Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im März 2017 ein neues Zuhause gefunden haben

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Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war.
(Françoise Sagan)

Helios und seine Familie wissen inzwischen VIERMAL, was Glück war.

Der vierjährige Hound-Rüde Helios suchte wegen Trennung seiner Familie ein neues Zuhause. Helios ist zwar aufgeschlossen, offen und verträglich mit Mensch und Hund, aber eine Vermittlung durch die Besitzerin ging schief, weil man Helios nicht genügend Zeit zur Eingewöhnung gegeben hatte. HeliosMan sollte sich durch sein etwas ungestümes Wesen nicht täuschen lassen, Helios ist eben auch ein kleines Sensibelchen. Also bat die ehemalige Besitzerin uns um Hilfe bei der Vermittlung. Und wir waren froh, als sich Helios‘ heutige Menschen meldeten, ihn als Dritten im Bunde zu ihrer älteren Hündin und einem jüngeren Husky-Rüden aufnehmen wollten und Helios direkt dort einziehen konnte. Dieses war sein erstes Glück im Unglück. Die Zeiten seit der Vermittlung bis heute waren sehr stürmische, wie die nachfolgenden Berichte veranschaulichen:

Am frühen Abend des 25.09.2016 holten wir Helios bei seiner (bis dahin) Besitzerin ab. Er kannte das Autofahren im Fahrzeug selbst gar nicht (bisher war er nur im Hänger gefahren worden) und war voller Panik. Während der 1,5–stündigen Heimfahrt hielt ich die ganze Zeit seinen Kopf und kraulte ihn am Ohr. Unser Rüde, Yukon, war zunächst ein wenig skeptisch, was sich aber sehr schnell legte. Helios nahm gerne das ihm zugewiesene Bettchen an, das fortan seine „Insel“ war, vor allem wenn er unsicher war, und das war anfangs oft.

Dann kam der 28.09. Der Tag verlief ganz normal: Spaziergang, Arbeit, mittags wieder Spaziergang, Arbeit. Wir waren bis 18:30 Uhr mit Helios und Yukon eine große Runde um unsere Seen gegangen. Danach wollte ich noch mal mit unserer alten Dame eine kleine Runde gehen, weil sie die großen nicht mehr schafft. Ich machte die Haustür einen kleinen Spalt auf, wirklich nur einen kleinen - in dem Moment quetschte sich Helios an meinem Bein vorbei aus der Tür.Helios

Voller Panik rief ich meinen Mann und rannte hinter Helios her. Yukon fand das offenbar sehr spannend und kam gleich auch noch hinterher. Und dann sah ich die beiden Richtung Wald verschwinden. Yukon kam kurze Zeit später zurück – ohne Helios. Mein Mann setzte die Verfolgung mit dem Rad fort, meine Tochter mit dem Auto und ich zu Fuß. Später holte ich noch Yukon, damit er sucht (Suchspiele macht er sehr gerne). So waren wir bis 23.30 Uhr erfolglos auf der Suche, dann gingen wir nach Hause. Helios war bei Tasso noch nicht registriert. Ich meldete ihn an und direkt verlustig. Meine Tochter und Freund machten den Verlust über Facebook bekannt. Ich war ziemlich verzweifelt, hoffte aber, dass er am nächsten Morgen vor der Tür liegen würde. Aber Helios kam nicht. Er kam auch am nächsten Tag nicht. Wir suchten überall im Umkreis von fünf bis sieben Kilometern, aber nichts. Freitagmittag erhielt ich einen Anruf, dass Helios gesichtet worden war, circa fünfzehn Minuten vorher, allerdings circa zwanzig Kilometer entfernt. Ich fuhr mit meiner Tochter sofort los – als es dunkel wurde, brachen wir die Suche ab. Wir waren gerade zu Hause, als ein erneuter Anruf kam. Er war jemandem fast vor das Auto gelaufen. Mit dieser Frau trafen wir uns zu unserer nächsten Nachtaktion. Um 23:00 Uhr brachen wir wieder ab. Auf dem Weg nach Hause, sahen wir ein kleines zusammengekauertes Etwas an einer Koppel nahe dem Straßenrand liegen. Als wir ein paar Meter weiter anhielten, sprang es auf und lief weg Richtung Wald. Es war Helios. Er hörte überhaupt nicht auf seinen Namen - er gab nur Gas und sehr schnell reichte das Licht unserer Taschenlampen nicht aus. Am nächsten Morgen wollte ich noch, bevor es hell wurde, in dem Gebiet suchen. Außerdem hatte ich Plakate ausgedruckt, die ich an seiner Laufstrecke an Bäumen befestigte.

Helios

Helios und YukonAber ein Jäger hatte ihn morgens um 5:30 Uhr zehn Kilometer weiter weg gesichtet. Bis 13:00 Uhr waren wir vor Ort, aber nichts war von Helios zu sehen. Wir waren schon ziemlich mutlos geworden. Helios war nun schon drei Nächte und zweieinhalb Tage weg. Wir fuhren mit dem Auto noch einmal sämtliche Sichtungsorte ab, bevor wir nach Hause fuhren. Als ich die Haustür öffnete, erhielt ich einen Anruf von Tasso, dass man Helios gefunden habe und die Polizei ihn an die Feuerwehr übergeben hätte. Wieder in einer ganz anderen Ecke, wieder circa zehn Kilometer vom letzten Ort entfernt. Wir fuhren natürlich sofort los, um ihn abzuholen. Das Gefühl, als wir dort ankamen, kann ich kaum beschreiben: Ich war so glücklich und zugleich so unendlich fertig. Aber genauso sah Helios auch aus. Er war Gott sei Dank unverletzt, nur völlig am Ende. Er nahm kein Futter, kein Wasser und zitterte ohne Ende.

Helios und Yukon

Das war unheimlich traurig mit anzusehen. Jetzt hatten wir noch das Problem, ihn in den Wagen zu bekommen. Wir wollten ihm ja nicht noch mehr Angst machen. Die Stimme und das Kraulen meiner Tochter beruhigten ihn jedoch so ungemein, dass er vor dem geöffneten Auto sitzend einschlief. Der arme Kerl. Ich hob seine Vorderläufe in den Wagen und das Hinterteil hinterher. Er legte direkt den Kopf auf den Schoß meiner Tochter und genoss die Streicheleinheiten. Zu Hause, rannte er auf Yukon zu und leckte ihm die Schnauze. Auch die alte Dame bekam einen kräftigen Schleck. Sie wusste gar nicht, wie ihr geschah. Die Sharpei-Hündin meiner Tochter wurde auch stürmisch begrüßt. Dann sah er das Körbchen, sprang hinein und kuschelte seinen Kopf in die Decke. Das gereichte Futter verschlang er in Bruchteilen von Sekunden, einen kompletten Napf Wasser hinterher, und dann ließ er sich kraulen bis in den wohlverdienten Schlaf.Helios

Soweit der erste Bericht. Er endete mit dem Satz:

„Aber eines kann ich jetzt schon sagen, diesen Seelenhund, den gebe ich nicht mehr her.“

Die Fortsetzung des Berichts war nicht weniger dramatisch:

Inzwischen ist sehr viel geschehen. Unsere alte Dame musste eine Woche vor Weihnachten eingeschläfert werden. Yukon hatte in der Weihnachtszeit und im Januar häufige Epilepsie-Krämpfe (teils zwei Mal am Tag), zur Zeit hält er sich wacker und krampft auch ohne Medikamente kaum noch. Und unser Helios – der ist leider unser neues Sorgenkind.

Aber nun setze ich erst mal meinen Bericht an der Stelle fort, wo ich den ersten aufgehört hatte.

