ins Hundehaus, die regelmäßige Versorgung und natürlich vor allem das Gassigehen.

Obwohl Shanuk ein hübscher und eindrucksvoller Rüde im besten Alter ist, fand er über die Homepage keinen großen Anklang. Für uns total unverständlich, denn wir mochten ihn auf Anhieb sehr gern. Aber gut Ding will bekanntlich Weile haben und so warteten wir einfach ab, bis sich die passenden Menschen für Shanuk melden würden.

Der Durchbruch kam dann mit Herrn B., obwohl dieser Shanuk eigentlich gar nicht „auf der Liste“ hatte, sondern wegen einem ganz anderen Stationsbewohner gekommen war. Der ursprüngliche Wunschkandidat passte aber nicht so ganz zu seinen Lebensumständen, so dass stattdessen Shanuk zum Zuge kam.Shanuk

„Als wir den Shanuk abholten, war er ganz happy. Wir urlaubten für 10 Tagen auf dem Campingplatz in Erpfingen. Dort war alles neu, aufregend und auch etwas beängstigend. Hier trafen wir die Aira und somit gab es eine schöne Abwechslung. Die Kondition hat mit der Aira nicht ganz mitgehalten, sodass er manchmal doch ganz schön ruhebedürftig war. Aber er hat es super toll gemacht.

Auf der Heimfahrt sind wir ja nochmals bei euch vorbeigefahren, das hat ihn ganz schön durcheinander gebracht. Zuhause angekommen war schon wieder alles anders, die vielen fremden Leute, der Tierarztbesuch und so viele fremde Hunde.

Zwischenzeitlich ist Shanuk angekommen und fühlt sich täglich wohler. Wegen 2 abgebrochener Zähne habe ich das Futter gewechselt und Shanuk frisst auch wieder. Die Zähne werden im September gerichtet, damit Shanuk sich noch eingewöhnen kann. Jetzt hat er 30 kg und ein ganz weiches Fell. Dann schauen wir auch die Knochen genauer an. Das Gangbild ist mit zunehmender Kraft besser geworden.

Shanuk schläft allein, bleibt für ca. 4 h allein und hat sich prächtig gemacht. Er öffnet sogar Wurstgläser ohne dass sie zu Bruch gehen. Leider ist er ganz schön ängstlich. Schmale Gänge, Wege meidet er. Über Autobrücken will er nicht gehen. Offene Treppen gehen gar nicht. Toll läuft er am Rad und er ist super gelehrig. Auch waren wir schon schwimmen.Shanuk

Ich glaube, dass es ihm zunehmend besser geht. Wenn er sich noch ganz heimisch fühlt, wird er ein Traumhund. Ich bin ganz begeistert.

Nochmals ein recht herzliches Dankeschön für eure tolle Arbeit und für diesen super Hund.“

Diesen Dank geben wir umgehend an Herrn B. zurück und finden es absolut klasse, dass er trotz Absage für seinen ursprünglichen Favoriten noch offen für Shanuk war. Jener muss nun freilich erst mal lernen, wie ein „normales“ Leben funktioniert, denn bisher kennt er ja nur Außenhaltung, die noch dazu in den Anfangsjahren recht monoton war. Aber bei Herrn B. hat Shanuk die besten Voraussetzungen, um sich Schritt für Schritt in seinen neuen Alltag zu tasten und so auch die genussvollen Seiten einer Mensch-Hund-Verbindung auszukosten. – Wir wünschen viel Vergnügen!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt