Pilze, die Hunde gefährden können

Die hier zusammengestellte Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
 
Toxizitätsgrad Symbol Bedeutung
schwach giftig (+) Vergiftungssymptome erst nach Aufnahme massiver Pflanzenmengen.
giftig + Klinische Störungen nach Aufnahme großer Pflanzenmengen.
stark giftig ++ Vergiftungsanzeichen nach Aufnahme kleiner Pflanzenmengen.
sehr stark giftig +++ Gefährdung schon nach Aufnahme geringer Pflanzenmengen.

Bezeichnung

Familie

Toxi-zitäts-grad

Vorkommen

Wirkstoff

Wirkungsweise

Symptome

Roter Fliegenpilz (Fliegenpilz) (Amanita muscaria) Wulstlinge + + August bis November, Laub- und Nadelwald Ibotensäure, Muscimol, wenig Muscarin Stimulation von Sympathicus und Parasympathicus, beides Teile des vegetativen Nervensystems. Die meisten Organe werden von beiden Systemen gesteuert. erste Symptome nach 30 Minuten bis 2 Stunden, entweder verlangsamter Herzschlag, Speichelfluss und Schweißausbrüche, evt. Verengung der Pupille beim Hund oder beschleunigter Herzschlag, trockene und warme Haut, erweiterte Pupillen. Ferner möglich übelkeit, Erbrechen, Mattigkeit, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, Darmkrämpfe, Darmverschluss, motorische Störungen, Atemnot; später Hyperaktivität, Erregbarkeit, Sinnestäuschungen, schließlich tiefer Schlaf. Die Psychose kann tagelang anhalten, heilt aber ohne Folgen aus.
Frühjahrslorchel (Speiselorchel, Giftlorchel, Stockmorchel) (Gyromitra esculenta) Lorchelpilze + + + Ende März bis Mai, in Kiefernwäldern auf sandigen Böden, häufig in der Nähe von aufgehäufter Borke, bei Holzabfällen oder unter Reisig Gyromitrin Gyromitrin, ein wasserlösliches Zellgift erste Symptome nach 4-24 Stunden: übelkeit, Kolik, Erbrechen, Kopfschmerzen, evt. wässrige Durchfall. Abklingen der Symptome nach 2-5 Tagen. Bei schwerer Verlaufsform: Zerstörung der roten Blutkörperchen, Gelbsucht, auf Minimum reduzierte Harnausscheidung, Coma hepaticum, Organblutungen, Kreislaufversagen, Niereninsuffizienz, Hirnödem
Nadelholz-Häubling (Gift-Häubling) (Galerina marginata, Pholiota marginata) Haarschleier-pilze + + + September-November, auf morschem Holz (vorwiegend Nadelholz, selten Laubholz), einzeln oder in kleinen Büscheln Amatoxine Amatoxine, vorwiegend Amanitine, haben eine starke Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute und werden relativ schnell im Magen-Darm-Trakt resorbiert. Die Toxine gelangen in die Leber und schädigen diese. Vergiftungserscheinungen nach 8-24 Stunden, dann kommt es zu übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Nach 1-2 Tagen folgt eine scheinbare Verbesserung des Zustandes für 12-24 Stunden, bevor die Symptome einer schweren Leber- und Nierenschädigung einsetzen. Unbehandelt tritt der Tod um den 5. Tag ein
orangefuchsiger Hautkopf, orangefuchsiger Schleierling, orangefuchsiger Rauhkopf) (Cortinarius orellanus, Dermocybe orellana) Haarschleier-pilze + + + August bis Oktober, Laubwald Orellanin nierenschädigendes Prinzip erste Vergiftungsanzeichen nach 3-14 Tage. Dann krankhaft gesteigertes Durstgefühl /krankhaft erhöhte Urinausscheidung, übelkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, später verminderte Harnausscheidung, Eiweiß sowie rote und weiße Blutkörperchen im Urin, Hepatitis, Gelbsucht. Todesfälle möglich durch Nierenversagen
