Doc

Im Juli 2006 zog Doc bei uns ein. Er stammte aus schlechter Haltung und war total verschüchtert und verängstigt. Als Corinna und Nicole ihn brachten, musste er mit Gewalt regelrecht aus der Transportbox gezogen werden. Er verschwand gleich in den Garten in die hinterste Ecke. Da ein heißer Tag war, saßen wir noch bis Mitternacht draußen. Dann mussten wir ihn fast eine halbe Stunde durch den Garten jagen, bevor wir ihn ins Haus bekamen. Er verkroch sich sofort unter den Esstisch und blieb auch die ganze Nacht dort. Wir waren total geschockt, dass Menschen so mit Hunden umgehen. Wir hatten eine Schleppleine an sein Geschirr gebunden, somit wir ihn zumindest einfangen konnten, um ihn nach draußen zu bringen. Wir drehten erst einmal an der Leine ein paar Runden durch den Garten, damit er seine „Geschäfte“ machen konnte. Er hatte Angst vor dem Besen, er hatte Angst vor der Küchenrolle, er hatte Angst vor einem Frühstücksbrett, er hatte Angst vor allem, was ein Schlaggegenstand oder als Wurfgeschoss dienen konnte. Wir vermuten, dass er von seinem alten Herrchen geschlagen worden ist.

Im Laufe der ersten Woche taute er soweit auf, dass er zumindest auf Zuruf nach draußen oder ins Haus kam. Nur wenn es abends dunkel war, wollte er nicht mehr hinaus. Er hatte wohl Angst, dass er wieder in den Zwinger musste. Eine Woche Doc ist aufgetautspäter hatte unsere Tochter Hochzeit, die bei uns gefeiert wurde. An dem Tag, es war wohl der heißeste des letzten Sommers, verkroch sich Doc unter der Bank auf der Terrasse, die festlich geschmückt war. Dort hatte sich Doc den besten Platz ausgesucht, denn die Gäste, die auf der Bank saßen, ließen „aus Versehen“ den einen oder anderen Brocken des Hochzeitsmahls fallen.

So langsam von Woche zu Woche, begann er immer zutraulicher zu werden. Auch im Herbsturlaub, dass erste Mal im Wohnwagen, hat er seine Sache gut gemacht. Er will immer unbedingt laufen, so dass Jürgen ihn mindestens jeden zweiten Tag vors Fahrrad nimmt. Leider mag er gar nicht gern alleine laufen und es muss immer ein zweiter Hund mit. Meistens muss Ajan daran glauben, obwohl er manchmal keine Lust hat.Doc Als wir das erste Mal mit Doc als Zuschauer zu einem Schlittenhunderennen fuhren, war er ganz aufgeregt und wollte am liebsten sofort rennen. Daher hatte Jürgen sich im November zu einem Rennen in der Nähe von Kiel angemeldet. Leider hatte es die Wochen vorher nur geregnet, so dass alles fürchterlich matschig war. Den ersten Tag ist Jürgen mit den Hunden und dem Fahrrad durchgekommen. Am zweiten Tag haben die Hunde dann gestreikt, so erging es einigen anderen dann auch. Obwohl Jürgen in seiner Klasse die rote Laterne geholt hat, hat es trotzdem Spaß gemacht.

Im Lauf des Winters ist Doc nun ein richtiger zutraulicher und verschmuster Hund geworden, der wenn Herrchen auf dem Sofa liegt, am liebsten daneben liegt. Man will kaum glauben, dass aus diesem verhuschtem Hund, der nur Zwinger, Box, Rennen, Box, Zwinger kannte, ein so tolles Exemplar geworden ist. Wir möchten ihn nicht mehr missen und hoffen auf viele schöne Jahre mit ihm.

Birgit Hinsch

 

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