Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im April 2020 ein neues Zuhause gefunden haben

Lesen Sie auch
Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

 
 
 
 
 

Enzo – der Spaßvogel aus der verrückten Meute

Enzo

Enzo kam anlässlich der notwendigen Reduzierung einer Hundegruppe im Dezember 2019 zu uns. EnzoEnzoDer am 11.01.2015 geborene Siberian Husky gehört zu den Hunden, die wohl nie ganz erwachsen werden, sich eher etwas grobmotorisch und tollpatschig bewegen, dabei aber sehr liebenswert sind. Er ist Menschen sehr zugeneigt, man könnte ihn auch als anhänglich bezeichnen. Artgenossen gegenüber zeigte er sich uns als äußerst aufgeschlossen, er verhielt sich extrem gutmütig, ja nahezu unbedarft. Kam irgendwo in der Hundegruppe eine Diskussion auf, konnte er so gar nicht verstehen, wo jetzt eigentlich ein Problem sein soll. Bei seiner Abholung strafte er uns dann mit seinen spontanen Ansprüchen an die neuen hündischen Partnerin Lügen! Aber nun von vorn. Seine Familie hat uns einen langen Bericht mit vielen tollen Fotos geschickt, den wir – etwas zusammengefasst hier wiedergeben:

Enzo

Nach 5 ½ Jahren ohne zweiten Nordischen waren sie wieder soweit, zu ihrer etwas betagten Husky-Dame einen Rüden zu gesellen. Sie beschlossen, diesmal sollte ein Nordischer aus dem Tierschutz eine Chance bekommen, und kamen auf die Schwäbische Alb, um mal zu schauen.

EnzoEnzo‚...Da wir nicht wussten, was wir wollten, eigentlich war gar keine Auswahl da, wurde ein stattlicher 5-jähriger Kerl mit umwerfendem Charakter auf uns losgelassen. Ein Schmatz quer übers Gesicht, Anstand sieht anders aus. Noch dazu bei Unbekannten. Es wurde alles gerichtet für einen ersten Spaziergang mit Enzo, unter Aufsicht von Satu, und in Begleitung von Nukka, die nichts gegen den Burschen einzuwenden hatte...

Enzo wäre der Erstbeste gewesen, aber waren da nicht noch ein paar andere? Oder kommen noch welche nach? Aber wir wären ja blöd gewesen, wenn wir uns nicht für diesen herzlichen unkomplizierten Kumpel entschieden hätten. Exakt 14 Tage nach dem Kennenlernen haben wir ihn abgeholt. Allerdings gab es beim Einsteigen ins Auto noch etwas Trouble. Enzo dachte, das sei jetzt seins. Alleinig. Nukka hätte nichts zu melden...

Enzo ist von Anfang an völlig entspannt. Zuerst begleitet er uns auf Schritt und Tritt, man muss sich ja orientieren, dann erkennt er die Systematik der Abläufe und alles ist klar, ok, hier ist Verlass...

Dicke Freunde werden Nukka und Enzo wohl nicht werden. Nukka hat von uns das Hausrecht, sie meidet aber zu große Nähe zu Enzo. Enzo zollt ihr Respekt. Gefressen wird getrennt. Gemeinsame Spaziergänge, dabei auch die Nasen dicht an dicht, geht immer.

Enzo

Wir sind sehr glücklich, dass Enzo bei uns ist. Er ist ein selbstbewusster Hund, der eine klare Linie braucht und eine große Anhänglichkeit mit einer feinen Kommunikation zeigt. Mißverständlichkeiten legt er zu seinem Vorteil aus. Was wir noch nicht herausgefunden haben, vielleicht werden wir es auch nie herausfinden, ist, wann und warum ab und an seine Synapsen klappern. Als ob er einen Schalter umlegt. Und meistens ist es dann zum Totlachen. Oder ein stürmischer Hund wird von einer Sekunde zur anderen ein wohlerzogener, oder umgekehrt, oder er macht das, was er gelernt hat. Clown Enzo kann wonnig wohlig ausgestreckt am Boden liegen und in der nächsten Sekunde zu einem verrückten Spiel auffordern.

„Nie ohne Aufsicht“. Vom Türöffnen hatten wir es schon, sehr geschickt. So lange wir Chefs die Ressourcen selbst kontrollieren, ist Enzo diszipliniert. Nicht so bei Mülleimern, die unauffällig in der Ecke stehen oder Leckereien, die unbeaufsichtigt rumliegen, da kann schon mal Geschirr kaputt gehen. Auch ein übrig gebliebener Weihnachtsmann musste dran glauben. Der Platz von Nukka auf dem Sofa ist selbstverständlich tabu. Immer. Aber der rote Sessel - da müssen wir noch mal was klarstellen.