Grüner Knollenblätterpilz (Grüner Giftwulstling, Grüner Mörder) (Amanita phalloides) Wulstlinge + + + Juli bis Oktober, Laubwäldern hitzeresistente Cyclopeptide: Phallotoxine (vorwiegend Phalloidin) und Amatoxine (vorwiegend α- und β-Amanitine) Amatoxine, vorwiegend Amanitine, haben eine starke Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute und werden relativ schnell im Magen-Darm-Trakt resorbiert. Die Toxine gelangen in die Leber und schädigen diese. Phallotoxine binden sich an Actin, sie führen zu einer Funktionsstörung der Zellmembran. Es können Stunden vergehen, bis plötzlich massive übelkeit und Erbrechen einsetzen, kolikartige Bauchschmerzen, wässriger Durchfall, starke Austrocknung. Nach ausreichender Therapie folgt ein 12-24stündiges symptomfreies Intervall. 2-4 Tage nach Pilzaufnahme steigen die Leberenzyme an, gesteigerte Konzentration des Blutfarbstoffs Bilirubin (entsteht beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin) im Blut mit Gelbsucht, Abfall der Gerinnungsfaktoren, Blutungen, hepatisches Koma, Harnvergiftung und Nierenversagen
Pantherpilz (Amanita pantherina) Wulstlinge + + Juli bis November, Laub- und Nadelwald  toxische Isoxazole, vor allem Ibotensäure und Muscimol, ferner das Oxazol Muscazon und geringe Mengen Muscarin  Stimulation von Sympathicus und Parasympathicus, beides Teile des vegetativen Nervensystems. Die meisten Organe werden von beiden Systemen gesteuert. erste Symptome nach 30 Minuten bis 2 Stunden, entweder verlangsamter Herzschlag, Speichelfluss und Schweißausbrüche, evt. Verengung der Pupille beim Hund oder beschleunigter Herzschlag, trockene und warme Haut, erweiterte Pupillen. Ferner möglich übelkeit, Erbrechen, Mattigkeit, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, Darmkrämpfe, Darmverschluss, motorische Störungen, Atemnot; später Hyperaktivität, Erregbarkeit, Sinnestäuschungen, schließlich tiefer Schlaf. Die Psychose kann tagelang anhalten, heilt aber ohne Folgen aus.
Riesen-Rötling (Rhodophyllus sinuatus, Entoloma sinuatum, Entomola lividum) Rötelpilze + + Juni-Oktober, Laubwald, vorzugsweise unter Eichen, Buchen und Hainbuchen, auf Waldwiesen, in Reihen oder Kreisen. Muscarin ? erste Symptome nach 15 Minuten bis 4 Stunden, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Speichelfluss, Tränenfluss, Verengung der Pupille, verlangsamter Herzschlag; die gastrointestinalen Symptome stehen im Vordergrund, erheblicher Flüssigkeitsverlust
Satanspilz (Satans-Röhrling, Teufelspilz, Blutschwamm) (Boletus satanas) Röhrenpilze + + August bis September, Kalkbuchenwäldern und in anderen lichteren Laubwäldern auf Kalkboden, z.B. unter Eichen, an wärmebegünstigten Plätzen, oft standorttreu und truppweise Muscarin   erste Symptome nach 15 Minuten bis 4 Stunden, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Speichelfluss, Tränenfluss, Verengung der Pupille, verlangsamter Herzschlag; die gastrointestinalen Symptome stehen im Vordergrund, erheblicher Flüssigkeitsverlust
Ziegelroter Risspilz (Mairisspilz, Gemeiner Faserkopf, Falscher Mousseron) (Inocybe patouillardii) Haarschleier-pilze + + Mai-Juli, in Parkanlagen und in Laubwäldern, vor allem unter Buchen und Linden, kaum über 500 m Höhe Saponingemisch Helleborin, Ranunculoside Alkaloid Muscarin, Nebenwirkstoffe: Cholin und Acetylcholin erste Symptome nach 15 Minuten bis 4 Stunden, Schwitzen, Speichelfluss, Tränenfluss, verlangsamter Herzschlag. Bei höherer Dosis folgen Kolik, übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verengung der Pupille, Sehstörungen, Zittern, Halluzinationen, in schweren Fällen Lungenödem und Kreislaufversagen

©Nothilfe für Polarhunde e.V.


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