Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Februar 2017 ein neues Zuhause gefunden haben

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Cloud zum zweiten im Glück...

Cloud

Für den hübschen Samojeden gab es sehr viele Anfragen. Hier musste jedoch berücksichtigt werden, dass Cloud wie ein Äffchen klettern kann. cloudSomit schieden leider Interessenten aus, deren Garten nicht ausreichend gesichert gewesen wäre.

Er zog letztlich bei einer Familie ein, die bereits 2 vierbeinige Hausgenossen besaßen. Sie hatten sich sofort in Cloud verliebt. Es galt noch ein Hindernis zu überwinden, da bei ihm in der Pflegestelle vom Tierarzt Babesien im Blut nachgewiesen wurden.

CloudCloudCloud

Mit den neuen Besitzern wurde vereinbart, dass Cloud einziehen wird und dort auf Kosten des Vereins tierärztlich behandelt werden soll. Er bekam eine Art Impfung, der eine Blutabnahme folgte und das wiederholte sich dann nochmals. Bei der letzten Blutuntersuchung konnten keine Babesien mehr nachgewiesen werden.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank all den netten Spendern, die uns hier entlastet haben, denn bei uns fällt auch nur Wasser vom Himmel.

Cloud genießt sein neues Leben in vollen Zügen und ist komplett angekommen. Obwohl das eigentlich schon ab dem ersten Tag so war, da er ein sehr aufgeschlossener Kerl ist. Sein Pelz wurde auch schon ordentlich entfilzt und er ist dadurch noch eine Portion hübscher geworden.

Wir wünschen seiner neuen Familie, Cloud und den anderen Vierbeinern sehr viele schöne gemeinsame Jahre.

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Damon – er macht das halbe Dutzend komplett 

Damon zählte durchaus zu unseren Sorgenfellen. Im April 2015 zog er als Teil eines 9-köpfigen ehemaligen Musher-Rudels aus der Schweiz in unsere Auffangstation ein und das Erste, was uns bei ihm klar wurde: der springt wie ein Gummiball! Sobald er sich irgendwie gestresst fühlte (und das war schnell der Fall), wollte er unseren 2-Meter-Zaun überspringen. Teilweise hat er es auch geschafft, nur saß er dann zu seinem Bedauern in unserem Notgehege, das zu jener Zeit als Schleuse für das agile und kaum zu bändigende 9er-Rudel diente.

Die Monate zogen ins Land und die meisten von Damons Kumpels und Verwandten hatten bereits ein Zuhause gefunden. Nur Damon und Bruder Ismo harrten noch in der Station aus. Damon hatte sich zur absoluten Sportskanone entwickelt, war allerdings immer noch recht stressanfällig. Um ein möglichst gutes Mittelmaß zu finden, durfte er einerseits zum Auspowern Sportler-Runden mit dem Trike drehen, wurde aber andererseits auch normal Gassi geführt, damit er sich nicht immer mehr in einen Geschwindigkeitsrausch hineinsteigerte, der zu einer übermäßigen Verausgabung geführt hätte.

Nun galt es also, die passenden Menschen für Damon zu finden. Gar nicht so einfach. Doch im Sommer 2016 war Familie M. zu Besuch – dort leben bereits Damons Bruder Timber und sein Vater Yoshi, zusammen mit drei weiteren Huskys. Und die Zweibeiner fragten nun nach Damon…

Das Kennenlernen von Damon und dem restlichen Rudel verlief tadellos. Timber und Yoshi waren ja ohnehin keine Fremden, aber auch mit Jarik, Maya und Laika klappte es auf Anhieb. So war es dann auch schnell beschlossene Sache, dass Damon das Rudel komplettieren sollte. Ein bisschen verrückt muss man sicherlich sein, um sich gleich ein halbes Dutzend dieser Kraftprotze anzutun, aber da die ganze Familie hinter den vierbeinigen Mitgliedern steht und diese Art von „Verrücktheit“ durchaus überlegt und in der bestehenden Kombination auch alltagstauglich ist, können wir Damon & Co. nur beglückwünschen zu solch fantastischen Dosenöffnern. Aber lassen wir die Zweibeiner selber erzählen.

„Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,Damon

es ist nun schon etwas Zeit vergangen, seit wir den Damon zu uns geholt haben. Die ersten beiden Tage in seinem neuen Zuhause war er noch ziemlich unruhig. Er dachte, jeder der an unserem Grundstück vorbeikommt, würde vielleicht mit den Hunden spazieren gehen. Also hat er jedes Mal gejault und war ganz aufgeregt, wenn er ein potenzielles Opfer wahrgenommen hat. Nach drei Tagen war das Geschichte. Damon hat gesehen, dass es die anderen nicht die Bohne juckt, wenn da draußen jemand läuft und außerdem findet er das Laufen und Rennen zusammen mit den Hundekumpels viel schöner.

DamonAm Anfang hatten wir noch etwas Bedenken, dass er vielleicht versucht über den Zaun zu klettern. Aber weit gefehlt, das hat er noch nie probiert. Er hat jetzt seine Plätzchen im und um das Haus herum. Er kann rein und raus wie er möchte. Außer in der Nacht, aber auch da wartet er schon, bis die Schlafzimmertür aufgeht... und schwups ist er schon auf seiner Decke.

Er ist total ruhig und entspannt. Seine Lieblingsbeschäftigung ist, nach getaner Arbeit zu schlafen und die Ruhe zu genießen.

Anfänglich wollte er sich die anderen Hunde aus unserem Rudel auf Abstand halten, selbst den Yoshi und den Timber. Alles wurde angebrummelt und auch der eine oder andere Luftschnapper kam zum Einsatz. Das musste er lernen, dass es bei uns immer ruhig zugeht. Es gibt nichts, vor dem er sich wehren muss, die Menschen regeln das schon.

In der ersten Nacht, endlich war Damon auf seiner Decke zur Ruhe gekommen, fing dann der Jarik an zu träumen und knurrte im Traum. Damon saß wie ein Häufchen Elend in der Ecke und wäre am liebsten die Wand hochgeklettert. Er wusste nicht, dass Hunde auch aus diesem Grund knurren können. Ich habe den Jarik geweckt und ihn an einen anderen Platz gelegt, etwas weiter von Damon weg.Rudel im Schlafraum

Mittlerweile können die beiden auch schon dicht nebeneinander liegen und das Träumen ist kein Problem mehr. Ich glaube, wenn Hunde in einer Gruppe ohne Menschen leben, träumen sie nicht, es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis der Timber und der Yoshi das erste Mal geträumt haben.

Das Futter in Bayern schmeckt ihm sehr gut. Es ist noch nicht einmal vorgekommen, dass er etwas in seinem Napf zurück-gelassen hat. Auch unser Timber frisst seit dem Einzug seines Bruders viel besser.

Damon ist ein Schleckermäulchen vor dem Herrn. Entweder pflückt er sich die Beeren direkt vom Strauch oder er stellt sich artig zu seinen Hundekollegen, wenn Öhrchen oder Pansen verteilt wird. Ganz egal, Damon ist dabei.

Wir sind glücklich, dass wir den Damon in unser Rudel aufgenommen haben. Er ist ein klasse Hund. Ich kann nur jeden dazu ermutigen, einen Hund aus dem Tierschutz aufzunehmen. Jeder ist ein Schatz für sich und ich möchte keinen von unseren Schätzen mehr missen.

Das war nun ein kleiner Einblick, wie es dem Damon und den anderen beiden Schweizern so geht.

Liebe Grüße

Rudel unterwegs

Damon mit seinen Kumpels und Familie M.“

Dem ist eigentlich gar nicht mehr viel hinzuzufügen. Wir richten ein ganz herzliches DANKE an Familie M., wo wir unsere ehemaligen Schützlinge in besten Händen wissen, und wünschen weiterhin viel Spaß mit der munteren Meute.

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Cloud – und was sollen wir mit einem Border Collie?

Diese Frage stellten sich Menschen bei Cloud gleich zweimal: Erst einmal wir, die NfP, als wir Cloud zusammen mit vier anderen Hunden Nikita, Tatonka, Devil und Sky von einem so genannten „Musher“ übernehmen sollten, der seine Hunde allesamt nicht gut behandelt hatte. Auch wenn Nicht-Nordische bei uns weniger gesucht werden, verschließen wir uns ja nicht, wenn wir für ein solches Notfell der letzte Strohhalm sind. Zum zweiten fragten sich Clouds heutige Menschen, ob ein Border wirklich das richtige wäre für sie, ob sie diese Rasse auslasten könnten, zumal Cloud ja erst fünf Jahre alt ist. Aber auch die Familie sagte letztendlich „ja“ zu Cloud und hat es nicht bereut, wie Sie hier lesen können:

Cloud„Nachdem unser Mischlingshund Joy am 6. April 2016 im Alter von 14 Jahren verstarb, wollten mein Mann und ich keinen neuen Hund mehr. Ein paar Tage später merkten wir, in unserem Haus fehlte es an Freude, Action und Leben, kurz es fehlte ein Hund. Also machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Familienmitglied. Es durfte aber kein junger Hund sein, denn wir sollten ihn auslasten können.

Wir fragten zunächst bei unserer Tierärztin, ob sie von einem Hund weiß, der ein neues Zuhause braucht. Kurze Zeit später bekamen wir von ihr den Kontakt zur Nothilfe für Polarhunde mit dem Hinweis auf Cloud. Mein erster Gedanke war: „Was sollen wir in unserem Alter mit einem Border Collie? Das sind doch sehr aktive Tiere.“ Der zweite Gedanke: „Aber anschauen kann man ja immer.“

Der erste Kontakt zum Gassigehen mit Cloud war sehr verhalten. Sie ließ sich an die Leine nehmen, meinen Mann hat sie dabei aber völlig ignoriert. Von mir wollte sie nur, dass sie endlich loslaufen darf. So ging das bei jedem Gassigehen bis zum 26. April, dem Tag der Entscheidung. Als wir an diesem Tag vom einem „matschigen“ Spaziergang zurück waren und uns noch mit den Pflegerinnen unterhielten, stand Cloud in unserer Mitte und hat auf unser Urteil gewartet. Da stand sie, die Unterseite völlig verdreckt, etwas übergewichtig, wie ein Häufchen Elend. In diesem Moment war mir klar, diesem Hund möchte ich ein gutes Zuhause geben.

Cloud mit FrauchenAlso ist Cloud am 26. April bei uns eingezogen. Sehr zurückhaltend hat sie sich orientiert und alles angenommen. Die erste Nacht verlief ohne Zwischenfälle. Am nächsten Morgen war die Überraschung groß, als Cloud zuerst in den Garten wollte und nahe am Zaun ihr Geschäft verrichtete. Mit meinem alten Hund musste ich dafür morgens immer ganz schnell Gassi. Jetzt konnte ich den Tag relaxt angehen. Die zweite Überraschung war, dass Cloud die Standard-Befehle sehr gut umsetzte. Aber noch war sie sehr zurückhaltend, wollte sehr gerne gestreichelt werden, aber trotzdem „bitte Abstand halten“. Und leider hatte sie Angst vor allem, sie traute sich nicht einmal, einen Joghurtbecher auszulecken. Aber sie durfte in ihrem bisherigen Leben ja auch nicht viel kennen lernen.Cloud mit Herrchen

Es hat ein paar Monate gedauert, bis sie ihre größten Unsicherheiten und ihre Schreckhaftigkeit abgelegt hatte. Inzwischen hat sie Vertrauen aufgebaut und auch meinen Mann so richtig in ihr Herz geschlossen.

Cloud ist zu einem perfekten Familienhund geworden. Morgens wartet sie geduldig, bis wir aufstehen. Danach geht es „geschäftlich“ in den Garten. Nach dem Frühstück geht es auf die Bergwiese zum Ballspielen. Es ist für sie herrlich, wenn sie wie der Wind hinter dem Ball her rennen darf. Inzwischen besteht sie auch auf ihre Schmusezeit auf dem Sofa nach dem Mittagessen, da schläft sie sogar in meinem Arm ein. Das war vor ein paar Monaten noch undenkbar. Nachmittags darf sie mit Herrchen und zwei weiteren Hunden über die Felder und Wiesen streifen.

Cloud

Wenn sie zurückkommt, bekommt sie eine kleine Karotte und ein Stück Apfel. Wir sind sehr glücklich mit Cloud und würden sie nicht mehr hergeben. Sie ist ein richtiger Sonnenschein und bringt uns viel Freude.

Familie K.“

Cloud hat also genau das gefunden, was sie brauchte: eine liebevolle ruhige Familie, in der sie die Zeit des Vernachlässigtwerdens vergessen  und wo sie entspannen kann, wenn Beine, Nase und Kopf gearbeitet haben. Wir bedanken uns herzlich bei Clouds Familie, dass sie nun diese Hündin die Sonnenseite des Lebens erleben lassen.

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 


Luna – Lee  Das gesuchte Wunder wurde gleich in 2-facher Ausfertigung aufgespürt…

Luna-Lee

Es sind nun ja einige Wochen ins Land gezogen, in denen ich hier bei meinem Pflegefrauchen sehnsüchtig auf ein Wunder gewartet habe.Luna-Lee und Ihre neue Großfamilie

Auch wenn ich nicht mehr die jüngste bin, so lerne auch ich wohl niemals aus. Ein Wunder kann nämlich aussehen wie ein Mensch – also zwei Beine, Arme und einen Kopf haben. Mein Wunder besteht sogar aus zwei Menschen, mit Namen Luise und Dietmar. Ich war völlig überrascht, denn ich nahm an, Wunder sehen irgendwie ganz anders aus. An den beiden ist schon was anders. Sie haben nämlich in ihren Köpfen immer das Bedürfnis uns Tieren zu helfen. Dieses Mitgefühl für uns existiert bei ihnen noch und es macht sie sogar glücklich wenn sie uns helfen können. Sie haben auch schon zwei Entenküken gerettet und von Hand aufgezogen und sogar Kamerun-Schafe wurden mit der Flasche großgezogen und leben bei ihnen. Respekt, wer so was macht! Gäbe es einige mehr von ihnen, so sähe die Welt für uns Tiere gleich viel besser aus.

Leider haben sie erst kürzlich ihre noch junge Border-Hündin an Ehrlichiose verloren.  Aber trotzdem wollten sie mich unbedingt ganz schnell ohne Vorbehalte kennen lernen und mir sogar ein Zuhause geben. Sie haben mich besucht und ich durfte sofort mitfahren. Da ich ja weiß, wie man sich zu benehmen hat, ging ich vorbildlich mit den Enten und den Schafen um. Nur als der Enterich einmal in meinem Wassernapf saß, musste ich ihn wegstubsen. Auch die beiden mag ich sehr und ich hatte anfangs auch große Sorge, dass mein Traum vom richtigen Zuhause vielleicht doch wieder endet.Luna-Lee und die Ente

Ich glaube aber immer noch, ich bin hier im Himmel gelandet. Alles ist so unbeschreiblich schön. Luise und Dietmar sind ruhige Menschen und die Chemie zwischen ihnen und uns Tieren passt perfekt.

Nun habe ich trotz meiner vielen Baustellen ein Zuhause gefunden und wir waren hier auch schon beim Tierarzt. Der ist sehr zuversichtlich, dass ich noch ganz viele Jahre mit meiner neuen Großfamilie verbringen werde.

Mich würde es freuen, wenn ein paar Leser meiner Geschichte vielleicht das Umdenken lernen. Dass es nicht so wichtig ist, wie gesund oder wie alt ein Hund ist. Meine Leute finden das alles unwichtig, nur von meinem so tollen Charakter sind sie begeistert und letztlich sind doch gerade die inneren Werte vorrangig.

Eure Luna-Lee

 

„Liebe Luna-Lee, 

Luna-Leedu bist nun seit drei Wochen bei uns. Die Worte, mit denen deine Retter dich beschrieben haben, sind in unser Herz gedrungen. So haben wir dich aufgenommen. Nun wissen wir, dass jeder der Sätze, mit denen dein Wesen geschildert wurde,  wahr ist. Du warst in den ersten Tagen bei uns ruhig, zurückhaltend, hast vorsichtig abgewartet, nicht wissend, was mit dir geschah. Dein liebes Wesen, dein guter Charakter waren aber vom ersten Tag an zu spüren. Du hast uns vertraut, hast dich streicheln lassen, hast dich uns zu Füßen gelegt und lange angeschaut. Außer Haus bist du uns nicht von der Seite gewichen, wohl aus Angst, uns zu verlieren. Erst allmählich bist du freier geworden, hast Gäste freundlich begrüßt, bist zu Nachbarn gelaufen um sie kennen zu lernen. Wir haben dich mit ins Gehege zu unseren Schafen und Entchen genommen, von der Leine gelassen und dir vertraut. Du hast die Tiere friedlich beschnuppert und bist zu uns zurückgekehrt.

Luna-Lee glücklich

Luna-Lee, wir sind glücklich, dass du bei uns lebst, du gehörst nun zu uns, hast unsere Liebe und Fürsorge. Du drängst dich nicht auf, bettelst nicht, bestürmst niemanden. Und doch begeisterst du jeden, der ein Gespür für Hunde hat und sie liebt. Mag der Weg, den du mit uns gefunden hast, für andere Menschen ein Wink sein: dass es sich lohnt, einem verstoßenen, ausgesetzten, kranken oder alten Hund die Liebe zu geben, die er als bester Freund seiner Menschen für die verbleibenden Jahre seines Lebens verdient.

In Liebe deine Menschen Luise und Dietmar“

 

Auch wir sind gerührt von Luna-Lee’s Geschichte, die ein Ende wie im Märchen nahm. Ganz herzlichen Dank, dass Sie beide sich so sehr für die Tiere einsetzen und für Sie nur das Helfen zählt, ohne „Wenn und Aber“. 

Wir denken, Familie W. hat selbst auch ein Wunder unter den Nordischen gefunden. Welcher erwachsene Husky lebt ab dem ersten Tag friedlich mit Enten (auch in der Wohnung) und Schafen zusammen? Luna-Lee ist in allem wohl eine einmalige Vertreterin ihrer Rasse.

Wir wünschen den Zwei- und Vierbeinern ganz viele, sehr schöne gemeinsame Jahre.

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt.


Arco – und wieder ein Trennungswaise

ArcoDer bald vierzehnjährige Schäfer-Husky-Mix Arco teilt das Schicksal so vieler Hunde: Die Menschen trennen sich – auf der Strecke bleiben die (ehemals oder vielleicht auch manchmal immer noch) geliebten Vierbeiner.

Arco hatte das Riesenglück, dass er direkt von seiner abgebenden Familie als Pflegehund in eine neue liebe Familie ziehen durfte, die sich hauptsächlich um ältere Fellnasen bemüht, die wenig Chancen haben, auf ihre alten Tage nochmals fest vermittelt zu werden. Aus diesem Grund stand Arco auch nicht auf der Vermittlungsseite.

Die ersten Monate in seiner neuen Familie stellte diese auf eine harte Probe: Zunächst wurde bei Arco Knochenmarkkrebs mit Metastasen in Leber und Milz festgestellt. Dann wandte sich Arco mit den Zähnen gegen sein Pflegeherrchen und die Tochter und biss aus unerklärlichen Gründen heftig zu!  Welch unermesslich großes Glück dieser Senior hat, kann man kaum glauben und lässt uns unendlich dankbar sein: Trotz all der „Felsbrocken“ auf seinem Weg erreichte uns vor wenigen Tagen die Nachricht, dass die Familie Arco fest übernehmen möchte!Arco  

Doch jetzt lassen wir Arcos Frauchen zu Wort kommen:

„Arco, den wir meistens "Bärle" nennen, hat ja leider die Diagnose Knochenmarkkrebs mit Befall von Leber und Milz bekommen. Ich behandle  ihn dank eines fähigen Tierarztes homöopathisch - ob es etwas hilft, steht in den Sternen, aber besser, als es nicht zu versuchen, ist es allemal.

Wir wissen bis heute nicht, was Arco, der sonst sehr brav und ruhig war und ist, am 25.12. dazu brachte, gleich drei Mal gegen meinen Mann und meine große Tochter, die zu Besuch war, aggressiv zu werden. Er hat dabei - aus dem Stand heraus und ganz plötzlich - meinen Mann heftig in den Arm gebissen. Wir haben die Situation, in der es passiert ist, x-mal analysiert; ich habe mit einigen Hundetrainern etc. gesprochen - aber ob es der Krebs war, Eifersucht, ob er Schmerzen hatte, die plötzlich kamen - wir wissen es nicht, was ihn zu dieser Aggression gebracht hat. In vergleichbaren Momenten in der Zeit danach hat er sich völlig unauffällig verhalten. Seither hat er also überhaupt keine solchen Attacken mehr gezeigt. Mein Mann nimmt ihn auch wieder zum Spaziergang mit (mit dicken Lederhandschuhen zur Sicherheit), und wir lassen jedwede Vorsicht walten, wenn mein Mann zu Hause ist. Ich selbst habe keine Sorge, dass er mich angreift, denn er ist unglaublich auf mich bezogen und begleitet mich so gut wie fast immer und überall hin, wenn er nicht gerade tief schläft. Mit den anderen beiden Hunden bleibt er brav alleine.

So ist der Alltag mit unserem Arco-Bärle nicht gerade easy, aber noch zu bewältigen. Unsere jüngeren Töchter sind zum Glück auch voller Vertrauen. Wir hoffen, dass er noch seine Zeit bei uns gut haben wird. So sehen wir jedem Tag mit Vertrauen entgegen, dass wir alles gut hinbekommen, und ich bin sehr erleichtert, dass mein Mann sich wieder so gut auf Arco einlassen kann.“

Arco in Gesellschaft

Dem können wir nur noch hinzufügen, dass wir ganz tief den Hut vor dieser Familie ziehen und allen noch lange schöne gemeinsame Zeiten wünschen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V.


Polara – aus Trümmern in ein Traumzuhause

Polara

PolaraMit acht Jahren stand die hübsche kleine Husky-Mix-Hündin Polara vor den Trümmern ihres Lebens: Ihr geliebtes Herrchen war verstorben, und nun sollte sie ihr Zuhause, d. h. ihre restliche Familie und ihren Hundekumpel verlieren. Wir hofften so sehr, dass wir für Polara – und ihren Kumpel Jacky – schnell eine neue Familie finden würden. Aber acht Jahre heißt für viele Interessenten ja schon „zu alt“. Doch Polara hatte Glück im Unglück: Eine liebe geduldige Familie mit zugehörigem Hundemann wurde auf unserer Website auf Polara aufmerksam und bot sich als Pflegestelle an.

Polara musste nicht einmal vorübergehend in unserer Station einziehen, sondern durfte nahtlos die Familien wechseln. Leider stellte sich gleich nach dem Umzug heraus, dass Polara massive gesundheitliche Probleme hatte: Verstopfte Analbeutel und eine Analdrüsenentzündung. Auch hierbei hatte sie noch einmal viel Glück im Unglück, denn es konnte medikamentös behandelt und musste nicht operiert werden.
Das schweißte die Familie gleich einmal eng zusammen. Und da die Familie Polara geduldig die nötige Zeit für die Eingewöhnung gab, fühlte sich Polara von Anfang an sehr wohl und taut immer mehr auf. Polara war bald aus ihrer neuen Familie nicht mehr wegzudenken und ist nun fest übernommen worden. Die Zeilen von Polaras neuer Familie sprechen für sich:Polara

„Liebe Nothilfler,

im Internet fanden wir das Foto von Polara, sie stand zur Vermittlung. Ein trauriges Schicksal verfolgte sie, dadurch wurden wir auf sie aufmerksam: Innerhalb kürzester Zeit hatte Polara erst ihre Bezugsperson verloren, dann sollte sie ihre gesamte Familie und ihr Zuhause verlieren.

Wir freuten uns sehr, als wir die Bestätigung zum Probewohnen bekamen. So blieb Polara auch der Aufenthalt in der Auffangstation der Nothilfe erspart – sie zog direkt von ihrem alten Zuhause bei uns ein. Wir waren nun Polaras Pflegestelle und hofften sehr, dass Polara ein gutes Verhältnis zu uns und unserem Rüden aufbauen würde.

Polara

Als sie kam, hatten wir den Eindruck, sie wolle sich unsichtbar und bloß nichts verkehrt machen. In den ersten Tagen bei uns begegnete sie vielem ängstlich: Spielzeug z. B. oder dem Abtrocknen nach einem nassen Spaziergang. Selbst die Leine machte ihr Angst. Sie ließ sich kaum streicheln und zuckte zusammen, wenn eine Hand kam. Besen oder Staubsauger waren der Teufel in Person - Polara ging in Deckung und wechselte den Raum. Jedes Geräusch ließ sie aufschrecken.

Sofort fiel uns auch auf, dass Polara immer wieder beim Stuhlgang qualvolle Schreie ausstieß. Wir machten uns große Sorgen um sie und setzten uns mit der NfP in Verbindung, denn so etwas hatten wir noch nie erlebt. Der Gang zum Tierarzt war unabdingbar. Dieser diagnostizierte verstopfte Analbeutel und entzündete Analdrüsen. Aufgrund der Schwere der Entzündung war der Tierarzt der Meinung, dass Polara diese Entzündung schon längere Zeit gehabt haben muss. Polara bekam Antibiotika und Spritzen. Es hat Wochen gedauert, bis man die Entzündung im Griff hatte und die Schmerzen aufhörten. Zum Glück sprachen die Medikamente an und Polara musste nicht operiert werden!Polara

Wir haben Polara Zeit gelassen, dass sie alles entdecken kann, dass die Angst im Dunkeln vergeht und dass sie weiß, dass wir immer da sind und sie nie alleine ist. Tag für Tag machte sie Fortschritte. Nun klappt das alles schon prima. Unser Rüde ist für sie Balsam für die Seele. Er war auch nie eifersüchtig, obwohl er vor Polaras Einzug bei uns als Einzelhund gelebt hat. Die beiden achten gegenseitig auf sich, liegen zusammen auf einem Kissen, trinken gemeinsam aus einem Napf und sind ein eingespieltes Team, was Rehe- oder Katzenscheuchen betrifft. Ihren scheuen Charakter hat Polara (bislang noch) nicht abgelegt, jedoch taut sie immer mehr auf, und man merkt, dass sie sich bei uns wohl fühlt. Sie liebt lange, ausgedehnte Spaziergänge (zwischen 10 und 20 km). Sie hat sich in den letzten Wochen sehr gut bei uns eingelebt, ist schon deutlich 'offener ' geworden und hat sogar schon Freunde gefunden.Polara

Polara genießt jede Art von Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Die kleine Prinzessin ist uns sehr ans Herz gewachsen, so dass wir sie nicht mehr gehen lassen wollten und sie fest übernahmen. Wir glauben, dass Polara perfekt zu uns passt und das nicht nur, weil sie am gleichen Tag wie unser Rüde geboren ist (20.02.). Und so hat Polara mit neun Jahren ein „endgültiges“ Zuhause gefunden, wo sie geliebt wird und alles genießen kann. So macht das Leben Spaß.

