Post von schon lange glücklich vermittelten Hunden

Sie sind nicht unbedingt der Schreiber von Mehrzeilern fürs Journal für Nordische Hunde? Würden aber dennoch gerne mal ein paar Worte über den an Sie vermittelten Hund verlieren und ein, zwei Fotos seiner Entwicklung zeigen? Oder Sie haben DEN Schnappschuss gemacht?
Hier haben Sie Platz dafür! Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen an gluecksfell@polarhunde-nothilfe.com

 

 

Paula (ehem. Pêche) „zaubert jedem ein Lächeln auf das Gesicht“

Paula

PaulaSo schreiben Paulas Menschen. Dabei hat aber, dem Bericht zufolge, Paula nicht minder allen Grund, selbst zu lächeln. In ihrem vorigen Leben isoliert, nur draußen und ohne Bewegung genießt Paula nun viele Unternehmungen mit ihrem „Rudel“, Spaziergänge, z. T. sogar Freilauf, Fahrradtouren (selbst laufend oder im Anhänger sich ziehen lassend) und sogar Urlaub am Meer. Wir freuen uns riesig für die erst zweijährige Hündin, dass sie nun ein ausgefülltes und behütetes Leben hat.

„Nachdem Paula jetzt etwas mehr als ein halbes Jahr bei uns ist, möchte ich nochmal einen kleinen Bericht erstatten … Unser Mädchen hätte sich nicht besser entwickeln können. Sie ist so unendlich lieb im Umgang und hat keinerlei Aggressionen gegen irgendjemanden oder irgendetwas. Sie hat weder im Haus noch draußen bis jetzt etwas zerstört oder gebissen. Lediglich ihre Leidenschaft, Katzen oder Kleintiere zu jagen, hat sie noch nicht abgelegt. Ich hoffe, das bekommen wir noch besser hin. Sie hatte aber bis jetzt noch keinen Erfolg, dafür ist sie dann doch zu langsam. Wir passen bestens auf, dass das so bleibt, das mit dem Erfolg … Schneller wird sie gerade zur Zeit von ganz alleine: Raureif und Schnee findet sie naturgemäß super.

                                                       Paula

Alle Nachbarn und Besucher sind begeistert von unserem lieben Mädel. Streicheleinheiten sind somit immer wieder gesichert. Sie zaubert mit ihren Clown-Einlagen und Späßchen jedem ein Lächeln ins Gesicht. Auch, dass sie (immer noch) nicht bellt, sorgt in der Nachbarschaft für große Sympathie. So gibt es mit anderen Hunden in der Nachbarschaft wenigstens kein Konzert… Paula

Sie ist verspielt und so sehr verschmust. Inzwischen hat sie ihren Schlafplatz in unserem Schlafzimmer in ihrem Bett vorm Fenster. Dieses Bett liebt sie über alles und springt abends immer als erstes zum Schlafengehen hinein. Auch tagsüber, wenn es ihr in den inzwischen geheizten Räumen zu warm wird, macht sie hier ihre Nickerchen.

Paula auf Wanderung

Ihre erste Bewährungsprobe bestand sie mit Bravour Mitte August. Leider musste Frauchen ganz kurzfristig eine Woche ins Krankenhaus. Unsere Nachbarn und Freunde mit Hundefreundin Mona holten sie mittags zu einer Wanderrunde immer ab, den Rest der Zeit blieb sie anstandslos alleine über drei bis vier Stunden, bis der „Rudelführer“ nach Hause kam . Das gibt auch für die Zukunft ein gutes Gefühl, wenn mal wieder irgendetwas in dieser Art vorkommen sollte. Urlaub in Holland

