Trichuris vulpis


Zu den fadenförmigen Würmern, den Nematoden (griech.: nema=Faden) zählen auch die Peitschenwürmer. Ihren Namen haben sie von der optischen Erscheinung, ein langes dünnes Vorderteil (Peitschenschnur) und ein verdicktes Hinterteil (Peitschenstil). Der Peitschenwurm kommt bei Hunden aller Altersklassen vor, ausgewachsen erreicht er eine Länge von bis zu 7 cm. Die beim Hund am häufigsten vorkommende Art ist Trichuris vulpis, für die auch der Fuchs Wirtstier ist.
Trichuris vulpis verbreitet sich durch Eierausscheidung mit dem Kot des Wirtstiers. Die Eier entwickeln sich je nach Umgebungstemperatur innerhalb von etwa drei Wochen zu infektionsfähigen Larven, diese sind in feuchter Umgebung über einen langen Zeitraum (Jahre) überlebensfähig. Durch die Aufnahme solcher Larven kann sich ein Hund mit Trichuris vulpis infizieren. Im Darm des Wirtes entwickeln sich die Larven zu adulten Würmern, die sich mit dem fadenförmigen Vorderteil in der Darmschleimhaut verankern (= Anstechen von Kapillaren und Saugen von Blut), während das dickere Hinterteil frei beweglich ist und bei den weiblichen Würmern periodisch Eier abscheidet (2.000 – 14.000 Eier pro Tag möglich).
Diese periodische Eierausscheidung kann dazu führen, dass eine Kotuntersuchung auf Trichuris vulpis negativ verläuft, obwohl der Hund mit diesem Wurm befallen ist, nämlich dann, wenn gerade keine Eier ausgeschieden werden. Sprechen die Symptome jedoch für einen möglichen Befall mit Trichuris vulpis, so empfiehlt sich in diesem Fall eine weitere Kotprobe.
Die Präpatenzperiode, also die Zeit, die zwischen der Infektion bis zum Auftreten der ersten Wurmeier im Kot vergeht, beträgt bei Trichuris vulpis 11- 12 Wochen.
Ein schwacher Befall mit Peitschenwürmern bleibt oft symptomlos, ein massiver Befall führt zu Abmagerung, Austrocknung durch wiederkehrende Durchfälle als Folge von Darmentzündungen, Blutbeimengungen im Kot (durch die kleinen Verletzungen der Darmschleimhaut), rapidem Kräfteverlust des Hundes und bei Befall im Wachstumsalter zu Entwicklungsverzögerungen.

In der Fachliteratur ist der Fall zweier Siberian Huskys beschrieben, die wegen Abmagerung, chronischem Durchfall, krankhaft gesteigertem Durst bei entsprechend vermehrter Urinausscheidung tierärztlich untersucht wurden. Die Laborwerte der beiden stark dehydrierten Hunde ergaben einen Überschuss an Kalium (Hyperkaliämie) und einen deutlich zu niedrigen Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie). Speziell die Hyperkaliämie findet sich häufig bei stark eingeschränkter Nierenfunktion, unbehandelt ist sie lebensbedrohlich und kann zur Lähmung der Muskulatur (einschließlich des Herzmuskels) führen. Da der Verdacht auf Hypoadrenokortizismus (Nebennierenrindeninsuffizienz, also verminderte Produktion von Nebennierenrinden-Hormonen) bestand, wurde ein ACTH-Stimulationstest durchgeführt, dessen Ergebnis bei beiden Hunden diese Erkrankung definitiv ausschloss. Mittels parasitologischer Kotuntersuchung wurde bei beiden Hunden die Diagnose Trichuris vulpis-Infektion gestellt. Dieses in diesem Fall aufgetretene gefährliche Dehydratationssyndrom mit Hyponatriämie, Hyperkaliämie und metabolischer Azidose (stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes und des Körpers) wurde auch in anderen Fällen im Zusammenhang mit schweren Darmparasitosen beschrieben.

 

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