Wolf & Trouble

 

Wir, ein junges Pärchen, stießen durch Zufall auf die Internetseite der Nothilfe für Polarhunde. Durch die Mix- Hündin der Schwiegereltern waren wir schon von den Nordischen geprägt, also war diese Seite voll in unserem Interesse.

Dann sahen wir Ihn, Wolf. Auf dem Foto ziemlich dünn, verfilzt, verdreckt. Aber er reizte uns irgendwie. Also lasen wir uns seine Geschichte durch. Er war 10 Jahre alt und lebte schon lange im Tierheim. Wir diskutierten lange darüber, ob wir ihn zu uns holen sollen. Für mich war klar: Auf jeden Fall! Viele Leute rieten uns davon ab. Er sei zu alt. Er kann sich nicht mehr binden usw. Das war uns egal. Es bestand eine Chance von 50% zu 50%.

Ich rief also Frau Schwartze an, um mit ihr alles weitere zu besprechen. Sie kontaktierte als erstes das Tierheim Wilhelmshaven, um alles klar zu machen. Dann rief ich dort an und vereinbarte einen Termin. Als endlich der Tag der ersten Begegnung mit Wolf gekommen war, fuhr ich mit der Husky Mix- Hündin Sina meiner Schwiegereltern nach Wilhelmshaven. Es war ein Freitag und um 9Uhr sollte ich da sein. Also früh los, denn es waren ein paar Hundert Kilometer.

Endlich angekommen, wurde ich erst mal zum Gespräch ins Büro gebeten. Sie waren beeindruckt, dass ich Sina mit dabei hatte. Wir sprachen über zwei Stunden miteinander, um zu sehen, ob ich der richtige für Wolf bin, da er sich mit Menschen schwer tut.

Dann war es soweit und ich konnte Wolf begegnen. Wir gingen in ein Freigehege. Da waren dann nur Sina, Wolf und ich. Wolf hatte wirklich Angst vor mir. Aber dank Sina siegte dann doch die Neugier bei Wolf. Er kam immer näher an mich, bis ich ihn berühren durfte. Das Eis war gebrochen. Dann hieß es, wir gehen mal gemeinsam Spazieren. Auch das lief wunderbar. Nun nur noch sehen, ob er mit ins Auto steigt. Klappe auf und Schwupp war er drin. Klappte auch super. Jetzt mussten noch 5 Leute entscheiden, ob Wolf wirklich mit uns durfte. 2 stimmten mit ja, 2 mit nein und die fünfte Person war nicht zu erreichen. Aber es wurde sich beraten und schließlich doch für ja gestimmt. Also, auf nach Kiel.

Wolf

Zu Hause angekommen, es war schon alles für Wolf vorbereitet, erst mal Spazieren gehen. Neue Umgebung usw. kennen lernen. Sina blieb für 2 Wochen bei uns, um Wolf alles zu zeigen und um zu vermitteln, da Wolf viel Angst hatte. Vor allem und jedem. Aber nach zwei Wochen lief es schon sehr gut mit ihm, dank Sina, die super vermittelt und geholfen hat. Nach weiteren zwei Monaten hatte er sich super eingelebt und kam sowohl mit Mensch als auch mit Tier zurecht und fühlte sich wohl. Alle Zweifel waren dahin. Wir haben noch viel mit ihm erlebt, OPs, hinterhältige Angriffe von anderen Rüden (Wolf strahlt eine gewisse Dominanz aus ohne überhaupt was zu machen) usw.

 

Knapp ein Jahr später rief Frau Schwartze uns an und fragte, ob wir eventuell noch Platz hätten für einen Pflegehund. Für mich war klar, dass es auf jeden Fall geht. Egal wie. Also, ein bisschen diskutieren und schließlich war auch meine Frau einverstanden. Wir sagten zu.

