Risiko-Prophylaxe für Ihren Hund bei Reisen in Südliche Länder und den Mittelmeerraum

Im Wesentlichen zwei Feinde lauern dort auf Sie und Ihren Vierbeiner: Sandmücken (überträger von Leishmanien) und Zecken (infizieren u.a. mit Babesien und Ehrlichien).

Die (weiblichen) Sandmücken sind etwa von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang auf der Suche nach Blut. Sandmücken saugen nur Blut, wenn sie sicher sind, dass ihre Opfer schlafen. Sie sind windempfindlich und treten meist nur zwei bis drei Meter über dem Boden auf, Schlafräume in oberen Stockwerken bieten einen "relativen" Schutz vor Sandmücken (werden von Licht angelockt!). Zecken können an jedem Grashalm lauern, an jedem Zweig des Gebüsches, aber sie fallen nicht von Bäumen wie so oft behauptet.

Leishmaniose und Babesiose verlaufen beim Hund oft tödlich - Ehrlichiose wird auf jeden Fall teuer! Versuchen Sie möglichst umfassend vorzubeugen.

Die höchste Anzahl infizierter Sandmücken fliegt in der Zeit von Mitte August bis Ende September, wenn die Temperatur beständig über 20 Grad liegt. Wenn Sie während dieser Zeit in einem Leishmaniose-Gebiet Urlaub machen, sollten Sie Ihren Hund zu seiner Sicherheit vielleicht besser zu Hause lassen.

·        Ansonsten achten Sie darauf, dass der Hund nachts nicht im Freien schläft, auch nicht im Auto.

·        Suchen Sie Ihren Hund nach jedem Aufenthalt im Freien nach Zecken ab - die Infektion mit Ehrlichien erfolgt bereits ca. 2 Stunden nach dem Zeckenbiss.

·        Die Fenster und Türen des Urlaubsquartiers sollten mit feinmaschigen (< 4 mm) Mückennetzen geschützt sein.

·        Legen Sie Ihrem Hund ein Protectorband um. Dieses Halsband schützt den Hund nicht nur vor Sandmückenstichen, sondern auch vor Zecken- und Flohbefall. Die Wirksamkeit erstreckt sich über sechs Monate. Die Wirkung entfaltet sich erst nach zwei Wochen, muss also mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt angelegt werden!

 

Babesiose und Ehrlichiose werden ausschließlich durch die Zecke (oder durch eine Bluttransfusion) übertragen - eine Infektion von Hund zu Hund oder vom Hund auf den Menschen ist nicht möglich.

Rein theoretisch wäre eine Übertragung der Leishmaniose außer durch die Sandmücke auch von Hund zu Hund bzw. von Hund zu Mensch denkbar, wenn der Erreger von offenen Hautwunden, die relativ häufig bei unbehandelten infizierten Tieren sind, in eine Wunde des nicht infizierten Hundes oder Menschen gelangen würde. Eine Übertragung von Leishmanien durch Hundespeichel ist praktisch auszuschließen, weil sich im Speichel im Allgemeinen keine weißen Blutkörperchen und somit auch keine Leishmanien befinden.


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