Unsere Hunde hatten wir bisher immer von klein auf und wir sind mit Ihnen zusammengewachsen. Nun kommt ein erwachsener Hund, der schon ein Verhaltensrepertoire mitbringt, das wir erst erkunden. Jeder Tag ist neu und schön und das gegenseitige Vertrauen wird immer größer und die Späße immer entspannter, man merkt ja langsam wie der andere getaktet ist.

Enzo

Wir hoffen nun, dass die Ausgangssperre bald zu Ende ist und wir unseren Radius erweitern können ...

E.S. + D.T.‘

Liebe Frau S., lieber Herr T.,

wir freuen uns sehr, wie es zwischen Ihnen vier läuft. Vielen Dank für Ihren offenen und gelassenen Umgang mit Enzo. Jetzt wünschen wir Ihnen baldige Erleichterung bezüglich der derzeitigen Ausgangssperre, damit Sie mit Ihren zwei Fellnasen zusammen noch lange die Natur genießen können.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Alice – startet ins Wunderland

Alice im Wunderland

Alice lebte lange Jahre nach ihrer Geburt am 27.08.2007 mit ihrem Hundekumpel im Gehege und ist mit ihm im Gespann gelaufen, geführt von ihrem bisherigen Herrchen. Beide mussten nun zwei herbe Verluste erleben. Der Rüde ist verstorben und die Gesundheit des Herrchens eingeschränkt. Alice durfte daraufhin auch ins Haus, aber ihr Partner auf vier Pfoten und die sportliche Betätigung fehlten ihr doch sehr. Das Herrchen entschloss sich, ihr die Chance auf einen artgerechten dritten Lebensabschnitt zu ermöglichen und brachte sie Ende Januar 2020 zu uns auf die Station.AliceAlice

Die eher kleine und zierliche Hündin ist für ihr Alter unglaublich fit, Menschen gegenüber aufgeschlossen und kommt mit Artgenossen gut klar. Kein Wunder, dass sie sich in die Herzen einer Familie schlich, die uns regelmäßig besuchte und bei unserer Arbeit unterstützte.

Liebe Nothilfe,

wie froh sind wir doch, dass wir „unsere“ Alice noch Anfang März zu uns holen konnten! Inzwischen hat sie sich schon gut bei uns eingelebt und scheint die Ruhe und die festen Abläufe sehr zu genießen. Wer denkt, dass ein Hund im besten Alter (12,5 Jahre) sich nicht mehr an Neues gewöhnen kann, dem beweist Alice jeden Tag das Gegenteil. Zuerst wurde nur widerwillig ins Auto eingestiegen und während der Fahrt dauernd gemeckert, heute steigt sie freudig ein und legt sich hin, schließlich geht es ja zum Spaziergang. Und das ist für sie der größte Spaß! Mittlerweile schnuppert sie dabei auch ausgiebig und erkundet ihre Umgebung, statt nur wie an einer Schnur geradeaus zu laufen.

Neben der Ausdauer steigert sich zum Glück auch langsam wieder der Appetit, da müssen aber noch einige Kilos wieder drauf. Gar nicht so einfach, wenn man mit einer leichten Anämie, Spondylose und aktuell auch noch mit Scheinträchtigkeit zu kämpfen hat. Aber das bekommen wir schon hin.

Zu Hause ist der kleine Garten ihr Reich geworden. Hier gibt es ausgiebige Nickerchen auf dem Rasen oder in ihrer Hütte, in die sie sich auch zurückzieht, wenn die anderen drei ihr zu viel durch die Gegend toben. Nebenbei muss man sich immer auch eine große Portion Gekraule bei Chef und Chefin abholen.

Alice in Gesellschaft

Alice Vorbesitzer haben sie abgegeben, damit sie einen schönen und passenden letzten Lebensabschnitt verbringen kann. Wir bemühen uns, diesem liebevollen Wunsch gerecht zu werden. Unserer „Omi“ macht uns dabei wahnsinnig viel Freude und wir glauben, dass es ihr bei uns auch ganz gut gefällt. Danke an euch, dass ihr uns diese tolle, sanftmütige Hündin überlassen habt. Hoffentlich können wir sie bald mal wieder auf der Station vorstellen!