Wir hatten unseren Helios ja am Samstag wohlbehalten wieder zurückbekommen. Da uns die Vorbesitzerin keinen Impfausweis aushändigen konnte, stellten wir Helios am darauffolgenden Dienstag unserer Tierärztin vor. Er wurde untersucht und erhielt die erforderlichen Impfungen. Als wir zum Auto kamen, stand ein riesiger Mähdrescher hinter unserem Wagen und kam nicht vorbei. Mein Mann wollte Helios schnell ins Auto lassen, damit wir Platz machen konnten. Da bekam Helios Panik, zog sich aus dem Halsband und rannte über eine stark befahrene Straße.

Er hatte wieder einmal viel Glück, dass dabei nichts passiert ist.

Ich lief zu Fuß hinter ihm her, mein Mann folgte mit dem Auto. Das ganze geschah im Nachbarort, acht Kilometer von unserem Zuhause - aber auch in der Nähe der Autobahn. Wir fuhren alles ab, fragten Leute, die unterwegs waren – keine Spur von Helios. Entmutigt und völlig fertig fuhren wir nach Hause, denn mein Mann musste zur Arbeit. Ich setzte mich wieder an den Rechner, gab eine erneute Vermisst-Meldung bei Tasso auf und meine Kinder bei Facebook (von dort wurden wir schwer verurteilt, wie so etwas schon wieder passieren konnte).Yukon und Helios

Am nächsten Mittag erhielt ich einen Anruf von einer Frau, die Helios einen Ort weiter (er musste dazu die Autobahn überquert haben) im Wald und später noch im Ort gesehen hatte. Ich fuhr mit Yukon dort hin und sagte immer „such Helios“. Er hatte die Nase nur noch am Boden und zog mich die komplette Wegbeschreibung der Anruferin durch den Ort und wieder in den Wald, ich kam kaum mit. Irgendwann hörte er jedoch damit auf. Wir liefen noch eine ganze Weile durch den Wald, waren aber erfolglos. Mittlerweile wurde es wieder dunkel. Ich fuhr mit Yukon nach Hause.

HeliosGegen 20:00 Uhr erhielt ich von Tasso die Mitteilung, dass sich eine Tierschützerin gemeldet hätte, die helfen wollte und zwischenzeitlich Sichtungen an einer ganz anderen Stelle mitgeteilt bekommen hatte. Ich setzte mich wieder ins Auto und fuhr dort hin. Nach zwei Stunden Suche kehrte ich alleine wieder zurück. Es kam dann noch einmal ein Hinweis, dass Helios gesehen worden sei. Demnach lief er in Richtung, wo wir wohnen. Das war gegen 23:00 Uhr; ich wollte mich gerade wieder auf den Weg machen, als meine Tochter von oben kam und fragte, ob Yukon geheult hätte, sie hätte oben etwas gehört. Yukon war aber ganz ruhig gewesen. Sie ging zur Haustür, um einmal rauszugucken … da schoss unser Helios herein, begrüßte uns stürmisch, leckte immer wieder uns und seine beiden Freunde ab. Ich kann Ihnen gar nicht beschreiben, wie glücklich wir waren. Er humpelte ein wenig, war aber äußerlich nicht verletzt, fraß zwei Näpfe leer und rollte sich dann in seinem Körbchen zum Schlafen ein. Es ist für mich unfassbar, wie er den Weg nach Hause finden konnte, aber er hat es geschafft.

Haben Sie trotz des Mitfieberns mitgezählt? Einmal Glück im Unglück fehlt noch:

In der Folgezeit wurde Helios immer dünner. Ich ging deshalb wieder zur Tierärztin. Diese machte ein Blutbild. Da ein Wert etwas erhöht war, sollte ein Ultraschall in der Tierklinik gemacht werden. Dieser zeigte eine Verdickung der Dünndarmwand. Im Januar wurde Helios dann in der Tierklinik kastriert, und gleichzeitig wurden Gewebeproben vom Dünndarm und Magen entnommen. Das Ergebnis: Helios hat Chronische Darmentzündung oder IBD. Er bekommt jetzt Kortison, darf nur noch spezielles Futter haben, nichts anderes mehr, keinen Knochen, kein Leckerchen, keinen Apfel (die hat er im Herbst von unseren Bäumen gepflückt). Und Yukon können wir natürlich jetzt auch keinen Knochen mehr geben. Ich finde das ganz schön traurig. Von diesem Spezialfutter bekommt Helios die doppelte Portion und hat in sechs Wochen ein Kilo zugenommen. Wegen des IBD-Befundes wollen wir uns aber auch noch eine weitere Meinung einholen, da unsere Tierärztin meinte, Helios müsse sein Leben lang Kortison nehmen und dürfe nicht sportlich aktiv sein. Helios will aber nicht nur spazieren gehen, der will rennen, so dass wir uns fragen, ob es nicht besser ist, ein kürzeres, aber erfülltes Hundeleben ohne Medikamente zu  haben. Er ist trotz seiner Krankheit ein gutgelaunter Bursche, und er kommt hier immer mehr an. Ich glaube, dass er so schnell auch nicht mehr weglaufen würde.

Sie fragen sich jetzt, wo das Glück zu diesem Unglück liegt? Lesen Sie selbst:

Obwohl wir unsere beiden verstorbenen Wegbegleiter immer noch sehr vermissen, haben die Herren Helios und Yukon ihren Platz bei uns als neues Dreamteam so gefestigt, dass wir keinen von ihnen missen wollten.

Unser Dreamteam, Yukon und Helios

Unser herzlichster Dank geht an die Familie, dass Sie all dies mit Helios durchgestanden haben und weiterhin durchstehen. Wir drücken ganz fest die Daumen, dass die Krankheit in Griff zu bekommen ist und dass Helios noch lange das Leben bei Ihnen und Yukon genießen kann. Was wir dazu beitragen können, werden wir tun.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Sura – zwei Mal neues Leben, neues Glück

SuraDie neun Jahre alte Husky-(Mix?)-Hündin Sura musste völlig unerwartet ein neues Zuhause suchen. Ihr Frauchen, bei dem sie drei Jahre zuvor als Fundhund eingezogen war, erkrankte schwer an Rheuma, konnte Sura nicht mehr auslasten und wandte sich – Liebe heißt eben unter Umständen auch Loslassen – schweren  Herzens an uns, damit wir eine neue Familie für die lebhafte Sura suchen. Da Sura als eine zwar etwas dominante, aber sehr menschenbezogene und verschmuste Hündin beschrieben wurde, dauerte es nicht lange, bis sich Interessenten meldeten und Sura aufnahmen. Zu Suras Glück, nicht nur, weil damit ihre unfreiwillige Untätigkeit beendet wurde, sondern vor allem weil Sura Mammatumore hatte, die nicht behandelt worden waren und so wohl bald zur Katastrophe geführt hätten. Inzwischen ist Sura operiert, auf dem Weg der Besserung und aus ihrer neuen Familie nicht mehr wegzudenken.
Hier der erste Bericht von Suras Familie:

„Der Name Sura bedeutet bei den Inuit „neues Leben“, was, wie sich herausstellte, für unsere Sura, die wir am 19.11.2016 übernommen haben, in zweifacher Hinsicht gilt.

Eingezogen bei uns ist, exakt wie von der Vorbesitzerin beschrieben, ein aufgewecktes, neugieriges, verschmustes, in manchen Situationen auch ängstliches, Männer innig liebendes (was für meinen Mann totales Neuland ist) und sehr sportliches Pelzgesicht, aber wie sich herausstellte, leider auch krankes Pelzgesicht.

Sura kam bei uns an mit mehreren, ungefährlichen Lipomen (Fettgeschwulste) am ganzen Körper, aber leider auch mit an beiden Mammaleisten (rechts mehr als links) sehr auffälligen Geschwulsten. Laut der Vorbesitzerin hatte Sura diese Tumore schon vor drei Jahren, als sie bei ihr einzog.

SuraWir stellten Sura deshalb unserer Tierärztin vor. Ein Röntgenbild der Lunge ergab keine Auffälligkeiten, allerdings wirkte der Schatten der Leber auf diesem Bild sehr groß, sodass eine Woche später ein Ultraschall der gesamten inneren Organe erfolgte, der ebenfalls ohne Befund war. Nach einer weiteren Vorstellung bei unserer Tierärztin mit Urinuntersuchung und Blutabnahme (außer leicht erhöhter Leberwerte alles o.B.) wurde für den 03.01.2017 der Op-Termin festgelegt.