Wir waren dann Anfang September mit ihr vierzehn Tage im Urlaub in Holland. Da wir immer mit dem Wohnmobil reisen, war alles von Anfang an sehr entspannt. Sie hat auch hier ihren Schlafplatz unter dem Tisch angenommen und beibehalten, solange wir unterwegs waren. Holland, genauer die Provinz Zeeland, hat uns sehr gut gefallen. Hier ist alles sehr entspannt, was mit Hunden zu tun hat. Sie dürfen morgens bis 10 Uhr und abends ab 19 Uhr ohne Leine an die Strände, und das haben wir sehr genossen. Paula fühlte sich pudelwohl, spielte immer wieder mit anderen Hunden im Freilauf und genoss die Zeit mit Herrchen und Frauchen intensiv. Eine Erkenntnis kam ihr sehr schnell: Sand gräbt sich zwar wie Butter, leider wohnt aber niemand darin … Buddeln machte dennoch Spaß. Paula

Fahrradausflüge wurden viel unternommen, zum Teil in ihrem Anhänger-Taxi. Dies gefiel ihr so gut, dass sie morgens schon während des Frühstücks einstieg und wartete, bis es losging. Das sorgte auf dem Campingplatz schon für manches Gelächter (ja ja, Huskies laufen und laufen und laufen …). Auch viele Strandrestaurants wurden besucht (zum Teil aufgrund starker Regenfälle und Sturm) und alle von ihr für gut befunden. Auch hier gab es keinerlei Probleme, weder mit anderen Hunden noch mit Menschen oder Ähnlichem. Man merkte meist gar nicht, dass unter unserem Tisch ein Hund lag.

Insgesamt genießen wir die Zeit mit ihr zusammen sehr, gehen viel Laufen und Spielen hinter dem Haus. Auch das Laufen am Fahrrad macht ihr großen Spaß, und wir nutzten den wunderschönen Herbst für diverse Ausfahrten bei uns in der unmittelbaren Umgebung. Wir haben das Glück, dass direkt hinter unserem Haus die große Freiheit beginnt. Wir können sofort starten, ohne durch einen Ort oder über eine Straße zu müssen. Paula darf auch ohne Leine über die großen Wiesen laufen, was ihr sichtlich gefällt … Kreise laufen, Purzelbäume schlagen (ja wirklich!!), Bocksprünge machen und einiges mehr gehört dann zum Programm. Paula

Gesundheitlich gibt es keinerlei Probleme. Die Hüften wurden nochmals geröntgt, und es gibt überhaupt keinen Grund zur Beanstandung. Hoffen wir, dass dies noch lange so bleibt und wir uns noch recht lang an unserem Kleinrudel erfreuen können.

Wir danken dem Team der Nothilfe einmal mehr für seine Arbeit, die es mit diesen Hunden leistet. Ohne Euch wäre unsere Paula sicher nicht das, was sie heute ist. Vielen lieben Dank nochmals und viel Erfolg bei Eurer weiteren Arbeit auf der Station und den Vermittlungen.

Paula

Viele liebe Grüße und bis bald sendet Paula mit Rudelfamilie K. aus W. 16.11.2017“

Wir bedanken uns herzlich für dieses Kompliment und für das tolle Zuhause, das Paula bei Ihnen bekommen hat!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudendstadt


Lucky Teddy – juhu, er hat uns noch nicht vergessen!

Teddy

Unser ehemaliges Sorgenfell Lucky ist erst seit ein paar Wochen ein glücklicher Teddy. Aber er hat sich schon richtig gut eingelebt und merkt immer mehr, dass er sein Vertrauen den richtigen Menschen geschenkt hat.Teddy

„Hallo ihr Lieben,

am Wochenende habe ich mal Zeit für eine Nachricht an euch. Mir geht's nach wie vor prima. Anbei Bilder vom goldenen Herbst im Pfälzer Wald.