Frau Schwartze sagte uns, dass es ebenfalls ein Rüde sei, unkastriert (und das bei den Hündinnen hier in der Nachbarschaft) und 11 Jahre alt. Egal. Wir vereinbarten alles Notwendige und trafen uns dann zu einer Übergabe in Hamburg. Also fuhr ich nach Hamburg, um Trouble abzuholen. Als Trouble aus dem Wagen stieg, erst mal alles begutachtete und dann zu mir kam, mich mit seinen riesigen Augen ansah und seinen Kopf dann an mein Bein schmiss, war es um mich geschehen! Mir war klar, dass er bei uns blieb. Für immer - wenn er sich mit Wolf versteht!

Kurz bevor ich zu Hause war, rief ich meine Frau an, dass sie mit Wolf bitte runterkommen solle, um Trouble und Wolf bekannt zu machen. Gesagt getan. Es klappte super. Wolf begrüßte Trouble sehr freundlich. Allerdings hatte Trouble etwas Angst vor Wolf. Aber wir gingen erst mal Spazieren und dann nach Hause. Zu Hause wollte Trouble an den Wassernapf was Wolf nicht gut fand, da er dort gerade trank. Wolf knurrte kurz und es war OK für Trouble. Wolf hat das Sagen bei den beiden. Auch meiner Frau war klar, dass Trouble bei uns bleiben soll. Für immer. Und so war es dann auch und kurze Zeit später bekamen wir den Abgabevertrag persönlich von Frau Schwartze, die uns besuchte.

Bei Spaziergängen fiel uns auf, dass Trouble Angst vor anderen großen Hunden hatte, besonders bei Rüden. An Wolf lief jeder fremde Rüde vorbei. Auf Trouble gingen sie ohne Vorwarnung direkt los! Das wiederum gefiel Wolf nicht und er legte sich ständig mit den anderen an. Er stellte sich stets zwischen Trouble und den anderen Rüden. Er beschützte Trouble, wo er nur konnte. Wolf ist einfach der geborene Rudelführer. Irgendwann wehrte Trouble sich einfach und wurde immer selbstbewusster. Wolf musste nicht mehr eingreifen.

Dann fiel uns auf, dass Trouble immer schlechter lief und irgendwann die Treppen nicht mehr hoch laufen wollte. Also trug ich ihn hoch. Wir riefen eine Homöopathin an, die auch sofort vorbei kam. Sie tastete Trouble ab und stellte fest, dass er ein großes Problem mit seinen Hüftpfannen hat, ebenfalls mit seinem Herzen. Trouble hat ein vergrößertes Herz. Die Homöopathin gab Trouble Akupunktur und von da an lief er auch wieder viel besser. Nun bekommt er alle drei Monate seine Akupunktur und jeden Tag seine Tropfen wegen seinem Herzen. Aber seit dem geht es Trouble klasse und er läuft wie ein junger Hund. Zumindest versucht er es. Wir müssen ihn leider immer bremsen, bevor es wieder zu schlimm wird.

Mittlerweile sind Wolf und Trouble unzertrennlich. Der eine will nicht ohne den anderen gehen. Wenn es stürmt( in der Beziehung ist Wolf ein Angsthase) legt Wolf sich stets dicht an Trouble. Trouble ist der wilde, der verfressene, der Kuschler, während Wolf der ruhige, der zurückhaltende ist. Seit Wolf und Trouble bei uns sind, sind sie wieder aufgeblüht, jung geworden. Sie fühlen sich echt wohl. Und sie danken es uns mit ihrer grenzenlosen Liebe.

Trouble

 

 

 

 

 

 

Auch alte Hunde können sich auf etwas Neues einlassen. Können wieder vertrauen und jemanden lieben. Sie können einen zum Toben motivieren oder zum Kuscheln. Können einem in schweren Zeiten Mut machen. Und einen immer wieder motivieren, weiter zu machen. Mit allem..

Und das schönste ist, dass sie ewig leben. In unseren Herzen!

  

Stefan Matusczyk

Trouble ging im Oktober 2005 über die Regebogenbrücke
Wolf folgte ihm im Februar 2007

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