Sura

Sura mit TrichterDie Kleine hat die Op gut überstanden, aber leider wurde der Verdacht auf Adenokarzinom der Mamma beidseits (rechts mehr als links) bestätigt. Das Gute ist, dass alles im Gesunden entfernt wurde, Blutgefäße, Lymphgefäße und Lymphknoten sind tumorzellfrei. Wir kämpften noch länger mit kleinen Wundheilungsstörungen an der Narbe, da Suras Körper auf die Innennähte reagierte. Aber durch unsere kleine, unvergessene, zarte „Heulboje“ Nora sind wir ja Kummer gewöhnt.

Sura

Außer, dass Sura ein totaler „Leinenpöbler“ ist, können wir nur Positives berichten. Wir gehen in die Hundeschule, was uns allen viel Spaß bereitet, und wir hoffen dadurch auch das „Leinenpöbeln“ in den Griff zu bekommen.
Sura hört super gut, sodass wir sie problemlos ableinen können. Kurzum, Sura ist ein Schatz, der nicht mehr wegzudenken ist.

Sura

Familie H.“

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Suras neuen Menschen, dass sie trotz der Krankheit zu Sura gehalten haben, und wünschen allen eine lange glückliche gemeinsame Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V.

 


 

Chariot – wir bitten um Mithilfe bei der Aufklärung, ob wir hier tatsächlich einen Hund vermittelt haben

Die zwölfjährige Hound-Pinto-Hündin Chariot – bereits vom Aussehen her eine „Exotin“ unter unseren Schützlingen – entpuppt sich in ihrer neuen Familie als facettenreiches Überraschungsei. Von wegen „drei Dinge in einem“ – Chariot ist mehr, viel mehr. Und ist nebenbei der beste Beweis dafür, wie schnell und gut sich ein bereits älterer Hund, der nur in Draußenhaltung lebte, in ein familiäres Umfeld im Haus eingewöhnt. Hier einige Zitate aus den vielen begeisterten Rückmeldungen des neuen Frauchens:Chariot

„Nun ist Chariot schon 10 Tage bei mir, und es kommt uns vor wie eine kleine Ewigkeit. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es wirklich ein Hund ist, den ich abgeholt habe:
-   sie putzt sich wie eine Katze,
-   sie hüpft wie ein Känguru,
-   sie ist albern wie ein Clown,
-   sie ist verschlafen wie ein Murmeltier (besonders morgens,
-   sie ist schnell wie eine Gazelle,
-   sie heult wie ein Wolf (okay, ein kleiner Wolf),
-   sie hortet Futter wie ein Eichhörnchen,
-   sie liebt junge Brennnesseltriebe wie meine Großmutter.

Was um alles in der Welt ist das ... sieht aus wie ein Hund, bin mir aber nicht sicher! Spaß beiseite: sie ist großartig und wir verstehen uns sensationell!

Unsere Streifzüge erinnern mich an den Besuch eines Landkindes in der großen Stadt ... wirklich goldig, meistens lustig und manchmal ein wenig peinlich! Am liebsten würde sie jeden Menschen begrüßen, wirklich jeden. Das ist sehr lustig, denn in einer Stadt wie Köln ist ausreichend „Material“ zum Begrüßen vorhanden. Die vielen Stadtgeräusche stören sie überhaupt nicht.Chariot

Mit Bubi, meinem Berner Sennenhund, versteht sich Chariot gut. Wenn er nervt, wird er angebrummelt, was er kapiert und den Blödsinn lässt, ohne beleidigt zu sein.

Und Chariot "singt" (sprich: heult): Mit einer Stimme wie Joe Cockers kleine Schwester - sehr tief und ein bisserl heiser. Besonders gerne, wenn irgendwo ein Krankenwagen mit Martinshorn fährt. Bubi versucht auch, zu heulen, was aber leider nur quietscht und fiept. Das Duett ist nicht schön, aber lustig, und sie lassen sich auch unterbrechen.

Verwunderlich ist eine panische Angst vor Fluren: sie betritt einen Flur nur mit ganz viel gutem Zureden, sehr kurzer Leine und halb auf dem Bauch. Egal, ob großer, kleiner, heller, dunkler oder sonstiger Flur. In den Aufzug steigt sie absolut problemlos ein. Über das "Flurverhalten" bin ich verunsichert: entweder sieht sie sehr schlecht oder es ist irgendwann einmal etwas vorgefallen. Ich tendiere eher zu dem schlechten Sehen.

Chariot

Dies hat der Tierarzt nun bestätigt: Chariot hat eine sogenannte Zapfen-Artophie, eine sehr dünne Aderhaut und Anzeichen des Albinismus. Unterm Strich: alles nicht zu ändern und auch kein "Drama": sie hat ein Problem mit dem Hell-Dunkel-Sehen, besonders im Dämmerlicht oder bei schnellem Wechsel. Nun bleiben wir halt in der Tür stehen, bis sich ihre Augen an das Licht gewöhnt haben und schleichen dann in den Flur. Sieht total bekloppt aus, macht nix, hilft!Chariot

Wenn man ihr Wärmebedürfnis erlebt, dann fragt man sich ernsthaft: wie hat sie überhaupt einen Tag draußen überstehen können. Sie schläft auf einem Lammfell und schiebt ihren Popo still und heimlich (ruckel-ruckel-ruckel) unter meine Bettdecke. Dann schnauft man kurz, wäscht Füße und Pöter und pennt ein. Jeden Abend das gleiche Schauspiel.

Ausflug nach Bremen: Da ich in Bremen immer bei einer Freundin mit Pferdehof übernachte, hatte Chariot auch "großes Kino". Meine Freundin hat auch zwei Landseer und einen Senfhund, Mogli. Dieser Keine-Ahnung-alles-drin-jeder-hat-seinen-Senf-dazugegeben-Hund und Chariot haben vom ersten Moment an Freundschaft geschlossen, und sie hat sich zwischen den ponygroßen Landseern und Mogli „pudelwohl“ gefühlt. Auf der Jährlingskoppel (hoch eingezäunt) haben wir dann Freilauf geübt. Sie ist geflitzt und hat gespielt wie ein Junghund. Es macht einfach Spaß.

Gestern Abend hat sie mir dann, als wir unsere Abendrunde in Köln gemacht haben, ein Danke-schön Geschenk gebracht.
Blumen sind zu normal für so einen schönen Ausflug in den Norden.
Es muss duften.
Es muss besonders sein.
Man kann es nicht überall finden.
Es muss so toll sein, dass man es am liebsten selber behalten möchte.

Sie muss es ganz nebenbei im Gebüsch mitgenommen haben und brachte es mir - platzte fast vor Stolz - mir fiel die ausufernde Freude deutlich schwer!! Ich bekam eine bereits vor längerer Zeit verstorbene, etwas glitschige Taube vor die Füße gelegt ...

Wie Sie sehen, auch wenn wir beide einen etwas unterschiedlichen Geschmack haben, uns geht es unverschämt gut!Chariot im Transportrad

Ich bin so stolz auf die kleine Hundedame! Es ist bemerkenswert, was sie in der kurzen Zeit alles gelernt hat und wie sehr sie mir vertraut, dass das, was ich von ihr möchte, "in Ordnung" ist.

Ich habe ein NiHoLa-Fahrrad (Anm.: ein Transportfahrrad), und es ist für die Hunde am Anfang immer eine Herausforderung, damit zu fahren. Wenn sie es einmal angenommen haben, steigen sie gerne ein - so, als hätten sie kapiert, was das für ein Hunde-Luxus ist ;-). Chariot mag nicht mit der Nase in Fahrrichtung sitzen, das musste ich erst kapieren. Fährt sie rückwärts und guckt mich die ganze Zeit an, steigt sie ohne Probleme ein und lässt sich durch die Gegend radeln.