Teddy

Liebe Grüße
euer Teddy“

Danke, lieber Teddy, dass Du uns noch nicht vergessen hast. Aber eineinhalb gemeinsame Jahre sind schließlich eine lange Zeit! Lass es Dir weiter gut gehen – Du hast es so verdient!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 

Jacky – der „süße, alte Prachtkerl“ ist nicht mehr wegzudenken aus seinem Rudel

Jacky, der über uns als Jungspund vermittelt worden war, kam mit neun Jahren zu uns zurück, weil sein Herrchen verstorben war und Frauchen ihn und seine Gefährtin alleine nicht versorgen konnte. Ein tolles unkompliziertes menschenbezogenes und verträgliches Kerlchen, allerdings mit neun Jahren und Spondylosen nicht gerade leicht zu vermitteln. Aber im Januar 2017 meldete sich ein Zwei-Zweibeiner-zwei-Vierbeiner-Rudel und suchte einen Fünften im Bunde. Zwischen allen passte es, und so durfte Jacky bei I., D., Husky-Kumpel Minus und dem nicht-nordischen Mix Amor einziehen. Jetzt hat sich Jacky mit einem Bericht und Fotos gemeldet:

„Hallo liebes NfP Team,

es ist wohl einmal wieder Zeit, dass ich mich melde und berichte, was bei mir in den letzten Monaten so passiert ist. Ich bin inzwischen ein festes Mitglied in meiner neuen Familie geworden und habe Zutrauen auch zu meinen Menschen gefunden. Mit meinen „Hundekumpels“ war das einfacher, man versteht sich, aber ich habe schnell gelernt, dass auch die Menschen o. k. sind. Ich darf nun auch mit in die Hundeschule und lerne in der Team-Test-Gruppe, dass die Arbeit mit meinem Menschen echt Spaß machen kann. Na ja, das ein oder andere verstehe ich zwar noch nicht, aber wenn die Menschen es unbedingt wollen und ich dafür ein Leckerli bekomme, mache ich es halt. Mehr Spaß machen mir da die Geländeläufe, auf meine Spondylose nehmen meine Menschen da brav Rücksicht.

Auf dem Gipfel

Vor kurzem waren wir im Urlaub, im „Hundeparadies Eifel“. Das war toll. Da waren wir jeden Tag gemeinsam unterwegs. Wir haben (kleine) Berge bestiegen, Höhlen erkundet, die schon von euren Menschen-Vorfahren bewohnt wurden, und nach getaner Arbeit haben wir natürlich auch im Garten „gechillt“. Und auf der großen Hundewiese haben wir die anderen Besucher des „Hundeparadieses Eifel“ kennengelernt, konnten mit denen spielen, und ich habe Äpfel stibitzt, die dort von den Bäumen gefallen sind.

Jacky

Nun sind wir wieder zurück, und die Menschen müssen arbeiten. Da legen wir halt mal gerne einen Büroschlaf ein.

Büroschlaf

Ihr seht, mir geht es richtig gut. Meine Menschen müssen jetzt nur noch der Frage des Diabetes Insipidus nachgehen, damit ich nicht ständig „raus muss“. Dann ist auch hier für mich das Paradies. Danke für Eure Vermittlung hierher.

Jacky

Liebe Grüße, Euer Jacky

… und wir Menschen sagen auch noch mal danke. Mit Jacky habt Ihr uns wirklich einen süßen, alten Prachtkerl geschenkt!

Ebenso liebe Grüße von I. und D.“

Wir freuen uns riesig über diesen Bericht und vor allem darüber, dass es Jacky und seinem Rudel so gut geht. Und wir drücken ganz fest die Daumen, dass der Diabetes bald in Griff bekommen wird!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Arkani (ehemals Sinja) – mit vier Beinen mitten im Leben

Sinja, früher Arkani

Im April war Sinja als Chefin eines 9-er-Rudels zu uns gekommen. Allerdings war ihr Aufenthalt in unserer Station nur eine kurze Stippvisite.Sinja Ein junges Paar war auf der Suche nach einem sportlichen vierbeinigen Begleiter – da kam Sinja gerade recht. Die Chemie stimmte auch, und so durfte Sinja als Arkani ihr neues Leben beginnen, ein Leben voller Aktivitäten und inklusive vollem Familienanschluss.Sinja

„Arkani, damals noch Sinja, ist seit so ziemlich genau 2,5 Jahren bei mir. Wir haben in der Zeit schon viel erlebt! Von Urlaub an der Nordsee, im Allgäu und Schwarzwald bis hin zur alltäglichen Begleitung. Arkani ist sehr souverän in so ziemlich allen Situationen. Ob sie mit auf Arbeit im Büro liegt, bei Freunden, Familie, im Restaurant - sie kann überall mit und ist es auch, da sie sich so einwandfrei verhält.

