Spondylarthrose
 

Nach der Definition im Pschyrembel „Medizinisches Wörterbuch“ (257. Auflage 1994) ist Spondylarthrose die reaktive Arthrose der kleinen Wirbelgelenke bei fortgeschrittenem, degenerativem Bandscheibenschaden. Unter Spondylose wird Spondylosis deformans definiert, die degenerative Erkrankung der Wirbelkörper (Arthrose) und Bandscheibenschaden, die sich röntgenologisch mit Zacken (Osteophyten) und Osteosklerose (lokalisierte oder generalisierte Verdichtung des Knochengewebes) darstellt.
In vielen Internettexten werden diese Begriffe nicht eindeutig voneinander abgegrenzt, zumal es Hinweise gibt, dass beide Erkrankungen in einem gewissen Zusammenhang zu sehen sind. So halten nach ihren Studien Schmorl und Junghanns (1957), Cohrs (1970) sowie Suter (1989) eine sich gleichzeitig mit der Spondylosis deformans entwickelnde Spondylarthrose für möglich. Diese könnte nach Suter (1989) eventuell Rückenschmerzen verursachen. 

Die Wirbelsäule dient sowohl Stütz- als auch Bewegungsfunktionen. Die Stützfunktion wird im Wesentlichen von den Wirbelkörpern erfüllt. Diese sind jeweils an Ober- und Unterseite (auch Deck- und Grundplatte genannt) mit Knorpel überzogen, diese Knorpelschichten dienen als Lager für die Bandscheiben. An den Wirbelkörper schließt sich der Wirbelbogen an, der das Wirbelloch umgibt (alle Wirbellöcher aneinandergereiht bilden den Spinalkanal, in dem das Rückenmark verläuft). Die Wirbelbögen tragen so genannte Gelenkfortsätze, die mit dem darüber und darunter liegenden Gelenkfortsatz ein vollständiges Gelenk bilden. Diese Gelenke werden als Wirbelgelenke, kleine Wirbelgelenke, Zwischenwirbelgelenke oder Facettengelenke bezeichnet und sind verantwortlich für die Bewegungsrichtung der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte. Je nach Stellung der Gelenkflächen sind bestimmte Bewegungsrichtungen freigegeben oder eingeschränkt. Die Beweglichkeit der einzelnen Wirbel gegeneinander ist relativ gering und in den einzelnen Wirbelsäulenabschnitten unterschiedlich. Im Halswirbelsäulen-Bereich ist die Beweglichkeit größer als in der Lendenwirbelsäule.
Diese kleinen Wirbelgelenke werden von einer Gelenkkapsel umschlossen, die Gelenkflächen sind mit Gelenkflächenknorpel überzogen. Kommt es hier nun zu Knorpelabbau, reagiert das abgenutzte Gelenk mit Entzündungsschmerz. Der verstärkte Knorpelabbau kann Folge eines Alterungsprozesses oder einer chronischen Überbelastung (auch Fehlhaltung) sein. Die Gelenkentzündung wird durch Knorpelabriebteilchen hervorgerufen.
Die meisten Hunde neigen bei schmerzhaften Arthrosen zu Schonung. Da es aber gerade für einen Hund mit Gelenksproblemen wichtig ist, einen guten Muskelzustand zu haben, sollte das erste Behandlungsziel das Abklingen der akuten Entzündung und des damit verbundenen Schmerzes sein. Danach sollte der Vierbeiner wieder zu Aktivität und Bewegung angeregt werden, um die Muskulatur zu lockern und zu kräftigen, die Durchblutung zu fördern und so die Nährstoffversorgung der Gelenkknorpel zu verbessern.


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