Chariot im FreilaufChariot läuft seit einer Woche frei, und es klappt großartig. Sie hört auf Pfiff und auf Rufen - die Karnickel liegen im Park auf dem Rücken vor Lachen, weil Chariot sie einfach nicht sieht! Dafür werden weiße Tüten gejagt, die im Wind flattern. … Die Kreise in den Rheinauen werden größer, sie tobt und spielt mit ihren neuen Hundefreunden, gestern ging sie erstmals im Rhein baden.

Das einzige, was sie nicht lernen mag: „Sitz“ und „Platz“. Nö - ich stehe hier, und wenn ich hier stehe, will ich nicht sitzen. Wenn sie es nicht einsieht: stur wie eine Bergziege. Wenn sie es einsieht: kein Problem!

Wir haben uns gesucht und gefunden! Chariot geht es gut, und wir sind uns einig: Das Leben ist schön!

Chariot

Antje H.“

Was soll man dazu noch sagen? Am besten nichts außer „DANKE“. Danke, dass Sie dieser schon älteren Hündin eine Chance gegeben haben und ihr nun die schönen Seiten des Lebens zeigen. Und danke für die vielen schönen und lustigen Berichte – wir freuen uns auf den nächsten.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 


 

Vito – kaum im Netz, war er auch schon wieder aus der Station ausgezogen

Vito

VitoKlar, wer kann DER Beschreibung widerstehen, wenn er nordischen Familienzuwachs sucht: drei Jahre alter Huskyrüde, überaus freundlich und offen gegenüber Menschen und Artgenossen, immer gut gelaunt, Stress mit nichts, dafür für jeden Spaß zu haben. Dazu die anderen „typisch nordischen“ Eigenschaften: sportlich, vielleicht ein bisschen ungestüm noch, aber lernwillig.
So ein „Sahnehäubchen“ lässt man sich natürlich nicht entgehen, und so landete Vito schnell bei den reservierten Hunden. Wir waren sicher, dass das Eingewöhnen problemlos gehen würde, und Vito hat uns nicht enttäuscht. Wir wünschen Vito und seinem zwei- und vierbeinigen „Rudel“ eine lange glückliche und ausgefüllte Zeit!

Aber nun sagen wir ein herzliches Danke an Vitos Menschen, dass sie dem kleinen Kerl ein so schönes Zuhause bieten, und an Vito, dass er trotz seines neuen aufregenden Lebens Zeit gefunden hat, uns zu berichten.

Das Team der NfP - Freudenstadt

Vito

 

„Meine erste Zeit im neuen Zuhause:

Vitos neues RudelAls ich hier ankam, war ich wirklich sehr aufgeregt, so viele neue Hunde: Cooper, Spike, Peach, Yukon und Smokie. Als erstes hat mich die einzige Hündin im Rudel, Peach, ganz schön angezickt, aber so charmant, wie ich bin, habe ich sie schnell um meine sanften Pfoten gewickelt, und mittlerweile hat sie mich richtig gerne.
Der Chef des Rudels, Cooper, schaute mich auch erst mahnend an, als ich mich abends ganz selbstbewusst in sein Körbchen legte, aber nachdem ich unschuldig zurück blickte, durfte ich liegen bleiben.

Vito im Gespann

Sonntags ging es dann für das bestehende Rudel mit dem Trainingswagen los, ich konnte gar nicht verstehen, wieso ich nicht auch durfte. Aber hey, danach kam Herrchen und nahm mich auf eine Runde am Scooter mit; das war toll.Vito am Scooter
Am nächsten Tag bin ich mit Spike zusammen am Scooter gelaufen, ein tolles Team. Herrchen war sehr, sehr stolz auf mich bzw. uns und wagte es innerhalb der ersten Woche schon, mich am Trainingswagen mitzunehmen, und das war dann wirklich das Highlight für mich. Ich kann es jedes Mal kaum erwarten, dass es losgeht. Ich laufe mit Yukon zusammen im Wheel.
Da wir beide die kräftigsten Kerlchen sind, harmonieren wir hier wunderbar. Natürlich dürfen wir nicht jeden Tag am Trainingswagen laufen, und so genieße ich ansonsten richtig lange Spaziergänge, wobei ich Frauchen manchmal zur Verzweiflung bringe, weil ich so stark ziehe und sie mir immer sagt, sie habe nur zwei Beine.

Am Wochenende oder an freien Tagen geht es dann ab in den Hundewald, ein ganz großer eingezäunter Wald. Hier ist es Pflicht, ordentlich zu toben, und das macht wahnsinnig Spaß.

Vito im Hundewald

Rudel im HundewaldBuddeln darf man hier auch, so viel man möchte. Ich spiele sehr gerne mit meinem Rudel, aber auch mit anderen Hunden habe ich überhaupt gar keine Probleme.

Mit Menschen ebenfalls nicht, egal, ob groß oder klein. Puh, danach bin ich aber auch immer vollkommen k. o.. Ich bin wirklich sehr unkompliziert, für jeden Spaß zu haben, liebe mein Futter, liebe es, Auto zu fahren, springe voller Begeisterung in mein Geschirr; egal, wo es hin geht, ich bin voller Freude dabei.

Ich würde behaupten, mir geht es so richtig gut.

Ich erlebe spannende Tage mit viel Abwechslung und genieße die abendlichen Kuschelstunden mit der ganzen Familie auf der Couch, denn ja, da dürfen wir drauf, und ich gehöre schon so sehr dazu, dass ich mich mitten rein legen darf.

Und jetzt dürfen Frauchen und Herrchen auch noch etwas sagen:

 

DANKE FÜR DIESEN WUNDERBAREN HUND!!! Wir sind wirklich begeistert von Vito und er passt hier genau hin.

Vito ist glücklich

Liebste Grüße, euer VITO."


 

Ashanti

Denn das Glück geliebt zu werden, ist das höchste Gut auf Erden.
                  J.G. von Herder

AshantiAshanti gehörte mit ihren zehn Leidensgenossen und –genossinnen zu den ersten Bewohnern unserer neuen Station in Gauselfingen – jetzt darf sie endlich, als letzte, auch eine Familie „ihr eigen“ nennen. Unsere hübsche inzwischen zehn Jahre alte Grönländerin hat sich selbst die Suche schwer gemacht, weil sie eine so genannte „Angsthündin“ ist, Artgenossen gegenüber aber sehr bestimmend ist und sich generell nicht mit Geschlechtsgenossinnen vertrug. Aber wer kann schon über seinen Schatten springen? Und letztendlich war es gut, dass Ashanti gewartet hat – eine bessere Familie als die vier Zweibeiner und die Samtpfote (ja, Sie lesen richtig: die SAMTPFOTE!) konnte sie nicht bekommen.

Ashanti machte in ihrer Familie in sehr kurzer Zeit sehr große Fortschritte.  Haus und Garten sind ihr Zuhause geworden – sie, der Gebäude große Angst machten, hat IHR Haus bereits nach dem ersten Spaziergang erkannt und ist dorthin zurückgestrebt. Die drei männlichen Zweibeiner der Familie werden immer mehr akzeptiert und sogar geliebt. Der Samtpfote wird aufmerksam auf die Pfoten und vieles abgeschaut, z. B. wann es etwas zu Fressen gibt und wo Leckerlis herkommen.  Und über jeden Fortschritt und alles neu Gelernte freut sich die Familie – und fast noch mehr Ashanti selbst.

Wir sind sicher, dass Ashanti, geborgen wie sie nun ist, noch viel mehr Vertrauen und Selbstbewusstsein aufbaut. Der Familie danken wir herzlich, dass sie sich ganz bewusst für Ashanti entschieden hat und ihr einen Ausgleich gibt für das, was andere Menschen ihr angetan haben.

