AUF DEN HUND GEKOMMEN
UND SICH SELBST NEU ENTDECKT

Erfahrungsbericht von Christian & Maja Schweizer, Lauerz (CH)

 

Nordischer Hund

 

Nordische Hunde - Tiere, die an Wölfe erinnern und uns ein Gefühl von wilder, ursprünglicher Natur, Freiheit und Schönheit vermitteln.
Dem Wolf am ähnlichsten war für uns immer der Alaskan Malamute. Eine Rasse von der wir wussten, dass sie keinem typischen Haushund entspricht. Die Wirkung dieser Tiere auf uns war wie Magie…
sie ließen uns immer träumen von wilder Natur, von Wälder, Bergen und Seen irgendwo in Alaska oder sonst wo im hohen Norden. Können wir je ein Stück Traum verwirklichen?


Vom Traum zur Wirklichkeit – Als wir 2001 in ein neues Zuhause ziehen konnten, schien dieser Traum näher zu rücken. Wir wohnen zwar weder im hohen Norden noch in wilder Natur, aber naturnah bei Bergen, Wälder und Seen. Vor allem hatten wir endlich mehr Platz im Haus. Das Haus hat etwas Umschwung und liegt mitten in einem Quartier mit vielen Kindern. Ist das die richtige Umgebung für einen Hund…bzw. einen nordischen Hund? Ist es überhaupt realistisch als Hundeanfänger gleich mit einem nordischen Hund und dann noch einem Malamute anzufangen? Soll es gleich ein Welpe sein, oder sollen wir einen Hund von einem Tierheim nehmen? Wir hatten tausend Fragen und suchten jemand, der sie uns beantworten kann! Wir erhielten die Adresse von Iris Labus, einer malamute-erfahrenen Rudelchefin und Hundeinstruktorin.

Wir trafen uns mit Iris und durften auf einem ersten Hundespaziergang einen ersten Blick in die Malamute-Welt werfen. Wir beide wurden mit einem Bauchgurt, Leinen und einem Hund ausgestattet. Unter fachkundiger Führung machten wir unsere ersten Schritte hinter den Hunden her. Das geht ja ganz leicht… was sollen wir beachten? Ob es irgendwelche anderen Tiere in der Umgebung hat? Und schon machte es nicht ganz freiwillig einen Schritt mit uns. Die Leine zog in eine andere Richtung als eigentlich gedacht war. Jetzt hatten wir es begriffen…immer weit vorausschauen und den Hund entsprechend führen! So machten wir eine eindrückliche Erfahrung. Mit beobachtenden Augen spazieren wir nun durch die Welt. Es gibt ja so viel zu sehen!

Aus erster Hand konnte Iris Labus uns unsere Fragen beantworten. Sie machte uns Mut, dass wir auch als Anfänger mit einem Malamute starten können. Das Wichtigste sei jedoch, dass wir das Wesen des Malamutes kennen, respektieren und lernen damit umzugehen! Dann können wir uns auch entscheiden, ob wir uns darauf einlassen wollen oder nicht! Das war Klartext, und so wurden wir bestens mit Informationen und Erfahrungen versorgt. Sie „warnte“ uns auch davor, dass die meisten Menschen, die einen nordischen Hund zu sich nehmen, bald auch einen zweiten wollen. A, weil es für das stark geprägte Rudeltier angenehmer ist und B, weil die Tiere halt einfach etwas Magisches haben…So jedenfalls sei es ihr ergangen, meinte sie. Na ja, wir konnten uns das (noch) nicht vorstellen, wir wären schon froh gewesen, wenn wir endlich mal einen Hund hätten!! Iris Labus machte uns auch Mut, ein Tier aus einem Tierheim zu nehmen. Von ihr erhielten wir dann die Adresse der Nothilfe für Polarhunde. Schnell machten wir uns im Internet kundig und bald darauf besichtigen wir die Auffangstation in Freudenstadt. Nun war definitiv klar, dass wir uns für einen nordischen Hund von der Nothilfe entschließen würden.

