Hundekrankheiten – Borreliose

(Lyme Disease)

Krankheitsbild

Die Erreger der Borreliose ist ein Bakterium, das zur Familie der Spirochaetaceae gehört. Derzeit sind mehrere Genospezies bekannt, Borrelia burgdorferi sensu stricto, Borrelia garinii sowie Borrelia afzelii sind die bekanntesten. In den USA konnte vor allem Borrelia burgdorferi sensu stricto isoliert werden, in Europa finden sich alle drei genannten Genospezies. In Spanien tritt Borrelia garinii vermehrt auf.

Die unterschiedlichen Genospezies sind auch unterschiedlich in ihrer antigenen Struktur, was zu Problemen in der serologischen Diagnostik und bei der Entwicklung von Impfstoffen führt.

Die Borreliose ist bisher wenig erforscht. Derzeit gehen Wissenschaftler davon aus, dass Borrelia burgdorferi sensu strictu vor allem den Bewegungsapparat in Mitleidenschaft zieht, Borrelia garinii sich im gesamten Körper durch Symptome zeigen kann und Borrelia afzelii vor allem zu Problemen im Bereich der Haut führt.

Das Borrelia, das im Darm der Zecke lebt, wird durch die Blutmahlzeit aktiv. Nachdem der Hund von der Zecke gestochen wurde, dauert es ca. 24 Stunden, bis die Bakterien in den Hund eingedrungen sind.

Die Übertragung erfolgt durch die Zecke. Stechmücken als überträger der Borrelien werden diskutiert, bei in Europa nicht heimischen Borrelien-Arten ist eine Übertragung durch Läuse möglich. Eine Infektion von Hund zu Hund oder vom Hund auf den Menschen ist nicht wahrscheinlich.

Symptome

Eine umfangreiche Untersuchung bei Hunden in den USA im Jahr 1993 konnte für Borrrelia burgdorferi sensu stricto zwei bis fünf Monate nach der Infektion zunächst leichte Lahmheiten nachweisen, die innerhalb von 3 Tagen zunahmen und nach 4 Tagen wieder verschwunden waren. Hauptsächlich betroffen waren die Ellenbogengelenke sowie Karpal- und Kniegelenke. Bei einigen Tieren konnte eine leichte Schwellung und eine lokale Temperaturerhöhung (39,5-40,0 C)sowie Apathie festgestellt werden. Im Abstand von etwa 2 bis 4 Wochen entwickelten die Tiere eine zweite, teilweise dritte Lahmheit. Teilweise waren andere Gelenke betroffen als in der ersten Periode. Während des Beobachtungszeitraums von 17 Monaten traten keine weiteren klinischen Anzeichen mehr auf. Hautreaktionen konnten nicht festgestellt werden.

Bei Infektionen mit Borrelia afzelii sind Hautveränderungen bekannt, die von Rötungen bis hin zu Ekzemen reichen.

Bei Borrelia garinii-Infektionen werden häufig Symptome verzeichnet, die das Nervensystem betreffen, diese Verlaufs-Form wird daher Neuroborreliose genannt, möglich sind aber auch andere, verteilt über den gesamten Körper auftretende Probleme im Bereich von Gelenken und Haut.

Behandlung

Um eine Borreliose-Infektion nachweisen zu können, ist die Serologie derzeit noch die Methode der Wahl. Die Untersuchung basiert auf den nachweisbaren Antikörpertitern (IgM bzw. IgG).

Hunde, die infizierten Zecken ausgesetzt waren, bilden nach 4 bis 6 Wochen nachweisbare Antikörpertiter (IgG) aus, die innerhalb der nächsten 6 bis 8 Wochen ansteigen und mindestens ein Jahr auf diesem hohen Niveau bestehen bleiben. Wie sich der Titerverlauf bei IgM verhält ist nicht eindeutig geklärt, es gibt Hinweise, dass sich hier bereits in den ersten vier Wochen ein deutlicher Titer ausbildet, weitere Hinweise in der Literatur deuten allerdings daraufhin, dass dies nur für Erstinfektionen (und v.a. bei Hautmanifestationen) gilt.

In der Regel wird eine Borrelien-Infektion mit mehrwöchiger Antibiotika-Gabe behandelt. Blutuntersuchungen im Rahmen einer Studie haben allerdings ergeben, dass der Antikörpertiter dadurch teilweise bis unter die Nachweisgrenze reduziert wird, 6 Monate nach Abschluß der Behandlung jedoch wieder Antikörper gegen Borrelia burgdorferi eindeutig nachweisbar waren.

Vorbeugung

Wenn Sie einen Urlaub mit Ihrem Hund in einem südlichen Land planen, versehen Sie das Tier mit einem wirksamen Zeckenschutz. Zusätzlich sollten Sie Ihren Hund täglich auf Zecken absuchen und diese sofort vorsichtig entfernen.

Eine Impfung gegen Borreliose ist möglich, jedoch mit den oben genannten Problemen, die sich aus den unterschiedlichen auftretenden Genospezies ergeben.

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