Das Team der NfP-Freudenstadt

 

Die erste Woche mit Ashanti

AshantiNachdem Ashanti es ins Auto geschafft hatte, musste sie fünf Stunden Autofahren aushalten, um zum neuen Zuhause zu gelangen. Das hat sie ohne größere Schwierigkeiten gemeistert. Selbst das Betreten des neuen unbekannten Gartens, das Kennenlernen der gesamten Familie, die neugierigen Blicke und Fragen der Nachbarn, der erste Kontakt zur Hauskatze Peggy und das Betreten des Hauses … alles hat sie mit Bravour gemeistert. Es wirkte, als habe sie unterwegs während der Fahrt ihre Angst mal eben abgeschüttelt.

Seit  Montagmorgen hat sie die Angst dann doch wieder eingeholt.
Treppen runter in den Garten, Geräusche, Männer, Gebäude, Autos … alles ist erst mal zum Fürchten. Mit sanftem Druck und Hochsicherheitsgeschirr und –leine lässt sie sich aber dennoch gut lenken und leiten. Es erfordert  aber schon einiges an körperlicher Kraft und enormer Geduld, Ashanti in diesen Situationen zu begleiten. Trotz großer Angst ist Ashanti sehr aufmerksam und clever. Das neue Zuhause hat sie sich sofort beim ersten Spaziergang eingeprägt.Ashanti
Beim Zurückkommen ist sie zielstrebig in ihren Hauseingang abgebogen (das hat sie seitdem drin). Auch an die Annehmlichkeiten einer beheizten Wohnung hat sie sich sofort gewöhnt. Hier ist sie total unaufdringlich und lieb. Sie hat sich einen Platz im Wohnzimmer gesucht, von dem aus sie alles beobachten kann und der ihr gleichzeitig eine Fluchtmöglichkeit bietet. Zurzeit wirkt sie auch nicht unglücklich mit dem Alleinsein. Es macht schon eher den Eindruck, als genieße sie die Ruhe und das einfach mal Alleinhundsein mit Familienanschluss.  Wir haben uns sehr bewusst entschieden, Ashanti ein Zuhause zu geben und sind nach einer Woche bestätigt in unserer Endscheidung. Ob sie jemals angstfrei durchs Leben läuft, können wir nicht vorhersagen. Das zu erreichen, ist unser Ziel. Zeitliche Vorgaben gibt es da keine. Solange Ashanti braucht ...

Der erste Monat mit Ashanti

Ashanti wohnt jetzt auf dem Land in einem kleinen Dorf in NRW. Sie ist Einzelhund und teilt sich ihr neues Zuhause mit einer Katze und der vierköpfigen Familie. Sie ist eine sehr liebe verschmuste Hündin. Große Angst und Unsicherheit (erstmal vor allem und jedem) bestehen weiterhin. Zusätzlich ist sie zurückhaltend und stur! Aber auch sehr neugierig.

Ashanti hat sich soweit eingelebt in ihrem neuen Zuhause und den Tagesablauf verinnerlicht. Sie ist innerhalb des Hauses total unauffällig bis fast unsichtbar. Ihr Motto lautet wohl „bloß nicht bewegen, dann sieht mich keiner“. IHREN Platz im Wohnzimmer verlässt sie fast ausschließlich nur zum Fressen und Gassigehen. Und auch das Gassigehen läuft noch nicht ganz freiwillig. Aber sie unternimmt erste Versuche, selbstständig die Wohnung zu erkunden.

AshantiDen drei männlichen Familienmitgliedern gegenüber ist sie immer noch  misstrauisch und ängstlich. Anfassen und streicheln von ihnen lässt sie sich aber schon mittlerweile. Bei Fremden/Besuch macht sie sich „unsichtbar“ auf ihrem Platz. Sie ist stubenrein. Nur bei Angst macht sie unter sich. Wenn sie das merkt, guckt sie und legt sich dann rein, damit es keiner sieht. (Das Verhalten lässt vielleicht erahnen, was früher sonst mit ihr passiert ist!)

Ashanti ist sehr schreckhaft und verunsichert in fast allen Situationen, die sie erstmalig erlebt. Alles ist die größte Katastrophe für sie. Sie hat Angst, Angst, Angst … Und erste Situationen erlebt sie zurzeit fast ausschließlich im neuen Leben. Aber sie meistert es prima. Bei einigen anfangs angstauslösenden Situationen ist der Schrecken weg. Autos und Gebäude beispielsweise. Diese zwei Dinge (für Ashanti früher die wohl schlimmsten, die es auf der gesamten Erde gab) haben  an Schrecken verloren. Durch die tagtägliche Konfrontation und die souveräne Führung  des Herrchens hat Ashanti gelernt. Herrchen geht tagtäglich, ohne besonders auf ihre Ängste einzugehen, mit Ashanti raus. Je nach Ashantis Körpersprache (Hecheln, Schwanz runter, Unruhe …) leitet er sie hervorragend. Und Ashanti gefällt das gut. Immer wieder schaut sie nach hinten, ob ihr Böses droht, und orientiert sich mit Hilfe der Leinenführung total an ihrem Herrchen. Bei „bösen Sachen“ bloß nah dran an ihm, wenn es schön ist, läuft sie fröhlich umher wie jeder andere Hund auch. So geht es draußen schon ganz gut. Highlight dieser Woche für Ashanti: Mäusejagd mit Erfolg. Da war sie sehr stolz.

Festzustellen ist,  dass sie gut auf ihren Namen und Kommandos hört. Wird sie gerufen, kommt sie zurück. Bei „HALT“ bleibt sie tatsächlich stehen. „VOR“ heißt, es geht weiter. Jetzt üben wir gerade rechts und links. Und wenn sie gelobt wird, freut sie sich sooooo sehr. Dann hüpft sie vor Freude. Das Tolle ist, dass sie diese Übungen ohne Leckerlies bereitwillig macht.  Mittlerweile verzichten wir auf Leckerchen beim Gassigehen. Es hat sich als nicht zielführend erwiesen. Ashanti hat sich nur noch darauf fixiert und total rumgehampelt.

Begegnungen mit anderen Hunden gestalten sich problemlos. Ashanti zeigt kein großes Interesse an anderen Hunden.Ashanti und Peggy

Begegnungen mit Schlamm, Pfützen und Wasser gestalten sich nicht problemlos. Hier zeigt sie überaus großes Interesse und liegt in jeder drin. Das macht ihr große Freude. (Die Renovierungsintervalle des Hauses werden sich wahrscheinlich sehr verkürzen.)

Jagdtrieb scheint bei ihr nicht sehr ausgeprägt. Rehe und anderes sieht und riecht sie, aber es bringt sie nicht in Unruhe.

Unruhe bringt ihr eher die pelzige Mitbewohnerin, Katze Peggy. Ashanti respektiert die Anwesenheit der Katze und beobachtet sie sehr genau. Durch das Verhalten der Katze hat sie schon eine Menge gelernt. Die eine oder andere Verhaltensweise der Katze hat sie für sich übernommen. Bestes Beispiel ist das morgendliche Fressen. Peggy bekommt direkt nach dem Aufstehen eine kleine Portion Futter. Wenn nicht, wird Mensch mit herzzerreißendem Miauen dran erinnert. Das hat Ashanti beobachtet und steht nun auch jeden Morgen schwanzwedelnd vor Herrchen und wartet auf Futter. Wenn es nichts gibt, fiept sie leise vor sich hin. Clever, clever, unsere Ashanti. Wenn die Schublade mit Leckerchen aufgeht, ist Peggy sofort da. Das macht Ashanti jetzt auch. Dann scheint jede Angst verflogen. Beide sitzen nebeneinander und lassen sich verwöhnen.

Ashanti und Peggy bei der Vergabe von Leckerchen

Es tut so gut, zu sehen, was Ashanti alles gelernt hat in dieser kurzen Zeit. Die geben wir nicht mehr her!  Kein Bericht vermag zu beschreiben, was es bedeutet, einen Angsthund zu begleiten. Für uns eine überaus sinnvolle Aufgabe. Und diese Fortschritte in kurzer Zeit  bestätigen unser Tun. Diese Angst, durch Menschenhand gemacht, versuchen wir durch Menschenhand zu nehmen.

