Erkrankungen der Prostata


Diese Geschlechtsdrüse liegt beim Hund hinter der Harnblase, also kurz vor oder in der Beckenhöhle und umkleidet den Anfang der Harnröhre. Dadurch verläuft die Harnröhre mitten durch die Prostata, von der aus Ausführungsgänge in die Harnröhre münden. Die Prostata besteht aus Einzeldrüsen und erzeugt ein Sekret, das gemeinsam mit den in den Hoden gebildeten Spermien als Ejakulat ausgeschieden wird.
Erkrankungen der Prostata werden vor allem bei älteren, nicht kastrierten Rüden festgestellt, deutlich seltener aber auch bei kastrierten Rüden, mehr als ein Drittel der männlichen Hundepopulation wird im Laufe ihres Lebens mit diesen Gesundheitsproblemen konfrontiert.

Die Lage der Prostata beim Hund

Meist bleiben erste Schwierigkeiten beim Rüden unbemerkt, denn durch das Markierverhalten ist es für einen Rüdenbesitzer kaum festzustellen, ob der Hund unter Entleerungsstörungen der Blase leidet. So werden die meisten Hunde erst dann beim Tierarzt vorgestellt, wenn die Prostata bereits so vergrößert ist, dass sie gegen den Darm drückt und der Rüde Schwierigkeiten mit dem Kotabsatz bekommt. Diese äußern sich meist so, dass er sich hinhockt, aber kein Häufchen kommt, der Vorgang wiederholt sich mehrfach bis endlich das Ergebnis (möglicherweise von geringerem Durchmesser als früher) zum Vorschein kommt. Dies kann für den Rüden schmerzhaft sein und sollte daher behandelt werden.
Durch die Vergrößerung der Prostata kommt es zu einer Veränderung der Durchblutung des Organs, es können Blutungen entstehen. Diese erkennt man an kleinen blutig versetzten Tröpfchen aus dem Penis, diese treten unabhängig vom Harnabsatz auf, häufig bei Erregung oder beim Aufstehen nach einer Ruhephase.
Unbehandelt kann die Prostata-Erkrankung weitere Symptome hervorrufen wie beispielsweise Fieber, Gewichtsverlust, Appetitmangel, Mattigkeit und Hinterhandschwäche.

Erste Veränderungen der Prostata sind vielfach schon bei dreijährigen Rüden nachzuweisen, daher sollte diese Drüse mindestens einmal jährlich, bei unkastrierten Rüden vom besten Alter an (5 Jahre und mehr) besser noch halbjährlich kontrolliert werden. Hierzu ist eine einfache Tastuntersuchung ausreichend, denn durch die Lage in unmittelbarer Nähe des Enddarmes kann Umfang und Beschaffenheit rektal erfühlt werden. Erst wenn sich hier Auffälligkeiten ergeben, wird der Tierarzt weitere Diagnoseverfahren, also Röntgen (dies kann nur den äußeren Umriss der Prostata darstellen) und / oder Ultraschall (hier kann sowohl Größe als auch innere Struktur erfasst werden) hinzunehmen. Hält der Tierarzt eine Probenentnahme aus der Prostata für nötig, so kann dies während des Ultraschalls mit einer Spritze über die Bauchhöhle geschehen, dies ist meist ohne Narkose möglich. In seltenen Fällen kann auch eine operative Gewebeentnahme für eine histopathologische Untersuchung nötig sein. Die Behandlung der Prostata-Erkrankung richtet sich nach deren Ursache.

Die Prostatahyperplasie ist eine gutartige (benigne) Schwellung, die häufig durch Überproduktion von Sekret oder Zystenbildung verursacht wird. Da eine vergrößerte Prostata eine höhere Tendenz zur Entartung (Krebs) hat, sollte sie auf jeden Fall behandelt werden.
Erste Abhilfe schafft hier eine Hormonspritze, die den Testosteronspiegel des Rüden herunterfährt, als Folge verkleinert sich die Prostata. Die Wirkung einer solchen Spritze ist jedoch zeitlich begrenzt, je nach individueller Verfassung des Rüden sechs bis acht Wochen, manche Rüden benötigen auch nur zweimal jährlich einen derartigen Hormonschub. Bei älteren Tieren mit hohem Operationsrisiko oder wenig sexuellen Rüden kann die Hormonspritze über einen längeren Zeitraum angewandt werden, bei jüngeren, häufig zu spritzenden Tieren sollte über eine Kastration nach gedacht werden um das Prostata-Problem dauerhaft zu lösen und den Aufwand für Hund und Mensch (auch finanziell) in Grenzen zu halten.
Eine Prostata-Vergrößerung, die Abflussstörungen der Harnblase zur Folge hat, zieht häufig eine Harnblasenentzündung (Zystitis) nach sich, die ebenfalls behandelt werden muss.

Die bakterielle Entzündung der Prostata wird mit Antibiotika behandelt, wobei nicht alle Antibiotika die Prostata in ausreichender Konzentration erreichen. Eine Behandlungsdauer von mehreren Wochen, mitunter sogar Monaten ist nicht ungewöhnlich, die Medikamente sollten auf keinen Fall zu früh abgesetzt werden, um den Behandlungserfolg nicht zu gefährden (und Antibiotika-Resistenzen hervorzurufen).

Zysten in der Prostata müssen sorgfältig beobachtet werden, vereinzelte kleine schaffen meist keine Probleme. In größerer Anzahl oder größeren Umfangs kann eine Kastration angeraten sein, bei sehr großen Einzel-Zysten ist mitunter sogar eine Operation nötig.

Abszesse der Prostata können nur dann versuchsweise mit Antibiotika behandelt werden, wenn sie wirklich sehr klein sind. In der Regel ist bei Abszessen, da die Gefahr des „Platzens“, also des Aufgehens und Auslaufen des Eiters in die Bauchhöhle besteht, eine Operation erforderlich.

Tumore der Prostata finden sich in bösartiger (maligner) Form nur selten beim Hund. Hier gibt es bislang kaum eine Behandlungsmöglichkeit (operativ, Bestrahlung, Chemo-Therapie), die wirklich Erfolg verspricht. Bei Tumoren, die noch nicht in das umliegende Gewebe gestreut haben, kann möglicherweise eine Therapie mit bestimmten entzündungshemmenden Mitteln versucht werden, hier gibt es einige positive Erfahrungen.

 

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