Der EU-Heimtierpass - die Einheitlichkeit hat Startschwierigkeiten


Seit 03.07.2004 gibt es den EU-Heimtierpass, der im Wesentlichen für Reisen von Heimtieren zwischen den Mitgliedstaaten der EU bestimmt ist. Jungtiere, die noch nicht geimpft werden können, dürfen ohne Impfung mitgeführt werden.
In dem neuen, einheitlichen blauen Heimtierpass mit dem europäischen Sternenbanner wird, neben den Angaben zum Tier, die gültige Tollwutimpfung (mindestens 30 Tage und längstens 12 Monate vor Grenzübertritt durchgeführt) tierärztlich bescheinigt. Erforderlich ist außerdem, dass Hund, Katze und Frettchen mit einem Mikrochip (bis 2011 übergangsweise auch lesbare (!) Tätowierung) gekennzeichnet sind, die Chip- bzw. Täto-Kennzeichnung muss im Ausweis eingetragen sein.
Die Ausstellung des EU-Heimtierpasses ist kostenpflichtig, Ihr Tierarzt wird Ihnen etwa 10 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) berechnen.
Das Thema "Foto im Heimtierausweis" war in den Medien gelegentlich angesprochen worden: Sie haben die Möglichkeit, ein Foto Ihres Tieres in den Ausweis zu kleben, Sie müssen es aber nicht. Zur Identifikation dient der Mikrochip bzw. die Tätowierung

Neuer EU-Heimtierausweis

Seit dem 29. Dezember 2014 gelten für das Reisen mit dem Haustier neue Regelungen. Halter, die von nun an mit ihrem Tier verreisen wollen und bei ihrem Tierarzt ein Ausweisdokument beantragen, erhalten den neuen EU-Heimtierausweis. Optisch unterscheidet sich dieser nicht von seinem Vorgänger, inhaltlich müssen jedoch einige Angaben zusätzlich gemacht werden: Der Tierhalter muss seine personenbezogenen Daten mit seiner Unterschrift bestätigen. Im neuen Heimtierausweis müssen zudem die Kontaktinformationen des ausstellenden Tierarztes erfasst und von diesem unterschrieben sein. Um Missbrauch zu vermeiden, wird besonderes Augenmerk auf die Identität des Tieres gelegt: Sowohl die Seite mit dem Chip-Nummer-Aufkleber, als auch die Seite, die Aufkleber zu der verabreichten Tollwutimpfung enthält, werden mit einer selbstklebenden Laminierung versiegelt. Zudem muss der ausstellende Tierarzt die Kontaktinformationen des Tierhalters, die Ausweisnummer, die Chip-Nummer, falls vorhanden die Tätowierung und die Tätowierungsstelle, den Ort der Kennzeichnung, den Zeitpunkt der Anbringung oder des Ablesens für mindestens drei Jahre aufbewahren.

Für Tierhalter, die einen EU-Heimtierausweis haben, der vor dem 29. Dezember 2014 ausgestellt wurde: Alte Heimtierausweise behalten bis zum Lebensende des Tieres ihre Gültigkeit.

 

Der Heimtierpass kann aber auch für Reisen in eines bzw. aus einem der Nachbarländer verwendet werden, die denselben Tollwutstatus haben wie die EU. Zu diesen Ländern zählen Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, die Schweiz und der Vatikanstaat.
Andere Drittländer werden in zwei Kategorien unterteilt: diejenigen, die tollwutfrei sind oder in denen die Seuche unter Kontrolle ist und die Länder, in denen Tollwut möglicherweise endemisch unter Haustieren vorkommt (hier ist eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Tollwut vorgeschrieben, durchgeführt in einem von der Europäischen Kommission zugelassenen Labor). Mehr dazu finden Sie im Internet unter :
europa.eu.int/ comm/ food/ animal/ liveanimals/ pets/ list_third_de.htm
Da in der Vergangenheit Schweden als Urlaubsziel von einigen nordischen Hundefreunden genutzt wurde, verweisen wir auf die Internetseite www.schweden.org (oder www.sjv.se), hier finden Sie einen Link zu den aktuellen Bestimmungen.
Irland, Schweden und das Vereinigten Königreich dürfen darüber hinaus für eine übergangszeit von mindestens fünf Jahren ihre bisherigen schärferen Anforderungen an den Tollwut-Impfschutz (Blutuntersuchung auf Antikörper) und besondere Bestimmungen für eine Behandlung gegen Fuchsbandwurm- und Zeckenbefall beibehalten.

Die Regelungen zum Heimtierpass gelten grundsätzlich für den privaten Reiseverkehr mit bis zu fünf Tieren wie auch für den Handel zwischen Mitgliedstaaten der EU.

Für all diejenigen, die nun ihren (vermutlich älteren) nicht gechipten und nicht tätowierten Hund sorgenvoll ansehen: das Setzen eines Mikrochips ist ebenso unkompliziert wie eine Impfung (also nicht vergleichbar mit einer Tätowierung!). Der Chip ist winzig und wird mit einer Kanüle (etwas dickere Spritze) unter die Haut (meist im Halsbereich) gebracht - im Normalfall ist dazu keine großflächige Haarentfernung und keine Narkose erforderlich. Ein Piecks, anschießend eine Überprüfung mit dem Lesegerät und schon fertig. Die Kosten halten sich im Rahmen. Also kein Grund, auf einen Grenzübertritt mit Vierbeiner zu verzichten!
 

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