Bis dahin herzliche Grüße und alles Gute von
M., S., Shadow, River, Rakete und Alice

Und wie froh wir erst sind, dass Alice noch vor den Kontakteinschränkungen den Sprung in Euer Leben geschafft hat! Vielen Dank, dass Ihr wieder einer älteren Dame die Chance gegeben habt. Wir freuen uns darauf, Euch alle hoffentlich bald wieder sehen zu dürfen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt


Lucy – lernt Land und Leute kennen und lieben

Lucy

LucyLucyDie am 10. März 2013 geborene Husky-Dame wurde Ende Januar 2020 wegen Zeitmangel und einem notwendigen Umzug zu uns auf die Station gebracht.

Die zierliche Lucy zeigte sich sowohl Menschen, als auch Artgenossen gegenüber als schüchtern und zurückhaltend, aber freundlich und angenehm. Fressen, aufgrund ihrer schlechten Zähne und das Alleinbleiben waren nicht Lucys Ding.

Ziemlich schnell war uns klar, dass Lucy ein ruhiges Zuhause braucht mit feinfühligen Menschen, die ihr die Zeit geben können, die sie braucht, um mit neuen Situationen klar zu kommen. Oft ist das Sensibelchen doch überfordert und zieht sich heulend in ihr Körbchen zurück.

Lucy

Doch schnell fand sich eine Familie, die Lucys Blick nicht widerstehen konnte. Abwechselnd besuchten die Familienmitglieder Lucy, bei Spaziergängen und Schmuseeinheiten verliebten sich alle ineinander. Ende Februar nach der notwendigen Zahn-OP zog Lucy dann ein paar Kilometer weiter Richtung Bodensee in ihr neues Zuhause. Bei häufigen Besuchen auf der Station bekommen wir vielversprechende Rückmeldungen.

Lucy ist auch in der Familie ein ruhiger, zurückhaltender Hund. Sie liebt ihr warmes Plätzchen in der Stube, das nicht mal bei Eintreffen des Postboten verlassen wird! Landleben ist für Lucy völliges Neuland und so kann sie stundenlang die Tiere in der Nachbarschaft bestaunen, selbst wenn man dafür ins Wasser gehen muss.

Lucy

Um dem Husky typischen Bewegungsdrang gerecht zu werden, übt die Familie grade mit Lucy das Laufen neben dem Longboard und Fahrrad.

Wir freuen uns sehr, dass Lucy sich so schnell eingelebt hat und wünschen Lucy und ihrer Familie weiterhin viel schöne gemeinsame Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt


Max – genießt jetzt das Familienleben

AbschiedsgassiGassi zuhauseMax erblickte am 03.05.2015 das Licht der Welt und lebte seit Welpen-Tagen bei seiner Familie. Leider war der Siberian Husky dort weder voll integriert, noch hatte Max ausreichend Kontakt zu Artgenossen. Auf der Suche nach Abwechslung und Erlebnis ging er zuletzt wohl des Öfteren eigene Wege, woraufhin seine Abgabe im August 2019 folgte. Auf der Station lernte er schon mal soziales Verhalten gegenüber seinesgleichen und dass es Menschen gibt, die Mitarbeit zur Interaktion einfordern.

Max geht nämlich super gerne spazieren, ist unternehmungslustig und neugierig und zeigte uns schnell Lernbereitschaft.

Es dauerte ein bisschen, bis sich Interessenten für Max meldeten, aber dafür kamen genau die richtigen!

Nach einer Abschiedsrunde über den Hasleberg durfte er Anfang Februar 2020 mit seiner neuen Familie die Heimreise antreten.

Das Herrchen hat uns einen langen Brief geschrieben und wunderschöne Fotos dazu geschickt.

Max zuhause

Max hat es im Auto schon gleich so gut gefallen, dass er die ganze lange Fahrt über relaxed verschlafen hat. Ausgeschlafen zuhause angekommen hat er wohl erst mal sein komplettes neues Heim samt Gegend erkundet. Er fand alles gut und nach seinem Geschmack inklusive sein Hundebett. Da hat er sich dann gleich reingelegt und Futter bestellt.MaxMax

Nach kürzester Zeit fühlte es sich für alle an, als wäre Max schon immer da.

Die Nähe seines Herrchens ist ganz wichtig für Max. Dreimal täglich geht’s draußen zusammen an die frische Luft. Begegnungen mit anderen Hunden klappen dabei super. Dazwischen wird relaxed oder das Treiben draußen beobachtet. Ist das ein Leben? Wir hätten es uns für Max nicht schöner erträumen können.

Wir wünschen Ihnen, dass das schöne gemeinsame Leben noch viele Jahre lang andauert und bedanken uns dafür, dass Sie Max nicht mehr hergeben wollen!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde