„Nur noch drei Badener in Bayern“
Der Bericht über die letzten sechs Jahre mit Ruby und Ray

Ich nehme es vorweg: wir möchte keinen einzigen Tag mit unseren beiden Huskys missen!

Ruby und Ray waren ja 2007 gleich in ihrer neuen Umgebung und bei uns „neuen“ Menschen angekommen, aber ein Jahr lang konnte man immer wieder kleine Entwicklungsschritte in unserem Zusammenleben beobachten, dann war das grenzenlose Vertrauen da und der „Familienverband“ positioniert. Wir hatten eine Menge Spaß miteinander und es gab immer wieder Situationen, in denen sich etwas entwickelte, auf das wir reagieren konnten.Ruby und Ray

So hat sich relativ schnell herausgestellt, dass beide inkontinent sind. Bei Ruby wirken die Tabletten heute noch, bei Ray war das nicht immer so und mit zunehmendem Alter weniger. Ich kaufte Inkontinenz-Auflagen, die ich an den Liegeplätzen unter kochbare Badetücher legte und das Problem war fürs Erste gelöst.
Ruby beschloss dann nach einem Jahr, dass sie sich von ihrem Bruder nicht mehr länger im Rollergespann herumreißen lässt. Wir stellten um auf „Power-Walking“.

In den Hundespielstunden gab es dann häufiger Stress, weil Ray jedem Prügel androhte, der mit Ruby Kontakt aufnahm. Und ER hatte dabei den meisten Stress! Zuhause durften vertraute Hunde mit Ruby spielen. Aha, die Rollen waren verteilt: draußen hatte Ray das sagen, im Haus eher Ruby. Wir gingen dann halt alleine auf den Hundeplatz und hatten unseren Spaß! Sie lieben es, dort ohne Leine zu rennen.Ruby

 

 

 

 

 

 

Ruby oben

Und die Geräte begeistern auch. Ruby bevorzugt Stege, Ray den Tunnel und niedrige Hürden.

 

Ray und Uwe

Ray lacht sich schlapp, weil er gerade trickst!
Mit uns Menschen macht es Ray einfach den meisten Spaß und Ruby kam auch nicht zu kurz. Es wird auch immer viel geschmust, manchmal denke ich mit zunehmendem Alter immer mehr. Und Nähe ist wichtig, selbst beim Abendessen unter dem Tisch!Ruby und Ray
Ray hat sich ja auch schon früh nachts in unser Schlafzimmer geschlichen und schlief in einer Ecke auf dem Boden. Ruby kam nur ab und zu und legte sich neben mein Bett. Ihr eigenes war ihr lieber. Als wir dann unser eigenes Haus planten, wurden die Bedürfnisse der zwei berücksichtigt und es gibt jetzt genug Platz für zwei Hundebetten im Schlafzimmer.
Der Umzug war sehr aufregend für die beiden. Er erfolgte in Etappen. Als der Wohnzimmerteppich eingerollt wurde, stampfte Ruby röhrend darauf herum, als wolle sie sagen, „der bleibt bei mir“! Am dritten Wochenende waren dann Schlafzimmer, Küche und der Hundezaun mit Hütten und Betten dran. Eine Freundin hat die zwei morgens abgeholt und erst spätabends wieder gebracht. Da musste alles genau geprüft werden und die Betten wurden sofort besetzt. Ray hat sich am nächsten Tag gleich im Freilauf eingerichtet.Ray
Ziemlich schnell waren wieder Lieblingsplätze definiert. Zum Sonnenbaden

Ruby und Ray in der Sonne

 oder zum Abkühlen.Ruby und Ray im Schatten
Wir haben Ray übrigens an seinem Schattenplätzchen begraben. Und wie er seine Hütte liebte! Von diesem geschützten Ruheplatz aus bekommt man sofort mit, wenn sich im Haus etwas bewegt.

Rays HütteWir zeigten ihnen die Umgebung und das Dorf. Ruby war neugierig und freute sich über alles Neue.

Ruby und Ray im Dorf

Ray dagegen fand die „Großstadtbesuche“ eher stressig und mutierte zum bekennenden Landei. Raus aus dem Gartentürchen und nach 200m Fußweg Wald und Feld, das war ganz nach seinem Geschmack!