Aber da war noch ein Problem. Wir waren beide voll berufstätig. Für uns war jedoch klar, dass wir nur einen Hund nehmen, wenn wir auch genügend Zeit dafür haben. Das bedeutete für einen von uns, einen neuen Job zu einem kleinen Pensum zu suchen. Einige Internet-Hundebesichtigungen, Hausbesuch von der Nothilfe und ein paar Monate später erhielten wir von der Nothilfe die Info, dass ein Husky ein Plätzchen sucht. Er könne auch alleine zu Hause bleiben…Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Wir organisierten alles um das Kerlchen bei uns aufzunehmen. Leider (oder zum Glück?) gab es Komplikationen und wir erhielten eine Absage. Nun standen wir da, Ferien und alles organisiert…und vor allem enttäuscht!

Alaskan MalamuteGanz vorsichtig machte uns Moni Schwartze von der Nothilfe auf einen älteren Malamute aufmerksam. Eigentlich wollten wir ja schon immer einen Malamute. Aber ist das der richtige? Oder machen wir uns etwas vor, weil wir gerade alles so schön organisiert haben? Das Foto von Nörre, dem Malamute, überzeugt uns nicht wirklich. Aber nach reiflicher Überlegung entschlossen wir uns für ihn. Und so wurde im April 2005 ein Treffen organisiert, und wir wurden nicht enttäuscht! Schon von weitem beeindruckte uns der Prachtkerl Wie ein Wolf sieht er aus, jedenfalls für uns. Nach dem ersten beschnüffeln, ließ er sich problemlos den Bauch kraulen! Aufgeregt und hocherfreut nahmen wir Nörre mit nach Hause!

 

Malamute-Alltag – Schnell waren wir beeindruckt von dem tollen Charakter von Nörre. Während den ersten Wochen blieben wir beide zu Hause, um viel Zeit für Nörre zu haben. Wir machten Spaziergänge von zu Hause aus und zeigten Nörre sein neues zu Hause. Vorsichtig machten wir Nörre mit den Kindern des Wohnviertels bekannt. Es war schwieriger die Kinder zu bremsen, als Nörre zu halten. Denn Nörre machte das souverän. Mit einer Gemütsruhe saß er da und ließ sich von den Kindern verwöhnen.
Wir spürten schnell, dass wir mit ihm klar kommen können… obwohl…na ja, ein paar Überraschungen bot er uns schon! Nörre war Haus mit Garten gewohnt. Und wenn er alleine bleiben musste (auch nur für kurze Zeit) wollte er halt einfach unbedingt in den Garten. Da wir noch keinen Zaun hatten, konnten wir ihm anfangs diese Freiheit noch nicht gewähren. Und ein Zaun steht nicht von heute auf morgen. Nörre bewies uns seine Cleverness…er öffnete Haus- und Terrassentüren problemlos! „Was ist hier falsch?!“ fragten wir uns, als wir abends nach Hause kamen und Nörre spazierte uns entgegen!!! Einen Vorteil hatte es: Wir wussten nun, dass er nicht abhaut - und dass er kindertauglich ist!
So schnell ließen wir uns auch nicht ins Bockshorn jagen. Mit Tipps und Tricks von Iris Labus und Moni Schwartze machten wir weiter. Unsere Türen mussten noch einige Kratzer einstecken. Aber als dann endlich der Zaun da war, konnten wir Nörre die Gartenfreiheit gewähren und die Probleme verschwanden sofort. Endlich hatte Maja auch einen neuen Job mit einem 40%-Pensum und somit mehr Zeit für Nörre.Alaskan Malamute Nörre

Trotz diesen Anfangsschwierigkeiten war für uns immer klar, dass wir Nörre behalten wollten. Wir spürten, dass er ein toller Kerl ist (was sich auch bestätigt hat). Schließlich ist auch für uns Menschen nicht jeder Neuanfang so einfach, oder?
Tagtäglich lernten wir mehr im Umgang mit unserem Vierbeiner. Von Iris Labus lernten wir Bauchgurt, Zugleinen und –gstältli kennen. Sie zeigte uns, wie nordische Hunde mit Sport ausgelastet werden können. Da Nörre doch schon ein Senior ist, lassen wir das aber mit dem Sport. Dafür gehen wir viel wandern auf abwechslungsreichen Wegen und geben ihm ganz viel Streicheleinheiten!

