Akuma - Shiba-Inu-Rüde – ehemals „Jasper“ lässt grüßen

Akuma

„Hallo zusammen,

Akumada wir ihn tatsächlich schon über neun Monate als Mitbewohner haben, wollte ich mal ein paar Dinge mitteilen, die sich zwischenzeitlich so ergeben haben.

Seine Futteraggression gegenüber Menschen ist komplett weg. Seine Impulskontrolle, was Fressen betrifft hat sich deutlich verbessert. Eigentlich war das Problem schon nach einigen Wochen passé und zwar durch Gegenkonditionierung (Menschen GEBEN Futter, nehmen also nicht). Seither lässt er sich auch das Futter abnehmen. Er lässt sich auch draußen auf Tauschgeschäfte ein, wir haben zuverlässig ein "Lass es"-Spiel auftrainiert, das eigentlich immer gut greift oder zur Vorbereitung eines Tauschgeschäfts benutzt wird. Insgesamt liest er dadurch sowieso weniger vom Boden auf. Er bedrängt weder Besucher noch uns, wenn Essen im Spiel ist - d.h. ihm würde es nicht mal mehr im Traum einfallen, danach zu schnappen. Er wartet geduldig, ob nicht mal jemand doch einen Leckerbissen für ihn fallen lässt und wenn nicht, kann er das auch akzeptieren.
Selbiges gilt fürs Futterritual. Er setzt sich selbstständig hin und guckt mich (oder andere, die ihn füttern) an und frisst erst auf Signal. Davon lässt er sich auch "stoppen", wenn es sein muss. Jeder kann an ihm sorglos vorbei und theoretisch auch in die Schüssel greifen. Denn Menschen sind keine Futterrivalen mehr.

Zu seiner Schnapperei insgesamt: Alle maßregelnden Schnapper sind binnen Wochen verschwunden, allerdings gibt es da noch eine zweite Ebene: Misstrauen. Da gibt es Situationen, die ihm einfach unheimlich sind. Allerdings war der letzte Schnappvorfall vor 5 Monaten. Wir sind mit ihm in der Eskalations-Leiter schrittweise zurückgegangen, er gibt also, wenn er etwas absolut nicht möchte, deutliche Warnsignale, sodass man noch genug Zeit hat, sich zurückzuziehen. Umso öfter man seine Warnsignale beachtet, umso weniger fühlt er sich genötigt, sich zu wehren. Dadurch hat er das Bürsten gelernt, lässt sich die Zähne putzen und hat sich auch teilweise Zahnstein von mir entfernen lassen. Ich kann ihm Küsschen geben und mit ihm kuscheln.

Er ist aber generell Menschen gegenüber freundlich und relativ offen, sofern sie ihn nicht bedrängen. Dabei freut er sich auch ganz besonders über lobende Worte von Fremden (erst gestern war er stolz als ihm jemand sagte, was für ein schöner Hund er sei - und ja, er freut sich sogar sehr deutlich darüber, um noch mehr Komplimente einzuheimsen).

AkumaAkuma ist ein ziemlich gehorsamer Shiba, wenn man ihm Dinge mit Motivation beibringt. Seit einigen Monaten kann er sicher abgeleint laufen, er beherrscht den Rückruf für einen Shiba sehr zuverlässig. Er lässt sich auch brav anleinen. Dabei folgt er auch von sich aus, denn ein Abstand von mehr als 30 Metern wird für ihn unangenehm. Abgeleint kann er auch mit den meisten Artgenossen Kontakt aufnehmen, wir üben derzeit noch, wie er selbst Kontakte meiden kann, wenn er sie nicht möchte (sehr große Hunde machen ihm nach wie vor Angst, besonders wenn sie aufdringlich sind oder ihm imponieren wollen). Allerdings ist er da zu keiner Zeit aggressiv, er ist lediglich lautstark und zeigt, dass er bitte nicht beschnuppert werden will, noch angestarrt. Bisher ist es so, dass ich mit ihm, wenn ausreichend Platz vorhanden ist, Hunde auch gut umrunden kann, es ist also nicht so, dass er hinlaufen würde, erst bei wenigen Metern kann er selbst dem Kontakt nicht mehr aus dem Weg gehen, vor allem, wenn frontal Hunde auf uns zukommen.
Dafür hat er schon sehr viele Hundefreundschaften schließen können, mit Hündinnen und Rüden gleichermaßen. Vor allem ist er wirklich sehr sanft und liebevoll zu kleineren Hunden als er selbst (er hat Chihuahua-Freunde, Yorkshire-Terrier-Bekanntschaften) und ältere Hunde, dabei spielen weder Geschlecht noch Größe eine Rolle. Von alten Hunden lässt er sich auch etwas sagen. Tatsächlich.

