Alter Hund - na und?

 

Liebe Leser des Journals,

ich möchte heute mal schreiben, dass es sich durchaus lohnt, den älteren Hunden ein gutes Zuhause zu geben!

Viele von Euch kennen mich und meine Hunde von Journalberichten oder Treffen. Schreiben möchte ich nun über meine alte Alaskan-Hündin Kandy oder auch liebevoll Omi genannt.

 

Es war am 5. Dezember 1999 beim Weihnachtstreffen in Dornstetten, als mich Monica fragte, ob ich nicht eine ältere, aber sehr liebe Hündin zu mir nehmen wolle. Ich hatte damals nur zwei Hunde - meinen damals neunjährigen weißen Schäferhund und meine damals vierjährige Huskyhündin. Da sich Kandy bestens mit meinen beiden vertrug, willigte ich gerne ein. über Kandy wusste man nicht sehr viel. Sie muss wohl einige Zeit auf einem Friedhof herumgeirrt sein, bis endlich jemand die Nothilfe verständigte. Vom ersten Tag an klappte alles bestens mit Kandy. Die drei Hunde kamen gut miteinander aus und auch meine beiden Katzen wurden von Kandy geliebt. Sie verträgt sich eigentlich mit allen Hunden, Katzen und Menschen, ist also einfach nur lieb. Sicher nicht alle älteren Hunde sind so verträglich wie Kandy, doch trotzdem kommt meistens so viel Liebe und Zuneigung der älteren Hunde zurück, dass man gewisse Schwächen doch gerne verzeiht. Auch Kandy hat etwas skurrile Eigenschaften. Sie ist zum Beispiel so wasserscheu, dass sie nicht einmal die Nähe der Wassernäpfe geht, wenn die anderen gerade trinken. Es könnte ja spritzen und selbst im letzten Jahr, wo es oft über 40 Grad heiß war, ist sie nicht mal in die Nähe von Flüssen oder Seen gegangen, während die anderen sich sogar reingelegt haben. Sie geht auch nicht gerne in den Garten raus. Wenn die anderen im Sommer fast nur im Garten liegen, muss ich Kandy schon hinausschieben. Sie rennt allerdings dann sofort wieder rein und hüpft ins Bett. Danach dreht sie mir demonstrativ den Rücken zu und ist einige Zeit beleidigt, wobei sie ein so grimmiges Gesicht zieht, das ich innerlich lachen muss. Letztes Jahr im Februar wurden bei der Routineuntersuchung bei ihr zwei Tumore entdeckt, die operativ entfernt werden mussten. Zum Glück waren sie gutartig und sie hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten wieder gut erholt. Doch so langsam merkte man ihr ihr Alter an. Auf weitere Spaziergänge konnte ich sie nun nicht mehr mitnehmen. Als dann im Oktober mein weißer Schäferhund starb, baute sie nochmals extrem ab. Es dauerte eine Weile, bis die Hunde über den Verlust des "Großen" hinweg waren. Viele Menschen sagen, dass Hunde keine Gefühle äußern können und wir Hundehalter nur menschliche Gefühle in den Hunden sehen wollen - mag sich jeder darüber selbst sein Urteil bilden, doch die Trauer über den Verlust des " Großen " war in Mimik und Gestik voll zu erkennen. Die Hunde waren lustlos, hatten kaum Appetit und es dauerte Wochen bis sich die Situation verbesserte.

Im Sommer dieses Jahres war ich mit meinen Hunden mal wieder an der Nordsee. Während meine zwei anderen Pelzgesichter aus dem Wasser fast nicht mehr raus kamen, hielt sich Kandy möglichst weit vom Ufer entfernt, doch hatte sie auch viel Spaß, da es am Hundestrand viele nette Hundebekanntschaften gab und sie mit dem einen oder anderen sogar noch etwas spielte. Sie kann zwar keine stundenlangen Touren mehr machen, aber eine knappe Stunde läuft sie schon noch und bestimmt auch noch schneller als so mancher verfettete Artgenosse, der nicht mal die Hälfte ihres ca. 18jährigen Lebens hat. Sie ist zwar nun auch schon etwas betagter und schläft auch mehr, doch immer noch am Leben voll begeistert und durch die täglichen Spaziergänge voll motiviert. Ich freue mich über jeden Tag, an dem es ihr noch so gut geht.

So - jetzt seid Ihr mal ran etwas hier im Journal zu schreiben! Liebe Grüße an alle! Bis bald

Eure Daniela Probst

Kandy, Kivani, Gina und Kavik

 

 

 

 

 

Kandy ging im Sommer 2005 über die Regenbogenbrücke

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