Sinja

Wir haben auch schon mehr Tierarztbesuche hinter uns, als uns lieb war - mal wegen einem nicht gut vertragenen Knochen, mal wegen einer eventuellen Futtermittelunverträglichkeit. Auch wegen ihrer Inkontinenz, die sie leider von der Kastration davongetragen hat, haben wir mal nachgehakt, aber es ist bei weitem noch nicht so schlimm, als dass man die junge Dame mit Medikamenten vollpumpt.Sinja

Insgesamt hat Arkani eine Weile gebraucht, bis sie wirklich sie selbst war, wenn man das so nennen mag. Sie heult inzwischen, wenn man heimkommt, wenn man Gassi geht, wenn Freunde kommen – egal, ob Mensch oder Hund –, wenn’s etwas Leckeres zu essen gibt. Kurz um: wann immer sie sich freut. Das typische Brummen kam bei ihr auch nach einigen Wochen - jedes Kommando, das ihr nicht so recht war, wurde mit einem Brummen quittiert. Da heißt es: den dickeren Sturkopf zu bewahren.

Die Leinenführigkeit ist sehr viel besser geworden im Vergleich zum Anfang, auch das sture Einfach-nur-Loslaufen hatte sie nach kurzer Zeit abgelegt und fing auch mal an, die Umwelt wahrzunehmen und die Nase zu nutzen.Sinja

Wir fahren auch gerne mit dem Rad und Zuggeschirr, allerdings hat sie da ein wenig Narrenfreiheit und darf auch mal anhalten zum Schnuppern. Wenn man es weiß, achtet man drauf, und es ist somit kein Problem. Außerdem darf sie auch im Tempo ihrer Wahl laufen. Sprinten, traben, alles kein Problem.

Und Arkani ist unverschämt geworden: Wo sie anfangs wie eine grazile Elfe und immer alles vorsichtig und bedacht gemacht hat, rennt sie heute im Spiel voll in einen rein, „beißt“ in den Arm und drängelt sich auf Treppen an einem vorbei.

Arkani ist ein Traumhund für mich, ich habe noch immer großen Respekt vor der Menschenkenntnis der Mitarbeiter, die uns zusammengebracht haben. Sie hatten so Recht.

Sinja

Liebe Grüße
Arkani und J. „

Wir freuen uns immer, wenn wir wieder einmal ein „Lebenszeichen“ von unseren ehemaligen Schützlingen bekommen - danke, liebe Arkani, liebe J., für den tollen Bericht von Eurem gemeinsamen Leben; wir wünschen weiterhin viel Freude miteinander!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V.


Loona – die Welt ist voller Abenteuer

Loona

Im Juni kam Loona wegen Todesfalls in ihrer vorigen Familie zu uns in die Vermittlung. Wer hätte „damals“ gedacht, dass die freundliche, aber doch reservierte Hündin ein viertel Jahr später entspannt auf einem Gondelsitz Platz nimmt und sich die Berge anschaut? Wir sehen, auch mit sechs Jahren kann Hund über seinen Schatten springen – mit den richtigen Menschen an seiner Seite!

Loona„Hallo liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

an einem der ersten kühleren Tage hat sich Loona auf ihrem Sofa in die Ecke gerollt, nach dem Motto "lasst mir meine Ruhe, wann wird es endlich Winter".

In unserem ersten Urlaub mit Loona in den Bergen ging es mit ihr gleich ins Hochgebirge der Dolomiten. Die erste große Anforderung war Gondelfahren in einer Vier-Mann-Kabine, wobei das Ein- und später Aussteigen überhaupt kein Problem war. Erst saß Loona auf dem Boden, aber nach wenigen Metern Fahrt war sie auf dem Sitz, um ganz interessiert rauszuschauen. An der Bergstation angekommen und die ersten paar Meter gelaufen, die nächste Überraschung: Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde, alle freilaufend und soooo viele neue Gerüche.