Familie W.

 

Nanuk – na nu, kennen wir den?

Sie haben gar nicht mitbekommen, dass wir den Shiba-Rüden Nanuk in der Vermittlung hatten? Konnten Sie auch nicht, denn Nanuk wurde nicht auf unserer Website vorgestellt, da wir bereits einen Interessenten „in der Warteschleife“ hatten, als Hund noch gar nicht da war.Nanuk
Zum Glück für Nanuk, denn seine kleine Welt war von jetzt auf nachher aus den Fugen geraten, als sein Frauchen viel zu früh und völlig überraschend starb. Beim Sohn des Frauchens konnte Nanuk nicht bleiben, da dieser Katzen hat und voll berufstätig ist. Da er aber um jeden Preis wollte, dass Nanuk ein gutes neues Zuhause bekommt und nicht zu seinem Züchter zurück muss, brachte er Nanuk erst einmal bei Oma unter.
Leider konnte Nanuk dort „stiften gehen“, und kam mit einer gebrochenen Hüfte zurück; ob durch einen Unfall oder durch Schläge, werden wir wohl nie erfahren. Der Bruch wurde operiert, aber der Oma tat der kleine Mann mit seinem Trichter so leid, dass sie den Trichter kurzerhand wegließ – mit dem „Erfolg“, dass Nanuk sich die Naht aufbiss.Nanuk mit Trichter

Jetzt war schnelles Handeln angesagt. Der Sohn nahm mit uns Kontakt auf, denn Nanuk sollte von der Tierklinik nahtlos in eine Pflege- oder neue Stelle umziehen. Und so landete Nanuk in einer unserer Pflegestellen; der Sohn scheute nicht einmal die vierstündige Fahrt, um sich selbst davon zu überzeugen, dass es der Hund seiner Mutter gut treffen würde. Nanuk reiste mit allen Impfungen, mit den Röntgenbilder seines Hüftbruches, mit seinem  Bettchen und seinem gewohnten Futter an – so eine perfekt vorbereitete, liebevolle und verantwortungsbewusste Übergabe eines Hundes hat Seltenheitswert, und wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei dem Sohn.

Nanuk

NanukWie gesagt, es gab bereits einen Interessenten, der gerade eine seiner beiden Shiba-Hündinnen verloren hatte und der für die zurückgebliebene trauernde Hündin Akuma einen neuen Gefährten suchte. Das erste Kennenlernen von Mensch, Akuma und Nanuk verlief sehr vielversprechend. Allerdings musste das künftige Herrchen noch beruflich verreisen und konnte nicht kurzfristig Urlaub nehmen. So konnte Nanuk erst Ende Februar umziehen, aber das Herrchen und Akuma besuchten bis dahin Nanuk jedes Wochenende und gingen gemeinsam spazieren. Weder die Verlustängste, die Nanuk nach dem plötzlichen Tod seines Frauchens quälten und ihn zum „Schatten“ seiner Bezugsperson werden ließen, noch die Behinderung durch den Hüftbruch (Nanuk benutzte sein viertes Bein nicht) schreckten das künftige Herrchen ab. Nur kastriert werden musste Nanuk noch vor seinem Umzug, denn Akuma war nicht kastriert.

Nanuk

Inzwischen hat sich Nanuk schon sehr gut eingelebt und macht jeden Tag Fortschritte. Die Verlustängste konnte er bereits hinter sich lassen, und da die Op sehr gut gemacht wurde, ist Nanuk inzwischen auch wieder fast fit und kommt meist auf vier Beinen daher. Dass seine neue Gefährtin Akuma leider nur drei Tage nach Nanuks Einzug verstarb, schweißte Herrchen und Nanuk noch enger zusammen.Nanuk und sein neues Herrchen

Wir sagen herzlich danke an das Herrchen, dass Sie Nanuk trotz seiner physischen und psychischen „Baustellen“ so vorbehaltlos aufgenommen haben und ihm nun ein neues liebevolles Zuhause schenken. Wir wünschen Ihnen eine lange und glückliche gemeinsame Zeit!
Ein herzliches Dankeschön auch an die Pflegestelle, die Nanuk aufgenommen und ihn bis zur Vermittlung liebevoll begleitet hat.

Das Team der NfP – Freudenstadt

Nun aber lassen wir das Herrchen von den ersten beiden Wochen mit Nanuk berichten:

Nanuk„Als im Dezember letzten Jahres meine vierzehnjährige Shiba-Hündin Yashi starb und meine dreizehneinhalbjährige Shiba-Hündin Akuma sichtlich trauerte, entschloss ich mich, die Nothilfe für Polarhunde zu kontaktieren wegen eines neuen Hundes. Zu diesem Zeitpunkt war kein Shiba in der Vermittlung, und ich stellte mich auf eine längere Wartezeit ein. Doch wie es manchmal geht, erhielt ich zwei Wochen später die Nachricht, dass ein neuer Schützling angekommen sei, der leider eine Operation hinter sich habe und momentan nur drei Beine benutzen könne.

An einem verschneiten Samstag im Januar machte ich mich mit Akuma voller Erwartung auf den Weg. Ich traf Nanuk bei seiner liebevollen Pflegestelle, und wir gingen mit Akuma und Nanuk erst einmal Gassi, damit sich die beiden beschnuppern konnten.

Nanuk strahlte so eine Neugierde und Zuneigung aus, dass er sofort mein Herz gewann. Akuma und Nanuk verstanden sich, auch wenn sie ihn ein oder zwei Mal in die Schranken wies. Ich entschloss mich, Nanuki bei mir aufzunehmen, sobald dies möglich war. Dies war leider erst Ende Februar möglich.

So fuhr ich jeden Samstag zu der Pflegestelle, damit Nanuk mich kennen lernen und sich mit Akuma anfreunden konnte. Der kleine Mann ließ sich schon beim zweiten Besuch knuddeln und spielte Ball mit mir. Man konnte jede Woche sehen, wie er mehr und mehr sein viertes Bein wieder benutzte.Nanuk

Ende Februar holte ich Nanuk schließlich ab und fuhr mit ihm nach Hause. Während der Autofahrt ersetzte er mir das Radio, da er permanent aufgeregt war (das hat sich bis heute nicht viel geändert, manchmal mehr, manchmal weniger). Daheim angekommen beschnupperte er erst einmal sein neues Zuhause und fand auch Akuma vor, die ich zur Abholung nicht mitgenommen hatte, da es ihr nicht so gut ging. Trotzdem wurde Nanuk als neuer Bestandteil im Rudel akzeptiert. Leider verstarb Akuma drei Tage später.
So machte Nanuk gleich am dritten Tag Bekanntschaft mit meinem Tierarzt, was ihm aber nichts ausmachte.

NanukDa Nanuk, wenn ich arbeiten gehe, bei meiner Mutter ist, die krankheitsbedingt im Rollstuhl sitzt, musste ich ihn erst an sie, den Rollstuhl und das täglich kommende Pflegepersonal gewöhnen. Am ersten Tag war es Nanuk nicht ganz geheuer: Die Person, die da im Rollstuhl sitzt, war okay, aber das rollende Ding machte Nanuk Angst. Aber nach drei Tagen hatte er sich an den Rollstuhl gewöhnt. Er hat zwar immer noch Respekt davor, doch keine Angst mehr. Schließlich kann man unter dem Rollstuhl auch liegen und vieles aus dem Versteck heraus beobachten, wenn das Pflegepersonal kommt. Vom Pflegepersonal mag er nicht jeden: Pfleger findet er nicht toll, und diese werden erst einmal angebellt. Kommt aber eine Pflegerin, ist er der größte Charmeur. Auch beim Spazierengehen mag er Männer mit Stock oder Schirm nicht, da möchte er am liebsten wegrennen, ebenso bei Kindern und Jugendlichen. Begegnen wir aber jemand mit Hund, hat er Vertrauen.

