Aus gegebenem Anlass möchten wir Sie mit etwas wenig Erfreulichem konfrontieren: Lungenwürmern. Offenbar ist eine Infizierung damit (inzwischen?) häufiger als bislang angenommen. Auch Tierärzte übersehen noch oft diese mögliche Diagnose, wenn ein Hund hustet. Bitten Sie Ihren Tierarzt gegebenenfalls ausdrücklich um eine entsprechende Untersuchung („Larvenauswanderungsverfahren“ anhand von mindestens 2 Kotproben).

Lungenwürmer – schleichende, tödliche Gefahr

Für die verunsicherten unter den Lesern das für Sie Wichtige zuerst: der Mensch gehört nicht zum Wirtsspektrum dieser Parasiten.
Direkt folgend aber die schlechte Nachricht: bei Hund und Katze ist die Verbreitung der Lungen- und Herzwürmer inzwischen weitaus häufiger als noch in vielen Kreisen angenommen, und der Verlauf der Infektion mit diesen Parasiten, die Capillaria/Zusatz heißen oder Crenosoma vulpis oder Aelurostrongylus abstrusus und sich in Lunge, Leber, Harnblase, Herz etc einnisten, ist allzu oft aufgrund viel zu später Diagnosestellung tödlich.

Noch vor 3-4 Jahren hieß es, der sogenannte Lungenhaarwurm sei sowohl bei Hunden als auch Katzen extrem selten, wie auch meist auf Hunde aus dem Ausland beschränkt oder auf heimisches Wild. Also ab Fuchs aufwärts.
Diese Ansicht musste in der jüngsten Vergangenheit massiv korrigiert werden.

Neben den Wildtieren scheiden infizierte Haustiere die Eier bei uns aus, durch abkoten oder auch abhusten. Dann kommen Wirtstiere wie Schnecken, Würmer, Frösche oder Igel zum Zuge, diesen folgen dann Nager, Vögel und Kleinechsen, da diese die infizierten Schnecken und Würmer fressen.
Somit ist jede Freigängerkatze, jeder Freilaufhund in höchster Gefahr, sich über diese Wirtstiere hier bei uns anzustecken. Das Argument „mein Hund frisst keine Mäuse“ ist somit entkräftet, denn welcher Halter weiß schon sicher, ob der in der Wiese buddelnde oder sich im Garten beschäftigende Hund nicht hin und wieder ein Würmchen delikat findet. Selbst eine tote Schnecke ist brisant, da aus ihr infizierte Larven austreten, die ihrerseits wochenlang aktiv sind und vom Haustier aufgenommen werden (u.a. durch Gras fressen). Und schon ist es geschehen.

In Studien aus den Jahren 2007 -2009 wurden in ca 7% aller darauf untersuchten Kotproben Lungenwürmer nachgewiesen. Bei 7 von 10 vorgestellten Tieren führte z.B. der Befall mit einer bestimmten Art Lungewurm zum Tod, jeder 10. Hund mit Atemwegserkrankungen ist befallen. Inzwischen jedoch ist die Anzahl gestiegen, da der Lungenwurm fest in Deutschland heimisch geworden ist.
Viele Infektionen jedoch blieben und bleiben unerkannt. Wenn das Haustier hustet und schwächelt, wird oft auf Allergie, Bronchitis oder auch Herzschwäche oder Altersherz therapiert. Es werden Kortisone oder Antibiotika verabreicht, die aber nicht anschlagen bzw. die körpereigene Abwehr herabsetzen, was dem Parasiten dann erst recht den Weg freimacht.
Wird also fehl diagnostiziert und dementsprechend behandelt, weil „Lungenwurm“ gar nicht in Betracht gezogen wird, so scheidet das unerkannt infizierte Tier nicht nur Eier aus, woran sich weitere Tiere anstecken, sondern es kann ihm auch nicht geholfen werden, weil nichts anschlägt, was letztendlich bis zum elenden Tod führen kann.

Darum möchten wir unsere Leser eindringlich bitten: wenn ihr Tier manchmal hustet, oder röchelnd atmet, oder sich auffällig räuspert, auch nur leicht (leichter Befall- leichte Symptome, schwerer Befall- schwere Symptome) oder in der Aktivität nachlässt, wenn es an Gewicht verliert, depressiv wird, erbricht, unklaren Durchfall, neurologische Probleme hat oder Kreislaufprobleme - dann sprechen sie bitte immer das Thema Lungenwurm an. Verhindern sie durch eine einfache Frage oder auch Bitte an den Tierarzt, Kotproben zu untersuchen, dass eine angebliche Bronchitis in Wahrheit eine entzündete Lunge ist, oder dass eine angebliche Herzschwäche in Wahrheit sich nicht mehr schließende Herzklappen sind, weil ein Wurm dazwischenhängt.
Das frühzeitige Erkennen bedeutet das Überleben ihres Lieblings.
Nur fachlich und zeitlich richtig durchgeführte Kotuntersuchungen in einem versierten Labor machen Sinn. Bei Unklarheit kann eine Endoskopie helfen, Röntgen und Ultraschall können nicht mehr als Verdachtsdiagnosen stellen.

Sind Lungewürmer nachgewiesen, helfen speziell dagegen wirkende Wurmkuren. Diese schlagen oft nicht gleich an und müssen oft mehrtätig und mehrfach wiederholt werden. Bestehen Sie darauf. Bleiben sie am Ball und lassen sie auch trotz Wurmkuren den Kot nochmals wiederholt überprüfen. Merken sie sich, sowohl vor der Diagnose als auch danach können immer wieder negative Proben vorkommen, da die Eier intermittierend, heißt mit Unterbrechungen ausgeschieden werden.
Eine Probe ohne nachgewiesene Nematoden ist also noch lange kein Zeichen, dass die Gefahr vorbei ist.
Erwarten sie keine umgehende Besserung des Krankheitsbildes. Auch wenn die Würmer endlich abgetötet sind, so muss der Körper sie von sich aus abtransportieren, was mit weiteren entzündlichen Reaktionen einhergehen kann.
Wenn sie ihr Tier lieben, merken sie sich einfach „Atemwegserkrankung-Lungenwurm“. Damit sind sie schon sehr weit auf dem richtigen Weg.

 

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