 

Nörre, Malamute

 

Dem magischen Virus verfallen – Nörre zeigt sich im Alltag so souverän, dass er uns ein guter Lehrmeister ist. Schon bald stellten wir uns die Frage, ob er nicht auch der perfekte Lehrmeister für ein eventuelles Gspänli wäre? Und so kam es, dass auch wir der Magie verfallen waren. Wir fingen an, uns nach einem jüngeren Malamute-Weibchen umzusehen. Wir wollten uns auch schön Zeit lassen…doch als in der Sendung „Herrchen gesucht“ Akena vorgestellt wurde, da wollten wir nicht mehr warten. Ein Mail an Moni Schwartze und die Abklärungen begannen. 2 Wochen später besuchten wir Akena zusammen mit Nörre in Freudenstadt und machten einen gemeinsamen Spaziergang. Akena zog uns förmlich durch die tief verschneite Winterlandschaft. Zum Glück wissen wir, dass es Bauchgurte gibt! Nörre und Akena verstanden sich auf Anhieb prima. Und so kam es, dass wir im März 2006 Akena zu uns holten.

 

Rudelalltag – Nun waren wir als Rudelführer gefordert. Wir spürten, dass Akena vieles nicht kennt und noch Erziehung brauchte. Gleich zu Beginn bettelte sie am Esstisch und legte mit herzerweichendem Blick und jaulendem Geheul ihren Kopf auf unsere Schösse. Ha, davon ließen wir uns jedoch nicht beeindrucken! Die Küche wurde auch sogleich in BeschlagAkaena und Nörre im Schnee genommen, was wir aber schnell mit einem Türchen zu verhindern wussten. (Heute kann sie vor dem offenen Türchen schön brav liegen bleiben und geduldig in die Küche reinschielen…!) Es war uns wichtig, gleich von Anfang an sehr konsequent zu bleiben. Wir spürten schnell, dass wir Akena deutlich machen müssen, dass wir die Rudelführer sind. Ihr neugieriges, liebreizendes Wesen ließ aber über ihren dicken Malamut-Schädel nicht hinwegtäuschen! Immer mal wieder wurde (und wird noch) diese Rangfolge etwas in Frage gestellt: mal schell vorbei drängeln… oder man liegt irgendwo im Weg. Immer aufs Neue wird auch unsere Konsequenz gefordert. Nörre kommt mit dem neuen Dickkopf ganz gut zu recht (zum Glück). Er steht über vielem drüber. Aber beim Spielen sagt Nörre klar, wer der Boss ist!

Walking mit MalamutesUnser kleines Rudel forderte uns neu heraus. Eine neue Dynamik machte sich bemerkbar, halt eben Rudeldynamik! Dies erforderte auch klares Einhalten der Rudelregeln und Rangfolgen: Wir sind die Führer, dann folgt Nörre. Er wird vor Akena begrüßt, erhält als erster sein Futter...
Um den Tatendrang von Akena in die richtigen Bahnen zu lenken, starteten wir schnell mit sportlichem Training. Mit Zuggstältli und Leinen ausgerüstet, sollte sie am Fahrrad vorneweg laufen. Die Betonung liegt bei „sollte“. Fragende Blicke trafen uns: „was wollt ihr von mir?“ Aller Anfang ist schwer und alles Neue will gelernt sein. Heute joggen wir mit ihr am Bauchgurt, fahren Rad mit Zugleine, schlitteln mit Bauchgurt. Zugegeben, manchmal sind diese sportlichen „Kleinerfolge“ auch von ihrem Dickschädel abhängig!Zugarbeit am Fahrrad

Es hat uns Spaß gemacht, soviel neues zu lernen und auch auszuprobieren. Zugegeben, manchmal ist der Aufwand groß und die persönliche Herausforderung nicht immer einfach. Wir entdeckten, dass soviel von uns selbst abhängig ist: sind wir guter Laune, geht vieles ganz einfach. Wenn wir mal einen schlechten Tag haben, so gehorchen sicher die Hunde nicht, und alles läuft einfach gegen den Strich. Unsere Befindlichkeit zeigt sich in unserem Verhalten, welches sich wiederum bei den Hunden widerspiegelt. In schwierigen Situationen mussten wir lernen zu differenzieren, ob das Problem nun beim Hund liegt, oder ob unser Verhalten für den Hund unklar oder sogar unfair war. Das bedeutet, wir müssen über unser eigenes Verhalten nachdenken. Tja, und die ehrlichen Antworten sind manchmal ganz schöne Knacknüsse! Aber es lohnt sich. Denn die Hunde sind zufrieden und wir auch!

