Hakenwürmer


Mit 1 bis 1,5 cm Größe sind die Hakenwürmer relative kleine Vertreter der Fadenwürmer (gehören zu den Rundwürmern, auch Nematoden genannt), ihr Vorkommen ist nicht ganz so häufig wie das der Spulwümer. Beim Hund kommen am häufigsten Ancylostoma caninum und Uncinaria Stenocephala vor, die Eier werden über den Kot des infizierten Tieres ausgeschieden und erreichen das infektionsfähige Larven-Stadium III in der Umwelt.

Die Infektion mit Uncinaria Stenocephala erfolgt meist über die orale Aufnahme infektiöser Larven dieser Hakenwurmart, die Einwanderung über die Haut (perkutan) spielt bei dieser Art nur eine untergeordnete Rolle, da nur wenige der perkutan eingedrungen Larven den Dünndarm erreichen (Anderson, 2000). Eine Körperwanderung nach oraler Infektion konnte bisher bei Uncinaria stenocephala nicht nachgewiesen werden, ebenso wenig gibt es Hinweise auf pränatale Infektionen. Die Larven dringen in Magen- und Duodenumwand (Zwölffingerdarm) ein und sind bereits nach zwei Tagen im Dünndarm anzutreffen. Dort entwickeln sich die adulten Würmer, Wurmeier werden meist erstmalig etwa zwei bis zweieinhalb Wochen nach der Infektion ausgeschieden. Der Befall mit Uncinaria stenocephala ist für das Wirtstier vergleichsweise weniger belastend, der Parasit heftet sich zwar auch an der Darmwand fest, ernährt sich jedoch nicht vom Blut des Wirtes, sondern von Gewebsbestandteilen, allerdings verursacht dies häufig eine katarrhalische Enteritis, eine akute Entzündung des Darms (Eckert 2000).

Bei Ancylostoma caninum ist eine Ansteckung sowohl über die Haut (perkutan) als auch oral (Aufnahme infektionsfähiger Larven über das Maul) möglich, wobei hier sowohl die Übertragung mit der Muttermilch (galaktogen), das Fressen paratenischer Wirte (Zwischenwirte, die selbst nicht befallen sind, bei denen jedoch infektionsfähige Larven im Körpergewebe ruhen) oder die Aufnahme der Larven direkt aus der Umgebung (Belecken des Fells, des Bodens etc.) möglich ist (Anderson 2000). Nach neueren Untersuchungen (Eckert 2000) konnte die Möglichkeit der pränatalen (vorgeburtlichen) Infektion nicht bestätigt werden.
Die über die Haut eingedrungenen Larven von Ancylostoma caninum wandern über teilweise große Strecken in der Unterhaut des Hundes, einem Teil von ihnen gelingt das Eindringen in die Venen. Über das rechte Herz wandern sie zur Lunge und von dort in den Rachen, wo sie abgeschluckt werden und durch Speiseröhre und Magen in den Darm des Hundes gelangen (tracheale Wanderung), dort entwickeln sie sich zum adulten Hakenwurm. Einem anderen Teil der perkutan eingedrungenen Larven gelingt eine somatische (körperliche) Wanderung in verschiedene Gewebe, in denen sie dann in Ruhestadien übergehen, jedoch jahrelang aktivierbar sind. Diese Reaktivierung findet bei weiblichen Tieren gegen Ende einer Trächtigkeit und während der Hitze statt, durch eine erneute Körperwanderung gelangen Larven bis in die Milchdrüsen. Es werden jedoch stets nur einige der ruhenden Larven reaktiviert, so dass es auch ohne Neuinfektion immer wieder zu Hakenwurmbefall kommen kann.
Bei der Ansteckung durch freilebende Larven von Ancylostoma caninum wandern diese größtenteils in die Dünndarmwand ein, erreichen dort das nächste Larvenstadium und kehren in den Darm zurück, wo sie sich zu adulten Würmern entwickeln (Anderson 1992). Nur ein geringer Teil der Larven dringt ins Blutgefäßsystem ein, um eine tracheale Wanderung zu vollziehen.
Erfolgte die Ansteckung über die Muttermilch oder durch das Fressen eines Zwischenwirtes kommt es nach den bisherigen Studien (Stoye 1983) vorwiegend zu einer Direktansiedlung im Darm, eine Körperwanderung findet nur selten statt.
Durch das Eindringen über die Haut kann es bei einigen Tieren zu Juckreiz mit lokaler Hautirritation kommen, möglich sind auch sekundäre bakterielle Infektionen. Findet eine tracheale Wanderung der Larven statt, so kann es bei der Lungenpassage zu Symptomen wie Husten kommen. Je nach Befallsstärke, Alter und Ernährungszustandes des betroffenen Hundes variieren die klinischen Symptome des Befalls mit Ancylostoma caninum. Die schwersten Erkrankungen findet man bei jungen Tieren, bei Welpen im schlimmsten Fall sogar Todesfälle. Da die adulten Stadien von Ancylostoma caninum täglich im Dünndarm jeweils etwa 0,05 bis 0,12 ml Blut saugen, sind die Symptome meist Abmagerung, struppiges Fell, rasche Ermüdung, Durchfall (oft blutig), Austrocknung (Exsikkose) und Blutarmut. Ein geringer Befall kann aber auch völlig symptomlos bleiben. Die Zeit von der Infektion des Endwirtes bis zum Auftreten der ersten Wurm-Eier im Kot (Präpatenzperiode) beträgt zwei bis drei Wochen.
Auch der Mensch kann sich mit Ancylostoma caninum infizieren, es handelt sich also um eine Zoonose. Die Infektion erfolgt durch Hautkontakt mit den Larven. An der Einwanderungsstelle entstehen nach 2 bis 4 Tagen insektenstichartige, rötliche, stark juckende Hautläsionen, häufig kommt es zu einer sekundären, bakteriellen Besiedelung dieser Hautbezirke, die eitrige Ekzeme hervorrufen können. Beim Menschen dringen die Larven selten in den Körper vor, sie bleiben meist unter der Haut. Ihre Wanderung können sie unterbrechen, an den Ruhestellen bilden sich kleine Papeln. Aus noch nicht geklärten Ursachen kann diese Wanderung jedoch wieder aufgenommen werden. Die Erkrankung selbst trägt den Namen „Larva migrans externa“ oder auch „Larva migrans cutanea“.

 

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