Hamburg – Hundegesetz ab 01. April 2006

 

Die Hamburger Bürgerschaft hat das so genannte Hundegesetz beschlossen, es wird zum 01. April 2006 in Kraft treten. Bis dahin müssen noch die Ausführungsvorschriften zur Gehorsamkeitsprüfung und zum Wesenstest erlassen werden.

Einige Regelungen treffen nur die Besitzer der als gefährlich angesehenen Hunde, hier wurde der Bullterrier nun zu den Rassen gestuft, bei denen „die Eigenschaft als gefährliche Hunde stets vermutet“ wird. D.h. Hunde dieser Rasse dürfen nur mit Leine und Maulkorb ausgeführt werden. Ein Wesenstest für Hunde dieser Rassen (Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen) ist nicht möglich. Die Hundesteuer beträgt 600,-- Euro pro Jahr. Bullterrier, die nach der bisherigen Verordnung durch einen bestandenen Wesenstest von der Erlaubnispflicht freigestellt worden sind, bleiben bis zum Ende der Gültigkeit ihrer Freistellung von den Neuerungen dieses Gesetzes verschont.

Neu bei den Gefährlichen Hunden nach § 2 Absatz 3 sind der Rottweiler und dessen Kreuzungen eingestuft. Für diese Hunde ist eine Erlaubnis notwendig, jedoch ein Wesenstest und somit auch Lockerungen bei der Maulkorb- und Leinenpflicht möglich.

Lockerungen gibt es für Welpen und Junghunde der als unwiderlegbar gefährlich oder potentiell gefährlichen eingestuften Rassen, ihnen wird der Maulkorb nun erst mit Vollendung des 9. Lebensmonats umgebunden.

Einige Regelungen treffen aber für alle Hundehalter zu und das sind folgende:

-   jeder Hund muss ab dem vollendeten 6. Lebensmonat mittels Chip fälschungssicher gekennzeichnet sein (bis spätestens 31.12.2006)

-   Für jeden Hund muss bis spätestens 31.12.2006 eine Hunde-Haftpflicht mit einer Mindestversicherungssumme von 1 Million Euro für den Schadensfall abgeschlossen werden.

-   Alle Hunde müssen dem zuständigen Bezirksamt gemeldet werden.
Wer am 01.04.06 bereits einen Hund hält, muss bis spätestens 31.12.2006 anmelden, auch wenn der Hund bereits zur Hundesteuer angemeldet ist.
Hunde, die nach dem 01.04.06 angeschafft werden, müssen unverzüglich gemeldet werden, eine gesonderte Anmeldung zur Hundesteuer entfällt.

-   Hamburg führt ein zentrales Register über alle Hunde mit zugehöriger Chip-Nummer, Gefährlichkeits-Einstufung etc.

-   Es gilt außerhalb des eigenen Grundstückes und der dafür ausgewiesenen Hundefreilaufgebiete eine allgemeine Anleinpflicht für alle Hunde. Eine Befreiung hiervon ist nur durch Ablage einer Gehorsamkeitsprüfung möglich.
Der Begriff Gehorsamkeitsprüfung muss noch durch eine Ausführungsvorschrift näher definiert werden.
Für einige Bereiche der Stadt gelten die bisherigen zusätzlichen Einschränkungen (Führen an der 2-Meter-Leine oder generelles Hundeverbot) weiter wie bisher.

-   Es besteht eine generelle Kotbeseitigungspflicht, Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten, die mit Bußgeld geahndet werden können.

-   Die Zucht mit gefährlichen Hunden oder Ausbildung von gefährlichen Hunden mit dem Ziel der Aggressionssteigerung ist nun neben weiterem ein Straftatbestand und kann mit Gefängnis bestraft werden.

Ausnahmen von diesem Gesetz gelten selbstverständlich für Diensthunde jeder Art in Ausübung ihrer Tätigkeit, also im Einsatz. 

Für die Bürger soll das Gesetz unter www.hundegesetz.hamburg.de ins Netz gestellt werden, rechtzeitig zum 01.04.2006 sollen alle Hundehalter ein entsprechendes Infoblatt erhalten und es wird auch eine Telefon-Hotline geschaltet werden, derzeit werden Bürgeranfragen weiterhin unter der Rufnummer Hamburg (040) 428 37 36 05 beantwortet.


 

Diese interessante Seite einem Freund senden

zurück