Nachdem nun der kleine Mann zwei Wochen bei mir ist, kann man sagen, dass er täglich Fortschritte macht. Er liebt die morgendlichen Spaziergänge, besonders am Wochenende. Er spielt gerne mit dem Ball und liebt es, wenn wir ein kleines Wettrennen machen. Das vierte Bein wird inzwischen zu 90 % bei allen Aktivitäten mit einbezogen. Er genießt es, auf dem Balkon zu liegen, vor allem wenn die Sonne scheint. Es werden weniger Leute angebellt, und er wird selbstsicherer. Beim Autofahren ist er immer noch aufgeregt, aber ein bisschen ruhiger als am Anfang. Der Rollstuhl meiner Mutter ist vollkommen akzeptiert.

Kurz gesagt: ein liebevoller kleiner Mann, der neugierig ist, aber noch vor manchen Dingen Angst hat, was man aber mit Verständnis, Geduld und Liebe in den Griff bekommen kann.
Ich bin froh, dass ich Nanuk über die Nothilfe kennen gelernt habe. Er hilft mir über den Tod meiner zwei Shibas hinweg, die so kurz hintereinander über die Regenbogenbrücke gegangen sind, und ich gebe ihm ein gutes Zuhause und die Sicherheit, das Verständnis und die Liebe, die er verdient.

Jörg B.“

 


Demon – der Anfang auf dem Weg zum Traumhund ist gemacht

DemonWer ein bisschen hinter die „Fassade“ von Hunden schauen kann, hat in Demon einen tollen Kerl gesehen, der das Potenzial zu einem Traumhund hat. Aber ehrlicherweise mussten wir den inzwischen 7,5 Jahre alten Siberain-Husky-Rüden auch als „Powerpaket“ und „Sportskanone“, als „ungehobelt“ und als „anspruchsvoll“ beschreiben, als „unsicher“, obwohl er sich vordergründig so rüpelhaft benimmt; als Hund, der vor allem anderen Rüden gegenüber manchmal sogar aggressiv wird, der nicht alleine bleiben kann und der definitiv nicht in einem Haushalt mit kleinen Kindern, Katzen oder Kleintieren leben sollte.
Um aus Demon den Traumhund zu machen, den wir in ihm sahen, suchten wir also hundeerfahrene, souveräne Menschen, die sich zutrauen, Demon körperlich und geistig auszulasten und ihm nicht nur Paroli zu bieten, sondern ihn in die richtigen Bahnen zu lenken. Dass dies nicht einfach würde, zeigte Demons bisheriges Schicksal: Bereits vier Besitzer hatte er durchlaufen, bevor er bei uns landete. Wobei sich der letzte Besitzer, der ihn als Notfall aufgenommen hatte, wirklich alle erdenkliche Mühe gegeben hatte, Demon mit seinem vorhandenen Rüden zu vergesellschaften – erfolglos.

Wir ahnten schon, dass eine lange Wegstrecke des Suchens nach den richtigen Menschen vor uns und vor Demon liegen würde. Aber schließlich, wie meistens, wenn man nicht aufgibt, hat es geklappt – Demon hat seinen Menschen gefunden, und im folgenden Bericht blitzt schon ab und zu der Traumhund auf:Demon

„Demon hat sich bei mir gleich am ersten Tag wohl und zuhause gefühlt und sich „breit gemacht“. Gleich zu Anfang gab es die ersten Auseinandersetzungen: Am Abend der Ankunft hat er ziemlich schnell gefressen und daraufhin das Futter erbrochen. Ich habe nichts gesagt (was sollte ich auch sagen – er konnte ja nichts dafür), wollte nur das Erbrochene vom Teppich wegmachen, als er voll gegen mich gegangen ist, mit Körpereinsatz und Zähnefletschen, weil er sein Futter verteidigen wollte.  Ich habe Demon dann einfach aus dem Raum gebracht.

Später hat er sich dann auf meinen Platz auf das Sofa gelegt und hat den Platz verteidigt, wieder mit Zähnefletschen. Wenn ich das zugelassen hätte, hätte ich verloren gehabt. Ich habe Demon also vom Sofa gewiesen. Er war ziemlich verdutzt, ging aus dem Zimmer und ward zwei Stunden nicht mehr gesehen.  Dann kam er wieder rein und hat sich neben mich auf den Boden gelegt, und alles war o.k..  (Auf dem anderen Sofa darf er seinen Platz einnehmen, und auch das ist ok. für ihn.)

Demon

Dass Demon ein unsicherer Hund ist, zeigt sich daran, dass er z. B. bei Gewitter total von der Rolle ist. Beim ersten Gewitter nachts hat er sich neben mich gelegt und Schutz gesucht – er hat am ganzen Körper gezittert. Auch  Kinder sind ein Problem für ihn, sogar nur Kinderstimmen; Kinder würde er mit Sicherheit auch angreifen. Wenn viele Leute oder Hände auf ihn zukommen, zuckt er zurück. Ich vermute, dass er Schläge mit der Hand bekommen und insbesondere mit Kindern sehr schlimme Erfahrungen gemacht hat.Demon

Aber alles wird geübt, und er lernt immer mehr dazu. Ich habe viel  Zeit für ihn, und er braucht viel Geduld. Im Haus hat er seinen Platz, wo er sich sicher fühlt. Im Haus fühlt er sich sowieso absolut wohl, er geht gerne mal raus, aber das Haus ist seine Sicherheit. Draußen läuft er gut, und ich kann ihn auch ab und zu von der Leine lassen - er ist jederzeit abrufbar, rennt nicht weg, sondern sucht meine Nähe. Wir sind täglich drei bis vier Stunden unterwegs.

Es hat sich in der Zeit, in der Demon bei mir ist, eine gegenseitige Vertrauensbasis  aufgebaut. Ich empfinde Demon als tollen Hund und liebe ihn so, wie er ist. Er darf bei mir Hund sein. In meinen Augen ist er ein lieber und anhänglicher Kerl. Er fordert auch seine Streicheleinheiten ein und nimmt sie gerne an. Alles wird im Lauf der Zeit besser, es gibt viele Fortschritte, und von Vorteil ist, dass Demon sehr gerne spielt, was viele Situationen entspannt.“

Dem können wir nur noch hinzufügen, dass wir froh sind und danke sagen, dass es solche Menschen gibt, die Hund einfach so nehmen und lieben, wie er ist, Geduld haben, ihm – und sich selbst - Zeit geben; in einem Wort souverän sind, und das spürt Hund. Und wir sind sehr froh, dass gerade unser Sorgenkind so einen Menschen gefunden hat. Wir wünschen Ihnen noch viele Fortschritte und eine glückliche gemeinsame Zeit!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 



 

 Sky – der Grundstein für ihr neues Leben heißt Vertrauen

Sky

SkyWir freuen uns sehr, dass unser sanftmütiges „Schlappöhrchen“ endlich ein Zuhause gefunden hat, bei Menschen, die ihr einerseits ihre Ängste nehmen können und die andererseits ihr feines Wesen zu schätzen wissen.
Skys Verhalten nach dem Umzug bestätigt unsere Vermutung, dass sie ihr früheres Leben nicht auf der Sonnenseite führen durfte. Aber das ist Vergangenheit – jetzt schauen Sky und ihre Menschen nur noch nach vorne, und Sky genießt das Leben.
Sky zeigt, dass bei entsprechendem Einfühlungsvermögen der Menschen ein souveräner Zweithund auch für so einen ängstlichen Hund  nicht erforderlich ist. Wir wünschen Sky und ihrer Familie eine lange gemeinsame Zeit. Aber nun lassen wir das Frauchen berichten:

„Bei dem Besuch auf der Station wollten wir Sky erst einmal nur kennen lernen, haben uns aber dann spontan entschieden, sie gleich mitzunehmen.Sky

Die Beschreibung von Sky als „etwas ängstlich“ war vielleicht etwas untertrieben. Sky ist wirklich ein sehr ängstliches Hundemädchen, die viel Schlechtes erlebt haben muss. Zuhause angekommen, hat sie sich sehr verstört auf ihren Platz im Haus verkrochen, und wir hatten Zweifel, ob wir der Aufgabe gewachsen sind.