Vor einigen Wochen hat er übrigens einen Konflikt geschlichtet, der ihn nicht betroffen hatte. Yoma ist zwar ein sehr umgänglicher Shiba, allerdings gibt es hier und da mal auch bei ihm einen Rüden, den er nicht leiden kann. Auf so einen sind wir getroffen - den kannten wir nicht. Akuma hat ihn eigentlich sehr neutral begrüßt, aber Yoma konnte ihn nicht leiden (vielleicht weil er aus der Dunkelheit plötzlich auftauchte), den hat er angebellt und angeknurrt. Akuma ist dazwischen und hat die beiden gesplittet. Danach ist er stolz hinter uns hergetrabt (dafür gab es natürlich ganz viel Leberwurst aus der Tube).

Angeleint und in engen Räumen sieht es so aus:
Mit der Technik "Zeigen & Benennen" haben wir sehr gute Fortschritte erreicht. Er kann Hunde nun in seiner Nähe dulden. Bei Leinenbegegnungen hat er sich seit einem halben Jahr nicht mehr in die Leine legen müssen. Das höchste der Gefühle ist ein Verbellen, woraus er sich dann gut aus der Begegnung führen lässt. Auch wenn ich versuche, immer genug Raum zu lassen, andere Hundebesitzer machen einem manchmal einen Strich durch die Rechnung.
In Räumen wie Zugabteilen und Wartezimmern beim Tierarzt hat er sich sogar vorbildlich benommen. Er ließ sich beim Tierarzt von mir ins Wartezimmer an einem Bogen um zwei Hunden vorbeiführen, beim Rein- und Rausgehen. Ohne einen Ton. Ganz toll.Akuma

Sein Jagdverhalten ist mittelmäßig ausgeprägt, war für uns allerdings eine Umstellung, da wir von Yoma verwöhnt waren, einen Shiba zu haben, der von sich aus überhaupt nicht jagt. Wir können einen Großteil durch Such-, Fährten- und Jagdspiele kontrollieren. Rehe und ähnliches Großwild interessieren ihn nicht, erst ab der Größe Hase wird es gefährlich. Mittlerweile fühlt er sich für diese nicht mehr "zuständig" - mit Mäuselochbuddeln ist uns das gelungen. Wir haben es unter Signal gestellt und seither sichtet er Hasen zwar noch, aber kann mit "Wo ist das Mausi?" gut umgelenkt werden. Ich muss dazu sagen, dass wir fast nie Hasen (oder Katzen) sehen, von daher ist die Gefahr minimal.

Ich war Ende März mit Yoma in Wien, bei einer Freundin. Leider konnte ich Akuma nicht mitnehmen, da sie neben eigenem Hund auch noch Pflegehunde hat und eine Katze. Also ist er mit meiner Lebensgefährtin zu Hause geblieben. Verlief auch alles optimal, auch wenn sie sich nicht traut, ihn abgeleint laufen zu lassen. Dann lief er eben an der Schleppleine. Fütterung, Hundebegegnungen, alles verlief gut. An einem Tag hat es schlimm geregnet und es ist so, dass er sich zwar von mir abtrocknen lässt, allerdings war das schon ein kleiner Aufwand. Er hat das immer mit Knurren (und anfänglich auch Schnappen) kommentiert. Nun hat sich meine Freundin vor ihn gekniet mit dem Handtuch in Händen und sich nicht recht getraut, ihn abzutrocknen. Da hat Akuma seinen Körper von SICH AUS unters Handtuch geschoben und sich dran gerieben.
Ich denke, das macht seine Fortschritte sehr, sehr, sehr deutlich.

Da nun alles ziemlich gut läuft, haben wir nun Luft seinen Futterneid gegenüber Yoma anzugehen. Das normale Füttern läuft sehr ritualisiert in getrennten Räumen ab, allerdings gibt es bei Leckerlis immer wieder mal Reibungspunkte. Es ist zwar alles im Rahmen, aber es könnte besser sein; es hat sich ja seit dem Anfang schon gebessert. Das ist so die einzige Baustelle, die wir noch haben, die eher schlecht als recht läuft. Sie wurde ja immer vernachlässigt.

Ansonsten sind wie sehr zufrieden. Er macht gut mit, wir haben das Gefühl, dass es ihm bei uns gut geht, die Hunde vermissen einander, wenn sie nicht zusammen sind, sie spielen draußen oft miteinander (und auch Yoma hat von der Sache profitiert, seit Akuma da ist, braucht er nicht ständig Kontakt zu fremden Hunden, von sich aus nicht), wir können beide Hunde fast überall mitnehmen.

Akuma

Das wars dann von meiner Seite aus,
viele Grüße aus Fürth,

Tanja“

 

 

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