Loona

Man weiß gar nicht, in welche Richtung man zuerst laufen soll. Ein, zwei Kilometer weiter dann die Erholungspause mit einem wunderschönen Ausblick, nicht die Berge, sondern die Pferde auf der Almwiese waren begeisternd, wie man sehen kann. Loona

Nach dem Urlaub war ja die OP angesagt, welche Loona ganz toll weggesteckt hat, die Tierärztin ist noch immer ihre Freundin. Um die Naht ein wenig zu schützen, hat Loona eine selbstgefertigte Hose bekommen, und weil man daher nicht am Bauchschnitt schlecken kann, ist halt Kuscheln angesagt. Im Augenblick hat Loona eine leichte allergische Reaktion auf die sich selbst auflösenden OP-Fäden. Die Narbe nässt ein wenig, und so müssen wir alle drei, vier Tage nochmal zur Tierärztin. Kann man ja mal machen, dafür gibt es ja von Frau Doktor auch Kekse.

Liebe Grüße aus München

Iris B. und Loona“

Wir wünschen schnell „gute Besserung“ – vielleicht bietet der goldene Herbst ja noch mehr Gelegenheiten zu Abenteuern. Alles Gute, liebe Iris B. und liebe Loona.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Easy hat sich wieder gemeldet! Lange überfällig, lange vermisst…

Easy – welchem Besucher unserer Website wäre dieser Name nicht bekannt? Easy - das Stehaufmännchen - pardon die Stehaufmalamutin. Ihr Kampf um ihr heutiges Leben Mythos und Vorbild. Die inzwischen zwölfjährige Easy kämpft wie eine Malamutin darum, dieses Leben so lange wie möglich auskosten zu können, nachdem man in ihrer vorigen Familie nicht viel Zeit für sie übrig hatte. Das Leben, die Zeit, die sie ihrer Krankheit abtrotzt, einem aggressiven Krebs, der ihr keine Schmerzen bereitet, der jedoch viel zu spät und erst nach Easys Einzug bei uns behandelt wurde. Easy kämpft – nicht verbissen, sondern sie ist Lebensfreude pur. Und sie hat zwei Mitkämpfer an ihrer Seite – zusammen sind sie, so schreibt Easy, „die drei Musketiere“. Die drei haben dem Krebs Einhalt geboten und nehmen jeden gemeinsamen Tag als Geschenk, inzwischen sage und schreibe 660 Tage!

Liebe Easy-Fans,

immer wieder haben wir uns hingesetzt und begonnen, ein paar Zeilen zu schreiben. Und immer wieder haben wir uns unterbrechen lassen und unternahmen etwas anderes, als unsere Zeilen zu beenden. Unverzeihlich! Aber nun gibt es kein Pardon.

Es sind viele Wochen vergangen, seit wir Euch das letzte Mal von Easy berichtet haben. Die Magendrehung war ein Erlebnis, welches heute noch in unseren Knochen steckt und wir niemanden wünschen, zu erleben resp. mitzuerleben. Easy hat es mehr oder weniger locker weggesteckt. Heute erinnert nichts mehr an die ersten Tage im Mai. In der Genesungsphase waren die Fressenszeiten für beide Seiten eine wahre Geduldsprobe. Mit der Zeit entdeckte Easy ihre Liebe zu Brot neu, und wenn es auch nicht gesund ist, war es für uns in diesem Augenblick ein Segen, denn von diesem Moment an ging es aufwärts.

Wir haben aber auch viel aus dieser Zeit für uns selbst mitgenommen. Bis heute haben wir kaum jemanden gesehen, der so kämpft. Easy musste bis heute viele gesundheitliche Tiefschläge ertragen und hat dabei die Lebensfreude fast nie verloren. Sie kämpft und strahlt Freude aus. Sie verteidigt ihre Liebsten und teilt diese mit keinem weiteren Vierbeiner. Sie weist andere in ihre Schranken und nimmt sich selbst ihre Freiheiten. Sie albert mit uns herum und hat die größte Freude, wenn sie uns veräppelt hat. Sie kommuniziert mit ihrer Gestik oder ihren Stimmbändern. Doch lassen wir Easy selbst zu Wort kommen.

EasyHallo Ihr Lieben,

nun gibt es kein Entrinnen. Herrchen und Frauchen beharren darauf, dass ich nun endlich mit meinen Pfoten in die Tasten haue. Manchmal frage ich mich, wer mehr Sturheit besitzt, meine geliebten Zweibeiner oder mein Malamuteköpfchen. Aber eigentlich haben die beiden ja Recht. Viel Zeit ist vergangen, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe und in der Zwischenzeit durfte ich viel erleben.

Die Zeit nach der Magendrehung war zuerst nicht schön, obwohl immer jemand bei mir war. Die ersten Tage wurde ich keine Minute aus den Augen gelassen. Jemand von beiden war immer um mich und dies Tag und Nacht. So konnte ich mich auf mich konzentrieren, denn meine Aufgabe haben die beiden für mich erledigt (so gut es ging). Als ich dann begriff, dass das Fressen mit dem angenähten Magen sich nun anders anfühlt und eigentlich gar nicht schmerzt, wurden meine Lebensgeister auch wieder geweckt.

EasyNoch mit den Fäden im Bauch reisten wir kurzerhand in die Berge ins Ferienhaus. Es tat so gut, die herbe Bergluft einzuatmen, den Duft der Kräuter und des Wildes zu riechen und die Gräser der Alp unter den Pfoten zu spüren. Immer wieder sind wir nach draußen gegangen, zuerst nur kurz ums Haus, dann wurden die Runden jeden Tag ein wenig größer. Zwischen den Runden gab es etwas Weiches zwischen die Zähne (ich durfte jeweils auswählen, was ich wollte) und natürlich eine Portion erholsamen Schlaf. Bald wurde ich dann die lästigen Fäden am Bauch los. Nur noch meine kahlen Stellen erinnerten an das Vergangene. Wir dachten schon, nun ist alles überstanden, aber die doofe Magendrehung hat meinen Hormonhaushalt so durcheinander gewirbelt, dass ein Hormon-Stupser unausweichlich war. Aber es hat sich nun alles wieder zum Guten gewendet, und heute heulen resp. lachen wir über die langgezogenen Nervenstränge.

Easy

Die erste Zeit im Gehege zeigte ich mich von meiner zickigsten Seite, aber dies hat sich zwischenzeitlich auch wieder gelegt. Solange die Meute mich in Ruhe lässt, lasse ich die Meute links liegen.Easy

Jede Möglichkeit nutzen wir, in den Bergen zu verbringen. Dabei unternehmen wir so manches, und ich habe meinen Spaß dabei.

Am Morgen kann ich es jeweils kaum erwarten, bis es losgeht. Immer wieder lassen sie sich was Neues einfallen. Ich liebe es, wenn mich meine beiden Zweibeiner über eine Distanz von 50 bis 100 Meter zwischen ihnen frei hin und her spurten lassen. Dies ist so toll, dass ich ab und zu noch einen kleinen Abstecher mit Spurtrunden um Frauchen mache.Easy

Ebenfalls liebe ich es, im seichten Wasser unter einer Brücke durch zu waten, während die beiden auf dem Trockenen stehen. Was sind die wasserscheu!

Ein absolutes Highlight ist Picknicken aus dem Rucksack. Was die alles so hervorzaubern. Und wisst ihr was? Auch für mich hat’s immer was Feines dabei.

Ende Juli brach zu Hause eine enorme Geschäftigkeit aus, und ich verstand meine Zweibeiner nicht. Koffer wurden gepackt, mein geliebtes Futter wurde gerichtet und verpackt. Was soll all die Bagage für die Fahrt in die Berge?

