Wie aus einem 1 jährigen Akita Inu eine 8 jährige Huskyhündin wurde

 

Hallo, ich bin Enya, die meisten von euch kennen mich noch unter Sve(enya).

Leider musste auch ich feststellen, dass nicht immer auf die Menschen Verlass ist und so wurde ich vor über einem Jahr in der Auffangstation der Nothilfe für Polarhunde e.V. aufgenommen.

Heute möchte ich euch gerne bellen, wie ICH meine neue Familie fand.

Ich sag euch, es gibt auch für uns "Alte" noch ein neues Zuhause.

Also, meine Leute kamen auf der Suche nach einem neuen Hund auf die Nothilfe für Polarhunde e.V., besonders interessiert waren sie an Bell, einer Akita-Hündin. Bell wurde jedoch 2 Tage vor dem geplanten Besuch meiner Menschen in der Auffangstation vermittelt (Mensch bin ich froh, dass die schon weg war!). Aber sie kamen trotzdem, gingen jedoch nicht davon aus, dass sie an diesem Tag etwas finden würden. Aber schauen wollten sie mal. 11 Jahre hatten sie einen Akita Inu gehabt und Frauchens große Liebe ist diese Rasse (wie man sich doch irren kann - denn dann kam ich !). Also sie waren in dem Fall zwei Erwachsene mit zwei Kindern und der Oma im Schlepptau, die auch noch ihren Westie mitbrachte. Und jede Menge Anforderungen hatten sie: der neue Vierbeiner muss sich mit den Kindern sehr gut verstehen, sollte die Meerschweinchen nicht fressen und den Westie muss er auch noch akzeptieren. Dieser Hund (?) ist nämlich während Omas Kuraufenthalt immer 3 Wochen Gast im Haus. MEINE Leute waren daher auf der Suche nach einem Hund von ca. 1 Jahr (sollte wohl noch formbar sein). Einen Welpen wollten sie nicht. Mit all diesen Leuten und Vorstellungen marschierten sie so durch die Gehege und beäugten die Hunde.

Als sie zum Schluss noch in mein Gehege kamen, hatten sie eigentlich keine Hoffnung mehr noch fündig zu werden (ich auch nicht). Einen Hund hatten sie schon zur Auswahl entdeckt, aber irgendwie überzeugte sie dieser nicht ganz. Ich, mit Papa Bär im Gehege, ging bestimmt wieder unter (bei dem bärigen Super-Knuddel an meiner Seite). Papa Bär hat Frauchen wegen seines bärigen Aussehens gleich sehr gefallen, nur den Kindern nicht, er hatte wieder einen seiner stürmischen Tage und rannte die beiden kids gleich mehrmals um (oder tat er das für mich?) Diese flüchteten dann auf die Dächer der Hundehütten, wo sie sitzen blieben und sich nicht mehr runter trauten. Ich hatte erst keine Lust mich zu präsentieren, weil mich die Leute doch eh immer übersehen. Sehe ja auch nicht aus wie ein Husky. Bin weiß, hopse nicht wie ein Hopsgummi (tschuldigung) und kann auch mal ruhig sitzen bleiben. Aber heulen, heulen kann ich wie ein Husky. Da standen sie nun mit der Oma und den Kindern (auf dem Hundedach) und redeten über Hunde.

Mir war das zu langweilig, also habe ich bisschen mit Greinerlein gespielt und mir bei der Gelegenheit noch Sonderstreicheleinheiten von ihr abgeholt. Dann dachte ich mir, sind ja eigentlich ganz nett, die Leute. Die Kinder gefallen mir auch. SO ! Dass wird jetzt MEINE neue Familie und heute gehen DIE ohne MICH hier nicht mehr raus. Also ich mich an seine Beine ran geschlichen. Männer ! Lieben es, wenn eine Dame um ihre Beine schleicht. Er hat mich dann gleich gaaanz ausgiebig geschmust. Man kann der kraulen! Mmmmmm ! Dann hab ich mir die Kinder vorgenommen. Erst hab ich ganz vorsichtig an den runterbaumelnden Füßen geschnuppert und mich streicheln lassen. Greinerlein hat die Sache gleich gecheckt und von mir erzählt. Ganz nebenbei hat sie den quirligen Papa Bär mal kurz ausquartiert, damit die Kinder ihren sicheren Platz verlassen konnten (Das war meine Chance!). Ich mich also sofort rangeschmust und die Große gleich geküsst (die hat Mitspracherecht, war wichtig!). Das Interesse von IHR habe ich damit geweckt und die Oma meinte auch, dass ich eine ganz hübsche sei und im Vergleich zu den anderen nicht so stürmisch sei. Frauchen fragte, was ich für ein Schäfer Mix sei. SCHääääFER !!!!! ICH! Nee, nee. Den Schuh zieh ich mir nicht an. Ich BIN ein Sibirischer/Alaska Husky Mix. Kein Schäfer. ICH habe meinen eigenen Kopf (und Willen.) Frauchen weiß dies mittlerweile auch schon. Gefällt ihr sehr gut.

Die Kinder waren kein Problem, da ich diese gewohnt war, andere Hunde auch kein Thema. Aber ein Westie????? Frau Greiner meinte kurz und trocken, man müsse es ausprobieren mit so einem Vesper. Und falls es schief ginge, hätte sie hier noch genug Hunde für Oma. Oma war das Ausprobieren natürlich nicht so recht und sie hat es mit großen Bedenken über sich und den Westie ergehen lassen. Ich hab den Westie mal kurz angeknurrt und dann sind wir spazieren gegangen, immer dicht mit dem laufenden Meter neben mir her watschelnd. Nach dem Spaziergang haben wir dann noch lange im Büro gesessen und ich habe es soooo genossen bei MEINER FAMILIE im Kreise zu sein.

Tja liebe Kollegen, dies ist jetzt schon viele Monate her und ich habe mich hier sehr gut und schnell eingelebt (Ja, ja ! ICH hab alles super hinbekommen.).

Natürlich leben die Meerschweine auch noch (sind für mich ein akzeptables Tabu). Und die Westiehündin Jessi ist meine beste Freundin geworden. DIE läuft sogar meine laaangen Runden mit (Ehrlich Frau Greiner!). Jana (die Große) habe ich ganz in mein Herz geschlossen. Der kleine Dario meint, er müsste mich manchmal noch als Teststrecke für seine Autos benutzen oder als Fracht für seinen Bagger. Bauklötze hat er mir auch schon zum fressen angeboten. Aber das ist ganz o.k. Ich ertrage es einfach. Was ich nicht ertragen möchte ist, dass Frauchen zweimal in der Woche 4 Stunden arbeiten geht. Fällt mir noch sehr schwer, da ich immer Angst habe, sie kommen nicht wieder. Den Nachbarn tu ich sehr leid, denn ich muss ja sooooo heulen, wenn ich alleine bin. Die sagen immer die arme Enya. Nur Frauchen. Frauchen tut es nicht leid. DIE GEHT IMMER NOCH ARBEITEN ! Pu.

Alle habe ich von mir überzeugt und weder ich noch sie könnten sich ein Leben ohne mich vorstellen. Ja ! Ich hab es geschafft und bin sehr glücklich. Enya die weisse Husky Hündin

Oma wollte mich schon als IHREN Zweithund haben. Sogar unsere Freunde wollten mich zu ihrem Hund machen, weil sie sooo begeistert von mir sind (und weil Martin Huskys liebt). ABER MEINE FAMILIE gibt mich nicht mehr her, haben Martin daher ersatzweise die Internet-Adresse der Nothilfe für Polarhunde e.V. gegeben. Eine Woche später hatte Martin die Shiwa aus "meiner" Auffangstation geholt und es ist super toll. Jeden Montag laufen wir zusammen spazieren, ein richtiges Huskytreffen. Shiwa und ich verstehen uns richtig gut - naja, zwei Dickköpfe unter sich.

Was mir aber am besten gefällt ist, dass neben mir ein Husky-Mix Rüde wohnt, mit dem ich mich husky- mäßig verstehe und mit dem ich spielen kann.

über den Gartenzaun springe ich überhaupt nicht mehr (obwohl die Höhe echt lächerlich ist), dabei hat Frau Greiner gepetzt, dass ich in der Auffangstation schon 2 Meter Zaunhöhe hinter mir gelassen habe. In Versuchung bringt mich manchmal nur die Nachbarskatze Luzi. Aber Frauchen hat mich da schon im Auge. Ja, es geht mir wirklich gut und ich wünsche auch den anderen älteren Hunden bald liebe Herrchen, bei denen sie dann bis an ihr Lebensende bleiben können.

Enya die weisse Husky Hündin

 

 

 

 

 

 

 

Alles liebe eure glückliche Enya

(Vielleicht berichte ich euch bald wieder, wie sich meine Leute benehmen.)

(i.A. Marianne Schwald)

Im Mai 2009 verstarb Enya viel zu früh und unerwartet nach fünf glücklichen Jahren mit ihrer Familie.

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