Ruby und RayRay und Ruby im Schnee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Und Urlaub zuhause war überhaupt das Größte. Mit allen zusammen lange entspannte Touren gen Norden, vorbei am Pferdehof mit der Eselwiese, das gefiel am Besten.
Dann merkte ich irgendwann, dass mit Ray etwas nicht stimmt. Alle sagten, er wäre wie immer, aber der Ultraschall brachte ein 5-Mark-großes Teil in seinem Bauch aufs Bild, was da nicht hingehörte. Nach eingehender Diskussion mit unseren Doc – Ray war immerhin schon 10 Jahre alt aber mit einem prächtigen Herzen – entschieden wir uns für die Operation. Es war böser Krebs. Ray, der „alte Kämpfer“ ertrug täglich brav seine Infusionen beim Doc, aber kaum aus dem Gartentürchen wäre er mit Kanüle in der Pfote am liebsten Schlittenrennen gefahren. Wir mussten ihn schwer bremsen, bis alles verheilt war. Er bekam fortan vierteljährlich eine Spritze und der Krebs kam wundersamer Weise nie zurück. Es folgten weitere ungetrübte fröhliche zwei Jahre mit Sport, Spiel und Spaß. Letzten Sommer bemerkte ich, dass Ray abbaut. Er wurde noch anhänglicher und schlief noch mehr. War ich im Garten, hielt er in meiner Nähe sein Mittagsschläfchen.Opa Rays Mittagsschlaf Er bestand darauf, weiter Treppen zu steigen und bei den Runden vorneweg zu laufen, aber es strengte ihn an. Ich finde, man sah es ihm auch an Terrasien, obwohl er immer noch lachte. Meine Nichte schenkte mir das Buch „Weis(s)e Schnauzen“ – eine wirklich nett zu lesende Beschreibung für das Leben mit alternden Hunden – und so stellten wir uns auf einen neuen Lebensabschnitt ein. Unser Doc stellte Spondylose fest. Ray bekam dann Schmerztabletten und an Treppen „deckte ich ihm den Rücken“. Als er das erste Mal an der Treppe abrutschte, konnte ich ihn abfangen. Anschließend zog ich die Hundebetten ins Wohnzimmer um und schlief Rays letzte fünf Wochen auf dem Sofa. Die Frage, woran ich merken werde, wann Ray Hilfe braucht, beantwortete unser Doc: er wird es ihnen sagen. Uns so war es auch. Wir schlenderten nur noch immer kürzer werdende Runden mit Ray und er bekam zusätzlich Spritzen. Eines Abends dann kam er mir auf die Terrasse nach und sagte es mit Blicken und leisem Heulen. Ich entlastete seinen Rücken, mein Mann griff zum Telephon und zwei Stunden später war er erlöst. Das war hart! Wir hatten unseren besten Freund verloren.
Und es war spannend, wie Ruby mit dem Verlust klarkommen würde, immerhin waren die beiden 13 Jahre zusammen. Sie lief zwei Tage mit hängendem Kopf und Schweif durch die Gegend und suchte auch offensichtlich nach Ray. Am dritten Morgen spielt Sie mich an mit einem Ausdruck: Jetzt ist alles meins!
Wir gingen wieder walken.

Oma Rubys FrühsportRuby lachte und hüpfte rum wie ein Geißbock und unterwegs wurde kräftig mit anderen Hunden Kontakt aufgenommen. Sie hat schon mit fünf Rüden aus der Gegend Freundschaft geschlossen. Wenngleich diese etwas Vertrauen brauchten, dass nicht doch noch Ray hinter einem Busch hervorspringt.
Mittlerweile kränkelt sie auch, es ist ein ständiges Auf und Ab und die Runden wurden auch halbiert. Sie ist ja auch schon 90! Aber wir freuen uns über jeden Tag, den wir mit ihr verbringen dürfen. Und wir hoffen, es werden noch gaaaaaanz viele!
Kontaktliegen war für Ruby übrigens schon immer wichtig, aber jetzt hätte man das schon gerne noch öfter!Kontaktliegen
Im Mai werden wir Urlaub zusammen mir Ocho machen, dem heißblütigen spanischen Hund meiner Nichte. Den fand Ruby schon immer klasse, das gefällt ihr sicher.
Wir schreiben dann auch eine Urlaubskarte!

 

 

 

 

 

Christiane, Uwe und Ruby
 

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