Auwaldzecke (Berlin, Brandenburg) überträgt Babesiose

Dass Zecken-Prophylaxe wichtig ist, werden die meisten von Ihnen wissen und sich, je nach örtlicher Notwendigkeit, auch danach richten.
Nach Erkenntnissen der Freien Universität Berlin breitet sich in Berlin und Brandenburg die so genannte Auwaldzecke aus Mitteleuropa aus. Im Mai 2005 wurde erstmals an der FU eine Babesiose-Erkrankung bei einem Hund behandelt, der von einer Zecke in Brandenburg infiziert wurde. Der Parasitologe Eberhard Schein gibt an, dass mittlerweile jede dritte Zecke in den Randgebieten Berlins eine Auwaldzecke ist. Nicht jede Zecke ist automatisch überträger der Babesiose. Erst, wenn sie einen Parasiten, die Babesie, in sich trägt, infiziert die Auwaldzecke den Hund über ihren Speichel.
Die Krankheit zerstört ähnlich wie Malaria die roten Blutkörperchen des Tieres, das bereits nach vier bis fünf Tagen an Blutarmut oder innerhalb von zehn Tagen an Nierenversagen stirbt. Zwar gibt es Medikamente gegen den tödlichen Krankheitsverlauf, aber nicht in Deutschland. Nur am Institut der Parasitologie der FU kann dem erkrankten Hund geholfen werden - wie auch im Fall aus Brandenburg.
Heimtiere in den betreffenden Gebieten sollten regelmäßig auf Zecken untersucht und vor ihnen geschützt werden (Zeckenhalsbänder oder so genannte Spot-on-Präparate zum Auftragen aufs Nackenfell). Erste Anzeichen für Babesiose sind hohes Fieber, Verweigerung des Futters und Apathie. Nach zwei bis drei Tagen färbt sich der Urin des Hundes dunkelrot.

Mai 2006

Anfang Mai wurde an vielen Stellen im Internet auf die Babesiose hingewiesen und auf ihre Gefährlichkeit für den Hund. Babesiose wird von Auwaldzecken übertragen, die mit dem entsprechenden Blutparasiten infiziert sind. An einer unbehandelten Babesiose (nach den der menschlichen Malaria ähnlichen Anzeichen auch Hundemalaria genannt) kann der Hund sterben. In fast allen Meldungen wurde auf eine neue Übersichtskarte hingewiesen, die Auskunft über die weite Verbreitung der Auwaldzecke in Deutschland gibt, ein entsprechender Link war allerdings nicht angegeben (Karten, die Angaben über FSME-Verbreitung geben, sind an vielen Stellen zu finden, dies ist jedoch ein ganz anderer Krankheitserreger.

Dazu haben wir folgendes gefunden: Die Firma LABOKLIN Labor für Klinische Diagnostik GmbH & Co.KG (www.laboklin.de) verweist auf ihrer Internetseite auf eine vom Pharmahersteller ESSEX tierarznei (www.essex-tierarznei.de) als Plakat für Tierarztpraxen/Tierkliniken zu beziehende Deutschlandkarte für das Vorkommen babesia canis infizierter Zecken. Frei verfügbar scheint diese Karte  nicht zu finden zu sein. Bei Interesse an der Risikoeinstufung Ihres Wohnortes sprechen Sie bitte Ihren Tierarzt an, möglicherweise hängt die Karte sogar in seiner Praxis aus.

Dass der Hund von Frühjahr bis Herbst mit einem der im Handel verfügbaren Mittel (Halsbänder, Spot-on-Präparate und vieles mehr) gegen Zecken geschützt werden sollten, braucht hier sicherlich nicht erwähnt zu werden.

 

März 2007

TASSO e.V. gab Ende Februar 2007 die Zahlen einer Befragung von 1.300 Tierärzten zu den durch Zecken verursachten Erkrankungen im Jahr 2006 heraus. Beängstigende 834 Fälle von Babesiose bei Hunden kamen so zusammen, Tiere, die nachweislich nicht im Ausland gewesen waren, sondern sich hier in Deutschland infiziert hatten. Trotz Behandlung verstarb etwa jeder 10. Hund an dieser auch "Hundemalaria" genannten Erkrankung.

Deshalb und auch wegen des milden Winters, der nach Aussage von Experten eine wahre Zeckenplage begünstigt haben könnte, ist in diesem Jahr der Schutz vor den kleinen Krabbeltieren noch viel wichtiger als in den Vorjahren.


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