 

Easy

Doch ich irrte mich gewaltig. Die Fahrt dauerte viel, viel länger. Wohin wir wohl fahren? Am Nachmittag erreichten wir dann unser Ziel im Bayerischen Wald. Oh toll – Ferien mal ganz anders!
Jeden Tag ein neues Gebiet erkunden. Die vielen herrlichen Düfte, die neuen Wege und immer meine Liebsten um mich.

Da ich ja gerne aus dem Rucksack esse, haben wir oft am Mittag irgendwo einen Halt gemacht und was gegessen und uns danach ausgeruht, um gestärkt den Nachmittag in Angriff zu nehmen.
EasyImmer wieder schauten meine Zweibeiner auf mich und achteten darauf, dass es mir nicht zu viel wurde. Jeden dritten Tag gab es einen Ruhetag und so kam auch in den Ferien mein Schönheitsschlaf nicht zu kurz.

EasyNatürlich zeigte ich mich während dieser Zeit nur von meiner besten Seite. Ich wurde aber auch wirklich verwöhnt. An einem Gewitterabend verbrachte Frauchen den ganzen Abend am Küchentisch, um in meiner Nähe zu sein, damit ich nicht durchknalle (alles, was blitzt und donnert, macht mich mehr als nur nervös). Wir hatten eine geniale Ferienwohnung. Die ganze Etage mit einem großen Garten nur für uns! Da das Gelände umzäunt war, konnte ich rein und raus, wie ich wollte. Doch meistens erholte ich mich von den vielen neuen Eindrücken an meinem von mir ausgewählten Plätzchen in der Küche.Easy

Leider gehen Ferien immer viel zu schnell vorbei! Nun weiß ich, was dieser Satz bedeutet. Gerne wären wir drei noch ein paar Tage länger geblieben, aber meine Zweibeiner haben ja auch noch andere Verpflichtungen (jemand muss ja die „Batzeli“ für mein Leckerli verdienen).

Nun bin ich bald zwei Jahre hier und genieße es in vollen Zügen. Fühle mich wohl und freue mich über die Tage. Obwohl ich nicht mehr in einem Hunderudel lebe, freue ich mich jeweils überschwänglich, wenn ich Frauchen oder Herrchen nach einem Arbeitstag begrüßen kann, denn ich liebe es, wenn mein ganzes Rudel zusammen ist. Dann sind wir komplett – so wie die drei Musketiere!
  Easy      
                                                                                                                                                                       Easy

EasyIch weiß, dass auf der Auffangstation noch viele Fellnasen auf ein gutes Plätzchen warten. Ich drücke Euch allen ganz fest die Pfoten, dass Ihr bald auch ein gutes Zuhause bekommt. Dem ganzen Team der NfP danke ich für den unermüdlichen Einsatz. Dank Euch kann ich dies alles erleben.

Es grüßt Euch ganz herzlich
Eure Easy

Was wollen wir dazu mehr sagen? Wir können uns einzig Easys Dank und Wunsch anschließen.
Auch wenn Easy es nicht wahr haben will, merkt man ihr in gewissen Situationen ihr nicht mehr ganz so jugendliches Alter an. Da sie selbst ihre Grenzen nicht kennt oder wahr haben will, müssen wir vermehrt darauf achten. Aber dies machen wir gerne für unsere Lady.

Natürlich hoffen wir, noch lange mit unserer Maus gemeinsam unseren Weg zu gehen. Doch betrachten wir bereits heute jeden Tag als Geschenk, denn wer hätte schon gedacht, dass Easy heute noch lebt!

Aus der herbstlichen Schweiz grüßen wir Euch ganz herzlich mit und ohne Heuler
Barbara, Urs und Easy

Wir alle freuen uns über jeden Tag, den Ihr gemeinsam erleben dürft. Und wir freuen uns auf weitere Berichte. Alles Gute, unsere große Kämpferin, für Dich und Deine beiden Zweibeiner.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 

 
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