Vielen Dank für diese außergewöhnliche Hündin,
Familie A.“

Polara

Und wir bedanken uns bei Familie A. sehr herzlich, dass sie trotz des mitgebrachten gesundheitlichen Problems zu Polara gehalten und sie nicht einfach zurückgegeben haben, denn die Versorgung war mit intensiver Pflege verbunden. Das Team der NfP - Freudenstadt


 

Akoma – unser hübscher hat seinen verdienten Altersruhesitz gefunden

Akoma

 AkomaAkoma stammt aus einem sportlich geführten Husky-Rudel. Er war der letzte verbliebene aus dieser Gruppe und sollte auf keinen Fall alleine bleiben – dies führte ihn im letzten Sommer zu uns in die Auffangstation. Anfänglich war er etwas distanziert und wirkte in sich gekehrt. Aber in Gesellschaft von Oscar, der ihn behutsam an die Pfote nahm, fand er sich bald in der Station zurecht und wanderte gerne mit seinen Altersgenossen durch den ‚Kurgarten‘. Seine Rückenprobleme wurden mit Medikamenten und mit der ehrenamtlichen Unterstützung einer befreundeten Hunde-Physiotherapeutin behandelt und er erfreute sich wieder des Lebens.

An einem anderen Ort in Deutschland war in einer Familie ein 15-jähriger Rüde über die Regenbogenbrücke gegangen und hinterließ eine 10-jährige Husky-Hündin - die auch aus dem Tierschutz stammt – und ein trauriges Frauchen. Die beiden fuhren im November den langen Weg auf die Schwäbische Alb, um nach einem passenden Notfell zu schauen, das die Familie wieder vervollständigen könnte. Die Hündin Ciska hatte natürlich Stimmrecht und suchte sich zielsicher Akoma aus! Das hat nicht nur uns, sondern auch das neue Frauchen sehr gefreut.

Ciska wählt Akoma

An seinem 14. Geburtstag im Januar hatte er sich schon sehr gut in seinem neuen Zuhause eingelebt. Es gibt dort sogar eine Hundeklappe, damit er sich aussuchen kann, ob er wie in seinem vergangenen Leben draußen sein will oder lieber drinnen. Die Rückmeldung aus dem neuen Heim zeigt, was er vorzieht: Ciska und Akoma

"Aus dem anfänglich sehr scheuen Buben, der jegliche Berührung vermied, ist ein recht zugänglicher, aufgeschlossener Husky-Rüde geworden. Die abendliche Rückenmassage im Korb genießt er auf jeden Fall mit geschlossenen Augen. Apropos "Korb" - draußen geschlafen hat er nur die erste Nacht, ein Korb ist in diesem Alter einfach gemütlicher. Auch das Autofahren ist inzwischen ganz ok, er "fliegt" förmlich hinein. Die Eingangstreppe mit 4 Stufen nimmt er genauso im Flug. Ich denke, er hat keine Rückenprobleme mehr.Akoma

Auch sein mäkeliges Fress-Verhalten hat sich gebessert, ich konnte ihn mit BARF überzeugen. Er trägt statt Brustgeschirr ein Renngeschirr, was bei seiner noch immer sehr starken Zieherei (und das mit 14 Jahren!) besser für seinen Rücken ist. Den größten Spaß hat er, wenn ich mit den Beiden rennen gehe. Dann kaspern die zwei "alten Gebrauchten" vor mir rum wie Halbjährige. Es ist doch immer wieder großartig zu sehen, wie auch alte Hunde noch Freude am Leben haben.

Und es ist so einfach, ihnen das zu ermöglichen. Ich hoffe, Akoma bleibt Ciska und mir noch ganz lange erhalten." 

Akoma

Da spricht uns Frau K. aus dem Herzen. Wir bedanken uns ganz herzlich, dass Akoma so einen tollen Platz bekommen hat und sind sicher, dass er noch lange und sehr gerne die Gesellschaft der zwei Damen genießt!

 

Das Team der Nothilfe für Polarhunde