 

Nordische im Schnee

Mehr Verständnis für Hund, Mensch und Gesellschaft – Durch Lesen von Fachliteratur sowie durch die Unterstützung von Iris Labus als Fachperson und (inzwischen auch Freundin) ist es uns gelungen, ein Bewusstsein als Rudelführer zu entwickeln. Diese Veränderung und Entwicklung war Arbeit und Spaß zugleich. Wir möchten das im speziellen erwähnen, weil wir diesen Prozess als sehr wichtig erachten. Wir merken tagtäglich wie wichtig dies ist, sonst kämen wir bestimmt nicht so gut mit unseren Hunden zurecht. Andererseits ist da die Umwelt / Gesellschaft, der wir auch gerecht werden müssen und wollen. Wir alle sind gefordert, unser Zusammenleben (vor allem in der kleinen Schweiz) miteinander zu gestalten. Das bedeutet auch gegenseitige Rücksichtnahme. Machen wir als Hundehalter den 1. Schritt, um problematischen Situationen zuvor zu kommen. Es liegt in unserer Verantwortung, die Rolle des Rudelführers klar und aktiv zu übernehmen. Dabei kommt es nicht auf Größe und Rasse des Hundes an!

Viele unterschiedliche Angebote bieten Unterstützung, um im Umgang mit dem Hund sicherer zu werden. Ob ein Hundebesitzer davon Gebrauch machen möchte, ist jedem selbst überlassen und die Teilnahme an entsprechenden Angeboten (noch) freiwillig. Aus eigener Erfahrung können wir nur sagen: Es lohnt sich! Die Hunde fordern unser „Mensch sein“ heraus. Das bedeutet, dass wir mit unserer Persönlichkeit gefordert sind! Ist es eine Schande, wenn wir diese Chance der Persönlichkeitsentwicklung verstreichen lassen?

Diese Chance möchten wir nutzen und als Erfahrung weitergeben. Wir, das heißt in diesem Falle Iris Labus (Hundeinstruktorin) und Maja Schweizer (Coach / Lebensberaterin). Wir wollen praktische Übungen für den Hund mit individuellem, begleitendem Beraten des Menschen verknüpfen. EIN COACHING ALSO FÜR MENSCH UND HUND.

Die Hundeinstruktorin, arbeitet mit dem Hund und vermittelt gleichzeitig dem Hundeführer entsprechendes Wissen und praktisches Anwenden. Ziel dabei ist es, den Hund und das Lernverhalten des Hundes besser verstehen zu lernen. Besseres Verständnis bedeutet mehr Sicherheit. Verständnis für den Hund ist eine Seite, aber wie steht es mit uns selbst? Das Problem liegt ja oftmals nicht oder nicht alleine beim Hund. Das Hauptgewicht liegt beim Menschen. Eine Veränderung in der persönlichen Haltung ermöglicht auch anderes Verhalten für den Hund. Das eine kann ohne das andere nicht stattfinden. Dieses Bewusstsein soll entsprechend gestärkt werden, damit eine positive Veränderung stattfinden kann. Das ist die ergänzende Aufgabe des Coachs: den Menschen durch gezielte Reflektion zu besserem Selbstverständnis und zu bewusstem Verhalten zu führen. Sie werden staunen, welch Potential hier entdeckt werden kann!

Unsere Vierbeiner verdienen Dankbarkeit für die alltäglichen und persönlichen Herausforderungen, die sie uns bieten. Packen wir also die Chance!

Maja Schweizer , Auliweg 22b, 6424 Lauerz
Tel. 041 811 81 36
majaschweizer@bluewin.ch

LÖSUNGSORIENTIERTES COACHING

 


 





 

Diese interessante Seite einem Freund senden

zurück