Die RegenbogenbrückeDie Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern. Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort. Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken, und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling. Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund. Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum.
Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht. Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß. Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras. Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen!
Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen, gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen. Dein Gesicht wird wieder und von ihm geküsst, deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen. Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein ...

 

 

Wir sind nicht nur verantwortlich
für das, was wir tun, sondern auch
für das, was wir nicht tun.

(Moliere)

Tenshi

Tenshi
* 2010
30.09.2019

Leider erreichte uns die Nachricht, dass Tenshi am 30.09.2019 über die Regenbogenbrücke gegangen ist, erst jetzt. Der Schock beim Pflegefrauchen saß tief, auch wenn sich Anzeichen, dass es Tenshi nicht gut ging, zeigten. Manchmal helfen auch alle guten Feen, Freundinnen, guten Wünsche und Gedanken, alle (alternative) Medizin nichts – und wir sehen zu, wie sich ein geliebtes Familienmitglied von uns verabschiedet. In den Herzen der Pflegefamilie und seiner Patinnen und Paten wird der kleine große Kämpfer für immer weiterleben. Wir alle hätten ihm mehr Zeit gewünscht.
Tenshi war wirklich ein kleiner großer Kämpfer. Befreit aus einer „Hundehaltung“ in Thüringen, die diesen Begriff nicht verdient, kam er in unsere ehemalige Shiba-Pflegestelle in Freudenstadt. Damals geschätzt auf sechs Jahre, aber wer mag das schon sagen, bei einem Hund, der sich aufgegeben hatte, unterernährt, dehydriert und zu schwach war, um sich auf seinen Beinchen zu halten. Als er einigermaßen stabilisiert war, zog er zu seiner Dauer-Pflegefamilie. Hier durfte er ankommen und blühte auf – im Rahmen seiner Möglichkeiten, der der kleinen Schritte. Bald zeigten sich gesundheitliche Probleme, aber die Pflegefamilie hielt fest zu Tenshi – trotz aller Mühen war nie auch nur angedacht, ihn wieder abzugeben. Zweieinhalb Jahre waren ihm in dieser Familienidylle vergönnt. Das Pflegefrauchen schreibt:

Unser süßer Shiba-Bub Tenshi ist leider am 30. September ganz plötzlich eingeschlafen.

Nachdem wir recht erfolgreich mit der unbezahlbaren Hilfe eines ganz lieben Vereinsmitglieds das Cortison ausgeschlichen hatten, ging es, nach einigem Auf und Ab, „eigentlich“ bergauf. Tenshi hat gefressen, auch das Problem mit dem Durchfall war gut händelbar.

Trotz allem wurde Tenshi immer dünner, und seine Leber wollte sich einfach nicht erholen. Am Wochenende vor dem 30.09. hat Tenshi dann ganz rapide abgebaut, hat gar nicht mehr gefressen und hat auch gespuckt. Montags wollten wir „eigentlich“ mit ihm zum Tierarzt - auf das Schlimmste gefasst. Tenshi entschied sich aber noch morgens, als die komplette Familie neben seinem Körbchen saß, selbst zu gehen und hat einfach aufgehört zu atmen.

Er hinterlässt ein großes Loch, und wir wissen, dass wir wohl nie wieder so eine besondere Fellnase bekommen werden. Trotzdem möchten wir uns an die schönen Momente mit ihm erinnern und an das, was der kleine Mann alles bewältigt hat. Wir sind unendlich dankbar für diese knapp 2,5 Jahre, die wir mit Tenshi leben und ihn begleiten durften.

Familie B.

Das Team der Nothilfe ist ebenfalls sehr traurig, möchte sich aber auch auf diesem Wege natürlich bei unserer ehemaligen Shiba-Pflegestelle in Freudenstadt für die „Erstversorgung“ bedanken, und ganz herzlich bei Ihnen, liebe Familie B., für die liebevolle Aufnahme und aufopferungsvolle Betreuung. Auch bei Tenshis Patinnen und Paten, die es ermöglicht haben, ihn optimal medizinisch zu versorgen, und die ihn mit ihren Gedanken und Wünschen unterstützt haben, möchten wir uns herzlich bedanken. Schön, dass Tenshi in seinem kleinen kurzen Leben noch spüren durfte, wie es ist, geliebt zu werden und jemandem wichtig zu sein.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 

"If there are no dogs in Heaven,
then when I die I want to go
where they went."
Will Rogers, 1897-1935

 
 

übersetzt:
"Wenn es im Himmel keine Hunde gibt,
dann möchte ich, wenn ich sterbe, dahingehen,
wo sie hingegangen sind."

 

 

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11.12.19