Arthrose

Der Bewegungsapparat ist ein umfangreiches System aus Muskeln, Bändern, Sehen und Gelenken, die im gesunden Zustand hervorragend aufeinander abgestimmt sind. Für optimale Beweglichkeit sorgen die Gelenke, die ein eigenes komplexes System darstellen.
Gelenke sind leicht bewegliche Verbindungen zwischen den Knochen. Um Bewegungen „reibungslos“ durchführen zu können, sind die Knochenenden im Gelenk mit einem glatten elastischen Knorpel überzogen. Dieser Knorpel schützt die Knochen im Gelenk wie ein Stoßdämpfer und sorgt dafür, dass die Knochen bei Bewegung nicht aneinander reiben
Eine Flüssigkeit innerhalb der Gelenkkapsel sorgt dafür, dass der Knorpel mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird und elastisch und glatt bleibt.

Arthrose ist der übergeordnete Begriff für verschleißbedingte Erkrankungen am Gelenkknorpel. Die Auslöser für Zerstörungen am Gelenkknorpel sind z.B. angeborene oder erworbene Fehlstellungen (und dadurch falsche Belastung des Gelenks) und übergewicht. Einige Stoffwechselerkrankungen können von arthroseähnlichen Gelenkveränderungen begleitet werden, u.a. Diabetes und Gicht.

Arthrose kann sowohl große Gelenke als auch kleine Gelenke und sogar die Gelenke der Wirbelsäule befallen.
Im Gegensatz zu vielen Rheumaarten gibt es bei der Arthrose eine schmerzhafte „Anlaufphase“, vor allem morgens, nach der sich die Bewegungen dann „normalisieren“ und die Beschwerden besser werden („Hund muss sich einlaufen“).

Arthrose ist also eine Abnutzungskrankheit der beweglichen Gelenke, die übrigens bei fast allen Menschen im höheren Lebensalter zumindest in leichter Form auftritt.
Man kann Arthrose in mehrere Stadien einteilen:
Im Frühstadium, das sich oft über Jahre erstreckt, produzieren die Zellen im Gelenkknorpel weniger Grundsubstanz und der trocken werdende Knorpel verliert an Elastizität. Erste feine Schäden (winzige Risse) an der Oberfläche des Knorpels treten auf – Schmerzen sind wenig ausgeprägt und nur kurzfristig.
Weist der Knorpel bereits tiefere Risse auf, die sich allmählich verbreitern, können zunehmend Reibegeräusche der uneben gewordenen Gelenkflächen zu hören sein – das zweite Stadium ist erreicht. Die Gelenkkapsel kann sich immer wieder einmal entzünden, was zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen führt.
Das nächste Stadium ist erreicht, wenn der Gelenkknorpel stellenweise bis auf den darunter liegenden Knochen zerstört ist, der Knochen wird dann ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Entzündungen treten häufiger auf, das Knochengewebe verdichtet sich, der Gelenkspalt wird schmaler und die Schmerzen nehmen zu.
Im letzten Stadium ist der Gelenkknorpel weitestgehend zerstört, der darunter liegende Knochen ist stark verändert. Randwülste, Zacken, Kapselveränderung und dadurch ausgelöste Muskelverspannungen verursachen deutliche Schmerzen.

Vertrauen Sie auf Ihre eigene Wahrnehmung: wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Hund läuft morgens oder nach einer längeren Ruhephase irgendwie „unrund“ (auch ohne wirklich deutlich zu hinken) und dieser Zustand bessert sich selbst nach Tagen noch nicht, dann sollten Sie Ihre Beobachtungen Ihrem Tierarzt schildern.

Arthrose, also die fortgeschrittene Zerstörung des Gelenkknorpels selbst lässt sich nicht rückgängig machen, das weitere Fortschreiten jedoch aufhalten, was für das „Lauftier“ Hund Lebensqualität bedeutet.

Nicht nur beim Hund sondern auch beim Menschen kommt häufig ein pflanzliches Arzneimittel zum Einsatz, das aus den Wurzeln der Teufelskralle, einer ursprünglich in Afrika beheimateten Staude, gewonnen wird, oft kombiniert mit weiteren pflanzlichen Bestandteilen. Ziel ist es, die Entzündung zu hemmen, den Schmerz zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Dosierung chemischer Schmerzmittel oder schmerz- und entzündungshemmender Kombinationspräparate so gering wie möglich zu halten. Wie die meisten Naturheilmittel braucht auch ein solches Präparat erfahrungsgemäß etwa 3 bis 4 Wochen, bis es seine Wirkung voll entfaltet.
Ob und welche chemischen Medikamente als Dauer- oder Akut- Gabe im Einzelfall zur Anwendung kommen, entscheidet der behandelnde Tierarzt aufgrund des individuellen Befundes, der ganz persönlichen Disposition des jeweiligen Hundes gegenüber „Befindlichkeitsstörungen“ bzw. Schmerzen, denn auch Hunde empfinden ganz unterschiedlich. Obwohl diese Medikamente in den letzten Jahren deutlich verbessert werden konnten, haben sie oft unerwünschte Nebenwirkungen, vor allem im Bereich des Magen-Darm-Traktes.

Aber mit Medikamenten alleine ist es nicht getan!
Falls Ihr Hund übergewichtig ist – jetzt sollte er unbedingt abnehmen, auch hier können Sie z.B. durch die Umstellung auf ein weniger energiereiches Futter den Weg zum „Wunschgewicht“ ein wenig leichter machen. Ihr Tierarzt und auch ein gut ausgebildetes Fachgeschäft können Ihnen hier raten.
Hunde reagieren oft wie Menschen auf Gelenkschmerzen instinktiv mit Schonung, mittlerweile weiß man jedoch, dass die Schonung von Muskeln und Gelenken die Probleme verstärken. Daher sollte, nach Abklingen der akuten Entzündung und des Begleitschmerzes, der Hund zu Aktivität und Bewegung angeregt werden. Dies lockert und kräftigt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und verbessert so die Nährstoffversorgung der Gelenkknorpel.
Die Frage nach dem wie viel Bewegung und was dabei beachten kann Ihnen Ihr Tierarzt und / oder ein Hundephysiotherapeut beantworten, da auch dies wieder vom Befund abhängig ist. Die Hinzuziehung eines Hundephysiotherapeuten kann bei Arthrose sehr sinnvoll sein, gerade mit Blick auf Muskelaufbau, Korrektur von Fehlbelastungen und im Bereich der Schmerztherapie.

Diese interessante Seite einem Freund senden

 zurück