Senilität (kognitive Dysfunktion) beim Hund

Es kommen zunehmend auch ältere oder alte Hunde in die Vermittlung, die Lebenserwartung von Mensch und Hund steigt gleichermaßen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass manche bis ins hohe Alter fit und rege bleiben, auch geistig, während andere langsam und irgendwann auch merklich abbauen, senil werden. Beim Menschen steht Senilität für das Nachlassen von Fähigkeiten durch den normalen Alterungsprozess, dazu gehören nicht nur die sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeiten (hören, sehen etc.), sondern auch Ding wie die Konzentrationsfähigkeit.
Natürlich ist beim Hund die Veränderung der Gehirnleistung nicht messbar wie bei einem Menschen, die Pathologen fanden allerdings bei Hunden ähnliche Veränderungen im Gehirn wie bei Alzheimer Patienten. Beim Hund stehen also mehr Symptome im Vordergrund, meist Orientierungslosigkeit, Veränderungen im Sozialverhalten, im Schlafrhythmus und oft auch Stubenunreinheit. Prinzipiell können diese auch Auswirkungen körperlicher Erkrankungen (beispielsweise durch Herzschwäche ausgelöste Unruhe) sein, diese sollten vorab ausgeschlossen werden.
Ergeben die Untersuchungen die Diagnose „kognitive Dysfunktion“ oder Senilität, gibt es die Möglichkeit, mit Medikamenten die Durchblutung des Gehirns zu fördern oder Neuroprotektiva (schützende Wirkung auf die Gehirnzellen) einzusetzen. Je früher die Diagnose erfolgt, desto Erfolg versprechender ist der Einsatz von Medikamenten. Ein Effekt wird aber meist erst nach mehrwöchiger Gabe der Mittel wirksam. Eine Ergänzung der Nahrung oder deren Umstellung auf ein Futter mit hohem Anteil an Antioxidantien kann unterstützend wirken, da dies nachweislich das Kurzzeitgedächtnis verbessert.
Mit gezieltem Training können dem Hund die früher erlernten Befehle und Verhaltensweisen (Stubenreinheit) längere Zeit präsent gehalten werden, wobei es hier ganz wichtig ist, sich einfach und klar auszudrücken. Mit mehreren kurzen Spaziergängen und kurzen Spieleinheiten können die nachlassenden Sinne des Hundes besser stimuliert werden als mit einem langen Gang.
Um nun tatsächlich frühzeitig Veränderungen erkennen zu können, die in Richtung Senilität deuten, noch eine kurze Beschreibung möglicher Verhaltensveränderungen.
Vor bekannten Gegenständen oder Möbeln zeigt der Hund auf einmal Angst, er starrt manchmal in die Luft oder erkennt die Haustüre nach einem Spaziergang nicht als die eigene.
Der Hund erkennt ihm bekannte und vertraute Menschen, die zu Besuch kommen, erst sehr spät oder gar nicht mehr. Möglicherweise tritt dies dann auch bei einzelnen Familienmitgliedern auf, die der Hund plötzlich nicht mehr zuordnen kann.
Beim Begrüßen des eigenen Besitzers nehmen die Freude und die Intensität ab, das Bedürfnis nach Streicheleinheiten (Spiel) nimmt sichtbar ab. Im Umgang mit Artgenossen kommt es vermehrt zu Problemen, der Hund sendet unklare Signale aus, die die anderen Hunde nicht verstehen können oder er selbst reagiert zunehmend negativ auf Mithunde.
Häufig sind die Tiere während der Nacht unruhig, bleiben ungern alleine (urplötzlich auftretendes Kratzen an der Schlafzimmertür), winseln, als müssten sie hinaus und sind nach einem kurzen Spaziergang nicht wesentlich beruhigter.
Manchen Hunden geht die Orientierung so weit verloren, dass sie nicht mehr wissen, welches die Eingangstüre ist, an der sie ihrem Besitzer anzeigen wollen, dass sie hinaus müssen und manche scheinen auch die Fähigkeit zu verlieren, geeignete von ungeeigneten Stellen für ein Geschäftchen zu unterscheiden.
Dies ist nur eine Auswahl von Symptomen. Da für ältere Hunde die Empfehlung gilt, einmal halbjährlich einen Check beim Tierarzt zu machen, um Krankheiten möglichst früh zu erkennen, sollten dort auch immer Verhaltensveränderungen angesprochen werden, auch wenn diese vergleichsweise klein und lächerlich erscheinen. Wie bereits erwähnt, diese können Folge nachlassender Sinne sein, aber auch Anzeichen organischer Erkrankungen.



 

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