Die erste Woche hat sie sich nicht von ihrem Platz bewegt, sich nur verschüchtert das Geschirr anlegen lassen, wenn die Gassi-Zeiten waren. Manchmal hat sie regelrecht geschrien, wenn man sie angefasst hat, wohl aus Angst, geschlagen zu werden. Gefressen hat sie anfangs nur, wenn ich kurz weg war.

Sky erforscht den GartenSkys Lieblingsplatz im Garten

Dann hat sie meterweise vorsichtig das Haus erobert und sich schließlich in den Garten gewagt. Sie hat immer mehr Vertrauen gefasst und ihre verspielte, spaßige Seite gezeigt. Sehr gelehrig hat sie schnell die Grundkommandos gelernt. Mittlerweile ist der Garten ihr Lieblingsaufenthaltsplatz; sie hat dort ihre Bude, die sie vor Regen schützt, und bislang schläft sie nur im Haus, wenn es sehr stürmt.Sky

Fremden gegenüber ist sie immer noch sehr vorsichtig, und eine turbulente Umgebung ist nicht ihre Stärke. Aber mit etwas Geduld werden manche für sie im Moment noch stressige Situationen sicher entspannter. Es macht sehr viel Freude, zu sehen, wie sie sich immer mehr öffnet und wieder Freude am Leben hat.

sky

Die Beschreibung  von Sky als „eine besondere Hündin mit einem sehr feinen Wesen“ stimmt voll und ganz. Wir sind froh, dass das Wolfsmädchen jetzt zu unserer Familie gehört.

Familie G.“

sky

Liebe Familie G. wir danken Ihnen sehr herzlich, dass Sie diesem speziellen Sorgenfell eine Chance für ein neues Leben gegeben haben.

Das Team der NfP - FDS

 


Jacky – ein Glücksgriff für beide Seiten

Jacky

Nachdem wir Jacky als Jungspund schon einmal vermittelt hatten, brachte der Tod seines Herrchens die heile Hundewelt ins Wanken. Auf Dauer konnte die Witwe Jacky und seiner Gefährtin nicht mehr gerecht werden, so dass die Vierbeiner erneut in die Vermittlung kamen.Jacky mit Amor und Minus

Jacky zog in unsere Auffangstation ein und erwies sich dort als zuwendungsbedürftiger und friedliebender Bursche. Eigentlich hätten sich die Interessenten alle zehn Finger nach ihm lecken müssen, doch leider schreckten sein Alter von knapp 9 Jahren und eine Spondylose viele Huskyfans ab. Aber ganz so leicht lassen wir uns nicht entmutigen und als dann Familie H. auf den Plan trat, hörte sich das bereits am Telefon nach einem sehr guten Zuhause für den sanften Jacky an.

Mitte Januar bekam unser Schützling daraufhin Besuch und durfte sein potentielles neues Rudel kennenlernen: neben den beiden Menschen gibt’s da nämlich noch den Husky-Rüden Minus und den nichtnordischen Mix-Rüden Amor. Beim Gassigehen kamen sich die drei näher und beim folgenden Spiel im Gehege festigten sich die Bande schon ein wenig. Das war vielversprechend…Amor, Minus und Jacky

Der Hausbesuch bei Familie H. war Routine – wie erwartet gab es nichts auszusetzen und so durfte Jacky eine knappe Woche nach der ersten Begegnung in sein neues Revier ziehen. Da Alleinbleiben nicht unbedingt zu seinen Stärken gehört, ist es für ihn natürlich herrlich, dass die Hunde mit ins Büro dürfen und er so stets Kontakt zu seinen Zweibeinern halten darf.

Auch die Verbindung zum Verein wird von Anfang an gepflegt, wie die folgenden Mail-Auszüge bestätigen:

Minus und Jacky

„Jacky ist nach drei Stunden Fahrt gut in seinem neuen Zuhause angekommen. Nach einem Spaziergang und erstem Abendessen ist nun Ausruhen angesagt. Wir freuen uns sehr und sagen Danke. Wir werden weiter berichten.“

Auf die nächste Rückmeldung mussten wir nicht lange warten:

„Auch im Büro hat er sich schon ganz gut eingelebt. Er genießt die Mittagsspaziergänge und abends teilt er sich mit seinem Freund den Schlafplatz, obwohl er einen eigenen hätte.“

Und einige Tage später gingen die Berichte weiter:

„Nachdem wir Ihnen schon ein paar Bilder aus unserer ersten Woche mit Jacky geschickt haben, nun noch ein kleines Fazit.

Minus und Jacky beim SportJacky ist toll! Wir danken Satu Kemiläinen, dass sie uns Jacky bei unserem ersten Telefonat vorgestellt und ans Herz gelegt hatte. Wir haben das Gefühl, dass auch er sein neues Zuhause wirklich schnell sehr gut annimmt. Die anfängliche Unsicherheit in der neuen Umgebung hat er nun schon nach nur wenigen Tagen abgelegt und es macht den Anschein, als wäre alles für ihn gut. Das ist ja das Wichtigste. 

Für uns ist Jacky ein Gewinn! Wir waren heute beim Tierarzt. Die Schmerzmedikamente bzgl. seines Rückens haben wir umgestellt auf ein Präparat ohne Cortison. Sonst ist alles in Ordnung.Jacky und Minus

Wir sind sehr glücklich, danken Ihnen und möchten auch noch einmal unseren Respekt für die Arbeit kundtun, die Sie für die Tiere leisten.“

Da können wir das Kompliment nur zurückgeben, denn nicht viele Menschen entscheiden sich so vorbehaltlos für ein Tier mit Handicap. Das Gute ist allerdings, dass die Vierbeiner selbst sich nicht um Begriffe wie „Krankheit“ oder „Behinderung“ scheren, sie nehmen ihre Wehwehchen meistens gar nicht so ernst und genießen einfach das Leben.

„Jacky ist ein Glücksfall für uns. Er hat sich sehr gut eingelebt, hat u.a. schnell gelernt, wann und wo es Essen gibt. Das hat offensichtlich einen hohen Stellenwert für ihn. Er scheint immer Hunger zu haben. Die Futterumstellung hat er bestens angenommen. Inzwischen kommuniziert er auch deutlich: wenn er etwas kundtun möchte, macht er dies durch ein anhaltendes Heulen abwechselnd in hoher und tiefer Tonlage. Er ist dabei aber in keinem Fall aufdringlich. Für unsere Spaziergänge und Wanderungen haben wir ihm ein Laufgeschirr gekauft, das entlastet auch seinen Rücken gut.“

Bei so viel Hege und Pflege kann’s einem ja nur gut gehen…

Jacky tobt mit seinen Freunden im GartenSeliger Büroschlaf

„Jacky genießt im Garten die ersten warmen Sonnenstrahlen in diesem Jahr, oder tobt mit seinen Freunden.

Mit seinem neuen Laufgeschirr ist er mittlerweile auch voll in das Lauftraining eingestiegen und hat richtig Spaß. Er hat dieses Wochenende zwei 5-Kilometer-Geländeläufe bewältigt. Im Alltag merkt man ihm sein Alter und seine Rückenprobleme teilweise an, aber da nehmen wir natürlich gerne Rücksicht. Im Büro kann er sich ja dann auch wieder ausruhen und ausschlafen.“

Jacky schläft sich aus

Jacky hat ein Zuhause gefunden, in dem optimal auf seine Bedürfnisse eingegangen wird – so hatten wir es uns für ihn gewünscht. Wir sind Herrn und Frau H. zutiefst dankbar, dass sie sich seiner angenommen haben und freuen uns, dass der nette Jacky dieses sympathische Familien-Rudel vervollständigen darf.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt